Seite 1 von 2

Re: Ich verstehe Ihn einfach nicht

Verfasst: Di 26. Apr 2016, 19:23
von Franka
Hallo Lady B,

das ist natürlich eine schwierige Situation für euch beide. Ich denke dein Mann kann nicht offen mit dir darüber reden, da er selber noch nicht richtig akzeptiert hat was er tut.
Erst wenn er selber dazu stehen kann, kann er sich auch anderen anvertrauen und öffnen.
Da wäre es sicherlich hilfreich, wenn auch er hier mal mitliest und merkt er ist nicht allein und tut nichts so außergewöhnliches, wie er zur Zeit vielleicht denkt.
Dieses Forum ist ja nicht nur für Partnerinnen eine Hilfe, sondern auch für DWT, Crossdresser und alles was der Regenbogen sonst noch so zu bieten hat.
Er sollte sich jedenfalls mit sich selber auseinandersetzen damit ihr offen darüber reden könnt. Vielleicht ist eine Trennung auf kurze Dauer dafür geeignet?
Aber um das wirklich beurteilen zu können, kenne ich eure Situation natürlich nicht gut genug und du / ihr müsst das selbst entscheiden.
Ich denke was du für ihn tust, ist im Moment jedenfalls genug und er ist jetzt mal am Zug. Du solltest dir also keine Vorwürfe machen.
Ich wünsche euch, dass ihr auf einen guten Weg kommt.

LG Dahlia

Re: Ich verstehe Ihn einfach nicht

Verfasst: Di 26. Apr 2016, 19:42
von Ines
Dein Mann wird Dir wahrscheinlich nicht antworten können, da er selbst die Situation noch nicht so richtig begriffen hat. Vermutlich ist es bei ihm so, wie bei mir: Die weibliche Seite schlummert schon seit Kindstagen in ihm und das treibt ihn, sich so zu keiden. Frage ihn doch einfach mal, seit wann er Frauenkleider trägt, oder die ersten Kontakte damit hatte. Wie gesagt, ich vermute nur, aber vielleicht hilft ein Gespräch in diese Richtung, die Situation zu klären. Ich wünsche Euch alles Gute und das Ihr die Situation gemeinsam in den Griff bekommt.

Liebe Grüße
Ines

Re: Ich verstehe Ihn einfach nicht

Verfasst: Di 26. Apr 2016, 22:49
von s_Roeckchen
Liebe Lady B,

ich gehöre der gleichen Generation wie Dein Partner an. Ich kann nur sagen wie ich es empfunden habe, aber zu unsere Kindheit und Jugend, wo es keine Möglichkeit so ohne Weiteres an Information zu kommen, war es absolut unmöglich über Fetische, Interesse an nicht geschlechtskonformer Kleidung oder Transidentität zu sprechen. Bei mir wurden so Themen mit "...bist Du ja (hoffentlich) nicht..." abgebügelt.

Daher war / ist es ungemein schwierig sich selbst zu erkennen, was bin ich, was will ich, was werde ich sein und tun. Wir haben praktisch die Scham verinnerlicht. Den Vorschreibern pflichte ich bei anhand Deiner Schilderungen, Dein Partner ist noch in der Selbstfindung / Experimentierphase.

Jetzt komm ich aber zu Dir. Dein Verhalten ihm gegenüber, so wie es lese, ist nicht grundsätzlich ablehnend, aber vorsichtig reserviert. Ich mach das fest an Deinen Aussagen "...mit dann und wann kann ich leben..." oder "...Auch das hab ich akzeptiert nach einiger Zeit...".

Ich wäre bei so einer Reaktion extrem vorsichtig, was ich zugeben würde was ich trage und was meine Beweggründe sind. An der Stelle hat mir geholfen, daß meine Partnerin interessiert war, es aber auch ziemlich schnell als jetzt zu mir gehörend eingestuft hat. Auschläge über die Skala bekam ich trotzdem zurückgespiegelt. Ob Du das gerade kannst, musst Du selbst wissen.

