nicole.f hat geschrieben: Für Transfrauen sieht es in der Realität eher so aus, dass man mit diesem Wechsel Privilegien aufgibt. Neben einer hetero- und cis-normativen Gesellschaft ist es nach wie vor auch so, dass wir in den meisten Lebensbereichen in einem Patriachat leben, d.h. Machtprivilegien von und für Männer.
Hallo,
mit
der Aussage kann ich was anfangen, danke Nicole!
- Zum Rest möchte ich anmerken: Früher (in den 60er Jahren) war Transsexualität meist nur in der Halbwelt sichtbar.
Aber bereits beim CO 1968 von Lynn Ann Conway, Professor of Electrical Engineering and Computer Science, Emerita, University of Michigan, Ann Arbor, Michigan,
Member, National Academy of Engineering
https://de.wikipedia.org/wiki/Lynn_Conway begann sich der Wind doch ein wenig zu drehen...
Und meine Realität, was sicher auch an Alter und beruflicher Stellung liegt, sieht wirklich anders aus.
Gymnasien haben in der Regel bis zu 1000 Schüler. An drei Gymnasien war ich seit dem CO tätig. Zusätzlich habe ich zahlreiche andere Aufgaben.
Zunächst hatte ich dienstliche Schwierigkeiten ( vgl.
http://www.queer.de/detail.php?article_id=25258 ), die Zwangspensionierung konnte aber rückgängig gemacht werden...
Vorurteile bei einzelnen Kolleginnen/Kollegen gab es sicher auch, aber die gibt es auch bei anderen Menschen z.B. bei Hautfarbe, Geschlecht etc.
An keinem Gymnasium, an dem ich tätig war, stellte die Tatsache, dass ich transsexuell bin, bei der Erfüllung meiner Aufgaben irgendwie ein Problem dar.
Es war/ist allgemein bekannt *), für manche sicher auch interessant, spielte/spielt aber
im Alltag(!) keine Rolle.
Mit den Menschen, mit denen ich Kontakt habe, ist der Umgang relativ normal. Solche Sprüche hörte ich jedenfalls nie.
--> Es wäre für mich höchst amüsant, falls jemand sich in meiner Gegenwart doch zu so etwas hinreißen lassen würde.
Wahrscheinlich würde ich
"spiegeln" also den Blödsinn wörtlich wiederholen und andere in meiner Umgebung fragen
"Was meint ihr dazu?"
Liebe Grüße
Andrea
*) Bei einigen meiner jetzigen Schüler unterrichtete ich früher bereits ein Elternteil. Damals war die Anrede anders und im Jahresbericht stand ein anderer Vorname.

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Ergänzung, wie ich damals beim beruflichem CO einige Kollegen informierte:
Es geschah ausschließlich unter vier Augen: Noch in männlicher Rolle bat ich "Komm, gib mir mal die Hand!" Wir gaben uns die Hand.
Dann sah ich der Person in die Augen und meinte "Du hast gerade einer
Kollegin die Hand gegeben!" Danach beantwortete ich ernst gemeinte Fragen.
Erläuterung: Frau war ich seit der Geburt. - Ich spielte aber die Rolle eines Mannes, weil es mir lange Zeit unvermeidlich erschien. Dass dies so war,
gebe ich heute freimütig zu und unterhalte mich, wenn ich gefragt werde, durchaus darüber.
(Es lag sicher daran, dass ich die Umgebung als intolerant wahrnahm.)
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Hallo Patricia,
"A sagt B, dass er/sie sich im anderen Geschlecht wohler fühlen würde und eine Transition beginnen will."
So etwas hätte ich nie gesagt, weil es
bei mir nicht die Wahrheit gewesen wäre. - Also nix mit meiner Realität zu tun hat.
LG
Andrea