Hallo, Viggy ist neu hier
Verfasst: Do 18. Feb 2016, 09:56
Hallo zusammen,
auf der Suche nach Tipps, wie ich mit meiner nicht ganz neuen Leidenschaft selbst (und evtl. auch mit meiner Frau) umgehen soll, bin ich auf dieses Forum gestoßen. Ich bin mir natürlich schon im Klaren darüber, dass ich hier DIE Lösung nicht finden kann, nicht nur wir sind Individuen, sondern auch unsere Partnerinnen (sofern vorhanden) und somit gibt es wohl unzählige Wege.
Zuerst will ich mal versuchen meine Situation zu beschreiben:
Ich sehe mich hetero, bin seit 34 Jahren verheiratet und habe 3 erwachsene Kinder. Frauen waren für mich noch nie ein Anlass für typische Machosprüche (... da hab ich schon schönere aus dem Bett geworfen ... ) sondern eher die besseren Menschen (bitte nicht zu eng sehen). Gleichwohl bin ich in unserer Ehe schon eher der bestimmende Teil, ich bin also keinesfalls devot.
Nun zum eigentlichen Thema, vielleicht spielt da ein kleines Schlüsselerlebnis eine Rolle. Als ich noch ein kleiner Junge war, ca. 6 Jahre alt, wohnte in unserer Nachbarschaft eine jüngeres Paar. Sie war so weit ich das noch erinnere, immer ziemlich adrett gekleidet. Eines Tages kam ich aus irgendeinem Grund in den Flur der Wohnung des Paares und sah vor der Tür schöne moderne Pumps stehen, wie meine Mutter sie nie trug. Hellgrün innen feines beiges Leder. Ich war hin und weg und seit dem freue ich mich immer über den Anblick schöner eleganter Schuhe. Dabei möchte ich aber betonen, dass ich nicht zu jenen gehöre die in Damenschuhe onanieren. Nein, ich mag einfach schöne Schuhe und allgemein adrette, feminine 'Damenbekleidung'.
Bis vor ca. 20 Jahren hat sich dann, lebte ich dann ohne 'Auffälligkeiten' ein braves und unauffälliges Leben als Mann, von meiner Neigung wusste ich selbst noch nichts. Bis ich dann mit Radsport begann. Nach ein paar Jahren kam der Wunsch, es den Profis nachzumachen und die Beine zu rasieren. Das war dann irgendwie der Klick. Das fühlte sich SO gut an ... und weil mich die Stoppelei schnell nervte begann ich bald damit, die Beine zu epilieren. Damit war dann das Interesse an weiblichen Attributen, das vielleicht schon lange in mir schlummerte, geweckt. Vor ein paar Jahren, hatte ich Probleme mit meinen Nägeln, um mich am Kauen zu hindern, lackierte ich sie mit Klarlack. Der nächste Klick. Meine Frau stellte natürlich bald die obligatorische Frage "Wirst du jetzt schwul?". So nach und nach entdeckte ich dann Kleinigkeiten in der Körpferpflege/Kosmetik die sonst eher Frauen vorbehalten sind. Ich mag keine typischen Männerdüfte, zupfe meine Augenbrauen ...
Bis zu einem gewissen Grad geht meine Frau tolerant mit dem Thema um, sie mag ohnehin keine Machos. Es gab (und gibt wohl) Ängste bei meiner Frau, wir hatten klärende Gespräche und so bin ich jetzt auf dem Status angekommen, der jetzt aktuell ist. Ich trage im Winter Feinstrumpfhosen unter der Hose (ohne Tarnsocken), habe immer lackierte Finger- und Fußnägel (Finger in dezentem Farbton, Zehen meist in Blautönen) und trage Kettchen an den Fesseln.
Damit kann sie ganz gut umgehen und dafür bin ich ihr auch schon unendlich dankbar.
