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Das neue Amerika!?

Verfasst: Do 17. Nov 2016, 11:35
von Svetlana L
Hallo ihr Lieben,

in dem SPON-Artikel wird beschrieben, wie es in Trumps Amerika jetzt läuft. Selbst wenn Trump als künftiger Präsident moderater werden sollte, so hat er sein Gift unter die Menschen gebracht und die handeln jetzt danach. Es ist einfach nur erschreckend.

Re: Das neue Amerika!?

Verfasst: Do 17. Nov 2016, 11:45
von ab08
Danke, liebe Svetlana,

leider sehr realistisch und diese Problematik ist sicher nicht auf die USA beschränkt.
Bei uns ... AfD, Pegida, Reichsbürger...
In Frankreich, wo ich öfter bin ... Front National - bzw. - Le Pen...
Wenn wir nicht aufpassen und heftig gegensteuern, ist dies bald nicht mehr unsere Welt!

Liebe Grüße
Andrea

Re: Das neue Amerika!?

Verfasst: Do 17. Nov 2016, 13:49
von Ulrike-Marisa
Moin,

...also antworten wir hier in unserem Land mit Stift auf dem Wahlschein, damit so etwas in Deutschland nicht die Zukunft wird. "Die Geister , die ich rief..." so etwas brauchen wir hier nicht, ein D. Trump auf der Welt reicht, um genügend Schaden anzurichten (meine Meinung). Aber auch Herr Trump muss seine Chance bekommen, schließlich ist er demokratisch gewählt und alle können erst nach seiner ersten Amtszeit urteilen, wie er denn wirklich war; alles andere ist doch im Vorwege irgendwie ungerecht.


Gruß, Ulrike-Marisa

Re: Das neue Amerika!?

Verfasst: Do 17. Nov 2016, 14:01
von Jasmine
Trump ist demokratisch gewählt. PUNKT
ob es mir gefällt oder nicht. Das muss ich aktzeptieren.

Wenn ich mir unsere Bundespolitik anschaue, die frei nach dem Motto "weiter wie bisher" arbeitet,
muss ich mir keine Gedanken machen, ob populistische Parteien gewählt werden.

Was denken unsere Politiker eigentlich über uns?
Meiner Meinung nach sollten sie mal dem Bürger mehr auf den Mund schauen und ihm zuhören.

Viele Probleme sind von unserer Bundespolitik selbst heraufbeschworen.

Ist nur meine Meinung.

Re: Das neue Amerika!?

Verfasst: Do 17. Nov 2016, 14:50
von ExUserIn-2026-04-08
Trump ist demokratisch gewählt. PUNKT
ob es mir gefällt oder nicht. Das muss ich aktzeptieren.
Stimmt. Leider.

Aber ich fürchte, dass das Grundproblem mit einer Präsidentin nur aufgeschoben wäre. Es geht darum, die echten Probleme zu lösen. Und werden die durch das Volk überhaupt erkannt und benannt ?

Der Populismus ist nur ein Spiegel der dunklen Seiten der Gesellschaft. Das Auseinanderklaffen der gesellschaftlichen Schichten in finanzieller Hinsicht, aber auch auf den Gebieten der Bildung oder der sozialen Kontakte. Auch das pauschale Denken, die Politiker machen alles falsch, ist nur ein Abwälzen der Verantwortung.

Was will denn das Volk wirklich ? Mehr Geld ? Weniger Flüchtlinge ? Mehr Schutz für die Familie ? Mehr Ordnung und Gesetze ?

Mehr Anerkennung ?

Wie soll denn ein Deutschland aussehen, dass wir wollen ?

Müssen den Preis dann nicht andere Völker bezahlen ?

Wie könnte eine Welt aussehen, in der wir leben wollen ?

Wie gehe ich mit den Ansichten anderer Menschen um ?

Das sind natürlich nur rhetorische Fragen. Wir sind alle miteinander verbunden. Diese schlichte Tatsache kann uns nicht kalt lassen. Wenn es in Bangladesh eine Revolution gibt, ist Schluss mit den 2€-T-Shirts. Da sind auch die Hartz-4-Empfänger bei uns in der Rolle der Reichen. Das wollen wir nicht aufgeben. Was im Großen passiert, passiert bei uns im Kleineren.

