Wer oder was bin ich?
Verfasst: Do 8. Dez 2016, 20:18
Hallo, liebes Forum.
Ich bin neu hier und muss mal einiges loswerden, weil mir sonst vor lauter Gedanken "der Kopf platzt". Zudem habe ich momentan niemanden, dem ich mich anvertrauen könnte. Abgesehen davon, dass das Thema nur schwer mit Männern zu diskutieren wäre, hätte ich noch nicht einmal einen Freund. Ich hätte wahrscheinlich (und so war es früher auch immer) eher Freundinnen, doch das ist mir nicht möglich, da ich (ich hoffe, das bleibt auch so) verheiratet bin.
In dem Zuge stelle ich mich vielleicht auch mal eben vor.
Meinen Namen möchte ich natürlich nicht Preis geben, da ich (erstmal) nicht erkannt werden möchte.
Ich möchte lieber hier meinen "Wunsch-Mädchen-Namen" benutzen.... "Vera".
Mit diesem Namen verbinde ich eine sehr, sehr tolle und liebe Person, die mich einen Teil meines Lebens begleitet hat.
Geboren bin ich biologisch als Junge, lebe jetzt seit über 40 Jahren als Mann und bin mit einer lieben Frau verheiratet, die mir zwei Kinder geschenkt hat.
Beruflich bin eich in einer ("Gott sei Dank") unkündbaren Anstellung, aber allerdings in einer absoluten Männerdomäne.
Über viele Jahre hinweg (immer wieder mal) kam mir die Frage in den Sinn, ob ich wohl vielleicht doch lieber eine Frau wäre. Diese Frage kam in den letzten Wochen immer häufiger und intensiver. Früher hab ich mich oft schnell abgelenkt und das Thema war erstmal für eine Weile aus dem Kopf verschwunden. Jetzt lese ich immer mehr zum Thema TG an und es geht mir fast nicht mehr aus dem Kopf.
In so vielen Berichten und Geschichten von TG finde ich mich erschreckend oft selbst wieder und denke mir: "Ja, so ist das bei mir auch".
Ich trage selbst (so wie viele hier auch) gern Tights zum Sport und Strumpfhosen oder Leggings unter den Jeans, wenn es drußen kalt wird. Meiner Frau habe ich erklärt, dass es heute immer mehr Hersteller gibt, die auch Strumpfhosen für Männer herstellen und dass das jetzt in Mode käme... Die Bodies unter der Kleidung dienen auch nur dazu, den Rücken in der Kälte warm zu halten.....
Ach ja. Heute muss ich mir eingestehen, dass ich mich (und meine Frau) da nur selbst belogen habe.
Seit einer Karnevalsaufführung vor zwei Jahren, wo ich als Frau in der Öffentlichkeit verkleidet war, weiß ich, dass ich zumindest Crossdresser bin. (Und es war sooo cool!). Meine "LEIDENschaft" gehe ich allerdings nur im Geheimen zu Hause nach.
Komisch finde ich nur, dass ich mich in dieder "Rolle" zwar sehr, sehr wohl fühle, aber mich selbst so im Spiegel nicht betrachten mag. Generell mag ich mich/meinen Körper nicht sonderlich gern.
Ich habe zwar ein wirklich tiefes Verständnis für Crossdresser oder Transgender, aber ich weiß nicht, warum sie und ich selbst so befremdlich auf mich wirken. Ich möchte damit aber auch niemanden beleidigen oder zu nahe treten. Ich verstehe es selbst nicht so genau.
Sehr oft versuche ich mir vorzustellen, wie es wäre als Frau durchs Leben zu gehen....aber auch das macht mir Angst?! Ich meine, sexuell gesehen, würde ich alles dafür geben, in einem Frauenkörper zu stecken und mich selbst zu erforschen (sagen wir es mal so).
Aber im Alltag ein Frau sein, einkaufen zu gehen, zu arbeiten,...die Vorstellung macht mir Angst. Was ist, wenn ich mich outen würde und es versuchen würde....und dann zerbreche ich daran....alles kaputt?!
Ich weiß aber, dass ich in meinem tiefen Inneren kein "ganzer" Mann bin. Für mein biologisches "Anhängsel" habe ich im Übrigen auch nicht sonderlich viel übrig. Ich sehe es eher als Ballast, obwohl ich sehr gut weiß, wie ich meine Frau damit "glücklich" machen kann.
