Hallo Marielle,
danke für Deinen Beitrag.
Wir haben da vermutlich in erster Linie Kommunikationsprobleme, die sicher auch an verschiedenen Lebenswegen/Studiengängen liegen.
Mich störte zunächst die reißerische Überschrift
---> "Baron-Cohen" kenn ich nicht/neben dem Komiker finde ich im Netz: Simon Baron-Cohen, Professor of Developmental Psychopathology, University of Cambridge and Fellow at Trinity College, Cambridge --> Wenn es
der ist, stell ich fest, dass ich mich mit Psychopathologie nie beschäftigte, es sicher ein komplexes Gebiet ist und ich daher kein Urteil fällen kann. Im Idealfall mach ich es stets so: gründliches, umfassendes Studium eines Themas, dann Diskussion.
In den seltenen Fällen, wo ich mich anders verhielt, fiel ich auf die Nase.
Zitat
"dass daraus kategorische Zuweisungen oder Erwartungen abgeleitet werden, deren allgemeine Gültigkeit bereits widerlegt ist,"
Wenn das so ist, geb ich Dir Recht. Ich kenne aber die Unterlagen nicht (Welche Zuweisungen, wie die Kritik/Widerlegung aussieht). Alles nicht mein Fachgebiet.
Wenn ich mich aber auf etwas beziehe "Gegenbeispiel", dann kenn ich mich aus.
Wer bei einer These ein Gegenbeispiel angibt, zeigt damit, dass diese These so nicht stimmt.
In meinem Fall wurde über mich einfach was behauptet. Durch mein Tun zeigte ich, dass diese Behauptung falsch war.
(In der Mathematik nennt man sowas einen Widerspruchsbeweis - Übrigens eine übliche, recht simple Beweismethode)
Vollständigkeit, Widerspruchsfreiheit ... darum geht es in den Wissenschaften, wo ich zu Hause bin, seit über 2000 Jahren.
Das ändert sich zumindest im klassischen Grundkonstrukt nicht bzw. kaum (Mathematik)
Allerdings werden ständig bekannte Tatsachen durch neue Erkenntnisse erweitert und ergänzt.
Dabei ändern sich Sichtweisen z.B. klassische Physik(Newton) --> Einstein, Quantenphysik(Feynman) etc. aber das Alte/Bewährte bleibt in der Regel erhalten.
Ich brauche Fakten, überprüfbare Erkenntnisse --> Wo das fehlt, mach ich nach kurzer Zeit nicht mehr mit!
Die Denkstrukturen, in denen wir zu Hause sind, unterscheiden sich erheblich *) ---> Ergo Kommunikationsschwierigkeiten
Danke für Deine Genesungswünsche!! Natürlich sind Zweifel wichtig und im Grunde unvermeidlich.
Aber, als mir das Beispiel "Entfernung eine Warze" einfiel, wußte ich, dass die Entscheidung richtig war.
Liebe Grüße
Andrea
*)
Bei langen sprachlich komplexen Argumentationsketten steig ich z.B. geistig aus. Mathematiker haben ohnehin ein gestörtes Verhältnis zur Sprache.
Deshalb wurden ja Logikrechnungen erfunden. Der Sprachsalat wird in Buchstaben umgeschrieben mit denen man rechnen kann. ("Kategorien") So werden komplexe Probleme vereinfacht bzw. gelöst.
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Zitat "Ich bin daher etwas irritiert darüber, dass grade du einer solchen These das Wort redest, nach deren Aussage dem Menschen als Individuum die Selbsterkenntnis, die Selbstbestimmung, abgesprochen und durch eine kategorische, mithin fremdbestimmende, Unterscheidung ersetzt wird."
Das war mir nicht bewußt!

Für mich gibt es weiterhin nur ein "Geschlecht", das sich als Kontinuum darstellt -
http://gendersensibel-unterrichten.alp.dillingen.de/
Dort verortet sich jeder einzelne Mensch selbst. --> Bzgl. männliches bzw. weibliches Gehirn, da liefert die Neurobiologie
Hinweise auf einzelne Faktoren, mehr nicht.
Nachtrag:
Nach den Einzelheiten, die Du beschreibst, bin ich sicher, dass ich, wenn ich mich überhaupt damit beschäftige, allem populärwissenschaftlichen von Baron-Cohen aus dem Weg gehe. Umgekehrt beschäftige ich mich sicher auch nicht mit Personen, die sowas angreifen und auf die Weise nur die Spirale weiter drehen.