Da werden keine Trumps oder auch keine Clintons, keine Le Pen und keine von Storch helfen. Und unsere "Standard-Politiker" auch nicht. Das kann jeder Einzelne, in dem er mit den Menschen menschenwürdig umgeht. Gesellschaft sind wir alle und sie wird mehr und mehr grenzenlos. Das hat viel mit einer Gerechtigkeit zu tun, die aber keiner kennt. Wir kennen nur Ungerechtigkeit, vor allem, wenn wir selber betroffen zu sein glauben.

Aber wie bekommt man das in die Köpfe (auch den eigenen), wenn die nur herunter hängen und die eigenen Fußspitzen betrachten ?

Re: Das neue Amerika!?

Verfasst: Do 17. Nov 2016, 15:23
von ExUserIn-2026-04-08
weil es (alternativ) unzureichend, unvollständig, Interessen getrieben Informationen bekommt.
Ja !!! und nein. ;-)

Jeder kann sich selber informieren. Mir geht es darum, dass man sehr viel für sich und andere tun kann, wenn man in seinem Umfeld umschaut und an Dingen arbeitet, die einem missfallen. Man bekommt eine bessere Einstellung: zu sich, zum Leben und zu den Anderen.

Veränderung fängt mMn immer bei sich selber an, nie bei Anderen.

Netter Selbstversuch: Spreche (und möglichst auch denke) 4 Wochen lang kein schlechtes Wort über jemand anderen (auch nicht über Politiker, grins). Lobe, was Du ehrlicherweise loben kannst und schweige, wenn Du nichts Gutes sagen kannst. Aber nimm nicht hin, wenn man Dich angreift und setze Dich für andere Menschen ein, wenn Du Ungerechtigkeiten siehst. Beobachte, wie Du dann den Menschen anders entgegen trittst und wie sich Dir gegenüber anders verhalten.

Ich konnte früher aus Unzufriedenheit ein richtig unangenehmer Mensch sein. Seit einigen Jahren haben sich meine sozialen Kontakte und meine Zufriedenheit drastisch verbessert. Damit verbunden sind auch verbesserte Chancen, beruflich und privat.

Re: Das neue Amerika!?

Verfasst: Do 17. Nov 2016, 16:23
von Lina
Svetlana L hat geschrieben:Hallo ihr Lieben,

in dem SPON-Artikel wird beschrieben, wie es in Trumps Amerika jetzt läuft. Selbst wenn Trump als künftiger Präsident moderater werden sollte, so hat er sein Gift unter die Menschen gebracht und die handeln jetzt danach. Es ist einfach nur erschreckend.
Da hast du absolut recht - man kann aber auch hoffen, dass einerseits die US-Bürger jetzt mehr Bereitschaft zu groß angelegene Protestaktionen finden und auch dass Trump nicht allzuviele von seinen hoffentlich intelligenteren Beratern feuert. Trumps Intelligenz scheint leider sich innerhalb eines ziemlich begrenzten Feldes zu bewegen.
Ich bezweifle, dass er jetzt überhaupt irgend eine Peilung hat, was er tun soll. Mehrere seiner "Marken-Themen" sind ja in der Form, die er propagiert hat schlicht und ergreifend unausführbar. Andere in der ursprünglichen Form einfach Verfassungswidrig. Es wird spannend zu sehen wie seine Wähler darauf reagieren und wie weit die Senatoren mitspielen.


Aber es ist offensichtlich, dass viele Leute ein Wahlergebnis wie dieses, oder das Abstimmungsergebnis zum Brexit, plötzlich als Anlass sehen, zu prüfen ob Toleranzgrenzen in der Gesellschaft sich bewegt haben. Nach der Brexit-Abstimmung gab es ja auch vermehrt Hetze und Angriffe auf LGBT. Als würden die glauben, die Gesellschaft plötzlich solche Verbrechen tolerieren würde.

Re: Das neue Amerika!?

