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Lektürevorlieben

Verfasst: Fr 12. Feb 2016, 22:02
von Nicoletta
Hallo,

ob ich hier in der richtigen Untersparte angekommen bin, weiß ich nicht, notfalls verschieben.

Mich interessiert einfach mal, was Ihr so lest mit Bezug auf unser Besonderssein? Da gibt es natürlich die Druckmedien mit etliche Publikationen, die auch hier schon immer wieder genannt worden sind und es meist auch verdienen, genannt zu werden. Nun gibt es aber auch die Möglichkeit, sich elektronisch Bücher auf das Mobiltelefon laden zu lassen, und das interessiert mich. Ich habe das seit Längerem gemacht mit recht unterschiedlichen Ergebnissen. Auf dem deutschen Markt habe ich, ehrlich gesagt, nichts Erwähnenswertes gefunden, grenzt meist eher an Pornographie. Auf dem englischsprachigen Markt jedoch bin ich fündig geworden und habe so nebenbei auch meine Englischkenntnisse verbessern können. Es sind Publikationen, derer ich mich auch im Druck nicht schämen würde, und die gelesen zu haben ich mich auch gegenüber Personen, die unserem Kreis ferner stehen, nicht scheuen würde zu erwähnen. Mich würde interessieren, ob Ihr diese Möglichkeit nutzt, und, wenn ja, ob Ihr bestimmte Titel empfehlen könnt.

Ich mache da jetzt den Anfang mit einer Publikation, die ich derzeit das zweite Mal (!) lese, weil sie sprachlich wie inhaltlich befriedigt, die Lektüre ist ein Genuss. Es ist das Werk "When I Count to Three" von Tanya Allan. Der umfangreiche Roman (erhältlich bei amazon) in makellosem britischen Englisch beschreibt die Geschichte eines Jungen, von dem sich dann herausstellt, dass er eigentlich ein Mädchen ist (intersexuell). Anders als bei vielen anderen Publikationen stehen hier nicht Sexszenen im Mittelpunkt, sondern die innere Entwicklung des Protagonisten. Die Erzählweise ist langsam, beschreibend, fesselt den Leser und macht das Dargestellte lebendig und farbig durch eine Fülle von Details, auf die andere Autoren meinen verzichten zu dürfen. Ich wurde erinnert an Anna Karenina, wo ebenso eine Fülle von zunächst belanglos scheinenden Details mitgeteilt wurde, bevor es zum eigentlichen Thema kam, aber auch dann behutsam, nicht überstürzt. Der Roman wartet auf Leser, die Muße mitbringen, bereit sind, sich auf eine ganze Welt einzulassen, dabei dennoch ein Thema behandeln, dass sonst in der Literatur eher vernachlässigt wird, dazu in einer gepflegten Sprache, die Freude macht (wenn man sie versteht).

Ich bin gespannt, ob Ihr ähnliche Erfahrungen gemacht habt und mir vielleicht Eure Empfehlungen weitergeben könnt.

LG Nicoletta

Re: Lektürevorlieben

Verfasst: Sa 13. Feb 2016, 13:01
von ChristinaF
Bin nicht ganz sicher. Aber irgendwo hier wurde über das gleiche Thema schon ein thread eröffnet.
Christina