In einem Gespräch mit dem Thema, dass ich wohl eine feminine Seite habe und das auch etwas leben will, sagte sie, mit diesen Accessoires könnte sie gut leben, aber leider auch, dass sie es sich nicht vorstellen könne, mich in Pumps durchs Haus gehen zu sehen, das fände sie dann doch tuntig.
Nichtsdestotrotz, das Thema ließ mich nicht los und ich begann im Internet Schuhe, Röcke, Shirts und Höschen zu kaufen. Keine Sachen aus dem Porno-Versand, sondern hübsche alltagstaugliche Artikel. Dabei habe ich auch darauf geachtet, dass die Hüften nicht zu betont geschnitten sind, und bei der Unterwäsche ein hoher Elasthananteil besteht, damit es im Schritt auch passt. Was ich ablehne sind BHs, ich habe keine Brüste, also macht ein BH keinen Sinn.
Das verrückte ist, wenn ich mich so im knielangen schmalen Rock, mit eng geschnittenem Shirt und Pumps betrachte, das sieht auch objektiv betrachtet richtig gut aus. Da kann manche Bio-Frau nicht mithalten. Warum also dürfen wir Männer das NICHT tragen?
Ich glaube, wenn meine Frau mich mal so sehen würde, würde sie ES vielleicht nicht verstehen, aber vielleicht ein klein wenig MICH. Und so stehe ich jetzt hier und überlege, ob ich mich outen soll. Manchmal wünsche ich mir, dass ich erwischt werde. Meine Ehe würde ich deswegen nie aufgeben, wenn's sein müsste, würde ich alles wieder wegwerfen, aber das kommt doch wieder? Ich fühle mich als Mann wohl, habe deswegen auch einen relativ neutralen Nickname, ich werde hier auch nie 'Hallo Mädels' schreiben können, aber trotzdem, da ist eben auch diese feminine Seite, die raus will.
Nun denn, das war eine ziemlich ausgiebige Vorstellung. Ich hoffe hier auf viele nette Anregungen und Unterhaltung zum Thema.
Viele Grüße
Viggy
auf der Suche nach Tipps, wie ich mit meiner nicht ganz neuen Leidenschaft selbst (und evtl. auch mit meiner Frau) umgehen soll, bin ich auf dieses Forum gestoßen. Ich bin mir natürlich schon im Klaren darüber, dass ich hier DIE Lösung nicht finden kann, nicht nur wir sind Individuen, sondern auch unsere Partnerinnen (sofern vorhanden) und somit gibt es wohl unzählige Wege.
Zuerst will ich mal versuchen meine Situation zu beschreiben:
Ich sehe mich hetero, bin seit 34 Jahren verheiratet und habe 3 erwachsene Kinder. Frauen waren für mich noch nie ein Anlass für typische Machosprüche (... da hab ich schon schönere aus dem Bett geworfen ... ) sondern eher die besseren Menschen (bitte nicht zu eng sehen). Gleichwohl bin ich in unserer Ehe schon eher der bestimmende Teil, ich bin also keinesfalls devot.
Nun zum eigentlichen Thema, vielleicht spielt da ein kleines Schlüsselerlebnis eine Rolle. Als ich noch ein kleiner Junge war, ca. 6 Jahre alt, wohnte in unserer Nachbarschaft eine jüngeres Paar. Sie war so weit ich das noch erinnere, immer ziemlich adrett gekleidet. Eines Tages kam ich aus irgendeinem Grund in den Flur der Wohnung des Paares und sah vor der Tür schöne moderne Pumps stehen, wie meine Mutter sie nie trug. Hellgrün innen feines beiges Leder. Ich war hin und weg und seit dem freue ich mich immer über den Anblick schöner eleganter Schuhe. Dabei möchte ich aber betonen, dass ich nicht zu jenen gehöre die in Damenschuhe onanieren. Nein, ich mag einfach schöne Schuhe und allgemein adrette, feminine 'Damenbekleidung'.
