Männer gegen Moderne
Verfasst: So 7. Aug 2016, 14:24
Hallo,
unter dem Titel steht im "Konkret 8/2016:
"Der Berliner Rapper Anis Mohamed Youssef Ferchichi aka Bushido ist für seine gezielten Provokationen und äußerst skurrilen Promostunts bekannt. Auch Ende Mai landete er einen öffentlichkeitswirksamen Treffer, ohne jedoch vorher zu bedenken, dass er diesmal der Wahrheit sehr nahe kam. In einem Promotionsvideo erklärte er im lockeren Gespräch mit seinem Rap-Partner Ali Bumaye über die Arbeitsmarktsituationen junger Migranten, dass er bei der nächsten Wahl die Alternative für Deutschland wählen will. Dies quittiert der leicht verblüffte Bumaye mit den Worten: AfD? Das ist doch diese Hurensohnnazipartei, oder? Die willst Du wählen? Bushido bejaht und schiebt nach: Einfach so, Alter! Ist mir scheißegal, ich wähle nie wieder die CDU, diese Bastarde, Alter.
Sofort begann im Internet eine Diskussion darüber, ob er diese Aussage ernst meine. Während die Boulevardpresse sich freudig auf die Meinung stürzte, gab der Chefredakteur des Onlineportals Rap.de, Oliver Marquart, zu bedenken, es sei nicht sehr wahrscheinlich, dass der bekennende Muslim die heutige offen islamfeindliche Partei ernsthaft wählen wird. Der Landesverband der AfD dagegen lud den Rapstar umgehend ein, auf einer Wahlparty nach der Abgeordnetenwahl am 18. September aufzutreten.
Seitdem schweigt Bushido zu den Vorgängen. Dabei ist es nicht sein erster Flirt mit den Rechtspopulisten. Vor der Bundestagswahl 2013 verkündetet er auf Twitter: Nächste Woche werde ich AfD wählen!!! Damals war das öffentliche Interesse überschaubar. Dabei ist es eigentlich offensichtlich, dass sich der deutsche Vorzeigemoslem und die Partei inhaltlich sehr nahestehen. Beide wünschen sich die traditionelle Rollenverteilung zwischen Mann und Frau zurück und lehnen alles ab, was die von ihnen definierte Männlichkeit vermeintlich zerstört: Schwule, Metrosexuelle, emanzipierte Frauen. Die AfD und Bushido identifizieren kapitalistische Moderne als ihren Feind, lehnen die US-Außenpolitik ab, wittern überall Verschwörungen und ordnen Individuen automatisch völkischen oder religiösen Kollektiven zu.
Viele rappende Jungmänner mit Migrationshintergrund sind mit den alten deutschen Säcken vereint im Hass auf die Differenz. Was sie bisher noch trennt, ist die jeweilige Zugehörigkeit zu unterschiedlichen Subkulturen. Aber auch diese Grenze wird nicht ewig halten.
Ralf Fischer"
Das ist doch interessant und nachdenkenswert...
Liebe Grüße von Olivia
unter dem Titel steht im "Konkret 8/2016:
"Der Berliner Rapper Anis Mohamed Youssef Ferchichi aka Bushido ist für seine gezielten Provokationen und äußerst skurrilen Promostunts bekannt. Auch Ende Mai landete er einen öffentlichkeitswirksamen Treffer, ohne jedoch vorher zu bedenken, dass er diesmal der Wahrheit sehr nahe kam. In einem Promotionsvideo erklärte er im lockeren Gespräch mit seinem Rap-Partner Ali Bumaye über die Arbeitsmarktsituationen junger Migranten, dass er bei der nächsten Wahl die Alternative für Deutschland wählen will. Dies quittiert der leicht verblüffte Bumaye mit den Worten: AfD? Das ist doch diese Hurensohnnazipartei, oder? Die willst Du wählen? Bushido bejaht und schiebt nach: Einfach so, Alter! Ist mir scheißegal, ich wähle nie wieder die CDU, diese Bastarde, Alter.
Sofort begann im Internet eine Diskussion darüber, ob er diese Aussage ernst meine. Während die Boulevardpresse sich freudig auf die Meinung stürzte, gab der Chefredakteur des Onlineportals Rap.de, Oliver Marquart, zu bedenken, es sei nicht sehr wahrscheinlich, dass der bekennende Muslim die heutige offen islamfeindliche Partei ernsthaft wählen wird. Der Landesverband der AfD dagegen lud den Rapstar umgehend ein, auf einer Wahlparty nach der Abgeordnetenwahl am 18. September aufzutreten.
Seitdem schweigt Bushido zu den Vorgängen. Dabei ist es nicht sein erster Flirt mit den Rechtspopulisten. Vor der Bundestagswahl 2013 verkündetet er auf Twitter: Nächste Woche werde ich AfD wählen!!! Damals war das öffentliche Interesse überschaubar. Dabei ist es eigentlich offensichtlich, dass sich der deutsche Vorzeigemoslem und die Partei inhaltlich sehr nahestehen. Beide wünschen sich die traditionelle Rollenverteilung zwischen Mann und Frau zurück und lehnen alles ab, was die von ihnen definierte Männlichkeit vermeintlich zerstört: Schwule, Metrosexuelle, emanzipierte Frauen. Die AfD und Bushido identifizieren kapitalistische Moderne als ihren Feind, lehnen die US-Außenpolitik ab, wittern überall Verschwörungen und ordnen Individuen automatisch völkischen oder religiösen Kollektiven zu.
Viele rappende Jungmänner mit Migrationshintergrund sind mit den alten deutschen Säcken vereint im Hass auf die Differenz. Was sie bisher noch trennt, ist die jeweilige Zugehörigkeit zu unterschiedlichen Subkulturen. Aber auch diese Grenze wird nicht ewig halten.
Ralf Fischer"
Das ist doch interessant und nachdenkenswert...
Liebe Grüße von Olivia