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Ämterärger

Verfasst: Do 3. Mär 2016, 20:18
von Nicoletta
Hallo, Ihr Lieben,

endlich habe ich mich entschlossen, Nägel mit Köpfen zu machen und meine VÄ/PÄ ernsthaft zu betreiben. Die letzten Tage habe ich damit verbracht, mich im Internet kundig zu machen, wie man das am besten anpackt, den Antrag geschrieben, den transsexuellen Lebenslauf. Heute bin ich dann zum Bürgeramt Bonn-Beuel getigert, weil ich eine Beglaubigung meiner Geburtsurkunde brauchte (brauche ich wirklich?, ich habe noch eine vom Standesamt Bremen, wo ich geboren bin, beglaubigte Geburtsurkunde, die ich 1980 angefordert hatte für die Eheschließung; gilt die noch, ich meine die beglaubigte Urkunde, nicht die Ehe?), außerdem eine Meldebescheinigung. Inzwischen aber ist das Bürgeramt geschlossen. Zugang erhält man nur noch nach Terminvereinbarung online. Das habe ich dann versucht und festgestellt, dass es in Bonn-Beuel bis Ende des Jahres 2016 keinen freien Termin mehr gibt, obwohl doch die Sache höchstens 5 Minuten in Anspruch nehmen könnte. Ich habe dann das Bürgeramt Bonn (Innenstadt) aufgerufen und dort einen Termin bekommen für Juni 2016 (!!!), obwohl doch die Anfrage um Termine angeblich nur 14 Tage im Voraus möglich ist. Ich habe das Ganze zwar lange schleifen lassen, aber jetzt war es mir doch eilig, jedenfalls sollte das ganze Prozedere (nicht nur der Kampf um eine Meldebescheinigung) noch im Laufe dieses Jahres über die Bühne gehen. Frage in die Runde: Kann man da nach Eurer Erfahrung etwas machen? Ich könnte mit meinen Papieren direkt zum zuständigen Amtsgericht in Köln gehen, Beglaubigung dürfte da auch möglich sein, aber was ist mit der Meldebescheinigung? Kann man die anderswo bekommen, ist sie umgehbar, ersetzbar durch andere Unterlagen? Nach meinem Verständnis dient sie dazu, den Wohnort nachzuweisen (geht aus dem Personalausweis eigentlich auch hervor, ebenso die Staatsangehörigkeit) und den Familienstand (eine Urkunde zur Eheschließung hätte ich ersatzweise ja auch zur Verfügung). Was meint Ihr? Wenn Ihr keine anderen Ideen oder Ratschläge habt, werde ich nächste Woche einfach mal beim Amtsgericht in Köln vorsprechen. Dankbar für Tipps.

LG Nicoletta

Re: Ämterärger

Verfasst: Do 3. Mär 2016, 22:10
von Ninakadin
Hallo Nicoletta,

In Berlin bekommst Du auf 3 Monate keinen Termin, ich kenne das also. Vor einem halben Jahr habe ich meine Papiere durch einen Überfall verloren. Ich habe dann angerufen, und gefragt, ob ich aus diesem Grund nicht doch irgendwie einen Termin bekommen kann. Antwort: Dann haben sie ja keine gültigen Papiere, das ist ein Notfall, sie können einfach morgen kommen und ihre Anträge werden bearbeitet. Und so hatte ich schnell wieder alle Papiere. D.h. Wenn Du das als Notfall darstellen kannst, sollte das funktionieren. Und eigentlich hast Du auch keine passenden Papiere mehr. Ich vermute, mit der richtigen Ansprache sollte es möglich sein, dort direkt ohne Termin die gewünschte Bescheinigung zu bekommen.

LG,

Nina

Re: Ämterärger

Verfasst: Do 3. Mär 2016, 22:29
von Nicoletta
Danke, Nina,

ein Tipp, ein Trick. Schlimm, wenn es in diesem Lande nur so gehen sollte. Deine Wartezeit bezog sich aber wohl auf das Amtsgericht, nicht auf das Einwohnermeldeamt. Ich könnte aber vielleicht beim Amtsgericht in Köln den Notstand geltend machen, der das Bonner Einwohnermeldeamt außer Stande setzt, in überschaubarem zeitlichen Rahmen zu agieren. Diese Woche geht nichts mehr mit Ämtern, aber nächste Woche werde ich sicher in irgendeiner Weise aktiv. Es brennt mir auf den Nägeln, schließlich bin ich 67 (fast 68), und ich wollte nicht erst zu meinem 80sten Geburtstag, wenn ich ihn erlebe, einen positiven Bescheid erhalten.