Verfasst: Do 17. Nov 2016, 16:38
von Julia93
ab08 hat geschrieben: Bei uns ... AfD, Pegida, Reichsbürger...
Abgesehen von der AfD möchte ich aber anmerken, dass die restlichen Sachen eigentlich so ziemlich zerlaufen sind bzw. nie wirklich großflächige Probleme waren wie im Falle der Reichsbürger.
Von Pegida hört man weder was in den Medien noch irgendwie von sonstiger Seite, weshalb die Bewegung so irrelevant geworden ist wie die meisten Demonstrationen, welche einmal groß aufkochen, dann aber meist nicht mehr von der allgemeinen Bevölkerung realisiert werden. Hängt aber vermutlich auch damit zusammen, dass der große Anstrom an Flüchtlingen sowie deren Unterbringung mittlerweile nicht mehr ganz so spürbar wie zu Anfang ist - da ist das Interesse an solchen Bewegungen nur noch groß für diejenigen, die wirklich militant davon überzeugt sind als die regulären Bürger.

Und die Reichsbürger sind nochmal so ne Sache für sich, da die ohnehin schon seit Gründung der BRD existieren. Größtenteils Spinner, aber eher eine Minderheit von denen die Meisten öffentlich bekannt sind (gerade auch, weil sie krampfhaft versuchen öffentliche Einrichtungen und Behörden der Bundesrepublik zu drangsalieren).
Dass das Thema wieder in den Fokus rückt, weil einer von denen jetzt zur Waffe gegriffen hat - klar, ist natürlich.
Ansonsten kann man die aber wirklich nicht ernstnehmen. Gerade wenn man sich das anhört, was ein gewisser Rüdiger Klaasen (bzw. Hoffmann) wie er sich mittlerweile nennt, so alles von sich gibt, hat es zumindest über die YouTube-Suche einen leichten Unterhaltungswert.
Da kann bei dem unorganisierten Staatenlos-Chaos auch mal so was bei rauskommen. :D
https://www.youtube.com/watch?v=Ay_VCwSQM6E


Ansonsten möchte ich nicht damit sagen, dass man rechte Gruppierungen oder extremistische Politik/ populistische Methoden gutheißen oder gar völlig ignorieren sollte.
Nur sollte man 'Bedrohungen' auch in einem gesunden Maß sehen, egal in welchem Land der Welt man lebt.
Deswegen halte ich auch Vergleiche, wo Trump mit Pegida und der AfD auf eine Stufe gestellt wird für kritisch. Wie er letztendlich regieren wird, werden wir sowieso erst im Januar sehen, zumal er auch nicht alles umsetzen kann, was er im Wahlkampf versprochen hat. Er ist zwar Präsident, aber es wird bei solchen Diskussionen meiner Ansicht nach viel zu oft vergessen, dass hinter Trump auch noch im Senat sowie im Parlament die Republikaner sitzen.
Die sich, wenn sich Leute erinnern, Trump erst spät unterstützt hatten als sich abzeichnete, dass keiner der vorherigen Republikaner-Kandidaten irgendwelche großartigen Aussichten hatte gewählt zu werden.

Von daher, ich versuch die Sache positiv zu sehen. Trump als Präsident wird mit großer Wahrscheinlichkeit zu einer Entspannung bezüglich des Verhältnis zwischen den USA und Russland führen (wo Hillary Clinton vermutlich die Krise noch weiter verschärft hätte, da die Demokraten dort weitergemacht hätten, wo Obama angefangen hat) und auch wirtschaftlich könnte sich vielleicht ebenfalls die Situation in den Staaten verbessern, wenn man bedenkt, dass Trump mehr Arbeitsplätze schaffen möchte und die USA ohnehin hochverschuldet sind.
Insofern wird es zwar uns betreffen, was Amerika gewählt hat auf globaler Ebene, aber es war nicht unüberraschend.
Beide Kandidaten waren nicht populär, es war im Voraus allen klar, dass Trump gewinnen könnte, nur finde ich, dass hier zu Lande mehr Panik über den neuen Präsidenten geschoben wird als nötig ist.
Ändern können wir es ohnehin nicht.

Re: Das neue Amerika!?

