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Anteil von männlichen Erziehern erhöhen
Verfasst: Mi 21. Apr 2010, 16:11
von Anne-Mette
Kristina Schröder will gegen die "Machokultur" vorgehen: Die Familienministerin möchte den Anteil von männlichen Erziehern in Kindergärten erhöhen - und Jungen damit von klein auf männliche Vorbilder geben. Arbeitslose Männer könnten nun verstärkt umgeschult werden.
Weiter heißt es:
Da gibt es ehemalige Handwerker, deren Fähigkeiten heute Kitas nutzen.
Quelle: spiegel-online:
http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 25,00.html
So sieht es aus, es geht überhaupt nicht um die Änderung der Kultur und um eine Entwicklung.
Die Männer sollen ihre handwerklichen Fähigkeiten zur Verfügung stellen, also bestimmt nebenher noch Hausmeister sein - da schlägt man doch zwei Fliegen mit einer Klappe.
Obwohl es sicherlich nicht schlecht für die Kinder wäre, wenn auch Männer in den Kindergärten arbeiten...
... wie ich als VORREITER schon Mitte der 70er Jahre feststellte
Gruß
CPG
Re: Anteil von männlichen Erziehern erhöhen
Verfasst: Mi 21. Apr 2010, 19:35
von luna
Hallo,
ein guter Freund von mir hat seine Ausbildung als Kinderpfleger/Erzieher erfolgreich beendet.
Jedoch wurde er nie in einem Kindergarten angenommen.
Es waren immer nur Frauen,die Stellen dort bekamen.
Ich weiß nicht warum,aber Eltern und Die Leiterinnen der Kita's hatten Angst einen Mann an ihre Kinder zu lassen.
Es war oder ist für die meisten noch ein reiner " Frauenberuf".
LG
luna
Re: Anteil von männlichen Erziehern erhöhen
Verfasst: Mi 21. Apr 2010, 20:05
von Anne-Mette
Moin,
ich bin eigentlich immer ganz gut zurecht gekommen, habe in Kindergärten, in einem Kinderladen, in einem Heim und zeitweilig in einer Landesklinik gearbeitet.
Es stimmt, gerade in den Kindergärten haben manche Eltern Angst vor einem Mann als Erzieher. Diese Angst ist sicherlich durch die Missbrauchsfälle noch verstärkt worden.
Manche Eltern hatten auch Angst, ob ein Mann so viel Nähe zu den Kindern aufbauen kann wie sie es von einer Frau kennen oder erwarten. Aus diesem Grund hatten besonders einige Mütter Vorbehalte, während andere (häufig alleinerziehende) gerne in meine Gruppe wollten, weil dem Kind bei ihr der regelmäßige männliche Kontakt fehlte.
Schon damals war ich schon sehr vielfältig und konnte sicherlich die "mütterlichen" Gefühle ebenso bedienen wie die männlichen.
Gruß
cpg
Re: Anteil von männlichen Erziehern erhöhen
Verfasst: Fr 23. Apr 2010, 19:13
von luna
hallo,
klar als alleinerziehende ist man froh,wenn das Kind einen männlichen Ansprechpartner hat.
das kenne ich aus eigener Erfahrung. Damals als ich nicht verheiratet war,war ich froh,wenn ein Bekannter vorbeikam.
Aber jetzt mal ganz ehrlich.
Es sind doch nicht nur Männer,die sich an Kindern vergehen. Frauen können doch oder sind genauso krank im Kopf.
Wie oft gab es schon Berichte im Fernsehen,in denen berichtet wurde,dass gerade die Erzieherinnen ,Kinder geschlagen etc. haben.
Wenn ich mein Kind in den Kindergarten bringe,möchte ich egal ob Männlein oder Weiblein eine Vertrauensperson haben,der ich zu 100% vertrauen kann.
Da spielt das Geschlecht doch keine Rolle.
es fängt doch schon damit an,dass viele Männer die Rolle ihrer Frau annehmen und mit dem Kind zuhause bleiben,während die Frau arbeiten geht.
