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Hi, ich bin Tessa „ Wie es bei mir begann

Verfasst: So 2. Okt 2016, 17:15
von Theresa-Annalena
Hi an alle Mädels hier im Forum,

welches nun eine Tessa mehr hat ))):s .
mit meinem Thread hier möchte ich euch etwas mehr über
mich sagen bzw. wie es bei mir begann.

Ich selbst nenne mich Tessa (eine Kurzform von Theresa)
weil ich den Namen sogerne mag. Und mein Nachchname steht für
eine Leidenschaft von mir: schöne Schuhe.

Im realen Leben bin ich Anfang vierzig und habe eine kleine liebe Familie
die mir viel bedeutet. Ich stehe privat als auch beruflich mitten im Leben.
Jedoch wird dort jeden Tag das Alphatier erwartet,
was ich "pflichtgemäß" erfülle. Mein Umfeld ist klar "kategorisiert" und lässt weder mental noch
real "Abweichler" zu, was ein Outing für mich derzeit undenkbar
macht. Die wenigen Situationen welche Berührungspunkte zum Thema erlauben
(z.B. Bericht im Fernsehen) werden ohne Ausnahme verhöhnt und verspottet. Ich befinde
mich hier also diesbezüglich in einer Höhle des Löwen, wenn ihr wisst was
ich meine.

Viele Jahre lang habe ich alles immer mit mir selbst ausgemacht
was meine "weibliche" Seite angeht, um den Supergau zu verhindern.
Dabei durchlebe ich "Phasen" in denen Tessa hervordringt und ihren Platz vordert.
Manchmal ist sie aber auch ganz weit weg. Manchmal bin froh darüber wenn sie weg ist,
manchmal fehlt sie mir dann auch.Ich denke es ist eine Gratwanderung zwischen Verdrängen
und der Suche nach einer Freiheit sein Leben auch mit ungewöhnlichen Farben zu füllen.
Was mir im Laufe der Zeit aufgefallen ist, ist das wenn es mir mal nicht so gut
geht, Tessa auftaucht und mir Kraft gibt, auch wenn ich sie nicht frei leben darf.
In diesen Phasen werde ich dann "innerlich" weiblicher in meinen Einstellungen,
was zu Verwirrungen meiner Frau führt (sie richt es förmlich :oops:).
Umsomehr muss ich dann bewusst gegensteuern was mir aber immer schwerer fällt.
Es wäre ein leichtes wenn sich das alles nur im Kopf abspielen könnte,
denn -Die Gedanken sind Frei- wie ein altes Lied behauptet.
Doch wenn Tessa in mir ihren Raum fordert, will sie Einkaufen gehn und ihr gefällt
so viel...,, sie will die Dinge spühren, sich im Spiegel sehen. Doch wann und wo,
wenn die Familie und Kollegen mich allzeit umgeben. Ich habe keinen Raum für mich selbst.
Brauche ich den eigentlich wenn ich "normal" wäre? Ist nicht die Familie Raum genug?

Ich habe im Laufe der Zeit gelernt das sich Tessa im realen Leben bewegen
will und ich das nichtverhindern kann. Manchmal beginnt eine dieser Phasen damit,
das ich eine schöne Jeans sehe oder ein paar Schuhe und dann kommt Tessa...
Ihre Lieblingsstücke bewahre ich in zwei großen Taschen an einem (sichern?) Ort auf,
um nicht entdeckt zu werden. Manchmal schäme ich mich für mein Verhalten so sehr und dann muss
alles weg in die Kleiderspende.Danach geht es mir für kurze Zeit besser weil die Last
der Geheimhaltung weg ist und ich wieder "Normal" bin, mich wieder unter Kontrolle habe...
Spätestens am Tag danach weicht die Entlastung und ich falle in ein Loch,
weil Tessa eben nicht weg ist. Tessa musste so bestimmt schon 20mal ausziehen ().

