Zwischenbericht
Verfasst: Do 3. Mär 2016, 20:28
Hallo ihr lieben, wie schon an anderen Orten in diesem Forum beschrieben ordne ich mich nicht in das binäre System ein, sondern sehe mich irgendwo dazwischen, in letzter Zeit eher etwas mehr auf der weiblichen Seite, dies ist aber auch je nach Tag und Situation unterschiedlich. Vor gut 2 Jahren ging ich das erste mal zu einem Psychologen der sich mit der Thematik auskennt und möchte euch berichten was sich seither getan hat. Ich hatte schon immer eine starke weibliche Seite und wünschte mir schon als Kind, ich kannte damals noch keinen anderen Ausdruck, ein Zwitter zu sein. Es war jedoch eine Fantasie von der ich mir lange nicht vorstellen konnte das ich sie umsetzen und leben könne und so versuchte ich immer wieder äusserlich als Mann im Leben klarzukommen. Als ich am Anfang zum Psychologen ging, war ich noch der Ansicht dass ich eine Strategie entwickeln könne, um mit der Diskrepanz zwischen meinem körperlichen und meine gefühlten Geschlecht klarzukommen. Dieser Ansicht löste sich jedoch schnell auf und so begann ich mein äusserliche Erscheinungsbild zu ändern und damit zu experimentieren. Gut ein Jahr später entschloss ich Hormone zu nehmen, mein Psychologe unterstützte mich von Anfang an und so konnte ich sehr schnell mit der HET beginne, ich habe im Forum auch schon darüber berichtet. Hier habe ich eine Auflistung von verschiedenen Aspekten zusammengestellt, um aufzuzeigen was sich verändert hat und wo ich Heute stehe.
Gefühlsebene:
Seit beginn habe ich ein Art Aufbruchsstimmung und seit ich die Hormone nehme fühle ich mich ausgeglichener und bin kommunikativer geworden. Früher hatte ich immer wieder kleinere und manchmal auch grössere Depressionen, diese sind seit ich den Weg gehe nicht mehr gekommen.
Beziehung:
Meine Frau mit der ich schon 20 Jahre zusammen bin, teilte ich schon vor dem ersten Besuch beim Psychologen meine Gefühle mit und sie begleitet mich auf diesem Weg, habe im Forum auch schon darüber berichtet. Nach einer grösseren Krise haben wir uns wieder gefunden, haben uns neu verliebt und wenn es auch nicht immer einfach ist, wurde unsere Beziehung bereichert und intensiver als je zu vor.
Medizinisches:
Mache seit knap 10 Monaten eine HET ohne Antiandrogene.
Logopädie/Stimmtraining bis jetzt 3 Sitzungen, hat noch nicht soviel gebracht, werde ich nochmals in Angriff nehmen.
Bartepilation mit Laser, der Erfolg ist mässig da ich sehr viele helle Haare habe, muss noch weiter schauen.
Eine GaOp ist bis jetzt keine Option, da ein weibliches Genital mir auch nicht wirklich entsprechen würde.
Gang:
Weiblicherer gang wäre schön, da ich jedoch seit meiner Kindheit ein kleines Problem mit der Motorik meiner Beine haben, fragen mich die Leute immer wieder ob ich eine Verletzung habe, versuch einfach nicht zu fest aufzufallen beim gehen.
Körper:
Körperhaare rasieren ich nicht absolut konsequent, habe zum Glück nicht so viel, Brust zum Glück nur ein paar Härchen die ich immer zupfe, Augenbrauen zupfe und trimme ich immer.
Fussnägel gelegentlich im Sommer rot oder silber, Fingernägel öfters mit leichtem glitzer.
Gesicht mit Abdeckcreme, Kajal und Mascara oft für den Ausgang abends, jedoch eher dezent aber sichtbar.
Kopfhaar ist gut Schulterlang und blond getönt, leider nicht mehr ganz so dicht, meistens offen, gelegentlich noch oben zusammengenommen und mit Stirnband damit man die Geheimratsecken nicht sieht. Perücke trage ich ganz selten da ich mich damit nicht so wohl fühle, auch wenn ich schon Komplimente dafür bekommen habe und die Leute meistens meinen es seien meine echten Harre.
Kleidung:
Longshirts, lange Pullis, manchmal auch Rock oder irgendwas dazwischen z.B. elastischer Schlauch bis maximal zu den Knien über Hosen getragen, dann auch eher damenhafte Halstücher Jacken und Mäntel, oft farbige oder elegante Turnschuhe, manchmal auch Stiefel mit kleinen Absätzen, da ich Grösse 46 habe ist die Auswahl beschränkt.