Das finde ich super und darauf sollte man aufbauen und mal von den ganzen hässlichen Vorurteilen wegkommen.
Gerade Jungs vertrauen doch gerne Dinge einer männlichen Person an.
Deswegen kommt das als reiner Frauenberuf bei mir gar nicht in Frage und wird somit
Gruß
luna
Re: Anteil von männlichen Erziehern erhöhen
Verfasst: Di 5. Feb 2013, 03:12
von exuser-12-02-2013-2
Nun, ohne jetzt für oder gegen eine "Männerquote" in dem Bereich zu sein (obwohl ich das bin).. es ist nun mal Fakt, dass von Männern allgemein öfter Kindesmisshandlungen/-vergewaltigungen sattfinden bzw. stattgefunden haben. Deshalb verstehe ich besorgte Mütter bezüglich eines männlichen Kindergärtners.
Re: Anteil von männlichen Erziehern erhöhen
Verfasst: Di 5. Feb 2013, 09:01
von Sabrina Verena
cpg hat geschrieben:Kristina Schröder will gegen die "Machokultur" vorgehen: Die Familienministerin möchte den Anteil von männlichen Erziehern in Kindergärten erhöhen - und Jungen damit von klein auf männliche Vorbilder geben. Arbeitslose Männer könnten nun verstärkt umgeschult werden.
Weiter heißt es:
Da gibt es ehemalige Handwerker, deren Fähigkeiten heute Kitas nutzen.
Quelle: spiegel-online:
http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 25,00.html
So sieht es aus, es geht überhaupt nicht um die Änderung der Kultur und um eine Entwicklung.
Die Männer sollen ihre handwerklichen Fähigkeiten zur Verfügung stellen, also bestimmt nebenher noch Hausmeister sein - da schlägt man doch zwei Fliegen mit einer Klappe.
Obwohl es sicherlich nicht schlecht für die Kinder wäre, wenn auch Männer in den Kindergärten arbeiten...
... wie ich als VORREITER schon Mitte der 70er Jahre feststellte
Gruß
CPG
Hallo Claus Peter!
Ich sehe das genauso!
Hier sollen nur nebenher die Hausmeistertätigkeiten genutzt werden.
Denn bei der Kinderbetreuung werden keine Werktherapeuten benötigt, was bei Behinderten und Schwererziehbaren der Fall wäre.
Werktherapeut wäre aber noch eine für Männer interessante Tätigkeit.
LG
Verena
Re: Anteil von männlichen Erziehern erhöhen
Verfasst: Di 5. Feb 2013, 13:37
von Julia65
Im Jahr 2009 habe ich mich bei etlichen KiTas um eine Praktikumsstelle bemüht, da ich als Tagesvater tätig werden wollte. Ich wohnte zu der Zeit für eine Zeit von ca. 9 Monaten in Oberhausen. Das Jugendamt sah für diese Tätigkeit einen Lehrgang und ein Praktikum vor. Es war schwierig ein Praktikumsplatz zu bekommen. Schliesslich schaffte ich es, ein 14 tägiges Praktikum in einer kleinen privaten KiTa zu bekommen. Allerdings war das ein riesen Aufwand für die Betreiberin. Sie hat tatsächlich sich von sämtlichen Eltern schriftlich geben lassen, dass diese damit einverstanden waren, dass ihr Kind u.a. von einem MÄNNLICHEN Praktikanten betreut wurde.
