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Kastration Entfernung der Hoden
Verfasst: Di 3. Jan 2017, 21:37
von Denies
Zuerst einmal allen noch ein gesundes und Erfolgreiches Jahr 2017
Wer hat sich schon mal mit dem Thema intensiv auseinander gesetzt, oder wer hat dies vor der GAOP vorab machen lassen?
Über Erfahrungen und fungiertes Wissen würde ich mich sehr freuen
LG Denies
Re: Kastration Entfernung der Hoden
Verfasst: Mo 20. Mär 2017, 12:20
von Manu.66
Hi Mädels!
Leider gibt es bislang keinerlei Reaktionen/Kommentare auf dieses Thema. Ich selbst habe hier schon öfter nachgesehen, ob sich was tut.
Habe mich selbst vor vielen Jahren sterilisieren lassen und habe das nie bereut.
Jetzt ist die Zeit gekommen in der ich überlege, ob ich die Dinger, die da rumhängen, überhaupt noch benötige. Eigentlich stören sie zunehmend mehr.
Doch was wären die Konsequenzen, wenn ich sie entfernen ließe - und wer würde das überhaupt machen? Würde sich ein Arzt finden lassen?
Rein optisch wäre es sicherlich ein positiver Schritt, denn dann würde sich deutlich weniger unter dem Slip abzeichnen, schon garnicht bei den enger im Schritt geschnittenen Höschen rechts oder links raushängen (was ich zunehmend als sehr störend empfinde).
Würde eine Hodenentfernung den Hormonhaushalt durcheinander bringen - die Sterilisation hat es seinerzeit nicht getan, war bis auf die Zeugungsunfähigkeit völlig folgenlos.
Ich könnte mir eine solche Hodenentfernung auf jeden Fall sehr gut vorstellen.
Vielleicht ergibt sich hier ja doch noch ein Austausch der Meinungen/Erfahrungen
Liebe Grüße
Manu
Re: Kastration Entfernung der Hoden
Verfasst: Mo 20. Mär 2017, 13:09
von Stella
Die Hodenentfernung bringt den Hormonhaushalt durcheinander! Bei einer Sterilisation werden trotzdem noch männliche Hormone produziert, es wird eben nur der Weg der Samenzellen unterbrochen. Bei einer Kastration wäre es dann vorbei damit.
Re: Kastration Entfernung der Hoden
Verfasst: Mo 20. Mär 2017, 13:12
von Joe95
Na, dieses Thema ist für mich schon lange interessant, aber Erfahrungen habe ich auf dem Gebiet garkeine.
Ich empfinde diese "Anhängsel" schon seit langem nur noch als störend und als ungeliebten Testosteronproduzent.
Aber mal eben so weg machen geht in Deutschland ja nicht.
Re: Kastration Entfernung der Hoden
Verfasst: Mo 20. Mär 2017, 13:32
von Anne-Mette
Moin,
ich kann auch nur vom "Hörensagen" etwas beitragen. Wie ich gehört habe, dürfen gesunde Organe/Körperteile nicht "einfach so" entfernt werden.
Jemand hatte wohl das Problem mit einem kranken Hoden und wollte statt eines künstlichen Implantates lieber auch auf den zweiten Hoden verzichten.
Das war, so wie ich gehört habe, nicht erlaubt. Ich kann mir auch kaum vorstellen, dass sich ein Arzt darüber hinwegsetzt.
Es kann aber sein, dass es dazu weitere/neuere Erkenntnisse gibt.
Ach ja: natürlich müsste eine Hormongabe erfolgen, wenn eine Entfernung der Hoden vorgenommen wird.
Gruß
Anne-Mette
Re: Kastration Entfernung der Hoden
Verfasst: Mo 20. Mär 2017, 14:25
von ExuserIn-2022-05-28
Hi, mit einer Indikation vom
Therapeuthen ist es kein Problem.
Es ist in der Regel nur eine Frage, wer als Arzt die Verantwortung übernimmt und wer dann bezahlt.