Es ist schon sehr schwierig das zu beschreiben. Ich befinde mich immer auf der Suche
nach einer Lösung die weibliche Seite auf den Kopf zu beschränken und hoffe
darauf das es mit der Hormonveränderung im Alter besser wird. Aber ich spüre meine
beginnende Midlife-Crisis in der auch die über 20 Jahre immer verdrängte Tessa ihre
Antworten vordert. Das Tessa im realen Leben / Umfeld nicht entdeckt wird ist eines
der wichtigsten Dinge um Tessa überhaupt mal "freizulassen". Momentan komme ich mit
der Situation immer schwerer klar, und gehe auch das Risiko ein mich hier im Forum zu
äußern, um Hilfe und Rat zu finden und das es anderen ähnlich geht die mir sagen
können es ist alles halb so schlimm... (ist es das?)

Wie alles begann:

Wenn ich zurückdenke und den Anfang suche, fällt mir da der große
Kleiderschrank auf dem Dachboden meiner Großeltern ein.
An diesem Ort spielten wir als Kinder oft Verstecken.
Der Kleiderschrank aber war nun nicht wirklich das beste Versteck
(dort wurde natürlich als erstes geschaut), aber ich wählte
den Schrank immer wieder, weil es dort etwas Besonderes gab...

Das besondere an diesem Ort, waren ein paar schwarze Crashlackstiefel
mit megahohen Plateau und Blockabsätzen aus den 60igern/70igern.
Beim Verstecken im Schrank berührte man zwangsläufig die Stiefel.
Ich mochte das, es gefiel mir. Ich war damals 8 oder 9 Jahre alt,
und konnte diese Empfindungen sicherlich nicht zuordnen.
Eines Tages und ich denke heute, das es das Initialerlebnis war,
zog ich die Stiefel im Schrank an. Wie immer wurde gesucht und
ich flog natürlich aufgrund des schlechten Versteckes sofort auf.
Doch dann passierte etwas: Ich kletterte aus dem Schrank und stand das
erste mal in meinem Leben auf hohen Absätzen. Da Kinder in der Regel
völlig unvoreingenommen sind (damals jedenfalls) nahmen sie es gar nicht
weiter war, denn "DER" gestiefelte Kater oder "DER" Pirat hatten ja auch welche
an.

Natürlich waren sie mir viel zu groß und brachten mich des öfteren
zu Fall :lol: aber ich liebte sie. Sehr sogar. Bis zu dem Tag als der
Dachboden aufgeräumt wurde und meine Eltern alles Überflüssige
ausrümpelten. Den Rest könnt ihr euch denken. Ich war über Tage
traurig und wenn man mich fragte warum, so antwortete ich nicht.


Danach folgte eine Zeit für mich, in der ich zum "Männlichsein" erzogen
wurde mit all den typischen Klischees die bei mir in vollem Umfang zur
Anwendung kamen. Der Kleiderschrank entschwand langsam aus meinen
Gedanken und das Testosteron begann an meinem Körper zu arbeiten...


Fortsetzung folgt.

Fortsetzung

Verfasst: So 2. Okt 2016, 20:45
von Theresa-Annalena
Fortsetzung:

Aus heutiger Sicht würde ich meine Jugendzeit als relativ unkompliziert bezeichnen.
Wie jeder normale Junge wollte ich Muskeln haben und schaute auch schon nach dem
!!anderen!! Geschlecht. Mit 14 hatte ich mein erstes Moped und war super stolz darauf.
Die erste Freundin war auch bald gefunden - ganz normal eigentlich. Bis auf eine Sache
die ich nicht verstand und die mir damals nicht wirklich wichtig erschien:

Wenn ich am Wochenende mit meinen Kumpels ausging, waren wir natürlich immer
dabei nach hübschen Mädels zu schauen, genauso wie in der Schule. Jedoch beschränkte
sich das bei mir nicht nur auf die Person, sondern ich analysierte genau ihren Stil,
was sie trug und wie sie es trug. Bis hierher vermutlich noch ganz normal. Normalerweise stellt
man sich dann vor wie es wäre, die entsprechende "Favoritin" als Freundin zu haben,
bei mir war es jedoch manchmal anders, ich stellte mir vor wie es wäre ihre Klamotten
zu tragen, ihre Schuhe, mich wie sie zu bewegen...

