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Verwandlungsfetisch? Nicht nur in eine Frau?

Verfasst: Di 3. Mai 2016, 20:29
von ExuserIn-2017-11-07
Hallo,

ich frage mal einfach ins Forum hinein: Gibt es hier mehr Leute wie ich? Leute, die einen Verwandlungsfetisch haben? Okay, wahrscheinlich würden viele hier ohne zu zögern mit JA antworten. Ich finde es nur schwierig einen anderen Begriff dafür zu finden, was ich hier damit meine. Eigentlich mag ich nicht das Wort Fetisch, aber in Ermangelung einer anderen und treffenderen Bezeichnung benutze ich ihn mal an dieser Stelle. Mit "Verwandlung" meine ich nicht nur den Prozess der Verwandlung an sich, sondern auch das Ergebnis. Ich muss nicht notwendigerweise eine weibliche Version meiner selbst sein. Es ist gerade die Verwandlung in jemand anderes was mich fasziniert. Nach der "Verwandlung" in einen Spiegel zu sehen und sich fast nicht wiedererkennen zu können. Es geht mir dabei allerdings eher um den visuellen und körperlichen Aspekt, nicht um einen seelisch-psychologischen. Ich fühle mich nicht schlecht dabei ein Mann zu sein. Und ich bin zwar ständig unzufrieden mit mir selbst, aber ich habe kein Verlangen dauerhaft jemand anderes zu sein, dafür mag ich mich dann doch zu sehr (gitli) . Es ist eben eine Art kurzfristiger Ausbruch aus seinem Leben oder Körper ohne jedoch seine Persönlichkeit zu verlieren. Vielleicht so eine Art Roleplay im Kopf. Ohnehin bin ich nicht der handwerklich begabte Mann, sondern eher ein Träumer. Vielleicht mache ich auch deswegen so wenig "aktives" Crossdressing, weil es soviel Arbeit ist: Stichwort Makeup :roll: . Eigentlich wollte ich mich ursprünglich Barbara Wunsch-Traum nennen, habe es aber dann doch wegen der Länge sein gelassen. Der ursprüngliche Grund hierfür war, dass dieser Doppelname etwas anderes suggeriert als mein (langweiliges) tatsächliches Dasein als Mann in seinen 30ern. Aber genug vom Thema abgeschweift...

Allerdings ist es auch so, dass mich auch andere Verwandlungen faszinieren. Ich würde mich als nicht "Furry" bezeichnen, aber die Verwandlung in anthropomorphe Wesen oder Monster ist auch ein Aspekt meiner Fantasien. Diese Verwandlungen waren früher stärker, sind jedoch in den vergangenen Jahren schwächer worden. Aber ich kann nicht verhehlen, dass sie noch da sind. Und deswegen benutze ich auch das Wort "Verwandlungen", weil mich auch andere Verwandlungen faszinieren und nicht "nur" die Verwandlung in eine Frau. Wobei diese Form der Verwandlung eindeutig vorherrschend ist.

Ich habe eigentlich schon immer Probleme gehabt mich irgendwo zu verorten. Zu sagen: "Ah, genau! Ich bin ein Crossdresser" oder "Ich fühle mich als Frau!". Beide Begriffe treffen in meinem Fall nicht wirklich zu. Vor einiger Zeit, lange vor meiner Anmeldung hier, habe ich mal gelesen, dass es in der Psychologie den Begriff "Autogynephilie" gibt (oder gab) und irgendwie hatte ich damals das Gefühl, dass dies ein wenig auf mich zutrifft. Ich habe schlicht die (sexuelle) Fantasie mich in eine Frau verwandeln zu können.

Und weil es Verwandlungen — zumindest die von mir bevorzugten Arten — in der Realität nicht gibt oder relativ teuer sind (also Maskenbildner vom Theater/ Film usw.), mache ich ab und zu Crossdressing. Ist aber eher ein Probieren. Ich will an dieser Stelle keine längere Abhandlung darüber geben, warum ich diese Fantasien habe. Das ist ohnehin eine eigene Interpretation ohne Gewähr auf Gültigkeit.
Vielleicht ist hier ja jemand, der ein wenig so denkt oder fühlt wie ich. Jedenfalls wollte ich es hier und mit einem eigenem Thread mal probieren. Auch wenn ich vielleicht mit dem Ganzen was ich hier schreibe ziemlich schräg oder gar abschreckend klinge. Ein Versuch ist es wert.