Bis vor ca. 20 Jahren hat sich dann, lebte ich dann ohne 'Auffälligkeiten' ein braves und unauffälliges Leben als Mann, von meiner Neigung wusste ich selbst noch nichts. Bis ich dann mit Radsport begann. Nach ein paar Jahren kam der Wunsch, es den Profis nachzumachen und die Beine zu rasieren. Das war dann irgendwie der Klick. Das fühlte sich SO gut an ... und weil mich die Stoppelei schnell nervte begann ich bald damit, die Beine zu epilieren. Damit war dann das Interesse an weiblichen Attributen, das vielleicht schon lange in mir schlummerte, geweckt. Vor ein paar Jahren, hatte ich Probleme mit meinen Nägeln, um mich am Kauen zu hindern, lackierte ich sie mit Klarlack. Der nächste Klick. Meine Frau stellte natürlich bald die obligatorische Frage "Wirst du jetzt schwul?". So nach und nach entdeckte ich dann Kleinigkeiten in der Körpferpflege/Kosmetik die sonst eher Frauen vorbehalten sind. Ich mag keine typischen Männerdüfte, zupfe meine Augenbrauen ...
Bis zu einem gewissen Grad geht meine Frau tolerant mit dem Thema um, sie mag ohnehin keine Machos. Es gab (und gibt wohl) Ängste bei meiner Frau, wir hatten klärende Gespräche und so bin ich jetzt auf dem Status angekommen, der jetzt aktuell ist. Ich trage im Winter Feinstrumpfhosen unter der Hose (ohne Tarnsocken), habe immer lackierte Finger- und Fußnägel (Finger in dezentem Farbton, Zehen meist in Blautönen) und trage Kettchen an den Fesseln.
Damit kann sie ganz gut umgehen und dafür bin ich ihr auch schon unendlich dankbar.
In einem Gespräch mit dem Thema, dass ich wohl eine feminine Seite habe und das auch etwas leben will, sagte sie, mit diesen Accessoires könnte sie gut leben, aber leider auch, dass sie es sich nicht vorstellen könne, mich in Pumps durchs Haus gehen zu sehen, das fände sie dann doch tuntig.
Nichtsdestotrotz, das Thema ließ mich nicht los und ich begann im Internet Schuhe, Röcke, Shirts und Höschen zu kaufen. Keine Sachen aus dem Porno-Versand, sondern hübsche alltagstaugliche Artikel. Dabei habe ich auch darauf geachtet, dass die Hüften nicht zu betont geschnitten sind, und bei der Unterwäsche ein hoher Elasthananteil besteht, damit es im Schritt auch passt. Was ich ablehne sind BHs, ich habe keine Brüste, also macht ein BH keinen Sinn.
Das verrückte ist, wenn ich mich so im knielangen schmalen Rock, mit eng geschnittenem Shirt und Pumps betrachte, das sieht auch objektiv betrachtet richtig gut aus. Da kann manche Bio-Frau nicht mithalten. Warum also dürfen wir Männer das NICHT tragen?
Ich glaube, wenn meine Frau mich mal so sehen würde, würde sie ES vielleicht nicht verstehen, aber vielleicht ein klein wenig MICH. Und so stehe ich jetzt hier und überlege, ob ich mich outen soll. Manchmal wünsche ich mir, dass ich erwischt werde. Meine Ehe würde ich deswegen nie aufgeben, wenn's sein müsste, würde ich alles wieder wegwerfen, aber das kommt doch wieder? Ich fühle mich als Mann wohl, habe deswegen auch einen relativ neutralen Nickname, ich werde hier auch nie 'Hallo Mädels' schreiben können, aber trotzdem, da ist eben auch diese feminine Seite, die raus will.
Nun denn, das war eine ziemlich ausgiebige Vorstellung. Ich hoffe hier auf viele nette Anregungen und Unterhaltung zum Thema.
Viele Grüße
Viggy