Verfasst: Do 17. Nov 2016, 17:09
von rika
Herr Trump schafft kein neues Amerika. Wie denn auch? Die Menschen, die vorher plakativ dachten und lauten Stimmen folgten, werden es wieder tun. Das ist hier bei uns nicht viel anders. Faszinierend allerdings, dass die "politischen Thesen" der Schreier an den Mikrofonen kaum zu unterscheiden sind: "ich mache alles besser, ich bringe die Arbeit zurück, ich senke die Steuern, ich bin für alle da (= ich bin alle)"

Ganz wichtig ist für all diese selbst ernannten Heilsbringer: "Wehret den gebildeten Menschen!" Bildung ist gefährlich für alle: die bisher Ungebildeten sehen auf einmal mehr und die Führer bekommen sie nicht mehr gesteuert, da sie Fragen fragen und vielleicht sogar aufbegehren.

Ich bin in einer Zeit der Bildungsentwicklung und des Wagnisses "Demokratie" erwachsen geworden und musste mit Schrecken ansehen, wie diese Ansprüche schon Anfang der 90er wie eine besiegte Burg geschleift wurden. Das Ergebnis sind Wesen in Bildungsruinen, die jedem euphorisch folgen, der seine eigene Flagge hisst. Der wiederum braucht seinen Haarem - von Eunuchen geschützt, die ihm in ihren Kastratenfalsetts zujubeln. Die nennt man dann Berater oder loyale Staatsminister.

Nein, ist es kein neues Amerika sondern es sind die Menschen, die zu oft bequem geworden sind. Aber das ist nun mal auch wieder Mutter Natur: kein Wesen tut mehr als es muss, um zu überleben. Und wenn der Kühlschrank voll ist, geht es eben auf das Sofa.

rika

Re: Das neue Amerika!?

Verfasst: Do 17. Nov 2016, 19:35
von ab08
Julia93 hat geschrieben: Trump als Präsident wird mit großer Wahrscheinlichkeit zu einer Entspannung bezüglich des Verhältnis zwischen den USA und Russland führen (wo Hillary Clinton vermutlich die Krise noch weiter verschärft hätte, da die Demokraten dort weitergemacht hätten, wo Obama angefangen hat) und auch wirtschaftlich könnte sich vielleicht ebenfalls die Situation in den Staaten verbessern, wenn man bedenkt, dass Trump mehr Arbeitsplätze schaffen möchte und die USA ohnehin hochverschuldet sind.
Insofern wird es zwar uns betreffen, was Amerika gewählt hat auf globaler Ebene, aber es war nicht unüberraschend.
Beide Kandidaten waren nicht populär, es war im Voraus allen klar, dass Trump gewinnen könnte, nur finde ich, dass hier zu Lande mehr Panik über den neuen Präsidenten geschoben wird als nötig ist.
Ändern können wir es ohnehin nicht.
Da geb ich Dir natürlich Recht, liebe Julia (yes)
Was Personen tun, wenn sie gewählt sind, hat oft wenig damit zu tun, was sie vor ihrer Wahl sagten...
Pragmatismus ist nämlich wichtig, wenn man wiedergewählt werden will...

Mein ursprünglicher Beitrag (hatte gerade auch wenig Zeit :oops: ) sollte das Problem lediglich anreißen.
Mir ging es darum, dass ein bestimmtes Klima, wie im Artikel von SPON erwähnt, Diskriminierungen von Minderheiten erleichtert/fördert.

Liebe Grüße
Andrea

Klartext:
Donald Trump führte einen Wahlkampf, der dieses Hassklima förderte.
Le Pen, Geert Wilders, Viktor Orbán, "Politiker" der AfD, Redner bei Pegida, ... tun das ebenfalls.
http://www.stoppt-hasspropaganda.de/

Re: Das neue Amerika!?

Verfasst: Sa 19. Nov 2016, 07:40
von Svetlana L
Julia93 hat geschrieben:Insofern wird es zwar uns betreffen, was Amerika gewählt hat auf globaler Ebene, aber es war nicht unüberraschend.
... nur finde ich, dass hier zu Lande mehr Panik über den neuen Präsidenten geschoben wird als nötig ist.
Ändern können wir es ohnehin nicht.
"nicht unüberraschend" - du meinst sicherlich, dass es nicht überraschend war, oder?