Allerdings brauchst Du danach bis ans Lebensende entweder Testosteron oder Estradiol von außen als Gel oder Tablette zuführen.
LG Chrissie
Re: Kastration Entfernung der Hoden
Verfasst: Mo 20. Mär 2017, 14:26
von Britt
Hallo,
ich habe vor einiger Zeit mal was darüber im transtreff-forum gelesen. Man braucht wohl ein Gutachten und muss selbst zahlen. Ich finde allerdings den Beitrag nicht auf die schnelle.
Es gibt auch ein Gesetz über die freiwillige kastration:
http://www.gesetze-im-internet.de/kastrg/index.html
Grüße,
Britt
Re: Kastration Entfernung der Hoden
Verfasst: Mo 20. Mär 2017, 15:41
von Denies
Also das Problem ist wohl, das die Krankenkassen, nicht beides bezahlen, sprich Kastration oder GAOP, es sei denn, es ist medizinisch notwendig, weil Blocker und Hormone den Testo Spiegel nicht in den Griff bekommen, so habe ich dieses mal gelesen .
Ich persönlich würde es auch sofort machen lassen, ich werde es auf jeden Fall, mal bei meinem Arzt ansprechen, hätte ich die Mittel, bzw. wenn es selbst Finanzierbar ist, wäre das zu überlegen.
Hätte ich die Mittel für die GAOP selbst zu bezahlen, wäre das für mich die ideale Lösung, warte noch auf den Geldregen.
Ich denke man (Frau) muss einfach mal den Focus darauf richten, womit man noch eine Zeit lang leben kann, bzw. was einen am meisten stört, das da ein Leidensdruck ist.
Liebe Grüße an Alle und eine gute Zeit Denies
Re: Kastration Entfernung der Hoden
Verfasst: Mo 20. Mär 2017, 19:35
von Katrin_F
Hallo Denies, strebst du eine geschlechtsangleichende OP an? Unter umständen wird Gewebe von den Hoden zur Bildung der Neovagina benötigt, daher wäre/ist es nicht sinnvoll diese zuvor zu entfernen. Testosteron kann auf unterschiedliche Weise medikamentös auf ein niedriges Niveau reguliert werden. Vorraussetzung dafür ist aber das du 'transsexuell' bist, und eine Hormonersatztherapie auch anstrebst. Wie schon einige zuvor geschrieben haben ist Substitution eines Sexualhormons nach Entfernung der Gonaden erforderlich. Die Sexualhormone die dein Körper auch in der Nebenniere produziert sind nicht ausreichend. Die geschlechtsangleichende OP wird von den Krankenkassen (nach den Richtlinien des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen) meist nach 18 Monaten psychotherapeutischer Begleittherapie bewilligt. Selbstzahlen (ausser das Krankenhaustagegeld) musst du da nichts.
Re: Kastration Entfernung der Hoden
Verfasst: Mo 20. Mär 2017, 20:32
von Britt
Katrin_F hat geschrieben: Mo 20. Mär 2017, 19:35
Hallo Denies, strebst du eine geschlechtsangleichende OP an? Unter umständen wird Gewebe von den Hoden zur Bildung der Neovagina benötigt, daher wäre/ist es nicht sinnvoll diese zuvor zu entfernen
Die Hoden werden nicht für die Bildung der neovagina verwendet. Jedoch der hodensack. Daher ist es wichtig, wo bei einer kastration geschnitten wird.
Um Narbengewebe zu vermeiden, ist der Schnitt üblicherweise an der naht vom hodensack.
Grüße,
Britt
Re: Kastration Entfernung der Hoden
Verfasst: Di 21. Mär 2017, 01:38
von Lina
Britt hat geschrieben: Mo 20. Mär 2017, 14:26
Hallo,
ich habe vor einiger Zeit mal was darüber im transtreff-forum gelesen. Man braucht wohl ein Gutachten und muss selbst zahlen. Ich finde allerdings den Beitrag nicht auf die schnelle.
