Meine Nachbarn und ich
Verfasst: Mo 21. Dez 2015, 17:50
Tach zusammen. Ich will Euch schreiben, wie ich meine Nachbarschaft an mich "gewöhnt" habe. Dazu gehört zunächst die Beschreibung wie, wo und mit wem ich wohne.
Ich habe mein eigenes Haus mit ca. 140 m-² Wohnfläche auf 3 Ebenen und einen schönen eingewachsenen Garten mit ca. 800 m-². Das Haus steht in einem Weg mit insgesamt 8 Häusern, von denen nur die Äußeren mit Fahrzeugen angefahren werden können. Ich habe ein "gefangenes" Grundstück, kann nicht direkt ans Haus fahren und das Auto steht ca. 80 m in einem Garagenhof. Zäune haben wir so gut wie keine, sodass es passieren kann, dass der Nachbar auch ein Stück der anderen Wiese mäht oder "fremde Äste" schneidet.
Meine Nachbarn sind zwischen 4 und 78 Jahre alt, eher "gut bürgerlich", pensioniert, verbeamtet und niemand trägt den Blaumann zur Arbeit. Bedingt durch den Weg zum Garagenhof sieht man sich zwangsläufig. Ich denke, wir haben eine ziemlich gute Nachbarschaft.
So, das war die Beschreibung. Jetzt zu der Gewöhnung, die einige Zeit brauchte.
Die erste war eine liebe Nachbarin (50), die von mir wusste und der ich mich vor einigen Jahren hier zeigte. Sie war beeindruckt. Ihr Mann ist ziemlich locker und war der Nächste, obwohl er anfänglich einige Probleme hatte, da er den "E" vermisste, mit dem man im Wald mit der Stihl Brennholz macht oder daheim einen Carport aufstellt. Meine direkten Nachbarn sind etwas älter, sie sah mich im Garten, den ich Stück für Stück für rika eroberte. Er kam bei ersten Nachbarn auf die Terrasse und ich war rika und er erst mal etwas sprachlos. Die vorne im Weg sahen mich abends und sie fragte, ob ich der "E" bin. Sie lud mich ein und wir hatten einen interessanten Abend. Ihr Mann ist völlig tolerant (übrigens Türke!!!... und Dr. med)
Gegenüber wohnt die "I" (65) mit ihrer Tochter "F" (26). Sie sahen mich zwangsläufig und irgendwann war auch dort das Eis gebrochen. Im letzten November stürzte "I" im Garten und ich bugsierte sie ins Haus, bis ihre Tochter kam, die Rettungsassistentin ist. Soll ich mich vorher noch umziehen?
Daneben wohnen "K" und "R" mit ihren Katzen. "R". ist etwas gewöhnungsbedürftig, Physiker bei Leica in Wetzlar und eher introvertiert. Dafür ist "K" überaus kommunikativ; sie hat immer wieder neue Themen. Sie hatten mich schon auf dem Weg und im Garten gesehen und sind völlig entspannt. Im Gegentel: "K" sagte einmal, dass ich ein schönes Sommerkleid trage.
Schaue ich hier aus meinem Fenster heraus, sehe ich das Haus von M + M = Michael und Maya, wohl die ganz besonderen Nachbarn. Michael ist Arzt, aber seit Jahren professioneller Pokerspieler (!!!!) und die viel jüngere Maja hat zwar Lehramt studiert aber keine Stelle. Sie ist fast so groß wie ich aber spindeldürr. Ich sah Maja vor einiger Zeit und stellte "mich offiziell vor". Michael meinte einmal, dass er nicht für € 20.000 weibliche Kleidung anziehen würde aber Maya findet es ok.
Und dann gibt es noch schräg unter mir die "H", eine ganz tolle Frau, mit 71 immer elegant - außer wenn sie im Garten werkelt - und sie hat mir = rika unendlich viel Kraft gegeben weil sie mich so und so mag.
Zum Schluss: ich habe große Ruhe gefunden und fast allen Streß ablegen können, da ich wenn ich rika bin nicht anonym sein muss. Etwas gibt mir zu denken: ich bin nicht mehr exotisch sondern normal - fast ein wenig schade.
Ja, in den Nachbarwegen gibt es auch noch ein paar Wesen, die mich so und so kennen und kein Problem haben oder es nicht sagen. Heute allerdings habe ich wohl eine Frau etwas überrascht: sie führte ihre Hunde aus, kennt mich und ich = rika kam just vom Garagenhof. Sie hatte auf jeden Fall gesehen, dass ich mit meinem Wagen, den sie kennt dort hineingefahren war. Ihr Gruß war etwas schüchtern.