Betreffen wird es uns auf alle Fälle. Zum einen, weil die ultrarechten "Breitbart"-Hetzer, die ja durch Trump in den USA salonfähig geworden sind und deren Chefredakteur Bannon oberster Stratege im Weißen Haus werden soll, auch ganz konkret nach Deutschland expandieren wollen (-> siehe hier) und zum anderen, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass so ein gewaltiger Rechtsruck nur auf ein Land beschränkt bleibt. Ganz im Gegenteil, wir sind doch schon mittendrin, oder wie erklärt man sich den Einzug der AfD in die deutschen Landesparlamente und wohl im nächsten Jahr auch in den Bundestag. Ich denke, durch den Erfolg Trumps in den USA wird sich der Zulauf zu rechten Parteien und Organisationen noch verstärken und wir müssen aufpassen, dass wir nicht plötzlich überrollt werden. Schwarzmalerei? Hoffentlich, aber ich mache mir schon ernsthaft Sorgen.

Re: Das neue Amerika!?

Verfasst: Sa 19. Nov 2016, 11:22
von Julia93
Mit unüberraschend meine ich was ich meine - es gab Monate zuvor schon ungefälschte Umfragen, die auch schon bei den letzten Präsidentschaftswahlen richtig lagen und den Trumpsieg in ungefähr dem Ausmaß prophezeiht haben, wie er letztendlich stattfand. Hierzulande kam es nur überraschend, weil unsere Journalisten Quellen genutzt haben, die zugunsten Hillarys warum auch immer verschönert wurden.
Insofern muss ich unseren Medien durchaus Beeinflussbarkeit sowie eine gewisse Propagandabetreibung unterstellen, was unter anderem dazu führt, dass Leute Parolen wie 'Lügenpresse' heutzutage umso öfter anführen. Mittlerweile check ich halt auch, dass uns da nicht immer reinen Wein vom öffentlich-rechtlichen eingegossen wird, dies aber leider Selbstgefälligkeit ist, welche auch die etablierten Parteien Stimmen kosten wird.

So lange weder Politik noch Medien sich ernsthaft mit der AfD auseinandersetzen, wird der Zulauf auch weiter zunehmen. Die SPD schlägt dabei diesselbe Route wie die FDP ein und tritt von Fettnäpfchen zu Fettnäpfchen (Steinmeier, der unser Bundespräsident werden soll, betitelte ja auch Trump als Hassprediger - die Union hatte wenigstens noch Größe bewiesen dem neuen Präsidenten der USA zu gratulieren), während ein anderer Teil der Deutschen es leid ist ständig die Union an der Spitze der Bundesregierung zu sehen.

Insofern hilft nur, dass wir selbst das Richtige wählen, aber so lange bei uns die Politik nicht effektiv auf die AfD reagiert, werden auch weiterhin unzufriedene Wähler zur AfD abwandern.
Mal abgesehen davon, dass ein Großteil der deutschen Bevölkerung und Medien denselben Fehler macht und AfD-Wähler als dumm abstempelt - klar gibt es Fanatiker unter denen mit denen man nicht diskutieren kann, aber ca. 10-20% der Deutschen als dumm zu bezeichnen, weil sie aus Protest was anderes wählen... nun ja. Damit festigt man nur diese Stimmen.

Im Übrigen halte ich eine AfD-Bundesregierung für unwahrscheinlich. Eher erleben wir Schwarz-Rot-Grün oder eine ähnliche Koalition als dass wir die AfD als regierende Partei sehen werden.
Dass die AfD in den Bundestag kommt, steht für mich außer Frage - ob es allerdings unseren Politkern und der Bevölkerung einen weiteren Denkzettel aufzeigt... nun, das werden wir noch sehen.


Und für diejenigen, die es nicht verstehen: Schaut euch nochmal die Jahre an, wann die AfD groß wurde, schaut euch an, warum Organisationen wie Pegida letztendlich groß wurden. Hauptsächlich basiert der Erfolg beider Organisationen auf dem Protest gegen Merkel's Politik und im Falle der AfD auch auf Entscheidungen von Seiten der SPD - das Wählerlager setzt sich auch aus ehemaligen FDP- und SPD-Wählern zusammen.
Und das hängt nicht zwingend damit zusammen, dass es "böse" Menschen gibt.

Weil damit vereinfacht man sich meiner Meinung nach zu sehr die Welt.

Re: Das neue Amerika!?

