Ich bin's, Joa
Verfasst: Sa 14. Mai 2016, 19:54
zunächst Chapeau vor allen , die hier ihre Erlebnisse, Empfindungen, Probleme, Ängste und Gefühle teilen, zumal gerade Letztere so oft so schwer in Worte zu fassen sind. Und obwohl sicher kaum jemand immer fröhlich durchs Crossdresser- und Transgenderleben tänzelt, scheint mir das hier kein Hort der Düsternis.
Zu mir: Ich habe zwei erwachsene Söhne aus erster Ehe, die über mich Bescheid wissen und seit 16 Jahren eine wunderbare Partnerin und Ehefrau, die ganz und gar hinter mir steht.
"Voll dazwischen "habe ich mich verortet im Kurzprofil auf die Frage nach dem Geschlecht.
In der Öffentlichkeit trage ich Röcke und Strumpfhosen, dazu allerdings Kleidung, die mich eher als Mann im Rock ausweist. Die Röcke haben immer etwa Knielänge, sind Jeans-mäßig oder die hauseigene Marke, d.h. von meiner Frau entworfen und genäht. Und obwohl sie sicher nicht ausgesprochen feminin rüberkommen, sind es keine Männerröcke.
Rein äußerlich pendle ich also nicht komplett zwischen den Polen Mann und Frau, bei Heimversuchen "en femme" kam ich mir verkleidet vor, das war ich nicht, das bin ich nicht.
Meine häufigen öffentlichen Rockauftritte verlaufen in meiner Ehe nicht immer problemlos, meine Frau wird sich voraussichtlich ebenfalls im Forum anmelden und den Austausch mit anderen Partnerinnen suchen. Trotzdem finde ich dieses Nach-draußen-gehen wichtig Zum Einen bin ich so, ich habe also keine große Wahl, zum Anderen tue ich es nach dem Motto.: "Für die Emanzipation des Menschen reicht die der Frau nicht aus".
Ich kenne, wie wohl die meisten hier die ganze Palette möglicher Reaktionen, bei Frauen eher Neugier und Zustimmung, bei Männern Wegsehen, Verunsicherung und Irritation ob der Tatsache, dass sich ein Mann mit einem weiblich konnotierten Kleidungsstück in einer immer noch patriarchalen Hierarchie auf den Weg nach unten begibt. Meistens jedoch ist außer dem einen oder anderen verstohlenen Blick nichts zu merken, negative Anmache habe ich zum Glück noch nicht erleben müssen.
Gleichwohl trage auch ich Unsicherheiten und Ängste im emotionalen Rucksack mit mir herum, denn einfach ist das Leben in dieser Welt zwischen den Geschlechtern und der Suche nach der eigenen Identität wahrlich nicht, da tut Austausch not.
Zum Schluss noch, auch wenn's etwas melodramatisch klingt: In meiner letzten Minute möchte ich auf die Frage, ob ich den der war, der ich sein sollte, antworten können.: Ich hab's zumindest versucht.
Liebe Grüße an alle von Joa
Wer das Leben bunt will, muss den Pinsel in den Farbtopf tauchen!
Zu mir: Ich habe zwei erwachsene Söhne aus erster Ehe, die über mich Bescheid wissen und seit 16 Jahren eine wunderbare Partnerin und Ehefrau, die ganz und gar hinter mir steht.
"Voll dazwischen "habe ich mich verortet im Kurzprofil auf die Frage nach dem Geschlecht.
In der Öffentlichkeit trage ich Röcke und Strumpfhosen, dazu allerdings Kleidung, die mich eher als Mann im Rock ausweist. Die Röcke haben immer etwa Knielänge, sind Jeans-mäßig oder die hauseigene Marke, d.h. von meiner Frau entworfen und genäht. Und obwohl sie sicher nicht ausgesprochen feminin rüberkommen, sind es keine Männerröcke.
Rein äußerlich pendle ich also nicht komplett zwischen den Polen Mann und Frau, bei Heimversuchen "en femme" kam ich mir verkleidet vor, das war ich nicht, das bin ich nicht.
Meine häufigen öffentlichen Rockauftritte verlaufen in meiner Ehe nicht immer problemlos, meine Frau wird sich voraussichtlich ebenfalls im Forum anmelden und den Austausch mit anderen Partnerinnen suchen. Trotzdem finde ich dieses Nach-draußen-gehen wichtig Zum Einen bin ich so, ich habe also keine große Wahl, zum Anderen tue ich es nach dem Motto.: "Für die Emanzipation des Menschen reicht die der Frau nicht aus".
Ich kenne, wie wohl die meisten hier die ganze Palette möglicher Reaktionen, bei Frauen eher Neugier und Zustimmung, bei Männern Wegsehen, Verunsicherung und Irritation ob der Tatsache, dass sich ein Mann mit einem weiblich konnotierten Kleidungsstück in einer immer noch patriarchalen Hierarchie auf den Weg nach unten begibt. Meistens jedoch ist außer dem einen oder anderen verstohlenen Blick nichts zu merken, negative Anmache habe ich zum Glück noch nicht erleben müssen.
Gleichwohl trage auch ich Unsicherheiten und Ängste im emotionalen Rucksack mit mir herum, denn einfach ist das Leben in dieser Welt zwischen den Geschlechtern und der Suche nach der eigenen Identität wahrlich nicht, da tut Austausch not.
Zum Schluss noch, auch wenn's etwas melodramatisch klingt: In meiner letzten Minute möchte ich auf die Frage, ob ich den der war, der ich sein sollte, antworten können.: Ich hab's zumindest versucht.
Liebe Grüße an alle von Joa
Wer das Leben bunt will, muss den Pinsel in den Farbtopf tauchen!