Alles Quatsch, Unsinn. Über eine lange Zeit bis zum Ende des Abiturs habe ich das immer
versucht zu verdrängen, mir es so zu erklären das ich halt einen Gewissen Anspruch an
Äußerlichkeiten habe - Irgendwie so. Aber die gedankliche Fixierung auf ein Kleidungsstück
was mich besonders reizte erfolgte immer häufiger. Mit 18 Jahren - ich hatte jetzt einen
Führerschein und ein Auto, war ich beweglich und konnte mich "anonym" bewegen.
Im laufe der Zeit veränderte sich folgendes: Immer öffter verlor ich mich zu Hause in den
dort rumliegenden Modekatalogen (aber nicht auf den Männerseiten) und stellte mir vor wie
es wäre etwas zu bestellen. Aber warum? Außerdem ging das natürlich nicht. Erstens hatte
ich damals wenig Geld, und wie hätte ich es erklären sollen? Auch fuhr ich in die umliegenden
Städte und besuchte manchmal Modegeschäfte wie Pimkie oder Orsay.

!!! Hier hätte ich stutzig werden müsssen !!!


Danach habe ich die ersten Nägel in mein Leben geschlagen. Technisches Studium mit
ca 80% männlichen Kommilitonen an der HS und ein straffes schulisches Programm was
mich ablenkte. In dieser Zeit lernte ich auch meine heutige Frau kennen. Meine Freunde
alles meistens Pärchen. Nach dem Studium erste eigene Wohnung, Partnerschaft weiterentwickeln,
Bewerbungsgespräche, Jobsuche...

Erfolg! Meine erste Arbeitsstelle, erstes eigenes Geld. In einem halben
Jahr soll es losgehen. Bis dahin besuchte ich noch eine Weiterbildung -
Gefühlswelt alles ganz easy. Und ja, ich heiratete jetzt meine Frau, das
hatten wir vor sobald ich den ersten Job hatte. Ich war
glücklich. Alles schien ganz normal zu laufen.

Und dann kam der erste Arbeitstag. An diesem Tag gab es eine Betriebsversammlung
(nicht wegen mir - aber ich musste daran teilnehmen). Wir versammelten uns im
Speisesaal des Betriebes - und da stand sie!

"Sie" war eine Auszubildende im dritten Lehrjahr (und ich kriege heute noch
Gänsehaut) Sie hatte hochgesteckte Haare, ein kurzes Top und eine extrem
figurbetonte schwarze Lederhose mit Bootcut. Die Beinenden gingen bis zum
Boden. Man sah, das sie spitze Pumps trug und hinten konte man einen filigranen
Absatz erkennen, der von der Hose fast verdeckt war und dessen Höhe man nur
erahnen konnte.


!!!Und genau hier hat es wieder Klick gemacht!!!

Was passiert mit mir? Ich bin frisch verheiratet und das absolut glücklich!
Ich war mehrere Tage wie durch den Wind, schob es aber auf die stressige
Situation zum Berufsstart und vesuchte mal wieder alles zu verdrängen.
Meine Frau hat einen anderen Stil und würde sich so nicht kleiden.
Sie hatte damals selber tolle Sachen aber die waren für mich immer tabu,
auch heute noch. Einige Tage später traf ich die Auzubildende wieder
im Betrieb. Sie trug wieder diese Hose und dazu einen dünnen Seidenpullover.
Auf der Hose war ein Markenschild. Dort konnte ich lesen - Take Two -.
So eine Hose muss ich haben - unbedingt. Dieser Moment schaffte das
erste mal Klarheit.


