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Watt'ne Überschrift: "Gesetz zur freien Geschlechtswahl unterzeichnet"
Verfasst: Do 26. Mai 2016, 09:10
von Anne-Mette
Moin,
"freie Geschlechtswahl"...
Der erste Satz des Artikels bei queer.de macht es besser: "Im südamerikanischen Staat Bolivien kann jeder Bürger ab sofort selbst bestimmen, welchem Geschlecht er rechtlich angehört".
http://www.queer.de/detail.php?article_id=26197
Gruß
Anne-Mette
Re: Watt'ne Überschrift: "Gesetz zur freien Geschlechtswahl unterzeichnet"
Verfasst: Do 26. Mai 2016, 10:48
von Jana80

SO EINFACH KANN ALLES SEIN!?
Solllte das den ganzen, ach so wichtigen, Quatschköpfen in Berlin und Brüssel nicht zu denken geben?
LG und nen schönen Tag Jana
Re: Watt'ne Überschrift: "Gesetz zur freien Geschlechtswahl unterzeichnet"
Verfasst: Do 26. Mai 2016, 11:00
von Bianca D.
Moin,
schon erstaunlich,wie liberal sich manche "Bananenrepubliken" doch geben,während es in unseren so hochgelobten westlich orientierten Zivilisationen so schwierig ist,eine vernünftige Regelung zu finden.Manhmal kann man sich da echt ne Scheibe von abschneiden.
LG Bianca
Re: Watt'ne Überschrift: "Gesetz zur freien Geschlechtswahl unterzeichnet"
Verfasst: Do 26. Mai 2016, 11:04
von Anne-Mette
Moin,
allerdings sollten wir nicht in Euphorie verallen, was andere Länder angeht.
Die Schritte, die Dänemark vor einiger Zeit unternommen hat, wurden auch hier überall "gefeiert". Allerdings sah es für transsexuelle Menschen "in der Praxis" ganz anders aus. Ich bin mal gespannt, wie es da weitergeht.
Wo nichts krank ist, gibt es nichts zu heilen: die nationalkonservative dänische Regierung hat der WHO gedroht, sie werde (nach Frankreich 2009) es ab 1.1.2017 verbieten Transsexualität als psychische Erkrankung zu bezeichnen, wenn die WHO bis dahin diese Einstufung nicht ändert. Ob die Dänen auch an die Kostenerstattung durch die Krankenkassen denken bleibt abzuwarten.
Wie bekannt, soll die ICD-11 der WHO ja erst 2018 verabschiedet werden.
Allerdings können solche Meldungen einen Anstoß geben - und das finde ich gut
OT
Gut finde ich auch, dass wir uns (jedenfalls kurz) gesehen haben
Gruß
Anne-Mette
Re: Watt'ne Überschrift: "Gesetz zur freien Geschlechtswahl unterzeichnet"
Verfasst: Do 26. Mai 2016, 13:19
von Dolores59
Bianca D. hat geschrieben:Moin,
schon erstaunlich,wie liberal sich manche "Bananenrepubliken" doch geben,während es in unseren so hochgelobten westlich orientierten Zivilisationen so schwierig ist,eine vernünftige Regelung zu finden.Manhmal kann man sich da echt ne Scheibe von abschneiden.
LG Bianca
Sei froh, dass Du nicht in einer Bananenrepublik lebst. Mag die Frage der Geschlechterwahl in Bolivien gelöst sein, es gibt dort
viel größere Probleme (z.B. wirtschaftlicher und politischer Art).
Bei dem Begriff "freie Geschlechterwahl" stellt sich mir die Frage, was sich dahinter verbirgt. Hat jeder Bürger Boliviens die Wahl zwischen Frau und Mann, oder ist er völlig frei?
LG
Dolores
Re: Watt'ne Überschrift: "Gesetz zur freien Geschlechtswahl unterzeichnet"
Verfasst: Do 26. Mai 2016, 13:34
von Exuserin-2016-074-06
Waas? Bin ich wieder zu blöd einen Text zu verstehen, oder ist dort ein Logikehler?
Anne-Mette hat geschrieben:
die nationalkonservative dänische Regierung hat der WHO gedroht, sie werde es ab 1.1.2017 verbieten Transsexualität als psychische Erkrankung zu bezeichnen, wenn die WHO bis dahin diese Einstufung nicht ändert. Ob die Dänen auch an die Kostenerstattung durch die Krankenkassen denken bleibt abzuwarten.
Wie bekannt, soll die ICD-11 der WHO ja erst 2018 verabschiedet werden.
Die Nationalkonservative droht der WHO, weil diese, die Änderung als psychische Erkrankung in der ICD noch nicht rausgenommen hat? Und weil die Einstufung nicht geändert ist, weigert sich die Nationalkonservative Transsexualität als Krankheit zu bezeichnen? Hää? Hat die Nationalkonservative Transsexualität nicht schon immer als psychische Krankheit angesehen? Das ergibt alles keinen Sinn, ganz ehrlich.
Re: Watt'ne Überschrift: "Gesetz zur freien Geschlechtswahl unterzeichnet"
Verfasst: Do 26. Mai 2016, 13:38
von Exuserin-2016-074-06
Dolores59 hat geschrieben:Bianca D. hat geschrieben:
Bei dem Begriff "freie Geschlechterwahl" stellt sich mir die Frage, was sich dahinter verbirgt. Hat jeder Bürger Boliviens die Wahl zwischen Frau und Mann, oder ist er völlig frei?
LG
Dolores
Ist halt alles etwas komplexer. Androgyne, Crossdresser, Transvestiten und Drag-Queens zählen auch zu einer eigenen Geschlechter bzw. Genderkategorie, auch wenn es biologisch nur 2 Geschlechter gibt (Hermaphroditen ausgenommen).
Aber an den beiden Geschlechtern verknüpft man halt Geschlechterrollen und jede Abweichung davon, bekommt deswegen ein eigenes Gender zugeordnet. Theoretisch wärst du als Mann im Rock auch ein eigenes Geschlecht