Zur temporären Trennung glaube ich, daß die zur Zeit kontraproduktiv ist. Ich meine Du gibst ihm ein Signal, daß seine Leidenschaft der Grund dafür ist, was so auch stimmt. Eine Folge könnte sein, er zieht die Reißleine, weil er unter den momentanen Bedingungen keine Fortsetzung der Partnerschaft sieht wei er seine Leidenschaft nicht mehr unterdrücken will oder er unterdrückt seine Leidenschaft um die Partnerschaft nicht zu gefährden. Doch Unterdrücken ist keine Lösung. Viele und ich auch sagen, daß der Druck immer mehr zunimmt bis die Leidenschaft explosionsartig zum Vorschein kommt und gelebt werden muß.

Doch alles was ich schreibe ist nur eine Interpretation aus Deinen Zeilen heraus und gibt Dir bestenfalls einen Denkanstoss. Du / ihr entscheidet wie es weiter gehen soll / wird.

s'Röckchen

Re: Ich verstehe Ihn einfach nicht

Verfasst: Di 26. Apr 2016, 23:15
von exuserin-2016-12-21
Hallo Lady,
es ist nicht leicht,aber es ist zu schaffen ,ich kann mich nur meinen Vorrednerinnen anschließen.
Die Entwicklung und die Akzeptanz was da mit einem ploetzlich passiert ist für beide Seiten nicht einfach!
Miteinander reden,reden , reden und Sicherheit für beide Seiten geben . Gesteht euch eure Liebe und arbeitet dran an eure neue schoenere Beziehung.
Es ist kein Konkurrent zu dir ,es ist ein Mensch der immer zu dir hält! Meine Anfänge zu Crossdresser waren im verborgenen mit Selfis


Trennen auf Zeit geht nicht gut !! Das ist eine schleichende Verabschiedung ,da das miteinander reden verloren geht und der Frust überwiegt !!
Alles gute euch zweien!!Inge

Re: Ich verstehe Ihn einfach nicht

Verfasst: Mi 27. Apr 2016, 00:07
von HeikeL
Hallo Lady B,

ich kann Dahlia und Ines nur zustimmen, möchte aber einen weiteren Gedanken von mir noch hinzufügen: Über sehr intime Gefühle zu sprechen, ist mir früher nicht immer leicht gefallen. Und 'Heike' war, in der Anfangszeit, für mich sehr intim. Da war dann nix mehr mit logisch erklärbaren Gedankengängen und das hat mich dann stellenweise sehr verunsichert, ja manchmal fast sprachlos gemacht. Eigentlich blödsinning, aber an dieser Stelle lagen 'Heike' und meine männlich Sozialisation ganz schön im Clinch. Es war, für mich, ein nicht ganz einfacher Lernprozess, darüber hinweg zu kommen.

Solche Situationen, wie du sie beschreibst, kenne ich aus eigenem Erleben. In der Anfangszeit habe ich auf ähnliche Weise mein Schatz genervt. Ich wollte sie nicht vorsätzlich verärgern, aber ich konnte auch nicht immer gegen meine Gefühle ankämpfen. Die 'Heike', in mir, wollte unbedingt erlebbar werden und das passte einfach in keinen Zeit- oder Fahrplan. Gleichzeitig merkte ich immer deutlicher, wenn ich 'Heike' zu sehr unterdrücke, würde ich immer unausgeglichener. Wenn dann mein Schatz, etwas angenervt, anmahnte "musst du schon wieder ..." hatte ich, ihr gegenüber, ein ziehmlich schlechtes Gewissen. In der Zwickmühle zwischen "zu wenig Heike = ich unausgeglichen und damit Nerv-Faktor" und anderseits "zu oft Heike = mein Schatz genervt", war ich dann auch nicht zum Reden aufgelegt, denn ich fühlte mich in beiden Fällen irgendwie schuldig. Es hat etwas gedauert, bis ich ihr das dann genau so beschreiben konnte. Und, oh Wunder :o , mein Schatz hat mich besser verstanden, als ich gehofft habe.

Ich glaube daher, dass dein Partner dich gerade dann am meisten braucht, wenn er sprachlos er ist. Es ist aber genau so wichtig, das du ihm das Karusell in deinem Kopf beschreibst, oder rechtzeitig sagst wenn es dir zu viel wird (bevor die Gefühle explodieren). Ich kann auch verstehen, dass du möglichst schnell Antworten haben möchtest. Aber dafür muss dein Partner sich auch öffnen können. Dass funktioniert nicht unter Zeitdruck. Dazu muss er sich erst selbst verstehen und er muss sich vielleicht erst dahin arbeiten bzw. ausprobieren. Als ich mich meiner Frau geöffnet habe, konnte ich mir vieles von dem, was heute fast schon 'normal' ist, gar nicht vorstellen.