Außerdem weiß ich, dass ich teilweise "typisch männliches" Verhalten (Protzen, prahlen, rülpsen, "Kekswichsen",...) verabscheue, obwohl ich mich sicher nicht "damenhaft" verhalte. Außerdem mag ich Machos nicht...... Ich wäre/bin zu 100% lesbisch!
Ob ich tatsächlich TG bin, habe ich mir in den letzten Tagen zu oft schon mit einem klaren "Ja" selbst beantwortet. Nur wie geht's jetzt weiter?
Andeutungen habe ich bei meiner Frau schonmal versucht....leider nur Ablehnung (nett gesagt).
Zum einen musste sie in ihrer Vergangenheit schon viele schlechte Erfahrungen im privaten durchleben, dann hoher beruflicher Stress.....momentan ist ihr Zuhause ihr einziger Ruhepunkt. Diese Rückzugsmöglichkeit für sie ist mir "heilig" und die Geborgenheit, die ich Ihr geben kann ("Starke Schulter" und so). Da will ich sie auch auf gar keinen Fall mit meinem Problem noch belasten.
"Mein Mann und sein Identitätsproblem. Was soll die Familie, die Nachbarn und Arbeitskollegen bloß denken? Das geht doch nicht!" Leider ist sie ein Mensch, der sich immer sehr viele Gedanken um das Denken anderer Menschen macht. Sie käme damit sicher nicht klar.
Kompromiss: Als Frau die "Rolle: Mann" spielen......
Eine Lösung?
Vielleicht. Aber nicht für die Ewigkeit. Irgendwann kommt's raus.
Wie würden es die Kinder aufnehmen? Könnten sie den "Verlust" von Papa verkraften?
Was man macht.....man macht es falsch.
Ich erwarte hier keine Antworten, wo mir gesagt wird, was ich tun soll....
Außerdem wurden ähnliche Berichte ja auch schon oft zur Genüge "durchgekaut".
Ich wollte mir meine Gedanken nur mal "von der Seele" schreiben.....
Danke, dass es hier die Möglichkeit dazu gibt.
Eure Vera.
Ich bin neu hier und muss mal einiges loswerden, weil mir sonst vor lauter Gedanken "der Kopf platzt". Zudem habe ich momentan niemanden, dem ich mich anvertrauen könnte. Abgesehen davon, dass das Thema nur schwer mit Männern zu diskutieren wäre, hätte ich noch nicht einmal einen Freund. Ich hätte wahrscheinlich (und so war es früher auch immer) eher Freundinnen, doch das ist mir nicht möglich, da ich (ich hoffe, das bleibt auch so) verheiratet bin.
In dem Zuge stelle ich mich vielleicht auch mal eben vor.
Meinen Namen möchte ich natürlich nicht Preis geben, da ich (erstmal) nicht erkannt werden möchte.
Ich möchte lieber hier meinen "Wunsch-Mädchen-Namen" benutzen.... "Vera".
Mit diesem Namen verbinde ich eine sehr, sehr tolle und liebe Person, die mich einen Teil meines Lebens begleitet hat.
Geboren bin ich biologisch als Junge, lebe jetzt seit über 40 Jahren als Mann und bin mit einer lieben Frau verheiratet, die mir zwei Kinder geschenkt hat.
Beruflich bin eich in einer ("Gott sei Dank") unkündbaren Anstellung, aber allerdings in einer absoluten Männerdomäne.
Über viele Jahre hinweg (immer wieder mal) kam mir die Frage in den Sinn, ob ich wohl vielleicht doch lieber eine Frau wäre. Diese Frage kam in den letzten Wochen immer häufiger und intensiver. Früher hab ich mich oft schnell abgelenkt und das Thema war erstmal für eine Weile aus dem Kopf verschwunden. Jetzt lese ich immer mehr zum Thema TG an und es geht mir fast nicht mehr aus dem Kopf.
In so vielen Berichten und Geschichten von TG finde ich mich erschreckend oft selbst wieder und denke mir: "Ja, so ist das bei mir auch".