Ein Meilenstein:

Mir wurde zum erstenmal klar, das es nicht die Person ist, die mich
verrückt macht, sondern ein Kleidungsstück. Eine Hose die ich unbedingt
haben musste, die ich anziehen wollte! Wie bitte? Eine ganz klar für das
weibliche Geschlecht geschnittene Hose? Für mich? Geht gar nicht!
Verdrängen bitte schön! Aber sofort!

Eines Tages, ich hatte glaube ich mein zweites Gehalt in der Tasche,
fuhr ich zum Optiker in ein nahegelegenes Einkaufszentrum, um mir
eine neue Brille zu holen. Und dann passierte es, direkt daneben
gab es einen Laden in dem diese Hose im Schaufenster ausgestellt
war. Ich trat in den Laden, schaute mich um, und prompt kam auch
der übliche Spruch: "Kann ich Ihnen helfen?"
Ich trug damals Jeansgröße 29 das wusste ich, aber welche Damengröße
das ist, davon hatte ich zu dieser Zeit noch keine Ahnung. Ich sagte
das meine Frau eine Lederhose hier gesehen hat, und fragte was diese kostet.
Die Angestellte ging mit mir zu einem Regal und fragte nach der Größe,
ich sagte ich kenne nur die Jeansgröße. Kein Problem, sagte sie und zog
eine Hose 29 inch aus dem Stapel. Mein Ziel war zum greifen nah. Aber halt, welches Ziel?
Ich war gerade dabei eine Damen(!)hose zu kaufen! Ich weiß noch genau die Hose
kostete 99 DM das war sehr viel Geld damals für mich. Aber ich konnte nicht
anders, ich musste sie haben. Ich nahm die Tüte und verließ das Geschäft.
Der Optikerbesuch war nur noch Nebensache. Im Auto hielt ich dann das erste
Mal die Hose in der Hand. Ein unbeschreibliches Gefühl. Allein der Gedanke
daran sie anzuziehen - oh man. Im nächsten Moment kamen dann auch sofort
die Selbstzweifel, was habe ich getan, warum das ganze? Ich schämte mich,
konnte die Gefühle nicht einordnen. Ich war nahe daran wieder ins Geschäft
zu gehen und die Hose zurückzugeben, mit der Begründung: hat nicht gepasst
oder so. Aber dazu hatte ich jetzt keinen Mut mehr. Ich fuhr also nach Hause,
und hier holte mich das nächste Problem ein, wohin damit? Was, wenn sie sie findet?
Ihre Größe war es nicht.Und da fing das ganze Versteckspiel an.Gleichzeitig
war ich mit mir selber wutig, da ich jetzt ein Geheimnis vor ihr hatte, und wir hatten
uns geschworen das es die nicht geben sollte. Ich kannte aber auch damals schon ihre
Einstellung wenn sich ein Mann etwas weiblicher gekleidet hat:
"...der sieht ja aus wie eine Tunte..." Das war vor
nunmehr 16 Jahren und das Versteckspiel setzt sich bis heute fort.


So nun wisst ihr annähernd wie es bei mir begann. Ich hoffe es war nicht
allzu lähmend, aber für mich waren es entscheidende Momente. Und ich bin
froh die endlich mit jemanden teilen zu können. Ich habe mir heute sozusagen
einen Stein von der Seele geschrieben. Hoffentlich bereue ich es nicht.

LG
Tessa.