Im übrigen finde ich es bewundernswert, das du dich so intesiv mit dem Thema auseinder setzt. (ap)

LG - Heike

Re: Ich verstehe Ihn einfach nicht

Verfasst: Mi 27. Apr 2016, 00:13
von Regina
Hallo Lady B,

ich sehe das so: Jetzt, wo die Büchse der Pandora einmal offen ist und Du eingeweiht bist, nutzt er jede Gelegenheit um sich auszuleben. Jahrelang hat er sich nicht getraut und nun ist es raus. Da platzt es nahezu aus ihm raus.

Hab Geduld. Das wird wieder in "normale" Bahnen kommen.

Was das Tragen eines BHs unter der Männer Kleidung anbelangt habe ich folgende Einstellung. Das ist aber meine ganz persönliche Meinung.

Versetze Dich in die 50er bzw 60er Jahre. Stell Dir vor Du wärst ein verheirateter Mann und Deine Frau möchte plötzlich Hosen tragen. Nun nimmst Du Deine eigenen Sätze. Ersetzt "er" durch "sie" und BH durch Hosen.
Kurz nach ihrem Outing, 5 Tage, hatte sie über den Tag hinweg eine Hose an ...
Und dann kam gestern. Warum, wenn ich doch schon selbst soo weit bin, oder doch nicht?, muss sie gestern gleich wieder Hosen tragen ?
Wie liest sich das für Dich?
Das einzige was noch fehlt ist: "Ich habe doch aber eine Frau geheiratet. Warum nur will sie denn Hosen tragen?"
Ist es nicht einfach nur Kleidungsstück welches er gern trägt? Warum auch immer.

Liebe Grüße,
Regina

Re: Ich verstehe Ihn einfach nicht

Verfasst: Mi 27. Apr 2016, 07:18
von Sabrina.P
Lady B hat geschrieben:
aber zu wissen, wie er sich fühlt und nicht immer abgewiesen zu werden, wäre für mich gerade das größte überhaupt.
Sag ihm deine Offenheit, dein Verständnis, deine Zuneigung zu ihm, auch wenn er einen BH trägt. Mir kommt es hier so vor, wie wenn er gar nicht weis, was er
für eine offene tolerante Frau an seiner Seite hat. Mach ihm das ganz freundlich in einem Gespräch klar.
Als CD erlernt man/Frau seine/n Partnerin neu, nach dem Outing!

Re: Ich verstehe Ihn einfach nicht

Verfasst: Mi 27. Apr 2016, 12:32
von ExUserIn-2026-04-08
Hallo,

leider ist ein längerer Beitrag von mir heute morgen verschwunden. :evil: Aber ich habe etwas gefunden, was vielleicht von Interesse ist. Der Artikel ( http://www.klingsorsletzter.de/?p=2015#respond) beruht auf der These von David Schnarch, die er in "Die Psychologie sexueller Leidenschaft" beschrieben hat. Hierbei geht es darum, dass die Anerkennung der Unterschiede in einer Beziehung von elementarer Bedeutung sind und damit zum Anlass werden, eigene Sichtweisen zu hinterfragen und sich selber zu entwickeln. Ich halte Schnarchs Buch für wesentlich.

Oder anders gefragt: Ist die Verhaltensweise Deines Partners die Ursache oder vielleicht nur der Anlass des "Unwohlseins" ? Liegen die Ursachen vielleicht an ganz anderer Stelle ?

Re: Ich verstehe Ihn einfach nicht

Verfasst: Mi 27. Apr 2016, 13:00
von spacecy
Hallo Lady B.,

leider weiß ich aus eigner und sehr leidvoller Erfahrung, wie schwer es für eine Partnerin ist, die sehr seltsame Neigung des Partners zu verstehen oder gar zu akzeptieren. Obwohl mein "Outing" lange her ist, hat es mein Schatz bis heute nicht wirklich geschafft mich so wie ich bin zu akzeptieren. Ich glaube eine "räumliche Trennung" bringt nichts. Auch wenn es noch so schwer ist, es hilft nur miteinander zu reden. Für uns Crossdresser ist es aber leider auch sehr schwer, unsere Gefühle auszudrücken. Speziell wenn wir eine gewisse "Nichtakzeptanz" spüren. Das auch damit zu tun, dass wir euch nicht noch mehr verärgern wollen. Sicher ist aber, dass wir zwar in anderer Kleidung auftreten, aber wir bleiben der gleiche Mensch. Ich glaube, dass ist in vielen Fällen das zentrale Problem, das es zu beseitigen gilt. Ich hoffe für Euch, dass es Deinem Mann gelingt mit Dir offen über alles reden.