Es gibt auch ein Gesetz über die freiwillige kastration:
http://www.gesetze-im-internet.de/kastrg/index.html
Grüße,
Britt
Ehh ... hast du auch -§2.2 gelesen?
die Behandlung nach den Erkenntnissen der medizinischen Wissenschaft angezeigt ist, um bei dem Betroffenen schwerwiegende Krankheiten, seelische Störungen oder Leiden, die mit seinem abnormen Geschlechtstrieb zusammenhängen, zu verhüten, zu heilen oder zu lindern,
Mit anderen Worten: Der Paragraph für seelisch Gestörte, Krebskranke und Sexualverbrecher.
Meintest du das wirklich?
Re: Kastration Entfernung der Hoden
Verfasst: Di 21. Mär 2017, 10:15
von triona
Anne-Mette hat geschrieben: Mo 20. Mär 2017, 13:32
Jemand hatte wohl das Problem mit einem kranken Hoden und wollte statt eines künstlichen Implantates lieber auch auf den zweiten Hoden verzichten.
Das war, so wie ich gehört habe, nicht erlaubt. Ich kann mir auch kaum vorstellen, dass sich ein Arzt darüber hinwegsetzt.
Es kann aber sein, dass es dazu weitere/neuere Erkenntnisse gibt.
Das kann jeder Urologe machen. Und über das Gesetz müssen sie sich dabei nicht hinwegsetzen.
Ich habe dazu 2009 mal Urologen aufgesucht und nach einiger Suche auch einen gefunden, der es machen wollte.
Die Fragen, die die die beteiligten Urologen dabei gestellt und für sich beantwortet haben:
1. Familienplanung abgeschlossen? Bei meinem Alter (damals 56) kein Problem.
2. Erkennbar gefestigte Persönlichkeit? Weiß Patient, was er/sie will.
3. Sind Konsequenzen des Eingriffs (z.B. Notwendigkeit dauerhafter Hormonzufuhr von außen) und und Nicht-rückgängig-Machbarkeit bekannt?
Ein psychologisches Gutachten - das ich dann wenige Monate später eh hatte - haben die in meinem Fall für die Beantwortung dieser Fragen nicht gebraucht. Mein Alter, der persönliche Eindruck und die Tatsache, daß ich schon 2 Jahre lang unter Hormonbehandlung war, haben denen gereicht. Die Zustimmung einer Krankenkasse war auch nicht erforderlich, da Selbstzahler / PKV.
Das Kastrationsgesetz greift hier wohl nicht, wie Lina schon anmerkte. Das war auch die Ansicht der Ärzte, die ich dazu befragt hatte.
Daß der Arzt dann am Tag vor der geplanten OP bei der Vorbesprechung die OP abgesagt hat, lag daran, daß er sich zwischenteitlich über meine Faktor-V-Leiden-Erkrankung erkundigt hatte, und ihm das Thromboserisiko für eine ambulante OP dann soch zu hoch und zu unkalkulierbar erschien.
Die Kosten für eine ambulante OP waren 2009 ca 1.000 € einschließl Narkose.
In einem Krankenhaus kommen ggf noch entsprechende Kosten dazu, je nach Dauer des Aufenthalts - in der Regel 1 bis 3 Tage, wenn keine unvorhergesehene Komplikationen auftreten.
Zu den Nachteilen, wenn später noch weitere geschlechtsanpassende OP geplant sind:
Normalerweise keine - sachgemäßes Vorgehen des Arztes und Ausbleiben (selten vorkommender) Komplikationen vorausgesetzt. Einzig, wenn du mal eine OP bei Dr. Suporn in Thailand anstrebst, könntest du Schwierigkeiten bekommen. Der sieht es nämlich nicht gern, wenn da schon vor ihm jemand herumgeschnippelt hat. Der Hodensack bleibt da zwar dran. Aber aufgrund seiner besonderen OP-Technik stören ihn anscheinend die Narben. Da sei es schon vorgekommen, daß er eine OP ablehnte. Aber es sollen da auch schon Ausnahmen vorgekommen sein. (Quelle: Hörensagen und persönliche Erfahrungsberichte aus anderen Foren.)