Re: Hi, ich bin Tessa „ Wie es bei mir begann

Verfasst: Mo 3. Okt 2016, 06:49
von Céline
Hi Tessa,
.....Lähmend.....nein überhaupt nicht!Und bereuen,warum?
Irgendwann muss das alles raus.Und Du wirst nicht glauben wieviel Parralellen wir da haben und viele andere im Forum auch.
Für mich war das schlimmste das ewige Versteckspiel,zum Glück hatte ich den Mut meiner Frau vor der Hochzeit alles zu beichten.Aber nach außen hin dann immer den "Mann"spielen,daran zerbricht man irgendwann Stück für Stück.
Ich denke Du solltest Deiner Frau bei einer passenden Gelegenheit und sehr "feinfühlig "dein Geheimnis anvertrauen denn wenn sie es irgendwann selbst herausfindet und das wird passieren wird es schwieriger alles zu erklären.
Bis bald
Kelly

Re: Hi, ich bin Tessa „ Wie es bei mir begann

Verfasst: Mo 3. Okt 2016, 06:50
von Kim
Hallo Tessa
In deinen Zeilen finde ich mich fast 1:1 wieder. Ist schon komisch wie ähnlich die Entwicklungen bei den meisten von uns sind.
Das von der Seele schreiben hat mir auch sehr geholfen, habe über 40 Jahre damit gewartet....warum eigentlich?

Hier bist du genau richtig, durch das forum habe ich den Mut gefunden mit meiner Frau zu sprechen. .sie ist absolut verständnisvoll damit umgegangen. .es gibt schlimmeres meinte sie.
Ich kenne diesen wahnsinnigen druck nur zu gut.
Aber hier kannst du dich austauschen und deine Zweifel an dir selbst abbauen.
Mit uns ist alles richtig. .wir sind so wie wir sind ,und das ist gut.
Es ist die Gesellschaft die nicht damit umgehen kann.

Glg Kim

Re: Hi, ich bin Tessa „ Wie es bei mir begann

Verfasst: Mo 3. Okt 2016, 10:24
von Theresa-Annalena
Hi Kelly und Kim,

vielen Dank für Eure Zeilen. Ich hatte in anderen Threads gelesen, das die Beschreibungen
wie es "benann" halt auf manche ziemlich langweilig wirken. Aber ich musste hier so anfangen.
Es liegt mir unheimlich viel daran irgendwie Klarheit zu schaffen, wo ich stehe.
Bis vorgestern jedenfalls noch auf einer Insel. In den letzen 16 Jahren ist natürlich viel
passiert. Und selbstverständlich habe ich auch (wollte ich auch) mein CD leben, wenn auch
nur extrem selten und für kurze Zeit wenn ich daheim halt mal alleine war.
In meiner "Insellösung" musste ich mich auch mit dem Thema Einkaufen beschäftigen,
(oh man wenn ich da an manche Geschichte denke) da habe ich für mich gute Lösungen
gefunden, welche ich auch selbsicher bewältige. Bis vor etwa einem Jahr, hat s mir gerreicht
mich bis zum "Hals" zu kleiden und mich an den Sachen zu freuen. Aber dann wurde etwas
anders, ich wollte "vollständiger" (?) sein. Ich experimentierte das erste mal mit Makeup.
(Ihr könnt Euch nicht vorstellen wie das aussah...wie ein Clown) Ein entscheidender Schritt
war aber die "Wig" boha das war ein Erlebnis. Ich konnte es kaum glauben wie das das
Erscheinungsbild verändert. Und noch etwas ist seit einem halben Jahr anders, bisher habe
ich mich immer mit Erinnerungen über die Zeit zwischen meinen Sessions über Wasser gehalten,
Vor etwa 3 Monaten habe ich angefangen Fotos zu machen. Davon hatte ich bisher überhaupt
keine Ahnung wie ich das anstellen sollte, aber ein paar Techniken habe ich mir schon näher
gebracht. Da würde ich mich halt auch gerne mal austauschen wie das andere machen.
Ich habe auch schon ein paar Bilder von mir. Mal sehen wie ich das hier einbringen kann.
Ich weiss nicht ob ich zu jedem Thema einen neuen Thread anfangen soll, oder hier weiterschreiben.
Vieleicht kann mir ja jemand da einen Tipp geben.