Liebe Grüße
spacecy

Re: Ich verstehe Ihn einfach nicht

Verfasst: Mi 27. Apr 2016, 13:28
von biene38
Lady B hat geschrieben:Ihr seid so klasse,

....Keine Frau will sich als Mann fühlen weil sie Hosen trägt....Wenn Männer aber doch Frauensachen tragen, wollen sie sich doch auch als solche fühlen, oder nicht ?
Wie war es denn, als Hosen noch reine Männerkleidung war, und die ersten Frauen Hosen angezogen haben? Diese wollten damals wahrscheinlich auch etwas mehr männliche Ausstrahlung haben. Mittlerweile sind Hosen akzeptierte Frauenkleidung, insofern kann man das nur schwer vergleichen.
Also ich z.B. will mich nicht als Frau fühlen, denn ich wüsste auch gar nicht wie das gehen sollte. Niemand weiß, wie sich ein anderer fühlt.
Deinem Mann gefällt es vielleicht einfach nur, sich außerhalb des Mainstreams zu kleiden?
Wo sollte da ein Problem sein?
Mache es Dir und Deinem Mann bitte nicht schwerer als nötig.

Grüße von der Biene (na)

Re: Ich verstehe Ihn einfach nicht

Verfasst: Mi 27. Apr 2016, 14:02
von Ninakadin
Hallo Lady B,

Du schreibst: "(sehen möchte ich ihn so noch nicht)".
Ich kann das verstehen, ABER:
Das bedeutet für Deinen Partner, dass er in Deiner Anwesenheit immer (vollständig) männliche Kleidung tragen muss. Die Unterwäsche ist eine Art Ventil bei objektiv männlicher Kleidung eben doch ein stückweit Frauenkleidung zu tragen. Das machen übrigens recht viele Männer, Zahlen aus Unfallstationen von Krankenhäusern sprechen von 5-10%.
Aus dem Diktat "keine Frauenkleidung in meinem Dabeisein" ergibt sich für ihn natürlich der Zwang, das ggf. heimlich zu tun, quasi zu lügen, und deshalb kann oder will er nicht darüber sprechen.
Abgesehen davon ist dieser Drang, sich so zu kleiden, auch schwer zu erklären.

Viele Grüße,

Nina

Re: Ich verstehe Ihn einfach nicht

Verfasst: Mi 27. Apr 2016, 14:43
von ExUserIn-2026-04-08
Hi in die Runde,
Wie war es denn, als Hosen noch reine Männerkleidung war, und die ersten Frauen Hosen angezogen haben? Diese wollten damals wahrscheinlich auch etwas mehr männliche Ausstrahlung haben.
Ich denke, es ging eher um "männliche" Freiheiten, die den Frauen verwehrt waren. Weibliche Kleidung war zu dieser Zeit eher geeignet, diesen Zustand der "Unfreiheit" zu dokumentieren und zu zementieren. Klar, dass die Kleidung dann das äußerliche Zeichen war, das man ablegen wollte.

Aber vielleicht ist das bei uns ja ähnlich. Wir reklamieren etwas ähnliches, nämlich ein "weibliches" Lebensgefühl. Warum sollten wir das auch nicht ? Frauen haben heute Freiheiten, die den Männern im gesellschaftlichen Sinn verwehrt sind. Eine Frau, die "ihren Mann steht", wird respektiert, ein Mann der teils oder ganz die Rolle einer Frau einnimmt, wird abgewertet. Warum sollten wir uns nicht emanzipieren und unsere weiblichen Anteile leben und in Form von Kleidung ausdrücken ?