Zur Optik nach Hodenentfernung: Der Hodensack bleibt zwar dran. Aber weil er weitgehendst leer ist, schrumpft er zu einem eher unscheinbaren, faltigen und einigermaßen flachen Hautanhänsel. Bisweilen kann das dann ähnlich aussehen, wie die Schamlippen einer Frau. Meiner ist z.B. allein durch die dauerhafte Hodenschrumpfung infolge der jahrelangen HT deutlich kleiner geworden. Hat bei mir nur noch etwa die halbe Größe von vorher.
Der Penis, der ja bei dieser OP vollständig dran bleibt, ist da ein wesentlich größerer optischer Nachteil, auch wenn er durch die HT deutlich schrumpfen kann und auch nicht mehr zu Versteifung mit einhergehender plötzlicher Vergrößerung fähig ist.
liebe grüße
triona
Re: Kastration Entfernung der Hoden
Verfasst: Di 21. Mär 2017, 10:54
von Denies
Ich sage allen herzlichen Dank für eure Beiträge, für den einen oder anderen der mich nicht kennt,
mein derzeitiger Stand ist das ich vor fast 5 Wochen mit der HET begonnen habe und ich die GAOP, auf jeden Fall anstrebe, das man (Frau) erst nach 18 Monate Therapie die zusage für die OP von der KK bekommt, kann ich zwar verstehen, damit auch keine vorschnellen Entscheidungen getroffen werden, (weil viele eben wohl auch nicht ganz sicher oder eindeutig 100% Frau sind) aber in meinem Fall ist das anders und mir ist das zu lang.
Wie ich schon mal woanders erwähnt habe, hätte ich die Finanziellen Mittel würde ich die OP selber zahlen, um so dann in Kürzester Zeit, einen OP Termin bekommen.
Mit dem Narbengewebe und dem Schrumpfen des Hodensackes kann ich in etwas nachvollziehen, da wäre es wohl sinnig, die Kastration da machen zu lassen, wo man auch die GAOP machen lassen will.
LG Denies
Re: Kastration Entfernung der Hoden
Verfasst: Di 21. Mär 2017, 13:57
von Manu.66
Hi Mädels!
Und siehe da - es geht doch was!
Ganz herzlichen Dank an Euch für die wirklich informativen Postings!
Liebe Grüße
Manu
Re: Kastration Entfernung der Hoden
Verfasst: Mi 22. Mär 2017, 08:39
von Britt
Lina hat geschrieben: Di 21. Mär 2017, 01:38
Britt hat geschrieben: Mo 20. Mär 2017, 14:26
Hallo,
ich habe vor einiger Zeit mal was darüber im transtreff-forum gelesen. Man braucht wohl ein Gutachten und muss selbst zahlen. Ich finde allerdings den Beitrag nicht auf die schnelle.
Es gibt auch ein Gesetz über die freiwillige kastration:
http://www.gesetze-im-internet.de/kastrg/index.html
Grüße,
Britt
Ehh ... hast du auch -§2.2 gelesen?
die Behandlung nach den Erkenntnissen der medizinischen Wissenschaft angezeigt ist, um bei dem Betroffenen schwerwiegende Krankheiten, seelische Störungen oder Leiden, die mit seinem abnormen Geschlechtstrieb zusammenhängen, zu verhüten, zu heilen oder zu lindern,
Mit anderen Worten: Der Paragraph für seelisch Gestörte, Krebskranke und Sexualverbrecher.
Meintest du das wirklich?
Verwundert dicht dies etwa? F64.0 zählt ja offiziell noch als sexualstörung.
Es gibt ja nicht einmal Medikamente für uns.
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Liebe grüße Britt