LG
Tessa.

Re: Hi, ich bin Tessa „ Wie es bei mir begann

Verfasst: Mo 3. Okt 2016, 10:59
von Michelle_Engelhardt
Hallo Tessa,

wenn Du ein (für Dich) neues Thema hast, benutze am besten zuvor die Suchfunktion des Forums. Unter Umständen gibt es dieses Thema bereits und Du kannst Dich dann in dem entsprechenden Thread einbringen.

Liebe Grüße
Michelle

Re: Hi, ich bin Tessa „ Wie es bei mir begann

Verfasst: Di 4. Okt 2016, 07:35
von Angelique
Moin Tessa,
Erstmal danke für Deine Vorstellung.
Du hattest geschrieben: "... Ich hoffe es war nicht allzu lähmend...". Da brauchst Du Dir keine Sorgen zu machen, ich und vermutlich die meisten Anderen freuen sich wenn sich jemand so ausführlich vorstellt.
Und dann "...Ich habe mir heute sozusagen einen Stein von der Seele geschrieben. Hoffentlich bereue ich es nicht...". Ich bin ziemlich sicher, dass Du das nicht bereuen wirst! Hier in diesem Forum besteht ein verständnisvoller Umgang miteinander.

Du wirst aber möglicherweise mal ein ernstes Problem bekommen...weil Deine Frau nichts von Tessa weiß. Ich habe es selber erlebt, das Entdecktwerden nach fast 20 Jahren Ehe, der Verlust des Vertrauens und die Vorwürfe. Zum Glück für mich ist es gut ausgegangen, aber das waren Monate harter Arbeit mit Gesprächen und Tränen. Ich wünsche Dir das nicht! Wenn Du die Chance siehst, suche das Gespräch, das ist immer besser als der Schock des Entdeckens.

Ich wünsch Dir hier viel Spaß

LG
Angelique

Re: Hi, ich bin Tessa „ Wie es bei mir begann

Verfasst: Di 4. Okt 2016, 23:09
von Nyx
Mon chere,
den Zwiespalt, der vieler Leben begleitet, darfst Du jetzt auch erfahren - Fluch und Segen zugleich :-)
Die Frage ist immer, wie Deine Partnerin damit umgeht - verständnisvoll, neutral, ablehnend. Ich glaube, nach ein paar Jahren zusammen hat frau dafürt durchaus einen Blick.
Und: Die Entscheidung, wie Du damit umgehst, hängt von Euch beiden ab! Siehe oben!
Passt es, dann raus mit der Sprache.
Comme ci, comme sa, dann langsames antesten
Geht gar nicht - dann musst Du einen Weg finden, Tesssa für Dich auzuleben, ohne Deine Partnerin zu brüskieren.
Die Entscheidung ist schwer - aber triff sie für Dich, und Du wirst sehen, dass Du danach zumindest für Dich) offener vor Dir leben kannst.
GLG
Nyx

Teufelskreis

Verfasst: Mo 24. Okt 2016, 17:38
von Theresa-Annalena
Liebe Ellen,

vielen Dank für Deine Zeilen. Ich habe hier im Forum schon unzählige Stunden
verbracht und mich mit den Vorschlägen, Erfahrungen und auch den beschriebenen
Konsequenzen intensiv auseinandergesetzt. Die einzige Erkenntnis die alles verbindet,
ist die Tatsache, das das "WIE" man es erklärt eine ganz individuelle Sache ist,
für die man keine Empfehlung geben bzw. bekommen kann.

