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Traum bleibt ein Traum....
Verfasst: Mi 16. Dez 2015, 10:55
von biene38
Hi zusammen,
gerade im Herbst und in der Vorweihnachtszeit lodert bei mir immer wieder ganz verstärkt der Wunsch und das Bedürfnis auf, mich modisch aufzuleben. Und es tauchen auch diese Gedanken auf, woher die Bedürfnisse kommen und wohin sie einen führen.
Schon fast mein ganzes Leben begleiten sie mich nun. Als Kind war es der Wunsch, es meinen Schwestern gleich zu tun, und Röcke und Strumpfhose tragen zu dürfen, was ich dann auch tat, sogar mit Erlaubnis meiner Mutter. Im Laufe der Zeit verschwand dies immer mehr in der Heimlichkeit vor allem aus Schamgründen. Als Pupertierender kam dann diese Unzufriedenheit und das Gefühl falsch zu sein, nicht so leben zu dürfen, wie man möchte, und der Wunsch/Gedanke als Mädchen es viel besser zu haben, da man sich nicht mehr verstellen müsste. Internet gab es nicht, sprechen konnte ich darüber mit niemanden, daher musste ich alles mit mir selbst ausmachen, mit der Ergebnis, dass es verdrängt blieb.
Zu Beginn des Internets und dem somit möglichen Austausch mit anderen, wurde mir klar, dass ich nicht alleine bin, und ich fand auch den Mut mich als Mann etwas auszuleben, manchmal Röcke etc. in der Öffentlichkeit zu tragen. Aber im Großen und Ganzen blieb doch alles im Verborgenen, denn es war einfach nicht genug, denn es war nicht die komplette Bandbreitee, die man sich wünschte, angefangen beim Schminken bis Tragen von sämtlicher Kleidung, dem verführerrischen Auftritt, der nur den Frauen vorbehalten ist, und vieles mehr. Und so verdrängte man vieles.
Und jetzt im Herbst bricht es wieder hervor, und es stellen sich wieder diese Fragen.
Man liest hier im Forum, recherchiert im Internet, schaut sich bei Youtube diese Videos ein, die über HRTs berichten und Vorher-Nachher Bilder zeigen mit teils tollen Erfolgen, bei denen dann Frauen zu sehen sind, die in keinster Weise mehr an die Männer erinnern, die sie mal waren, und das ganz ohne feminisierende OPs. Und man denkt sich nur, das wäre es. Genau so würde ich auch leben wollen. An deren Stelle würde ich es genau so machen.
Nur dann kommt die Ernüchterung. So perfekt würde man nie aussehen, und vermutlich auch nicht mal halb so perfekt. Eigenes Gesicht und Körperbau machen dies unmöglich. Es wäre ein Aufwand erforderlich, der immens und auch riskant wäre, und ob jemals ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erzielen wäre, ist mehr als zweifelhaft.
Ich bewundere die, die dennoch Risiken eingehen, um ihrem Traum näher zu kommen. Aber ich könnte es nicht, denn der Gedanke, danach genau so unperfekt oder noch unperfekter zu sein als jetzt (ok, was ist schon perfekt....) , macht mir Angst und hält mich davon ab. Denn optisch nicht komplett als Frau wahrgenommen zu werden und die Rolle eines Sonderlings einzunehmen, damit könnte ich nicht glücklich werden.
Insofern bleibt der Traum ein Traum...
Aber auch so kann man glücklich werden, es bleibt eben nur mehr bei diesem Spießrutenlauf...
Mich würden auch Eure Gedanken interessieren.
Grüße von der Biene

Re: Traum bleibt ein Traum....
Verfasst: Mi 16. Dez 2015, 11:12
von Michelle_Engelhardt
Liebe Biene,
ein Traum muß kein Traum bleiben und um wirklich glücklich zu leben, ist die Optik gar nicht so wichtig.
Lies hierzu meine Geschichte in Kurzform, wenn Du magst. Ich habe mir mal erlaubt, meinen Profiltext von Travesta zu kopieren.