Liebe Grüße Babsi )))(:

Re: Verwandlungsfetisch? Nicht nur in eine Frau?

Verfasst: Mi 4. Mai 2016, 09:30
von ExUserIn-2026-04-08
Es soll sich regen, schaffend handeln
Erst sich gestalten, dann verwandeln
Nur scheinbar stehts Momente still
Das Ewige regt sich fort in allen
Denn alles muß in Nichts zerfallen
Wenn es im Sein beharren will
Johann Wolfgang von Goethe, Eins und Alles

Hi Babsi,

das hast Du schön beschrieben. Nenne es "Fetisch" oder auch nicht. Das spielt keine Rolle. Ich denke, es gibt viele, die diese Faszination spüren, wenn sie vor dem Spiegel stehen. Auch wenn ich den ganzen Tag en femme bin und sich das ziemlich "unspektakulär"und im besten Sinne "normal" anfühlt, vor dem Spiegel bin ich immer wieder erstaunt, wie gut das auf mich wirkt. Es geht mir gar nicht so sehr darum, ob ich "schön" oder attraktiv bin, sondern ob es sich "richtig" anfühlt.

Ich habe auch lange damit gehadert, ob ich mich "als Frau fühle". Ich habe das verneint, war mir aber immer bewusst, dass ich in einem weiblichen Körper sicher auch gut, vielleicht sogar besser (da ich weniger Zweifel hätte) leben könnte. Aber deshalb sehe ich mich nicht (vollständig) als Frau, aber als Mann kann ich mich auch nicht (ganz) definieren. Ich fühle mich wie ein Pendel, der mal zur einen und dann wieder zur anderen Seite ausschlägt.

Vielleicht ist es mir aber auch noch nicht gelungen soweit loszulassen, dass ich meine Weiblichkeit annehmen kann. In letzter Zeit versuche das bewusst zu tun, in dem ich mich frage, wie ich mich fühlen würde, hätte ich nicht nur einen weiblichen Körper, sondern auch eine entsprechende Sozialisation hinter mir. Wie wäre es, wenn ich unter Menschen bin und ich ohne jeden männlichen Hintergrund tatsächlich eine Frau wäre und ohne Zweifel als solche gesehen würde ?

Ein Gedanke, der mich schwindelig macht. Es ist wie eine Falltür unter den Füßen, die sich öffnet, ich aber nicht hinein falle, sondern schwebe. Soll ich dem einen Namen geben ? Warum ?

Es ist, wie es ist. Da stören Bezeichnungen. Man muss nur den Mut und die Muße haben, sich darauf einzulassen. Wunderschön.
Das magische Lebensgefühl als beständiger Zustand, das wäre ein Lebensziel! Sich unentwegt vom Leben verzaubert zu fühlen: Welch ein Seiltanz. Welch ein faszinierendes Spiel um Glück und Schönheit. Ein wahrer Zeitvertreib mit der Aussicht auf Ewigkeit....
Friedrich Schiller

Re: Verwandlungsfetisch? Nicht nur in eine Frau?

Verfasst: Mi 4. Mai 2016, 10:51
von Yasmin
Vicky_Rose hat geschrieben: Aber deshalb sehe ich mich nicht (vollständig) als Frau, aber als Mann kann ich mich auch nicht (ganz) definieren. Ich fühle mich wie ein Pendel, der mal zur einen und dann wieder zur anderen Seite ausschlägt.

Es ist, wie es ist. Da stören Bezeichnungen. Man muss nur den Mut und die Muße haben, sich darauf einzulassen. Wunderschön.
Das unterschreib ich,so gehts mir auch und einmal den Mut gefunden sich darauf einzulassen,hat mir ein ganz neues Lebensgefühl gegeben.
Danke Vicky Rose für diese Zeilen. :)

Liebe Grüße Yasmin

Re: Verwandlungsfetisch? Nicht nur in eine Frau?

