#Brangelina • Ist das Trans*Kind schuld?
Verfasst: Mi 21. Sep 2016, 13:03
http://www.blu.fm/aktuell/brangelina-is ... nd-schuld/
#Brangelina "¢ Ist das Trans*Kind schuld?
von Christian Knuth
21. September 2016
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So jedenfalls deutelt BILD heute online und scheut sich nicht, John (10) eine Identitätsstörung zu attestieren, weil dieser laut Boulevardmeldungen seit geraumer Zeit nicht mehr auf seinen weiblichen Geburtsnamen Shilo hört und Jungenbekleidung trägt
Brad Pitt & Angelina Jolie
Foto: 20th Century Fox
Wie im Film "Mr. & Mrs. Smith", bei dessen Dreharbeiten die beiden angeblich ein Paar wurden, stehen Brangelina nun vor den Trümmern ihrer Ehe.
Identitätsstörung klingt natürlich nach Krankheit, nach Stress für die Eltern und so schließt der Artikel denn auch mit einem Zitat einer BILD-Reporterin: "Angelina möchte, dass Shiloh so aufwächst, wie das Kind es möchte. Ich glaube, Brad Pitt ist da konservativer."
Unabhängig davon, dass die gesamte Geschichte nur auf Paparazzi-Fotos und Hörensagen fußt, zeigt sie doch, dass das jahrelange Zögern der Politik bei der Reform bzw. Abschaffung des Transsexuellengesetzes (TSG) dazu führt, dass international längst in die Wege geleitete juristische und medizinrechtliche Anpassungen an die Lebensrealität transsexueller Menschen hierzulande nicht ernsthaft wahrgenommen werden.
Ja, noch gilt der sogenannte Transsexualismus laut Weltgesundheitsorganisation als Geschlechtsidentitätsstörung zu den Persönlichkeits- und Verhaltenstörungen. So steht es im ICD, dem Klassifizierungskatalog, in dem auch Homosexualität bis 1990 als solche Störung erfasst war. Im 2015 vorgestellten Neuentwurf ICD-11, der 2017 in Kraft treten soll, ist allerdings nur noch von "Gender Incongruence" (Nichtübereinstimmung der Geschlechtsidentität mit den Geschlechtsmerkmalen des Körpers) die Rede. Gender Incongruence ist keine Verhaltensstörung. (Quelle: Wikipedia)
In Deutschland steckt das Gesetzgebungsverfahren um ein neues TSG im Stau. Laut aktuellsten Informationen aus dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ist für diese Legislatur nicht mehr mit Ergebnissen zu rechnen. Man wartet auf zwei Gutachten des Deutschen Instituts für Menschenrechtes und der Humboldt-Universität zu Berlin, die erst im Februar 2017 öffentlich diskutiert werden sollen.
Informationen
Mehrere Vereine und Aktivistengruppen arbeiten in Deutschland daran, eine sichtbare Lobby für die Belange von Trans*-Menschen zu bilden. Die "Stuttgarter Erklärung" von ATME e.V. (Aktion Transsexualität und Menschenrecht) fordert zum Beispiel dazu auf, transsexuelle Menschen in ihrem eigentlichen Geschlecht auch rechtlich anzuerkennen. Ohne, dass dafür würdelose medizinische Gutachten erstellt werden müssen. Der übergriffige Zwang zu einer geschlechtsanpassenden Operation wurde bereits vom Bundesverfassungsgericht kassiert.
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Brad Pitt Trans* Angelina Jolie Transphobie Boulevard Transgender
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#Brangelina "¢ Ist das Trans*Kind schuld?
von Christian Knuth
21. September 2016
So jedenfalls deutelt BILD heute online und scheut sich nicht, John (10) eine Identitätsstörung zu attestieren, weil dieser laut Boulevardmeldungen seit geraumer Zeit nicht mehr auf seinen weiblichen Geburtsnamen Shilo hört und Jungenbekleidung trägt
Brad Pitt & Angelina Jolie
Foto: 20th Century Fox
Wie im Film "Mr. & Mrs. Smith", bei dessen Dreharbeiten die beiden angeblich ein Paar wurden, stehen Brangelina nun vor den Trümmern ihrer Ehe.
Identitätsstörung klingt natürlich nach Krankheit, nach Stress für die Eltern und so schließt der Artikel denn auch mit einem Zitat einer BILD-Reporterin: "Angelina möchte, dass Shiloh so aufwächst, wie das Kind es möchte. Ich glaube, Brad Pitt ist da konservativer."
Unabhängig davon, dass die gesamte Geschichte nur auf Paparazzi-Fotos und Hörensagen fußt, zeigt sie doch, dass das jahrelange Zögern der Politik bei der Reform bzw. Abschaffung des Transsexuellengesetzes (TSG) dazu führt, dass international längst in die Wege geleitete juristische und medizinrechtliche Anpassungen an die Lebensrealität transsexueller Menschen hierzulande nicht ernsthaft wahrgenommen werden.
Ja, noch gilt der sogenannte Transsexualismus laut Weltgesundheitsorganisation als Geschlechtsidentitätsstörung zu den Persönlichkeits- und Verhaltenstörungen. So steht es im ICD, dem Klassifizierungskatalog, in dem auch Homosexualität bis 1990 als solche Störung erfasst war. Im 2015 vorgestellten Neuentwurf ICD-11, der 2017 in Kraft treten soll, ist allerdings nur noch von "Gender Incongruence" (Nichtübereinstimmung der Geschlechtsidentität mit den Geschlechtsmerkmalen des Körpers) die Rede. Gender Incongruence ist keine Verhaltensstörung. (Quelle: Wikipedia)
In Deutschland steckt das Gesetzgebungsverfahren um ein neues TSG im Stau. Laut aktuellsten Informationen aus dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ist für diese Legislatur nicht mehr mit Ergebnissen zu rechnen. Man wartet auf zwei Gutachten des Deutschen Instituts für Menschenrechtes und der Humboldt-Universität zu Berlin, die erst im Februar 2017 öffentlich diskutiert werden sollen.
Informationen
Mehrere Vereine und Aktivistengruppen arbeiten in Deutschland daran, eine sichtbare Lobby für die Belange von Trans*-Menschen zu bilden. Die "Stuttgarter Erklärung" von ATME e.V. (Aktion Transsexualität und Menschenrecht) fordert zum Beispiel dazu auf, transsexuelle Menschen in ihrem eigentlichen Geschlecht auch rechtlich anzuerkennen. Ohne, dass dafür würdelose medizinische Gutachten erstellt werden müssen. Der übergriffige Zwang zu einer geschlechtsanpassenden Operation wurde bereits vom Bundesverfassungsgericht kassiert.
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