Slips aus der Männerabteilung entsprechen mehr meiner Anatomie und der Tragkomfort ist somit einfach besser (habe schon Damenslips von meiner Frau probiert). BHs besitze ich, trag ich jedoch sehr selten, auch die Silis bleiben meistens zuhause, Spaghetti Tops gefallen mir wesentlich besser und finde ich ausreichend für meine noch recht kleinen Busen, mal schauen was da noch kommt, freue mich auf jeden Fall dass sie langsam grösser werden.
Handtasche öfters dabei, jedoch kein extrem weibliches Modell, je nach Anlass leih ich mir eine bei meiner Frau, sie bedient sich auch manchmal bei mir.
Schmuck:
Immer Ohrstecker, manchmal kleinere dann wieder etwas grösseres farbiges, oft Halskettchen von fein bis auffällig farbig, je nach Anlas, Ringe und manchmal Armband.
Outing/Anrede:
Wie in diesem Forum auch schon beschrieben habe ich mich Anfang dieses Jahres in meinem Freundeskreis geoutet und werde von den meisten mit meinem neuen Namen Nicola, dementsprechenden Anrede und Pronomen angesprochen (neutral oder weiblich).
Gelegentlich werde ich auch in der Öffentlichkeit als Frau angesprochen, als ich vor kurzem mit einer ältere Dame ins Gespräch kam und sie anschliessend noch mit meiner Frau weiter redete, sagte sie bezugnehmend auf mich, die Dame der Herr, es fühlte sich richtig gut an. Als ich meinem Hausarzt sagte er solle mich nicht mehr mit Herr ansprechen sonder neutral oder weiblich, fragte er mich ob es für mich gut sei wenn er mich mit Nicola und sie anreden würde, der Vorschlag gefiel mir.
Akzeptanz:
Ausser einer negativen Reaktion eines Verwandten und gelegentlich zurückhaltendem verhalten keine Probleme, auch nicht in der Öffentlichkeit. Vor kurzem hat sich ein Freund mit dem ich nicht mehr so viel Kontakt habe, als ich ihm mitgeteilt habe das ich eine neuen Namen habe und wie ich angesprochen werden möchte, sich bedankt für die Mitteilung und mir zu dem mutigen Schritt gratuliert.
In der Öffentlichkeit:
Als ich vor kurzem nach dem Kino aufs Klo ging, versuchte ich es zuerst auf der Herrentoilette, da alle Kabinen jedoch besetzt waren, ich nicht ans Pissoir wollte und mich einige irgendwie anstarrten ging ich wieder raus und aufs Damenklo, fühle mich dort wohler. Ich weiss nicht ob jemand mich beim Wechsel beobachtet hat, auf jeden Fall hat niemand etwas gesagt.
Wie es sich in einer Gesellschaft leben lässt, in der ein drittes Geschlecht nicht wirklich existiert und meistens nicht zugeordnet werden kann, weiss ich auch noch nicht genau. Es wird wohl immer wieder ein Balanceakt sein, möglichst ich selbst zu bleiben und mich in der Öffentlichkeit trotzdem nicht zu sehr zu exponieren. Das mein Gegenüber von meiner äusseren Erscheinung gelegentlich irritiert sein wird, muss ich wohl in Kauf nehmen. Bis jetzt bin ich mit dem Verlauf jedoch ganz zufrieden und freue mich das sich mein Körper in die weibliche Richtung verändert.
Liebe Grüsse Nicola
Gefühlsebene:
Seit beginn habe ich ein Art Aufbruchsstimmung und seit ich die Hormone nehme fühle ich mich ausgeglichener und bin kommunikativer geworden. Früher hatte ich immer wieder kleinere und manchmal auch grössere Depressionen, diese sind seit ich den Weg gehe nicht mehr gekommen.
Beziehung:
Meine Frau mit der ich schon 20 Jahre zusammen bin, teilte ich schon vor dem ersten Besuch beim Psychologen meine Gefühle mit und sie begleitet mich auf diesem Weg, habe im Forum auch schon darüber berichtet. Nach einer grösseren Krise haben wir uns wieder gefunden, haben uns neu verliebt und wenn es auch nicht immer einfach ist, wurde unsere Beziehung bereichert und intensiver als je zu vor.
Medizinisches:
Mache seit knap 10 Monaten eine HET ohne Antiandrogene.
Logopädie/Stimmtraining bis jetzt 3 Sitzungen, hat noch nicht soviel gebracht, werde ich nochmals in Angriff nehmen.
Bartepilation mit Laser, der Erfolg ist mässig da ich sehr viele helle Haare habe, muss noch weiter schauen.
Eine GaOp ist bis jetzt keine Option, da ein weibliches Genital mir auch nicht wirklich entsprechen würde.
Gang:
Weiblicherer gang wäre schön, da ich jedoch seit meiner Kindheit ein kleines Problem mit der Motorik meiner Beine haben, fragen mich die Leute immer wieder ob ich eine Verletzung habe, versuch einfach nicht zu fest aufzufallen beim gehen.