"Die Frau in mir war schon immer da......irgendwie. 42 Jahre hat sie in mir geschlummert, mehr oder weniger fest. Ab und zu hat sie mal geblinzelt oder ein Auge aufgemacht, mehr aber nicht.
Ich habe bis dahin ein, wie man so schön sagt, betont männliches Leben geführt....Fußballverein, Kegelclub, Saufgelage mit Freunden, Gitarrist in einer (gar nicht mal sooo unbekannten) Heavy Metal Band, Trucker (heute Truckerin), wenn auch nicht aus Spaß an dem Job, sondern weil er mir ein Leben als Frau ermöglicht).
Bis zu jenen schicksalhaften Träumen im Sommer 2011. Ich träumte, mich als Frau zurecht zu machen und raus zu gehen. Ich hatte haargenau den selben Traum zwei Nächte hintereinander, was mir vorher, zumindest bewußt, noch nie passiert war.
Erinnerungen kamen in mir hoch, an die Kindheit.....an den Schulkarneval, an dem ich eigentlich als Cowboy gehen
wollte, meine Mutter mich aber überredete als Mädchen zu gehen. Schließlich sollten die besten drei Kostüme prämiert
werden und Cowboy war da irgendwie zu einfallslos. Also ging ich als Mädchen.
Ich schmecke heute noch den Geschmack des Lippenstiftes und fühle das Kleben der Wimperntusche an den Augen. War das der ausschlaggebende Moment? Ich weiß es nicht!
Transidentität ist angeboren, so sagt man und ich denke das auch. Noch mehr Erinnerungen.....das Mädel aus der Nachbarschaft, mit dem ich öfter "Verkleiden spielte", das heimliche Tragen von Strumpfhosen hin und wieder, die Frage, warum die Kumpels Pornoheftchen anschauten und mich mehr die Damenmode in Versandhauskatalogen interessierte.
Also setzte ich meine Träume in die Tat um, machte mich als Frau zurecht und hatte sofort das Gefühl, angekommen zu sein. Alles fühlte sich so "richtig" an, so ganz normal, ohne irgendeinen sexuellen Reiz.
Mit einem Mal war mir auch schlagartig klar, woher diese unterschwellige Unzufriedenheit kam, die mich quasi
mein ganzes Leben bis dahin begleitet hatte. Ich redete mit meiner Frau über all dies.
Was folgte waren Tränen, Streit, Unverständnis und trotzdem hat sie mich unterstützt, wobei unterstützt noch stark untertrieben ist. Sie ist mit mir einkaufen gegangen, brachte mir Schminktricks bei, "jagte" mich als Frau vor die Tür und hinein in die Öffentlichkeit, schubste mich immer wieder ins kalte Wasser. Heute denke ich, sie wollte mich testen, sehen wie weit ich gehen würde und wie wichtig mir das alles wirklich war. Doch all dies habe ich mit Bravour gemeistert, auch wenn ich oft ein mulmiges Gefühl hatte. Sie ist 1000% hetero und kann mit einer Michelle in sexueller Hinsicht nix anfangen, ich mit Biofrauen übrigens auch nicht mehr wirklich. Das Beste aber ist: Wir sind heute allerbeste Freundinnen, reden über alles und helfen und unterstüzen uns gegenseitig wo es nur geht.
Komplimente und Bestätigung sorgten mehr und mehr für ein Selbstbewußtsein, das ich in meinem alten Leben nie gekannt hatte. So ist es auch nicht verwunderlich, das die Frau in mir immer stärker wurde und dem männlichen Ich sowas von in den Arsch trat;-)
Ja, ich kann es so sagen....das Leben als Mann wurde für mich zunehmend unerträglicher und jeder Tag als Mann war für mich ein verlorener Tag. Ich hielt es nicht mal mehr aus, als Mann verkleidet täglich 8 Stunden lang meine Brötchen zu verdienen, so zuwider war mir das alles. Ein Outing in meiner damaligen Firma, einer konservativen Spießerbude hoch 10, war damals undenkbar. So schmiss ich alles hin und suchte mir einen Job, den ich problemlos als Frau machen konnte.