LG Nicoletta

Re: Ämterärger

Verfasst: Fr 4. Mär 2016, 07:16
von Vivian Cologne
Erst mal nur kurz: Die Amtsgerichte sind unterschiedlich anspruchsvoll, was die vorzulegenden Papiere angeht.

Mit meinem Antrag beim AG Köln habe ich eine unbeglaubigte Kopie meiner Geburtsurkunde sowie Kopien des Personalausweises mitgeschickt. Mehr wollten die auch nicht. Dann ging alles seinen Schneckengang, das wirst du dann noch kennenlernen.

Der TS-Lebenslauf geht das Gericht nichts an, der fließt höchstens in die Gutachten ein.

Bei Detailfragen speziell zur Kölner Situation kannst du mich jederzeit fragen.

Vivian

Re: Ämterärger

Verfasst: Fr 4. Mär 2016, 09:00
von Nicoletta
Danke, Vivian, das ist nun sehr hilfreich, da für mich nun mal das Kölner Amtsgericht zuständig ist. Wenn ich es richtig verstehe, hast Du eine Meldebescheinigung nicht gebraucht? Genau das wäre der Engpass bei mir. Wenn das bei Dir ohne ging, schicke ich Antrag und Kopien noch heute ab. Den transsexuellen Lebenslauf wollte ich dennoch mitschicken, vielleicht hilfreich für die Gutachter. Viele Grüße,

Nicoletta

Re: Ämterärger

Verfasst: Fr 4. Mär 2016, 13:08
von Ninakadin
Nicoletta hat geschrieben:Deine Wartezeit bezog sich aber wohl auf das Amtsgericht, nicht auf das Einwohnermeldeamt.
LG Nicoletta
Halo Nicoletta,

nein, ich sprach vom Bürgeramt, wo Du in Berlin Ausweise und auch Meldebescheinigungen bekommst.

LG,

Nina

Re: Ämterärger

Verfasst: Fr 4. Mär 2016, 14:51
von Nicoletta
Ich muss verstehen, dass ich das verstehe. Noch im vorigen Jahr ging alles ohne Anmeldung online, nur mit Wartemarken, und länger als 15 Minuten musste man nie warten. Allenfalls könnte ich mir vorstellen, dass durch Flüchtlinge etwas mehr Arbeit anfällt. Ist mir rätselhaft.

Nicoletta

Re: Ämterärger

Verfasst: Fr 4. Mär 2016, 17:24
von Vivian Cologne
Nein, keine Meldebescheinigung.

Wenn denen etwas fehlt, werden sie sich melden. Die Verzögerungen liegen in der Regel in der chronischen Überlastung der drei beteiligten Personen beim Amtsgericht begründet, nicht in fehlenden Unterlagen.

Die Hoffnung, das Gericht würde z.B. den Lebenslauf an die Gutachter weiterleiten, wird in der Regel auch enttäuscht. Aber es schadet nicht.

Bei Empfehlungen zu Gutachtern kann ich auch behilflich sein, gerne auch per Mail. Außer mir gibt es hier im Forum nicht viele aktive Mitglieder aus dem Einzugsbereich des AG Köln. Komisch eigentlich.

Vivian

Re: Ämterärger

Verfasst: Sa 5. Mär 2016, 15:51
von Victoria
Vivian Cologne hat geschrieben:Erst mal nur kurz: Die Amtsgerichte sind unterschiedlich anspruchsvoll, was die vorzulegenden Papiere angeht.


Der TS-Lebenslauf geht das Gericht nichts an, der fließt höchstens in die Gutachten ein.

Vivian
Hallo Nicoletta,
da muss ich Vivian recht geben jedes AG händelt es anders! In Düsseldorf mußte ich den Lebenslauf und eine Meldebescheinigung beifügen.

Vielleicht hilft dir ja dieses Musterschreiben deine Vä/Pä zu beschleunigen:

http://www.dgti.org/musterbriefe.html?id=233

LG
Vicci (flo)

Re: Ämterärger

Verfasst: Sa 5. Mär 2016, 18:18
von Nicoletta
Danke, Victoria, für den Link. Inzwischen ist mein Antrag weg, ausführlicher als Dein Muster mit mehr Nennung von Paragraphen. Ich habe mich auch auf im Internet verfügbare Muster gestützt, daraus ausgewählt und selbst kombiniert. Hetzt beginnt erst einmal das lange Warten. Ich halte es für möglich, dass ich noch die Meldebescheinigung nachreichen muss. Vielelicht brauchte Vivian sie als Kölnerin nicht, aber da ich aus Bonn komme, wer weiß. Vorsichthalber habe ich einen Termin beim Bonner Bürgeramt gemacht (erst im Juni möglich), löschen kann ich den immer noch wieder, wenn er nicht gebraucht wird.

LG

Nicoletta