Dann sah das allerdings so aus: Abgesehen von einer Unterstützung beim Frühstücken und einigen Puzzlespielen habe ich wenig Kontakt zu den Kindern gehabt. Aber am frühen Vormittag kam dann immer der Ehemann der Betreiberin in die KiTa und, als ich also mein Praktikum machte, wurden dann allerhand wichtige Dinge erledigt. U.a. wurde im Garten die alte Schaukel abgebaut, die Betonfüsse ausgegraben und dann durch eine neue grössere Schaukel ersetzt. Ich habe also einen Grossteil des Prakikums damit verbracht, mit dem Mann der Betreiberin im Garten recht schwer zu schufften. Schaukel ausgraben, abmontieren, Löcher für die neue, grosse Schaukel buddeln. Die Schaukel gerade aufstellen, die "Füsse" einbetonieren etc, während die Kinder im Haus mit den Erzieherinnen spielten. Ich habe nicht dagegen gewettert, schliesslich war ich froh, überhaupt das Praktikum bekommen zu haben und die Leute waren nett.
Nun, zu der Zeit war ich allerdings auch arbeitslos und das Amt hat mich nur belächelt, als ich forderte, das Praktikum als Massnahme zu werten. Wörtlich:" Nein, das ist Ihr Privatvergnügen".
Also hätte ich auch die Kosten für den Lehrgang selber bezahlen müssen, somit war die Sache mit dem Lehrgang und der folgenden Tätigkeit als Tagesvater für mich erledigt.
Und in den Zeitschriften der ARGE wurden die FRAUEN!!!!!!! immer wieder aufgefordert sich diesbezüglich zu melden, es würden Tagesmütter und Hilfen in KiTas gesucht und sie boten die Lehrgänge an.
Noch Fragen?
wütende Grüsse
Julia
Re: Anteil von männlichen Erziehern erhöhen
Verfasst: Di 5. Feb 2013, 18:12
von conny
abgesehen von der vorstellung bzgl. der verkappten hausmeister stellt sich die frage, ob frau schröder die von euch genannten bedenken der elterngrds. kennt, die ja anscheinend kein einzelfall sind.
es ist zu befürchten, dass von der ministerin mal wieder mit viel tamtam etwas initiiert wird, was am ende nicht zum ziel führt.
Re: Anteil von männlichen Erziehern erhöhen
Verfasst: Di 5. Feb 2013, 19:33
von Anne-Mette
Moin,
der Fred ist schon drei Jahre alt; das sollten wir nicht vergessen. Ich habe aktuell nichts neues von der Ministerin gehört.
Das Problem mit fehlenden männlichen Erziehern in Kindergärten und Grundschullehrern ist jedoch schon wesentlich länger bekannt und es haben sich schon die unterschiedlichsten Leute damit rumgeschlagen.
Da "alles nicht viel kosten darf", wird es auch sicherlich noch sehr lange dauern, bis sich da etwas tut.
Es sind bald Wahlen; vorher wird sich bestimmt keiner mehr ein Bein ausreißen(?)
Ich bin ausgebildeter Erzieher und habe sogar lange in Kindergärten gearbeitet. Leider hatte ich nur sehr wenige männliche Kollegen.
Schon auf der Erzieherschule wurden die Kindergartenpädagogen von den anderen nicht ganz für voll genommen. Es hieß: "Ihr spielt ja nur!"
Das ist natürlich reichlich untertrieben; denn auch Kindergartenkinder und deren Eltern können auch einen engagierten Erzieher ganz schön fordern.
Mit Eltern und Kindern bin ich gut ausgekommen. Anfängliche Bedenken "kann ein Mann das?" wurden meistens recht schnell durch positives Erleben zerstreut.
Das Thema "Missbrauch" war damals noch nicht so präsent. Ich fühlte mich keinesfalls "unter besonderer Beobachtung", nur weil ich ein Mann im Kindergarten war.
Gruß
CPG
Re: Anteil von männlichen Erziehern erhöhen
Verfasst: Di 5. Feb 2013, 22:03
von conny
hallo cpg,
stimmt, der beitrag ist schon älter und so können wir erste ergebnisse der absicht sehen, oder auch nicht!?
sicher sollte es von deiner sorte mehr geben. aber männer haben diesen berufsweg anscheinend allgemein nicht so im focus. das gilt offenbar auch für grundschullehrer. ich kenne bei mir die lehrerschaft zwei größerer grundschulen, kein mann dabei.
lg
conny