Nach fast 25 Jahren in welchen ich das "Problem" bisher immer "arrangieren"
konnte, stelle ich fest, das ich versagt habe, das ich eine Welt um mich gebaut
habe, in welcher ich nie so leben kann wie ich es schon immer gewollt hätte.
Ist die Selbsterkenntnis nun soweit gereift, das man bereit ist seine eigene Welt (egoistisch?) zu verändern
(und da gebe ich Dir absolut Recht), auch um sich selbst zu schützen, kann es aber passieren,
das man andere Welten zerstört. Ich habe festgestellt das viele
erst in den späteren Jahren bereit sind, dem Druck nachzugeben und sich ihrem Inneren zu stellen.
Vermutlich (ich bin kein Psychologe und auch kein Statistiker) hauptsächlich wegen der Verantwortung
gegenüber seinen Mitmenschen, seiner Familie, die man durch sein eigenes Schweigen auch irgendwie betrogen hat.
Wenn die Kinder aus dem Haus sind und es sich um eine erprobte stabile Beziehung handelt,
fällt es vieleicht leichter den Schritt zu wagen. (Die schönsten Jahre, das Ganze in der Jugend erleben
zu dürfen sind dann allerdings schon vorbei.) Die Crux an der Sache ist auch, das gerade ein starkes inneres "Selbst"
alle Kraft daran legt sein "Inneres" zu leugnen, sich manchmal selbst zu verabscheuen und mit seinen
Problemen unerkannt zu bleiben. Die Kraft zur "Feigheit" war bei mir vermutlich enorm stark, aber sie
lässt nach. Ich suche jetzt mehr den je nach Lösungen, da ich es nicht mehr schaffe "Es" mit mir
selber auszumachen. Daher auch meine neue (notwendige) "Offenheit" hier im Forum.

Nehmen wir einmal an, ich wäre bereit meine Frau mit der Situation zu
konfrontieren, wie kann ich mich erklären? Die Vorliebe mich schick
wie eine Frau zu kleiden wäre nur die halbe Wahrheit (wenn überhaupt),
das könnte sie ggf. noch unter Rollenspiele versuchen einzuordnen.
Die Wahrheit ist doch das ich das weibliche in mir leben will. Doch
wo fängt das an und wo geht die Reise hin? Ich könnte ihr nicht mit
Garantie sagen, das mit einem "offenen Kleiderschrank" Schluss ist.
Ich möchte raus, mit netten Menschen Kontakt aufnehmen (wie z.B. denen
im Forum hier) will sie das auch? Was wenn nicht? Was ist wenn ihre
(angenommene) Akzeptanz dazu führt mich in ein paar Monaten innerlich
für eine Hormontherapie zu öffnen? Es ist unheimlich schwierig, da ich nicht nur
eine Tür aufstoße, sondern vermutlich eine ganze Türenausstellung (smili) .
Ich bin nach wie vor auf der Suche nach mir selbst, aber erkenne auch den Kreis
in dem ich mich drehe. Ich betrüge mich selbst, und schädige Andere und mich selbst - so oder so.
An einer Trennung würde meine Frau kaputt gehen, das weiß ich. Die Verantwortung
das das nicht passiert zwingt mich wieder in die Knie. Wahrlich ein Teufelskreis.
Die einzige Stabilität die mich derzeit umgibt, ist meine selbst erschaffene
falsche Realität.