Verfasst: Sa 19. Nov 2016, 11:50
von Svetlana L
Mit unüberraschend meine ich was ich meine
Das ist ja schön und gut - du hattest aber geschrieben "nicht unüberraschend" und damit genau das Gegenteil von dem ausgedrückt, was du meintest. Sorry, das ich da verständnishalber nochmal nachgehakt habe.

Re: Das neue Amerika!?

Verfasst: Sa 19. Nov 2016, 12:03
von ab08
Liebe Julia,

ich wurde 1950 geboren, bin also kurz nach dem 2. Weltkrieg aufgewachsen und war zeitlebens ein politisch interessierter Mensch
Eine funktionierende, demokratische Gesellschaft ist mir wichtig!! (vgl. Signum!)
-> Verwandtschaft in Paris(14), die im Lehrberuf tätig ist -> 1968 + Nachwirkungen erlebte ich hautnah mit, da ich Ferien häufig in Paris verbrachte.
-> Ferien in den 70ern bei den Hippies in Kalifornien, Rassendiskriminierung und politische Morde (JFK, Martin Luther King, Robert Kennedy...) waren im Bewußtsein. *)
-> In der Bundesrepublik frischte in den 70ern die NPD gerade Ideen aus dem 1000jährigen Reich wieder auf...
Nationalisten, Faschisten gab es immer -> Argumente ernstnehmen etc. führte schließlich zum 2. Weltkrieg (Am Ende wehrte sich nur noch SPD, leider erfolglos)
Es mag sich durchaus um bis zu 20 % der Bevölkerung handeln, die sich immer noch oder schon wieder durch dieses Gedankengut beeinflussen lassen.

Aufgrund meiner Erfahrungen bin ich der Meinung, dass bei AfD, Pegida usw. nur klare Kante hilft.
Wer Hassbotschaften absondert, muss damit rechnen, dass er/sie kritisiert bzw. deswegen ausgegrenzt wird. (Eigentlich grenzt er/sie sich selber aus.)
Da wehre ich mich, solange ich lebe und davon bringt mich niemand ab!!

Insofern unterscheidet sich meine Haltung gegenüber diesen Menschen eventuell von Deiner
denn ich kann da beim besten Willen kein Verständnis aufbringen und halte "Verständnis aufbringen" sogar für sehr gefährlich.

Nichts für ungut, liebe Grüße
Andrea

P.S. Ich bin eine transsexuelle Frau und diese Menschen (AfD, Pegida, ...) machen mir Angst.
*) Ähnlich wie der Ku-Klux Klan und gewisse Personen in den Südstaaten bei dunkelhäutigen Menschen Angst erzeugten/erzeugen.

Nicht jeder, der demokratisch gewählt wurde, ist auch ein Demokrat. (Die NSDAP und Hitler wurden damals auch gewählt.)

Re: Das neue Amerika!?

Verfasst: Sa 19. Nov 2016, 12:31
von Julia93
Ist soweit ich weiß ne normale Redewendung, daher hab ich sie so genutzt wie sie auch sonst genutzt wird. :D
Aber okay, kann ich so akzeptieren. ^^

@ab08 Meinetwegen.

Nur siehst du evtl. auch an den Beispielen, die du aufgelistet hast, dass Rassismus immer eine Krankheit der Menschheit ist und wohl leider auch bleiben wird. An diesem Gedankengut etwas zu ändern beim Großteil der Gesellschaft sowie auch in anderen Ländern - utopisch.

Desweiteren stimme ich dir beim 2. Weltkrieg nur bedingt zu. Tatsächlich war für den Wahlerfolg der NSDAP 1933 letztendlich die Unzufriedenheit der allgemeinen Bevölkerung unter den Bedingungen des Versailler Vertrages und der Finanzkrise sowie das Scheitern der Weimarer Republik als politisches Konstrukt, was von Monarchisten und Sozialdemokraten unteinander zerfleischt wurde, verantwortlich.
Wenn du Paralellen ziehen möchtest, dann bitte zur Unzufriedenheit in weiten Teilen der Bevölkerung über die Aufnahme von zehntausenden Flüchtlingen nach Deutschland. Letztendlich ist das die Hauptmotivation vieler gewesen die AfD in ihren Bundesländern zu wählen und nicht aufgrund einer Laune der Natur oder irgendeiner Verschwörung.