Was weiblich und was männlich ist, wird im Wesentlichen nicht durch die Natur bestimmt, sondern durch die Kultur (S.de Beauvoir: eine Frau wird gemacht). Natürlich gibt es biologische Unterschiede, aber auch da ist die Abgrenzung nicht immer eindeutig. Jedes, aber auch wirklich jedes Kriterium kann man mit Gegenargumenten entkräften, sogar das Kinderkriegen. Warum sollte das mit den nicht-biologischen Aspekten anders sein ? Die Spannbreite von persönlichen Charaktereigenschaften wie z.B. Dominanz ist innerhalb eines Geschlechts größer als die Differenz zwischen den Geschlechtern. Da ist es zwangsläufig, dass es Überschneidungen gibt. Und auch die haben ein Recht auf Respekt und Anerkennung.

Mein Credo ist, dass wir uns als Menschen verstehen, die unterschiedliche Fähigkeiten und Eigenschaften haben. Wäre das nicht eine bessere Basis für den Umgang miteinander ?

Re: Ich verstehe Ihn einfach nicht

Verfasst: Mi 27. Apr 2016, 17:00
von Salmacis
Lady B hat geschrieben:Ich bin schon mit Hosen in den Kindergarten gegangen. War halt so. Wenn es aber nur das Tragen der weiblichen Kleidungsstücke wäre....Keine Frau will sich als Mann fühlen weil sie Hosen trägt....Wenn Männer aber doch Frauensachen tragen, wollen sie sich doch auch als solche fühlen, oder nicht ?
Naja das wird dir nur dein Mann sagen können. Crossdressing/Tranvestie/Transgender, nenne es wie du willst. Die Facetten sind fast so unendlich wie die Gründe warum Menschen es tun.
Es kann Stressabbau sein, eine sexuelle Vorliebe oder eben die eigene Sexualität bzw. Identität. Aber da können wir alle und auch du nur Mutmaßen. Am Ende muss dein Mann dir die Frage beantworten.
Aber vllt weiß er selbst nicht wieso und weshalb.Vieles wandelt sich auch mit der Zeit. Wichtig ist ein offener und ehrlicher Dialog.

Re: Ich verstehe Ihn einfach nicht

Verfasst: Mi 27. Apr 2016, 17:12
von ExUserIn-2026-04-08
Proust schreibt passenderweise, wie ich meine:
Doch im Austausch gegen das, was unsere Einbildungskraft uns vergebens erwarten lässt und was wir umsonst so mühevoll zu entdecken bestrebt sind, schenkt das Leben uns etwas, das weit über unser Vorstellungsvermögen hinausgeht. (aus: Die Flüchtige)
Edit: Einen habe ich noch:
Nichts vermittelt uns vielleicht so den Eindruck der außerhalb von uns bestehenden Wirklichkeit wie der Wechsel der Position, den sogar eine unbedeutende Person vor und nach dem Augenblick unserer Bekanntschaft mit ihr aus unserer Perspektive erfährt (aus: Im Schatten junger Mädchenblüte)
Aber dazu muss man die eigenen Überzeugungen und Sichtweisen loslassen ...

Re: Ich verstehe Ihn einfach nicht

Verfasst: Mi 27. Apr 2016, 18:18
von biene38
Vicky_Rose hat geschrieben:
Ich denke, es ging eher um "männliche" Freiheiten, die den Frauen verwehrt waren. Weibliche Kleidung war zu dieser Zeit eher geeignet, diesen Zustand der "Unfreiheit" zu dokumentieren und zu zementieren. Klar, dass die Kleidung dann das äußerliche Zeichen war, das man ablegen wollte.
dem möchte ich nicht komplett zustimmen. Im Umkehrschluss könnte man dann behaupten, Männer, die Kleider und Röcke tragen, würde es nur um die weiblichen Freiheiten gehen, die du beschrieben hast. Die Kleidung als Zeichen, aus der klassischen Männerrolle ausbrechen zu wollen.

Vielleicht fanden einige Frauen damals Hosen einfach nur praktisch. Und dennoch wirkten sie damals männlich, da Hosen eben ein reines Männerkleidungsstück waren.

Ebenso wie damals die Gründe für Frauen vielfältig waren, sind sie es heute für einige Männer, warum sie "Frauenkleidung" tragen möchten, u.a.:

-als Zeichen der männlichen Emanzipation, Männer dürfen/wollen sich auch körperbetont und sexy kleiden
-aus modischen Gründen, weg von dem Einheitslook
-aus Bequemlichkeit, Röcke sind im Sommer viel luftiger
....