LG
Tessa

Re: Hi, ich bin Tessa „ Wie es bei mir begann

Verfasst: Mo 24. Okt 2016, 18:27
von exuserin-2017-01-16
Hi Tessa, du mußt wissen was Du willst, alle anderen Menschen sind unwichtig, so hart das erst einmal klingt. Du wirst eines Tages sterben und nur du wirst dich dann fragen, habe ich mein Leben gelebt oder habe ich unglücklich mich nur nach Anderen orientiert. Du redest dir ein das deine Frau daran kaputt gehen würde , weil du einen Grund brauchst oder mehrere weil du Angst hast vor den Konseqenzen ,wenn du dein Leben endlich leben willst. Das ist das Problem vor dem wir alle standen.Du mußt erst bereit sein alles aufzugeben mußt bereit sein über die Klippe zu springen vorher gehst du den Weg nicht. Dann betreibst du weiter CD. Wenn du vor dem Spiegel stehst und Tessa ist nicht da, sondern der Kerl dahinter und es geht dir schlecht, du fühlst dich immer schlechter dabei dann solltest du dir einen Transerfahrenen Therapeuten suchen und eine begleitende Therapie beginnen. Der Therapeut so er gut ist wird dich nur fragen dich nicht drängen oder sagen was du tun sollst ,das kommt von dir selber. Versuche dir klar zu werden was du willst
Das Ganze ist nicht leicht wenn es ernst ist holt dich das Problem irgendwann wieder ein. Man kann das schön viele Jahre verdrängen ist ja vieles wichtiger Kinder Familie Arbeit.Das man dabei kaputt geht begreift die Umwelt aber leider nicht oder nur sehr wenige.
Viel Kraft auf dem Weg zur Selbstfindung, jede geht ihren eigenen Weg muß ihn finden. Bei mir war das wie im Nebel laufen irgendwann ging der Nebel zurück und ich wusste wo ich hin muß.

Gruß Uta

Re: Hi, ich bin Tessa „ Wie es bei mir begann

Verfasst: Di 25. Okt 2016, 17:34
von Theresa-Annalena
Hi Uta,

Du hast ja vollkommen Recht. Das Verfahrene an der Situation ist, das ich ständig versuche abzuwägen,
wann Egoismus beginnt, wie ein "Nebeninander" aussehen könnte und ob es vieleicht im "Alter"
doch nicht mehr so sehr im Vordergrund steht (Ich renne schon wieder weg). Ich weiß nur, das es
in den letzten 25 Jahren nicht besser geworden ist und aktuell sich stark verändert. Das mit dem
Therapeuten geistert mir ja auch schon länger durch den Kopf. Aber auch "DAS" müsste ich erklären
und dann ist das Outing gleich mit dabei. Ich weiß, ich bin ein sehr schwieriger Fall, aber die
Konsequenzen eines kleinen Schrittes sind halt doch gigantisch, jedenfalls für mich.
Vieleicht gibt es ja bald ein neues Berufsbild, das des "Onlinetherapeuten" (smili). Aber aktuell
finde ich alleine schon die Tatsache das ich mich mit euch austauschen kann, einen riesengroßen
Fortschritt. Deinen Vergleich mit dem "Nebel" finde ich gut. Bei mir wird er zwar noch nicht klarer,
aber es tut nicht mehr so weh, wenn ich im Kreis gegen Wände laufe. Nochmal Danke für Deinen
Beitrag.

LG
Tessa.

Re: Hi, ich bin Tessa „ Wie es bei mir begann

Verfasst: Do 27. Okt 2016, 15:35
von exuserin-2017-01-16
Hallo Jana, es geht nicht ums Therapieren wenn man zum Therapeuten geht. Der erste Besuch bei Therapeuten ist auch der Beginn ( falls es gewünscht wird ) einer 18 monatigen Therapie zur Geschlechtsangleichung, vom TSG zwingend gefordert. Wenn man den Weg einschlägt, ist man irgendwann froh über jeden Tag den man die Therapie eher begonnen hat. Es zieht sich nämlich alles wie Kaugummi und irgendwann erträgt man das alles nicht mehr.
Aber! deshalb mein Hinweis an Tessa, sie sollte sich vorher klar sein was sie will wo sie hin will.
Ich muß sagen, als ich das erste Mal beim Therapeuten saß, wusste ich das auch noch nicht richtig. Ich wollte beide Seelen in einem Leben in den Griff bekommen. Später würde mir dann klar, das es nicht mein Weg ist sondern nur, der endlich richtig als Frau leben zu können. Letzt und endlich ist mir klar geworden das ich mich 40 Jahre versteckt habe, verstecken musste weil die Gesellschaft mit Menschen im falschen Körper nicht umgehen kann.
LG Uta