Verfasst: Fr 6. Mai 2016, 22:15
von TheresaNicole
kauf dir ne female mask. da geht die verwabung zur frau seeehr schnell. sieht dann zwar eher nach gummipulle aus, aber geil ;)

Re: Verwandlungsfetisch? Nicht nur in eine Frau?

Verfasst: Di 10. Mai 2016, 22:51
von ExuserIn-2017-11-07
Hallo,

ich habe für meine Antwort etwas länger gebraucht. Entschuldigt es daher, wenn ich länger gebraucht habe. Es ist sehr schwierig seine Gefühle in die passenden Worte zu fassen. Gleichzeitig jedoch auch das Gefühl zu haben, dass das was man schreibt auch tatsächlich eine adäquate Beschreibung dessen darstellt. Jedenfalls bin ich immer noch nicht sehr sicher, ob mir das gelungen ist. Mal abgesehen davon, dass ich immer die Befürchtung habe, mich zu ungewollt zu wiederholen. Trotzdem möchte ich mich jetzt hier und jetzt schon mal bedanken. Ich danke allen, die einen qualifizierten Beitrag zu meiner Anfrage getätigt haben (moin) .
Ich habe mir schon früher überlegt, ob eine Geschlechtsumwandlung für mich eine passende Lösung meines Problems darstellt. Aber ich kam bislang zu dem Ergebnis, dass das nicht der Fall ist, obgleich ich zu geben muss, dass die Frage für mich schwieriger zu beantworten war, wie vielleicht manche meinen. Aber ich bin nicht über meine (Geschlechts-)Identität unsicher oder gar im Zweifel, obwohl ich schon von anderen gehört habe, dass ich weiblich wirke.
Es ist vielleicht eher das Gefühl oder das Verlangen auch die andere Seite kennenzulernen. Eine Frau (auf Zeit) zu sein und so zu fühlen, zu leben. Was das eigentliche Problem ist, dass es nur sehr schwierig, wenn nicht gar unmöglich ist, auf Zeit seinen Körper entsprechend verändern zu können. Selbst wenn es nur optisch ist. Und ich finde, dass ist es was mich zerreibt und zermürbt.

In den obigen Beiträgen wurden noch zwei weitere Punkte angesprochen, die ich noch ansprechen möchte. Der eine Punkt ist sich als jemand anderes zu verkleiden und der andere ist verbunden mit dem Stichwort "Rollenspiel".
Von aktiven Rollenspielen habe ich keine Ahnung, sowohl im unverfänglich spielerischen Bereich, als auch im Fetisch-Bereich. Aber es ist doch so, dass die üblichen Rollenspiel-Charaktere Dienstmädchen oder Sekretärin und so weiter für mich einen gewissen Reiz haben. Nicht um dann entsprechende sexuellen Akte ausüben zu könnte, sondern eher weil ich sehen möchte, wie es so ist eine dieser Charakter zu sein. Weniger im Feld sexueller Betätigung, sondern im Erleben des ganz normalen Lebens. Oder eben etwas älter zu sein oder eine andere Hautfarbe zu haben, usw... . Der Reiz für mich liegt in der Verwandlung begründet und nicht das der oder der andere Rollenspiel-Charakter für mich persönlich sexuell aufgeladen ist.
Damit eng zusammenhängend ist die Frage, wie jemand anderes aussehen zu können. Das ist ja gerade das was ich faszinierend finde. Und in meiner Fantasie male ich mir durchaus aus, wie es wäre bestimmte Frauen aus meinem Leben zu sein. Jedoch habe ich mich selbst gefragt, ob ich das auch machen würde, wenn es tatsächlich möglich wäre, aussehen zu können wie eine reale Person. Aber für mich komme ich zu der Antwort, dass ich das dann nicht machen würde. Es wäre irgendwie nicht richtig. Aber das sind zum Glück lediglich Gedankenspielereien und man sollte das nicht so ernst nehmen.
Ich möchte mich nochmal bei allen bedanken, dass sich die Zeit genommen haben mir auf meine Anfrage zu antworten. Und ganz besonders möchte ich mich bei Vicky bedanken für ihre beiden Zitate.

Viele liebe Grüße,

Babsi