Kurz vorher habe ich eine Psychotherapie begonnen und hielt am 21.11.13 endlich mein Rezept für die HRT in den
Händen. Für mich war es wie ein zweiter Geburtstag, wie ein Startschuss in ein neues Leben. Nun lebe ich also seit
Januar 2013 komplett als Frau, habe soooo viele neue und wertvolle Freundschaften geschlossen und bin einfach nur noch glücklich und zufrieden........und sehr gespannt, was da noch so kommen mag:-)"
Liebe Grüße
Michelle
Re: Traum bleibt ein Traum....
Verfasst: Mi 16. Dez 2015, 12:01
von Ulrike-Marisa
Hallo Biene38,
...deine Worte - so geht es mir auch und habe ich auch schon in diversen Themen so beschrieben. Den ganzen Weg kann ich nicht ohne weitreichende Konsequenzen gehen und so bleibt vieles ein Traum - auch bei mir. Das Leben ist aber trotzdem lebenswert und eigenen Gefühlen und Wünschen entsprechend zumindest zum Teil gestaltbar. Tun wir es und leben wir...
Herzliche Grüße, Ulrike-Marisa
..es geht eben nicht alles im Leben...

Re: Traum bleibt ein Traum....
Verfasst: Mi 16. Dez 2015, 22:09
von ReaGirl
Michelle, besser könnte ich es in den grundlegenden Dingen selber nicht wiedergeben.
Was hab ich am Anfang mich von der Angst eines unzureichenden Passings leiten lassen, bis ich realisierte das es um ganz andere Dinge geht und Passing nicht nur aus meinem Gesicht besteht. Das war ein Meilenstein für mich.
Re: Traum bleibt ein Traum....
Verfasst: Mi 16. Dez 2015, 22:24
von Michelle_Engelhardt
Du sagst es, Rea

Es geht nicht darum, die "perfekte" Frau zu sein...wer ist schon perfekt? Es geht um viel wichtigere Dinge als tolles Make Up, schöne Beine, pipapo....
Wichtig sind Ausstrahlung, Lebensfreude und eine gewisse Selbstverständlichkeit des eigenen Tuns. So sollte man keine Probleme haben, nicht nur toleriert sondern akzeptiert zu werden!
Ein strahlendes Lächeln ist schöner als jedes Make Up

Re: Traum bleibt ein Traum....
Verfasst: Do 17. Dez 2015, 08:14
von Ellen1975
Hallo Ihr Lieben,
@Michelle Danke für Deine Ausführungen, genauso ist es und nicht anders. Wir machen uns alle viel zu viele Gedanken wie andere uns sehen oder wahrnehmen könnten. Streben nach dem perfekten Äußeren. Nur was ist perfekt ? Überzogen wirkt unnatürlich... über 90 % (vermutlich sogar mehr) der Frauen sind nicht perfekt! Alle haben ihre Fehler, Problemzonen oder Makel. Aber genau das macht sie doch aus oder nicht? Es ist egal ob Du eine Hormontherapie, Operationen oder sonst etwas macht. Solange Du Dich nicht selber annehmen kannst wird es leider nur ein Traum bleiben.
Ich weiß von mindestens einer Person die sich bis heute nicht selber so nehmen kann wie sie ist und das obwohl sie das volle Programm durchgezogen hat und niemand auf die Idee kommen könnte das es einmal anders gewesen ist. Was sagt uns das ? Nehm Dich an wie Du bist und sei Du selbst. Nur Du kannst es ändern - es liegt ganz allein in Deiner Hand. Es geht auch ohne Hormone und allem drum herum .. das muss jede für sich selber entscheiden. Aber anderen hinter her zu schauen und zu bedauern, dass man dass nie erreichen wird macht Dich nur kaputt. Es wird Dich langsam von Innen heraus zerfressen.