Körper:
Körperhaare rasieren ich nicht absolut konsequent, habe zum Glück nicht so viel, Brust zum Glück nur ein paar Härchen die ich immer zupfe, Augenbrauen zupfe und trimme ich immer.
Fussnägel gelegentlich im Sommer rot oder silber, Fingernägel öfters mit leichtem glitzer.
Gesicht mit Abdeckcreme, Kajal und Mascara oft für den Ausgang abends, jedoch eher dezent aber sichtbar.
Kopfhaar ist gut Schulterlang und blond getönt, leider nicht mehr ganz so dicht, meistens offen, gelegentlich noch oben zusammengenommen und mit Stirnband damit man die Geheimratsecken nicht sieht. Perücke trage ich ganz selten da ich mich damit nicht so wohl fühle, auch wenn ich schon Komplimente dafür bekommen habe und die Leute meistens meinen es seien meine echten Harre.
Kleidung:
Longshirts, lange Pullis, manchmal auch Rock oder irgendwas dazwischen z.B. elastischer Schlauch bis maximal zu den Knien über Hosen getragen, dann auch eher damenhafte Halstücher Jacken und Mäntel, oft farbige oder elegante Turnschuhe, manchmal auch Stiefel mit kleinen Absätzen, da ich Grösse 46 habe ist die Auswahl beschränkt.
Slips aus der Männerabteilung entsprechen mehr meiner Anatomie und der Tragkomfort ist somit einfach besser (habe schon Damenslips von meiner Frau probiert). BHs besitze ich, trag ich jedoch sehr selten, auch die Silis bleiben meistens zuhause, Spaghetti Tops gefallen mir wesentlich besser und finde ich ausreichend für meine noch recht kleinen Busen, mal schauen was da noch kommt, freue mich auf jeden Fall dass sie langsam grösser werden.
Handtasche öfters dabei, jedoch kein extrem weibliches Modell, je nach Anlass leih ich mir eine bei meiner Frau, sie bedient sich auch manchmal bei mir.
Schmuck:
Immer Ohrstecker, manchmal kleinere dann wieder etwas grösseres farbiges, oft Halskettchen von fein bis auffällig farbig, je nach Anlas, Ringe und manchmal Armband.
Outing/Anrede:
Wie in diesem Forum auch schon beschrieben habe ich mich Anfang dieses Jahres in meinem Freundeskreis geoutet und werde von den meisten mit meinem neuen Namen Nicola, dementsprechenden Anrede und Pronomen angesprochen (neutral oder weiblich).
Gelegentlich werde ich auch in der Öffentlichkeit als Frau angesprochen, als ich vor kurzem mit einer ältere Dame ins Gespräch kam und sie anschliessend noch mit meiner Frau weiter redete, sagte sie bezugnehmend auf mich, die Dame der Herr, es fühlte sich richtig gut an. Als ich meinem Hausarzt sagte er solle mich nicht mehr mit Herr ansprechen sonder neutral oder weiblich, fragte er mich ob es für mich gut sei wenn er mich mit Nicola und sie anreden würde, der Vorschlag gefiel mir.
Akzeptanz:
Ausser einer negativen Reaktion eines Verwandten und gelegentlich zurückhaltendem verhalten keine Probleme, auch nicht in der Öffentlichkeit. Vor kurzem hat sich ein Freund mit dem ich nicht mehr so viel Kontakt habe, als ich ihm mitgeteilt habe das ich eine neuen Namen habe und wie ich angesprochen werden möchte, sich bedankt für die Mitteilung und mir zu dem mutigen Schritt gratuliert.
In der Öffentlichkeit:
Als ich vor kurzem nach dem Kino aufs Klo ging, versuchte ich es zuerst auf der Herrentoilette, da alle Kabinen jedoch besetzt waren, ich nicht ans Pissoir wollte und mich einige irgendwie anstarrten ging ich wieder raus und aufs Damenklo, fühle mich dort wohler. Ich weiss nicht ob jemand mich beim Wechsel beobachtet hat, auf jeden Fall hat niemand etwas gesagt.
Wie es sich in einer Gesellschaft leben lässt, in der ein drittes Geschlecht nicht wirklich existiert und meistens nicht zugeordnet werden kann, weiss ich auch noch nicht genau. Es wird wohl immer wieder ein Balanceakt sein, möglichst ich selbst zu bleiben und mich in der Öffentlichkeit trotzdem nicht zu sehr zu exponieren. Das mein Gegenüber von meiner äusseren Erscheinung gelegentlich irritiert sein wird, muss ich wohl in Kauf nehmen. Bis jetzt bin ich mit dem Verlauf jedoch ganz zufrieden und freue mich das sich mein Körper in die weibliche Richtung verändert.
Liebe Grüsse Nicola