So, jetzt ist es also passiert !
Verfasst: So 18. Dez 2016, 16:18
Hallo, was sich vielleicht dramatisch anhört ist in Wahrheit ein positives Erlebnis.
Ich bin nun schon einige Zeit hier angemeldet, schrieb hin und wieder Beiträge. Aber alle behandelten mein Verhältnis zu meiner Neigung oder besser gesagt Empfinden. Und in vielen dieser Beiträge beschrieb ich, wie es wohl wäre, wenn ich... z.B. endlich mich überwinden könnte, mal rauszugehen, en femme mich auszutesten in der Öffentlichkeit. Aber es blieb meistens beim Träumen und den Vorsätzen, es irgendwann mal in die Tat umzusetzen.
Ich habe es endlich geschafft, Jippiiiie. Gestern war ich in Begleitung einer Freundin draußen, en femme in der Öffentlichkeit. Und zwar die volle Dröhnung, nichts mit rantasten, sondern das volle Programm. Erstens gings gegen 14 Uhr auf den Deidesheimer Weihnachtsmarkt, kein gerade kleiner, schon sehr gut um drei Mittagszeit besucht. Nach etwa 2 Stunden, wir waren auch noch in Geschäften in der Innenstadt, dann zum Essen in ein uriges Weinlokal. Das war brechend voll, denn der Weihnachtsmarkt ist in der Region bekannt, so waren sehr viele Besucher dort. Wir bekamen einen Tisch zugewiesen, an dem drei ältere Herren saßen. Aber es gab keine Probleme, ich ging wohl gut durch, immerhin wurde ich vor dem Ausgang sehr schön geschminkt. Natürlich hatte ich nach einer gewissen Zeit auch ein menschliches Bedürfnis, ich mußte auf die Toilette. Handtasche geschnappt und die Treppe runter zum Damenklo. Dort angekommen, alle Kabinen verschlossen, also Warten angesagt. Komischerweise hatte ich keine Sekunde Herzklopfen oder schnelleren Puls, also alles normal. Ich wartete also, bis eine Kabine frei wurde. Eine Frau kam raus und reichte mir die Türklinke in die Hand, als wäre es das Normalste im Leben. Keine Reaktion, auch danach beim Händewaschen, als andere Damen die Toilette betraten, nicht. Gut, diese Hürde war auch geschafft.
Jetzt kam aber die größte Bewährungsprobe. Nach dem Essen gingen wir, ich hatte übrigens keine Ahnung vom Programmablauf, weil es eine Überrasschung sein sollte, wieder über den nun total überfüllten Weihnachtsmarkt, wir wurden sozusagen mitgeschoben in der Menschenmenge, zum Städtischen Theater. Hoppla, dachte ich, was kommt nun.
Genau, wir gingen ins Foyer, meine Bekannte empfing die reservierten Karten und wir betraten den Vorstellungsraum. Ich kürze hier mal ab.
150 Zuschauer, ein kleines familiäres Boulevardtheater, aberausverkauft, und wir zwei in der fünften Reihe, also mittendrin. Und die größte Herausforderung war dann die Halbzeitpause. Denn raumbedingt mußte ich vor der Bühne an allen Zuschauern vorbei ins Foyer, und ich meine wirklich an allen.
Und nichts, keine Reaktion, zumindest, die ich hätte wahrnehmen können. Und so ging es den Abend weiter, nirgendwo irgendwelche negativen Dinge, im Gegenteil, ich bin an diesem Tag auf wunderbare, herzliche Menschen getroffen, unter anderem einige der Schauspieler, die durch meine Freundin wußten, wer und was ich bin, und mich ganz herzlich aufnahmen, mich mit meinem weiblichen Namen anspreachen, und mir immer das Gefühl gaben, daß ich für sie eine Frau bin.
Dieser Tag war mit Abstand der schönste, erlebnisreichste und für meine Entwicklung wichtigste in meinem bisherigen Transleben. Ich hätte nie für möglich gehalten, daß das so ein prägendes und wunderschönes Erlebnis werden könnte, da war ich auch immer eher skeptisch. Also, für alle, die so unsicher waren wie ich. Traut Euch raus, es ist wirklich das tollste Gefühl, was man sich nur vorstellen kann. Ich hätte das auch niemals für möglich gehalten. Doch, es geht. Danke im übrigen für Lea, die mir das ermöglicht hat.