Dabei sind die Ideale die Du siehst nur Einzelfälle und alles andere als perfekt. Wahre Schönheit kommt von Innen und projiziert sich dann nach Außen und nicht anders rum. Und nun muss ich doch tatsächlich mal ein Kreuz für die vielen TV's etc. brechen. Die die wirklich überzeugen in ihrer "Verkleidung" (sorry ist leider so) - sind die die sich wirklich damit identifizieren und die die glücklich sind mit dem was sie tun. Warum Du nicht auch ? Sei einfach mutig. Du kannst es schaffen.. Egal ob mit 14 oder 85 ... Egal ob dick oder dünn, groß oder klein .. Schiefe Nase oder sonst was. Dein Wille und Deine Kraft entscheidet.
Natürlich akzeptiere ich auch Deine Meinung wenn Du sagst : "Ich trau mich nicht", "Ich mag nicht wie eine Witzfigur aussehen" oder "Als Mann in Frauenkleidern" .. ich wollte Dir nur einen Denkanstoß geben. Der vielleicht hilft oder eben nicht. Fühl Dich dennoch gedrückt.
Liebe Grüße
Ellen
Zitat aus dem kleinen Prinzen
"Adieu," sagte der Fuchs. "Hier ist mein Geheimnis. Es ist ganz einfach: Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar!"
Re: Traum bleibt ein Traum....
Verfasst: Fr 18. Dez 2015, 00:38
von biene38
Danke für Eure Zeilen.
Optik und die Wirkung nach Außen hat vermutlich für jeden einen anderen Stellenwert. Für mich haben sie jedenfalls einen recht hohen.
Klar, das wichtigste ist, dass man zufrieden ist mit seinem Leben, dazu gehört aber, dass man sich in seiner Haut wohl fühlt und dass man mit seinem Äußeren zumindest zufrieden ist. Die Reaktionen der Umwelt spielen unbestreitbar auch eine großen Rolle, jedenfalls für mich.
Michelle, Du schreibst dass Komlimente und Bestätigung bei Dir für mehr Selbstbewußtsein sorgten. Führst du das nicht auch auf ein entsprechend gutes Passig zurück?
Wenn das Gesamtbild nicht passte, wofür bekamst Du dann Komplimente?
Ich kann mir im Moment nicht vorstellen, dass man ohne gutem Passing (gutes Passing bedeutet für mich, dass mind. 99% der Menschen auf den ersten, zweiten und dritten Blick das entsprechende Geschlecht erkennen und einen entsprechend behandeln) zufrieden sein wird. Ich stelle mir gerade vor, ich laufe durch die Straßen, und jeder 10. schaut mich schief an....
Grüße von der Biene
Re: Traum bleibt ein Traum....
Verfasst: Fr 18. Dez 2015, 01:10
von Inga
biene38 hat geschrieben:
.... Ich stelle mir gerade vor, ich laufe durch die Straßen, und jeder 10. schaut mich schief an....
Hallo, Biene,
glaubst du wirklich, die Leute gucken sooo genau hin, wer da kommt und wieso?
Ich meine, mach es dir nicht zu schwer, sondern probier es aus als Frau auszugehen, so wie du bist - am besten zuerst weiter entfernt von zuhause in einer fremden Satdt.
Liebe Grüße
Inga
Re: Traum bleibt ein Traum....
Verfasst: Fr 18. Dez 2015, 02:29
von Michelle_Engelhardt
Hallo Biene,
Komplimente und Bestätigung in Bezug darauf, das ich mein Ding durchgezogen habe und nach wie vor durchziehe. Ich persönlich finde mein Passing allenfalls zufriedenstellend. Wenn Du ernsthaft glaubst, das Dich 99% als Frau sehen müssen, dann muß ich Dich leider enttäuschen. Das wird garantiert nicht der Fall sein, es sei denn jemand beginnt schon sehr früh (am besten vor der Pubertät) mit Testoblocker und dann so ab 15 - 16 mit Hormonen.
