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Bayern: Reden übers Schwulsein — vorurteilsfrei

Verfasst: Do 19. Mai 2016, 08:37
von Anne-Mette
"Der Sexualkundeunterricht wird reformiert: Das Kultusministerium hat neue Richtlinien für alle Schularten erarbeitet" heißt es in der Einleitung des Artikels der BAYERISCHEN STAATSZEITUNG:

https://www.bayerische-staatszeitung.de ... sfrei.html


Gruß
Anne-Mette

Re: Bayern: Reden übers Schwulsein — vorurteilsfrei

Verfasst: Fr 20. Mai 2016, 00:58
von Dolores59
Wie war das nochmal mit den Vorurteilen?
Hintertupfingen (im alemannischen Sprachraum) und Hintertupfing (im bairisch-österreichischen Sprachraum, also östlich des Lechs)[1] sind fiktive Ortsnamen in der Umgangssprache, mit denen angedeutet wird, dass ein Ort sehr klein ist und abgelegen liegt.

Der Begriff Hintertupfing(en) ist seit etwa 1920 gebräuchlich und vor allem in Süddeutschland verbreitet. Lutz Röhrich übersetzt die Redewendung "von Hintertupfingen sein" mit "ein rechter Hinterwäldler sein" und mit "in einem Ort wohnen, der fernab von jeglicher Zivilisation liegt".[2]

Damit vergleichbare Namen sind Hinterfultigen (im Berner Umland), Hinterpfupfikon bzw. Hinterpfupfike (in Teilen der östlichen Deutschschweiz), Hinterduggigen (in der Nordwestschweiz) oder Kleinkleckersdorf im Nordosten Deutschlands. Die Bedeutung entspricht in etwa dem fiktiven Ortsnamen Krähwinkel mit der Konnotation des Provinzialismus. Die auch häufig benutzten Orte Pusemuckel oder Posemuckel (vor allem im Nordwesten Deutschlands) existieren jedoch in Polen (heute Podmokle Wielkie und Podmokle MaÅ‚e) tatsächlich.[3]

Bei den Modelleisenbahn-Gebäudebausätzen für Bahnhöfe der Nenngröße H0 der Gebrüder Faller GmbH gehört ein Haltepunkt Hintertupfingen zum Sortiment.[4]

Der norwegische Puppentrickfilm FlÃ¥klypa Grand Prix aus dem Jahr 1975 wurde in Deutschland als Hintertupfinger Grand Prix vorgeführt.
Auch Hintertupfingen hat ein Recht auf einen vorurteilsfreien Umgang!

LG
Dolores

Re: Bayern: Reden übers Schwulsein — vorurteilsfrei

Verfasst: Fr 20. Mai 2016, 02:59
von Franka
Tolle Idee, kommt bei den "Christen" in Bayern wohl auch richtig gut an:
"Diejenigen, die den Kindern so etwas antun wollen, sollten sich jenes Evangelium ansehen, wo von Mühlsteinen die Rede ist, die diesen Leuten um den Hals gelegt werden sollten."
oder "Erschreckend! Meinem 3-jährigen Sohn muss ich beibringen lassen, dass Transsexualität genauso normal ist wie die Sexualität zwischen Mann und Frau!"
Ich könnte echt kotzen, wenn ich die ganzen dummen Kommentare dazu lese.

Re: Bayern: Reden übers Schwulsein — vorurteilsfrei

Verfasst: Fr 20. Mai 2016, 08:59
von Astrid
Ja, die Ignoranz und Arroganz der selbsternannten "Normalen" ist oft unerträglich.

Hätte man mich schon im Alter von drei Jahren entsprechend den geplanten Richtlinien über Transsexualität aufgeklärt, wäre mir sicher einiges an Schmerz im Leben erspart geblieben. Aber wem erzähle ich das... Wir wissen es ja besser.

Die Kommentarspalten der Online-Nachrichtenblätter lese ich schon garnicht mehr, auch zu anderen Themen. Der geistige Schutt, der dort oft abgeladen wird, scheint nicht von dieser Welt zu sein. Jedenfalls nicht von meiner...

Liebe Grüße - Astrid

Re: Bayern: Reden übers Schwulsein — vorurteilsfrei

Verfasst: Fr 20. Mai 2016, 09:16
von Anne-Mette
Moin,

LehrerInnen informieren sich auch in Foren, z.B. in unserem.
Wir sollten versuchen, zu helfen und nicht schlecht zu reden. Warum könnten nicht aus unseren Reihen Anregungen kommen, wie denn vorurteilsfrei über "unsere Themen" gesprochen werden könnte/sollte?
Da können wir uns doch mal so richtig austoben mit Ideen, Hinweisen, Literaturempfehlungen...

Daraus mache ich dann ein neues Thema für den Bereich "Schule/Uni". Das wäre doch mal was )))(:

Gruß
Anne-Mette

Re: Bayern: Reden übers Schwulsein — vorurteilsfrei

Verfasst: Fr 20. Mai 2016, 09:39
von ab08
Hallo meine Lieben,

es mag manche aus anderen Teilen der Republik vielleicht wundern... ABER... Die Unterrichtsqualität an staatlichen/kommunalen/kirchlichen Schulen in Bayern ist deutlich höher als viele glauben.
Bereits vor dem Erlass der Richtlinien gab es zahlreiche Kolleginnen und Kollegen die obige Themen im Unterricht angemessen und sinnvoll behandelten. (...Die machen das natürlich nach wie vor.)

Als staatliche Lehrerin ist das Bayerische Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst mein Dienstherr.
Ich bin transsexuell, nach dem CO gab es dienstlich einige Turbulenzen...
ABER seit 2008 unterrichte ich im korrekten Geschlecht und wurde, aufgrund meines (bereits vor 2008 und auch danach) ausgeübten Beantwortungsbereichs, ganz regulär befördert.

Natürlich bleiben obige Themen Kolleginnen & Kollegen der entsprechenden Fachbereiche (Biologie, Ethik, Deutsch...) vorbehalten.
Meine Fächer(Mathematik/Physik/Natur und Technik) eignen sich hierfür nicht.
Andererseits spreche ich ( im schulischen Umfeld und im Berufsverband) häufig intensiv mit den entsprechenden Fachkollegen über die Thematik.
Insbesondere auch durch meine jahrzehntelange Tätigkeit im Berufsverband bin ich recht gut informiert.
Mein Fazit daher:
Die Unterrichtsqualität ist in der Praxis an vielen Schulen recht gut.
Zugegeben, es gibt Ausreißer, daher ist eine Präzisierung durch das KM sicher hilfreich. -> Die vorliegenden Richtlinien verstehe ich genau so!

Liebe Grüße
Andrea

P.S. Ich wies bereits mehrfach darauf hin:
Bayern verfügt (soweit ich weiß, als einziges Bundesland) über ein eigenständiges Lehrerbildungsinstitut,
das sich um notwendige Fortbildungen, aktuell erforderliche Fortbildungen und unter anderem auch um solche Themen kümmert: http://alp.dillingen.de/
z.B. Thema TS - IS etc. (aus dem Jahr 2013)
http://gendersensibel-unterrichten.alp.dillingen.de/
http://gendersensibel-unterrichten.alp. ... Itemid=136