Von daher, ist die allgemeine Grundsituation eine ganz andere, weil wir wenigstens eine stabile Regierung haben, selbst wenn Fehler gemacht werden. Ebenso ist auch die zeitgenössische Situation eine ganz andere - ich würde mir eher Gedanken darüber machen, dass der Großteil der Menschheit mittlerweile mehr Medien konsumiert ohne sie zu hinterfragen als darüber, dass Menschen sich eine Meinung darüber bilden, dass sie mit Merkel's Politik unzufrieden sind.

Zur Kante, die du erwähnt hast, muss ich an Israel und Palästina denken. Oder besser gesagt: An Gruppierungen, welche beleidigend oder ausfallend werden, wenn du nicht ihrer Meinung entsprichst.
Zu solchen Fraktionen gehören nicht nur Rechtsextremisten, sondern wie ich letztens feststellen musste auch selbsternannte Online-Journalisten auf Twitter und anderen sozialen Plattformen, welche unter hochaktuellen Trends trenden.
Einer dieser besagten Menschen hat mich als Antisemiten bezeichnet, weil ich am Volkstrauertag allgemeine Trauer ausgesprochen habe und er der Ansicht war, dass ich mich dem jüdischen Volk derespektierlich zeige.
Ich habe mit dem werten Herren noch paar Tweets diskutiert, nach zwei Tweets gab er die Diskussion auf, scheinbar weil er noch weiter trenden musste und anscheinend auch, weil er auf weitere Argumente von meiner Seite nicht weiter einging. Tatsächlich wurde ich im Verlauf des Tages von diesem Herren geblockt.

Hat diese Diskussion meine Meinung über diese Gruppierung verbessert?
Nicht wirklich, eher sogar verschlechtert, weil es mich schockiert, dass Leute, die auch 10.000 Follower zu diesem Thema haben und eigentlich ihre Gruppierung repräsentieren nicht nur Tweets retweeten um Leute dort öffentlich als Antisemiten anzuprangern, sondern auch weil sie keinerlei Diskussionsbereitschaft zeigen und scheinbar wirklich nur Hass streuen wollen, sollte man dieser ausgesprochenen Meinung widersprechen.
Was lediglich darin resultiert, dass sich mein Gesamtbild zu besagter Gruppierung verschlechtert.

Insofern finde ich das Prinzip Feuer-mit-Feuer-zu-bekämpfen mehr als lächerlich, da man letztendlich die Diskussion dann auch gleich sein lassen kann, wenn es nur darum geht Menschen zu kritisieren, man selbst aber nicht willentlich ist Kritik einzustecken.
Was macht einen bitte schön besser als die Rechtsextremen, die Hass verbreiten, wenn man selbst Hass verbreitet? Ist das dann noch Meinungsfreiheit oder eher aufgezwungene Meinungsfreiheit?


PS zum Beispiel: Ich möchte anmerken, dass ich mich mit 'Gruppierung' nicht das Judentum allgemein meine, sondern mich dabei auf Online-Journalisten und etwagige Lobbies in Deutschland, die dahinter stehen, beziehe. Was Religionsfreiheit angeht bin ich mehr als tolerant und kann mit reinem Gewissen sagen, dass ich auch kein Antisemit bin, als der ich wegen paar wenigen Worten erklärt worden bin.
Sofern ich mich daher gegen jüdische Persönlichkeiten ausspreche, dann nur aufgrund ihres militanten Vorgehens und nicht aufgrund einer Überzeugung, welcher einst die Nationalsozialisten und heutzutage viele Rechtsextreme nachgehen. Ich bin ein freiheitsliebender Mensch und sehe nicht ein, dass man mir für meine freie Meinung etwas unterstellt, was ich nicht bin und auch nicht angedeutet habe zu sein. ;)

PPS:
Da ich es übersehen habe: Selbst wenn ein Nicht-Demokrat demokratisch gewählt wurde, so ist die Wahl letztendlich demokratisch.
Demokratie ist letztendlich die Entscheidung der Mehrheit und dementsprechend ist es auch Demokratie, wenn falsche Entscheidungen getroffen werden.