Mykki Blanco
Verfasst: So 2. Okt 2016, 14:26
"Seit einigen Jahren ist Michael David Quattlebaum Jr. Als Rapper, Poet, Mixtape-Compilator und spektakulärer Live-Act unterwegs. Stets mit der Mission, den Begriff "queer" neu zu definieren oder besser: über den Haufen zu werfen.
2011 kreierte Quattlebaum die Kunstfigur Mykki Blanco, sein blondes weibliches Alter Ego. Es stand außer Frage, dass aus Mykki ein Star werden würde, unklar nur, wann. Quattlebaum, schwul, schwarz und mit jüdischen Wurzeln, perfekte Zielscheibe für Diskriminierung also. Er drehte aufwändige Videos zu seinen Songs, veröffentlichte einen Gedichtband und die Noise-HipHop-Compilation "C-ORE" auf seinem eigenen Label.
Mykki Blanco in eine Schublade zu stecken ist schwierig bis unmöglich, denn Blanco ist nicht deine knuffige Dragqueen von nebenan. Der respektive die 30jährige weist es von sich, Transvestit zu sein: " Ich bin ein schwuler Mann." Man darf ihn mit männlichem Personalpronomen ansprechen. Gleichzeitig ist Blanco ein selbstbewusster weiblicher Künstler und Performer, aber keine Trans*Person und gibt Formulierungshilfe: Er sei "non-binary-gender-queer-post-homo-hop-musical artist". Provokant jedenfalls in alle Richtungen, für die Rapszene zu schwul, für die Gay-Community zu derb, für die Feministinnen nicht eindeutig genug.
Mykki ist viel mehr als eine Rolle für Michael. Blanco und Quattlebaum sind eins, Yin und Yang sozusagen. Die Verweigerung bzw. das Ad-absurdum-führen von Geschlechterrollen sind in Blancos Konsequenz einzigartig. Mykki Blanco betont die Kraft des Femininen, die viel zu lange von maskulin definierten Normen kleingehalten wurde und verweist auf den starken Einfluss, den die Riot-Grrrl Bewegung auf ihn hatte. Blanco sucht (und findet) Stärke im Feminismus er propagiert Emanzipation für alle Geschlechter. Darum dreht sich sein ganzes Schaffen."
Aus konkret 10/2016
2011 kreierte Quattlebaum die Kunstfigur Mykki Blanco, sein blondes weibliches Alter Ego. Es stand außer Frage, dass aus Mykki ein Star werden würde, unklar nur, wann. Quattlebaum, schwul, schwarz und mit jüdischen Wurzeln, perfekte Zielscheibe für Diskriminierung also. Er drehte aufwändige Videos zu seinen Songs, veröffentlichte einen Gedichtband und die Noise-HipHop-Compilation "C-ORE" auf seinem eigenen Label.
Mykki Blanco in eine Schublade zu stecken ist schwierig bis unmöglich, denn Blanco ist nicht deine knuffige Dragqueen von nebenan. Der respektive die 30jährige weist es von sich, Transvestit zu sein: " Ich bin ein schwuler Mann." Man darf ihn mit männlichem Personalpronomen ansprechen. Gleichzeitig ist Blanco ein selbstbewusster weiblicher Künstler und Performer, aber keine Trans*Person und gibt Formulierungshilfe: Er sei "non-binary-gender-queer-post-homo-hop-musical artist". Provokant jedenfalls in alle Richtungen, für die Rapszene zu schwul, für die Gay-Community zu derb, für die Feministinnen nicht eindeutig genug.
Mykki ist viel mehr als eine Rolle für Michael. Blanco und Quattlebaum sind eins, Yin und Yang sozusagen. Die Verweigerung bzw. das Ad-absurdum-führen von Geschlechterrollen sind in Blancos Konsequenz einzigartig. Mykki Blanco betont die Kraft des Femininen, die viel zu lange von maskulin definierten Normen kleingehalten wurde und verweist auf den starken Einfluss, den die Riot-Grrrl Bewegung auf ihn hatte. Blanco sucht (und findet) Stärke im Feminismus er propagiert Emanzipation für alle Geschlechter. Darum dreht sich sein ganzes Schaffen."
Aus konkret 10/2016