Liebe Grüße
Johanna (erleichtert und glücklich)
Ich bin nun schon einige Zeit hier angemeldet, schrieb hin und wieder Beiträge. Aber alle behandelten mein Verhältnis zu meiner Neigung oder besser gesagt Empfinden. Und in vielen dieser Beiträge beschrieb ich, wie es wohl wäre, wenn ich... z.B. endlich mich überwinden könnte, mal rauszugehen, en femme mich auszutesten in der Öffentlichkeit. Aber es blieb meistens beim Träumen und den Vorsätzen, es irgendwann mal in die Tat umzusetzen.
Ich habe es endlich geschafft, Jippiiiie. Gestern war ich in Begleitung einer Freundin draußen, en femme in der Öffentlichkeit. Und zwar die volle Dröhnung, nichts mit rantasten, sondern das volle Programm. Erstens gings gegen 14 Uhr auf den Deidesheimer Weihnachtsmarkt, kein gerade kleiner, schon sehr gut um drei Mittagszeit besucht. Nach etwa 2 Stunden, wir waren auch noch in Geschäften in der Innenstadt, dann zum Essen in ein uriges Weinlokal. Das war brechend voll, denn der Weihnachtsmarkt ist in der Region bekannt, so waren sehr viele Besucher dort. Wir bekamen einen Tisch zugewiesen, an dem drei ältere Herren saßen. Aber es gab keine Probleme, ich ging wohl gut durch, immerhin wurde ich vor dem Ausgang sehr schön geschminkt. Natürlich hatte ich nach einer gewissen Zeit auch ein menschliches Bedürfnis, ich mußte auf die Toilette. Handtasche geschnappt und die Treppe runter zum Damenklo. Dort angekommen, alle Kabinen verschlossen, also Warten angesagt. Komischerweise hatte ich keine Sekunde Herzklopfen oder schnelleren Puls, also alles normal. Ich wartete also, bis eine Kabine frei wurde. Eine Frau kam raus und reichte mir die Türklinke in die Hand, als wäre es das Normalste im Leben. Keine Reaktion, auch danach beim Händewaschen, als andere Damen die Toilette betraten, nicht. Gut, diese Hürde war auch geschafft.
Jetzt kam aber die größte Bewährungsprobe. Nach dem Essen gingen wir, ich hatte übrigens keine Ahnung vom Programmablauf, weil es eine Überrasschung sein sollte, wieder über den nun total überfüllten Weihnachtsmarkt, wir wurden sozusagen mitgeschoben in der Menschenmenge, zum Städtischen Theater. Hoppla, dachte ich, was kommt nun.
Genau, wir gingen ins Foyer, meine Bekannte empfing die reservierten Karten und wir betraten den Vorstellungsraum. Ich kürze hier mal ab.
150 Zuschauer, ein kleines familiäres Boulevardtheater, aberausverkauft, und wir zwei in der fünften Reihe, also mittendrin. Und die größte Herausforderung war dann die Halbzeitpause. Denn raumbedingt mußte ich vor der Bühne an allen Zuschauern vorbei ins Foyer, und ich meine wirklich an allen.
Und nichts, keine Reaktion, zumindest, die ich hätte wahrnehmen können. Und so ging es den Abend weiter, nirgendwo irgendwelche negativen Dinge, im Gegenteil, ich bin an diesem Tag auf wunderbare, herzliche Menschen getroffen, unter anderem einige der Schauspieler, die durch meine Freundin wußten, wer und was ich bin, und mich ganz herzlich aufnahmen, mich mit meinem weiblichen Namen anspreachen, und mir immer das Gefühl gaben, daß ich für sie eine Frau bin.
Dieser Tag war mit Abstand der schönste, erlebnisreichste und für meine Entwicklung wichtigste in meinem bisherigen Transleben. Ich hätte nie für möglich gehalten, daß das so ein prägendes und wunderschönes Erlebnis werden könnte, da war ich auch immer eher skeptisch. Also, für alle, die so unsicher waren wie ich. Traut Euch raus, es ist wirklich das tollste Gefühl, was man sich nur vorstellen kann. Ich hätte das auch niemals für möglich gehalten. Doch, es geht. Danke im übrigen für Lea, die mir das ermöglicht hat.
Liebe Grüße
Johanna (erleichtert und glücklich)