Re: Watt'ne Überschrift: "Gesetz zur freien Geschlechtswahl unterzeichnet"
Verfasst: Do 26. Mai 2016, 15:43
von Dolores59
Breakfast at Tiffany hat geschrieben:Aber an den beiden Geschlechtern verknüpft man halt Geschlechterrollen und jede Abweichung davon, bekommt deswegen ein eigenes Gender zugeordnet.
Theoretisch wärst du als Mann im Rock auch ein eigenes Geschlecht 
Cool, dann wechsele ich mein Gender, wenn ich den (Damen-)Rock gegen eine (Männer-)Hose tausche. Ein Fashion-Bigender sozusagen.
Re: Watt'ne Überschrift: "Gesetz zur freien Geschlechtswahl unterzeichnet"
Verfasst: Do 26. Mai 2016, 18:33
von Exuserin-2016-074-06
Dolores59 hat geschrieben:Ein Fashion-Bigender.
Sozusagen quasi.
Re: Watt'ne Überschrift: "Gesetz zur freien Geschlechtswahl unterzeichnet"
Verfasst: Do 26. Mai 2016, 19:09
von ab08
Beachte also:
Die Schubladen sind das Problem!
Die vorherigen Beiträge sind ein exakter Beweis,
dass die Vermehrung von Schubladen ("Kategorien"),
das Problem verschlimmert, aber keinesfalls löst.
quod erat demonstrandum

Liebe Grüße
Andrea
P.S. Ich würde das Ganze nicht zu hoch hängen. Menschen sollten sich verorten dürfen, wenn sie es brauchen. Wo ist da eigentlich ein Problem...
Re: Watt'ne Überschrift: "Gesetz zur freien Geschlechtswahl unterzeichnet"
Verfasst: Do 26. Mai 2016, 19:33
von Anke
Hallo,
jeden Schritt nach Vorne finde ich erstmal gut. Und dass sich in einem Land wie Bolivien noch vieles andere verbessern muss, sollte klar sein.
Allerdings bin ich über folgende Formulierung gestolpert:
Die Entscheidung, die von einem Psychologen als selbstbestimmt und reflektiert begutachtet werden muss, ...
Da haben wir sie wieder, die Begutachtung. Diesmal in neuem Gewand. Wäre spannend, dass dann in der Praxis zu erleben. Ich frage mich zum Beispiel, woran selbstbestimmt und reflektiert fest gemacht wird.
Liebe Grüße
Anke
Re: Watt'ne Überschrift: "Gesetz zur freien Geschlechtswahl unterzeichnet"
Verfasst: Do 26. Mai 2016, 19:58
von Anne-Mette
Moin,
... und da wären wir wieder bei der "Macht der PsychologInen".
Die fängt schon bei der Terminvergabe (und fehlenden Kapazitäten) an. Dann würde auch dort von "ab sofort selbst bestimmen, welchem Geschlecht er rechtlich angehört" nicht so viel übrig bleiben.
Gruß
Anne-Mette
Re: Watt'ne Überschrift: "Gesetz zur freien Geschlechtswahl unterzeichnet"
Verfasst: Do 26. Mai 2016, 21:26
von susanneb
Hallo,
""Vertreter der katholischen und evangelischen Kirchen hatten die Neuregelung im Vorfeld abgelehnt.""
und unsere Kirchen haben ihre Meinung und Toleranz auch wieder kund getan. Das sorgt dann für die nötige Aktzeptanz in der Bevölkerung.
Liebe Grüße
Susanne
Re: Watt'ne Überschrift: "Gesetz zur freien Geschlechtswahl unterzeichnet"
Verfasst: Fr 27. Mai 2016, 07:49
von Dolores59
susanneb hat geschrieben:Hallo,
""Vertreter der katholischen und evangelischen Kirchen hatten die Neuregelung im Vorfeld abgelehnt.""
und unsere Kirchen haben ihre Meinung und Toleranz auch wieder kund getan. Das sorgt dann für die nötige Aktzeptanz in der Bevölkerung.
Liebe Grüße
Susanne
Es ihr gutes Recht, eine andere Meinung zu haben. Oder wird Toleranz nur zugebilligt, wenn alle
eine Meinung haben. Das wäre ganz schön intolerant.
LG
Dolores
Re: Watt'ne Überschrift: "Gesetz zur freien Geschlechtswahl unterzeichnet"
Verfasst: Fr 27. Mai 2016, 08:47
von Ulrike-Marisa
Moin zusammen,
alles schön und gut - im Grundsatz wird aber weiterhin dem einzelnen Menschen/Betroffenen nicht zugebilligt, allein in freier Entscheidung für sich selbst zu sprechen und Verfügungen zu tätigen, die eigene Person betreffen; d.h. selbst zu sagen, was frau/man ist.
Der weitere Weg bleibt steinig und mühsam...
Gruß, Ulrike-Marisa