Wenn ich jemanden etwas Mut gemacht habe freut es mich. Wenn Ihr den Appell der Vorsicht und des Tastens erkannt habt, umsomehr. Denn Rückschläge schmerzen uns mehr als den Unsensiblen.
rika
Ich habe mein eigenes Haus mit ca. 140 m-² Wohnfläche auf 3 Ebenen und einen schönen eingewachsenen Garten mit ca. 800 m-². Das Haus steht in einem Weg mit insgesamt 8 Häusern, von denen nur die Äußeren mit Fahrzeugen angefahren werden können. Ich habe ein "gefangenes" Grundstück, kann nicht direkt ans Haus fahren und das Auto steht ca. 80 m in einem Garagenhof. Zäune haben wir so gut wie keine, sodass es passieren kann, dass der Nachbar auch ein Stück der anderen Wiese mäht oder "fremde Äste" schneidet.
Meine Nachbarn sind zwischen 4 und 78 Jahre alt, eher "gut bürgerlich", pensioniert, verbeamtet und niemand trägt den Blaumann zur Arbeit. Bedingt durch den Weg zum Garagenhof sieht man sich zwangsläufig. Ich denke, wir haben eine ziemlich gute Nachbarschaft.
So, das war die Beschreibung. Jetzt zu der Gewöhnung, die einige Zeit brauchte.
Die erste war eine liebe Nachbarin (50), die von mir wusste und der ich mich vor einigen Jahren hier zeigte. Sie war beeindruckt. Ihr Mann ist ziemlich locker und war der Nächste, obwohl er anfänglich einige Probleme hatte, da er den "E" vermisste, mit dem man im Wald mit der Stihl Brennholz macht oder daheim einen Carport aufstellt. Meine direkten Nachbarn sind etwas älter, sie sah mich im Garten, den ich Stück für Stück für rika eroberte. Er kam bei ersten Nachbarn auf die Terrasse und ich war rika und er erst mal etwas sprachlos. Die vorne im Weg sahen mich abends und sie fragte, ob ich der "E" bin. Sie lud mich ein und wir hatten einen interessanten Abend. Ihr Mann ist völlig tolerant (übrigens Türke!!!... und Dr. med)
Gegenüber wohnt die "I" (65) mit ihrer Tochter "F" (26). Sie sahen mich zwangsläufig und irgendwann war auch dort das Eis gebrochen. Im letzten November stürzte "I" im Garten und ich bugsierte sie ins Haus, bis ihre Tochter kam, die Rettungsassistentin ist. Soll ich mich vorher noch umziehen?
Daneben wohnen "K" und "R" mit ihren Katzen. "R". ist etwas gewöhnungsbedürftig, Physiker bei Leica in Wetzlar und eher introvertiert. Dafür ist "K" überaus kommunikativ; sie hat immer wieder neue Themen. Sie hatten mich schon auf dem Weg und im Garten gesehen und sind völlig entspannt. Im Gegentel: "K" sagte einmal, dass ich ein schönes Sommerkleid trage.
Schaue ich hier aus meinem Fenster heraus, sehe ich das Haus von M + M = Michael und Maya, wohl die ganz besonderen Nachbarn. Michael ist Arzt, aber seit Jahren professioneller Pokerspieler (!!!!) und die viel jüngere Maja hat zwar Lehramt studiert aber keine Stelle. Sie ist fast so groß wie ich aber spindeldürr. Ich sah Maja vor einiger Zeit und stellte "mich offiziell vor". Michael meinte einmal, dass er nicht für € 20.000 weibliche Kleidung anziehen würde aber Maya findet es ok.
Und dann gibt es noch schräg unter mir die "H", eine ganz tolle Frau, mit 71 immer elegant - außer wenn sie im Garten werkelt - und sie hat mir = rika unendlich viel Kraft gegeben weil sie mich so und so mag.
Zum Schluss: ich habe große Ruhe gefunden und fast allen Streß ablegen können, da ich wenn ich rika bin nicht anonym sein muss. Etwas gibt mir zu denken: ich bin nicht mehr exotisch sondern normal - fast ein wenig schade.
Ja, in den Nachbarwegen gibt es auch noch ein paar Wesen, die mich so und so kennen und kein Problem haben oder es nicht sagen. Heute allerdings habe ich wohl eine Frau etwas überrascht: sie führte ihre Hunde aus, kennt mich und ich = rika kam just vom Garagenhof. Sie hatte auf jeden Fall gesehen, dass ich mit meinem Wagen, den sie kennt dort hineingefahren war. Ihr Gruß war etwas schüchtern.
Wenn ich jemanden etwas Mut gemacht habe freut es mich. Wenn Ihr den Appell der Vorsicht und des Tastens erkannt habt, umsomehr. Denn Rückschläge schmerzen uns mehr als den Unsensiblen.
rika