Allerdings sind die meisten Menschen viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt und nehmen Dich kaum bis gar nicht wahr......vorausgesetzt Du trägst angepaßte Kleidung, ein dezentes Make Up und keine Karnevalsperücke aus'm LIDL für 8,99. Wer bei Eis und Schnee im Minikleidchen und auf 12cm rumeiert, fällt natürlich auf....egal ob Biofrau, CD, TV, TS, ARD, ZDF oder was weiß ich. Ich hab mir zu Beginn auch alles total schlimm ausgemalt, das mich jeder anglotzt, auslacht und was weiß ich nicht noch....aber nichts von dem passierte. Ich z.b. falle alleine schon durch meine Größe (1,80m) auf. Da ich für gewöhnlich nicht barfuß durch die Gegend renne, bin ich auch schon mal an die 1,90m groß....na und?
Letztendlich stehen wir uns oftmals selbst im Weg, da wir uns a) viel zu viele Gedanken machen, was andere denken und b) viel zu selbstkritisch sind. Doch wenn man diesen Punkt erstmal überwunden hat, wartet etwas wunderschönes als Belohnung......das Leben! Wer es nicht schafft, fristet leider sein Dasein weiterhin im stillen Kämmerlein und bleibt unzufrieden. Was nutzen die schönsten Klamotten, wenn sie nur der Spiegel oder die Digitalkamera zu sehen bekommt?
Von daher, liebe Biene, wünsche ich Dir ganz, ganz viel Mut und Kraft das Du Deinen Weg gehen wirst.
Liebe Grüße
Michelle
Re: Traum bleibt ein Traum....
Verfasst: Fr 18. Dez 2015, 11:06
von biene38
Michelle_Engelhardt hat geschrieben:Hallo Biene,
Wenn Du ernsthaft glaubst, das Dich 99% als Frau sehen müssen, dann muß ich Dich leider enttäuschen. Das wird garantiert nicht der Fall sein, es sei denn jemand beginnt schon sehr früh (am besten vor der Pubertät) mit Testoblocker und dann so ab 15 - 16 mit Hormonen.
Danke Dir für die ehrlichen Worte.
Mir ist dies bewußt, und ich bin Realist, daher weiß ich auch, dass ich mit dieser Situation nie glücklich werden könnte. Vor allem auch, da ich von meiner Erscheinung doch sehr männlich und markant bin (breite Schultern, markante Stirn und Kinn etc. , und damit die Erfolgschancen eines guten Passsings noch mal schlechter wären.
Wie du schon schreibst, entweder man ist sehr jung beim Beginn der Transition oder man ist ein eher femininer Typ von Natur aus (da gibt es teils super Ergebnisse). Manche betreiben auch einen immensen operativen Aufwand um zufrieden zu sein.
Insofern wird es für mich nur ein Traum bleiben.
Grüße von der Biene

Re: Traum bleibt ein Traum....
Verfasst: Fr 18. Dez 2015, 13:26
von ExUserIn-2026-04-08
Ach Biene,
was Michelle beschreibt ist doch nichts anderes, als dass Du Dein Leben leben sollst. Das macht ein perfektes Passing aus: eben das der Biene. Wenn Du genau hinschaust, wirst Du die unterschiedlichsten Typen von Frauen sehen. Aber ich denke, das sollte nicht Dein Maßstab sein. Dein Maßstab ist Dein eigener und nur Dein eigener.