Ich trage selbst (so wie viele hier auch) gern Tights zum Sport und Strumpfhosen oder Leggings unter den Jeans, wenn es drußen kalt wird. Meiner Frau habe ich erklärt, dass es heute immer mehr Hersteller gibt, die auch Strumpfhosen für Männer herstellen und dass das jetzt in Mode käme... Die Bodies unter der Kleidung dienen auch nur dazu, den Rücken in der Kälte warm zu halten.....
Ach ja. Heute muss ich mir eingestehen, dass ich mich (und meine Frau) da nur selbst belogen habe.
Seit einer Karnevalsaufführung vor zwei Jahren, wo ich als Frau in der Öffentlichkeit verkleidet war, weiß ich, dass ich zumindest Crossdresser bin. (Und es war sooo cool!). Meine "LEIDENschaft" gehe ich allerdings nur im Geheimen zu Hause nach.
Komisch finde ich nur, dass ich mich in dieder "Rolle" zwar sehr, sehr wohl fühle, aber mich selbst so im Spiegel nicht betrachten mag. Generell mag ich mich/meinen Körper nicht sonderlich gern.
Ich habe zwar ein wirklich tiefes Verständnis für Crossdresser oder Transgender, aber ich weiß nicht, warum sie und ich selbst so befremdlich auf mich wirken. Ich möchte damit aber auch niemanden beleidigen oder zu nahe treten. Ich verstehe es selbst nicht so genau.
Sehr oft versuche ich mir vorzustellen, wie es wäre als Frau durchs Leben zu gehen....aber auch das macht mir Angst?! Ich meine, sexuell gesehen, würde ich alles dafür geben, in einem Frauenkörper zu stecken und mich selbst zu erforschen (sagen wir es mal so).
Aber im Alltag ein Frau sein, einkaufen zu gehen, zu arbeiten,...die Vorstellung macht mir Angst. Was ist, wenn ich mich outen würde und es versuchen würde....und dann zerbreche ich daran....alles kaputt?!
Ich weiß aber, dass ich in meinem tiefen Inneren kein "ganzer" Mann bin. Für mein biologisches "Anhängsel" habe ich im Übrigen auch nicht sonderlich viel übrig. Ich sehe es eher als Ballast, obwohl ich sehr gut weiß, wie ich meine Frau damit "glücklich" machen kann.
Außerdem weiß ich, dass ich teilweise "typisch männliches" Verhalten (Protzen, prahlen, rülpsen, "Kekswichsen",...) verabscheue, obwohl ich mich sicher nicht "damenhaft" verhalte. Außerdem mag ich Machos nicht...... Ich wäre/bin zu 100% lesbisch!
Ob ich tatsächlich TG bin, habe ich mir in den letzten Tagen zu oft schon mit einem klaren "Ja" selbst beantwortet. Nur wie geht's jetzt weiter?
Andeutungen habe ich bei meiner Frau schonmal versucht....leider nur Ablehnung (nett gesagt).
Zum einen musste sie in ihrer Vergangenheit schon viele schlechte Erfahrungen im privaten durchleben, dann hoher beruflicher Stress.....momentan ist ihr Zuhause ihr einziger Ruhepunkt. Diese Rückzugsmöglichkeit für sie ist mir "heilig" und die Geborgenheit, die ich Ihr geben kann ("Starke Schulter" und so). Da will ich sie auch auf gar keinen Fall mit meinem Problem noch belasten.
"Mein Mann und sein Identitätsproblem. Was soll die Familie, die Nachbarn und Arbeitskollegen bloß denken? Das geht doch nicht!" Leider ist sie ein Mensch, der sich immer sehr viele Gedanken um das Denken anderer Menschen macht. Sie käme damit sicher nicht klar.
Kompromiss: Als Frau die "Rolle: Mann" spielen......
Eine Lösung?
Vielleicht. Aber nicht für die Ewigkeit. Irgendwann kommt's raus.
Wie würden es die Kinder aufnehmen? Könnten sie den "Verlust" von Papa verkraften?
Was man macht.....man macht es falsch.
Ich erwarte hier keine Antworten, wo mir gesagt wird, was ich tun soll....
Außerdem wurden ähnliche Berichte ja auch schon oft zur Genüge "durchgekaut".
Ich wollte mir meine Gedanken nur mal "von der Seele" schreiben.....
Danke, dass es hier die Möglichkeit dazu gibt.
Eure Vera.