Darüber hinaus werden Bilder häufig überschätzt. Ich habe einmal außer der Unkenntlichmachung meines Gesichtes ohne Perücke ein paar "nette" Fotos auf einer Erotikplattform eingestellt. Als Mittfünfziger mit 1,86 m Größe und kleinem Rettungsring um den Bauch so viele Komplimente und Kontaktanfragen bekommen (obwohl ich explizit keine haben wollte), das mir schier schwindlig wurde. Sogar eine bisexuelle Frau hat den Kontakt gesucht. Eine gut sitzende Jeans, ein Korsett und ein paar kleine Tricks mit Klebeband reichten, um auf Bildern als Frau nicht nur ansprechend, sondern für viele auch zutiefst erotisch zu wirken. Das war eine ernüchternde Erfahrung, da ich auf der Straße für ein erfolgreiches Passing (also der persönliche Kontakt mit Menschen) nicht die Bohne einer Chance habe. Was mich aber, zumindest für einige, positiv wirken lässt, ist die Tatsache, dass ich überzeugt von meinem Handeln bin und nicht, weil ich eine perfekte Frau wäre (was ich nicht bin) ...
Und das ist Realität, fühlt sich aber manchmal wie ein Traum an ...
P.S.
..es geht eben nicht alles im Leben...

Sollte es nicht heißen: "Darf's ein bisschen mehr sein ... ?"

Re: Traum bleibt ein Traum....
Verfasst: Fr 18. Dez 2015, 17:29
von biene38
Vicky_Rose hat geschrieben:Ach Biene,
was Michelle beschreibt ist doch nichts anderes, als dass Du Dein Leben leben sollst. Das macht ein perfektes Passing aus: eben das der Biene. Wenn Du genau hinschaust, wirst Du die unterschiedlichsten Typen von Frauen sehen....
Also nicht dass es zu einem Mißverständnis kommt. Dieser "Traum bleibt ein Traum" bezieht sich auf eine Geschlechtsanpassung MzF mit Hrt und den permanenten Wechsel zum anderen Geschlecht. Den könnte ich mir nicht vorstellen aufgrund der genannten Gründe.
Ich hoffe, dass ist in meinem ersten Beitrag verständlich rübergekommen. Es ging mir nicht um Teilzeit und en femme auf die Straße gehen...
Also mein Leben lebe ich, da muss sich keiner Sorgen machen.
Grüße von der Biene

Re: Traum bleibt ein Traum....
Verfasst: Fr 18. Dez 2015, 20:02
von Michelle_Engelhardt
Wenn es Dir nicht um den permanenten Wechsel geht, dann bist Du auch nicht TS

Re: Traum bleibt ein Traum....
Verfasst: Fr 18. Dez 2015, 22:23
von Veronika
Guten Abend zusammen,
Ich habe soeben alle Texte in diesem Thread gelesen und möchte Euch allen von meinen Gedanken bzw. Traum erzählen.
Wie bei vielen von uns hat es bei mir auch in ganz jungen Jahren angefangen. Je älter ich werde desto stärker sind meine Gedanken bzw Träume eine Frau zu sein.
Wenn ich abends im Bett liege, meine Frau schläft dann meistens schon, stelle ich mir vor einen Busen zu haben und die GAOP schon hinter mir habe. Meine Gedanken gehen dann soweit, dass ich mir dann vorstelle mit einer Frau Zärtlichkeiten auszutauschen. Die andere Variante meiner Gedanken ist, morgens als Frau aus dem Bad zu kommen und mich dann anzuziehen.
Leider kann ich diese Gedanken nicht bis zu Ende Träumen, weil ich meistens, wenn ich dann im Bett liege sehr schnell einschlafe.
Die Macht der Gedanken. (Joseph Murphy)
Ich selbst habe für mich in verschiedenen Situationen festgestellt, dass, wenn man sich immer und immer wieder die selben Gedanken vor Augen hält, dass diese dann irgendwann eintreten werden. Je nach Gedankenintensität früher oder später.
LG Veronika
Re: Traum bleibt ein Traum....
Verfasst: Sa 19. Dez 2015, 00:42
von Ulrike-Marisa
Hallo Veronika,
Träume sind Schäume, das wissen wir aber Träume helfen unsere Wirklichkeit zu verarbeiten und das Leben erträglich zu gestalten. Träume ist immer möglich aber wir müssen immer auch mit den realen Gegebenheiten leben. Mehr geht immer aber das erreichte ist das Maß.
Gruß, Ulrike-Marisa