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Benachteiligung von Frauen

Verfasst: So 15. Nov 2015, 14:03
von Olivia
In der Zeitung VER.DI PUBLIK 7.2015 fand ich folgendes:

"Am 2. November war der Europäische Tag der Entgeltgleichheit. Er macht darauf aufmerksam, dass Frauen in der EU für ihr Jahresgehalt durchschnittlich 59 Tage länger arbeiten müssen als Männer für die gleiche Summe. Schaut man sich die einzelnen Mitgliedsstaaten an, liegt Deutschland auf dem viertletzten Platz. Hier wurde der Tag der Entgeltgleichheit bereits am 9. Oktober begangen, der Tag, ab dem die Frauen bei gleicher Tätigkeit quasi unentgeltlich weiterarbeiten müssen."

Das zur Arbeitswelt in Deutschland!

Liebe Grüße von Olivia

Re: Benachteiligung von Frauen

Verfasst: So 15. Nov 2015, 14:36
von martina
das ist doch ein alter hut. nachvollziehbare gründe sind längst bekannt. siehe hierhttp://www.karriere.de/karriere/warum-f ... er-165220/

solange die diskriminierung von männern im beruf nicht angegangen wird, wird sich da auch nicht viel ändern. z.b. wären u.a. möglich:
männerquote für kindergärten, grundschulen und sozialberufe
work-life-balance für männer (gesetzliche verpflichtung von unternehmen die männer in eine vaterschaftszeit zu schicken)
die politik muss dafür sorgen, dass sich familie und arbeit auch für männer besser vereinbaren lassen (flexiblere arbeitszeiten und mehr teilzeitbeschäftigungsmöglichkeiten für männer)

liebe grüsse
martina

Re: Benachteiligung von Frauen

Verfasst: So 15. Nov 2015, 15:36
von Olivia
Hallo Martina,

natürlich ist das nicht neu - aber ist es deshalb nicht richtig, wenn Gewerkschaften immer wieder darauf hinweisen? Natürlich gäbe es viele Maßnahmen, die das Problem angehen würden, aber die Frage stellt sich doch: Wer ist es, der das nicht möchte?

Liebe Grüße von Olivia

Re: Benachteiligung von Frauen

Verfasst: So 15. Nov 2015, 15:48
von Marielle
'Tach zusammen,

und 'schuldigung, dass ich hier so reinplatze.
... die politik muss dafür sorgen, dass ...
'Die Politik' tut in den allermeisten Fällen das, wovon 'sie' annimmt, dass die Wählermehrheit es will. Kein Gesetz zum Vaterschaftsurlaub wird dumme Sprüche am Stammtisch oder im Büro verbieten. Die haben aber reichlich Einfluss auf die Anzahl der Vaterschaftsurlauber, auf die Akzeptanz der Berufswahl 'Kindergärtner' oder auf das Ansehen von Teilzeitarbeitern, die weniger Geld nach Hause bringen, als ihre Frauen.

Sollte es nicht besser heissen:

Die Gesellschaft muss dafür sorgen, dass..... (sich auch Männer emanzipieren können?).


Habt es gut, nehmt Elternschaftsurlaub (das wäre dann auch gleich wirklich gender-gerecht :wink: )

Marielle

Re: Benachteiligung von Frauen

Verfasst: So 15. Nov 2015, 16:01
von martina
Marielle hat geschrieben:'Die Politik' tut in den allermeisten Fällen das, wovon 'sie' annimmt, dass die Wählermehrheit es will.
den eindruck hat man allerdings seit 15 jahren nicht mehr.
liebe grüsse
martina

Re: Benachteiligung von Frauen

Verfasst: So 15. Nov 2015, 16:02
von martina
Olivia hat geschrieben: Wer ist es, der das nicht möchte?
und wie ist deine antwort?
liebe grüsse
martina

Re: Benachteiligung von Frauen

Verfasst: So 15. Nov 2015, 16:46
von Jaqueline
Hi,

wenn ich mein altes und mein neues Leben vergleiche, schlägt mir teilweise von Kunden schon mehr Skepsis entgegen, ob ich das als Frau schaffe. Ich habe in manchen Situationen schon das Gefühl, dass von mir mehr erwartet wird als wie von meinen männlichen Kollegen. Das solche Dinge auf mich zukommen können war mir aber im Vorfeld klar.
Von der Politik erwarte ich nicht viel Unterstützung für Frauen, da sie zu sehr vom Lobbyismus und Männern dominiert wird. Wenn ich als Frau mehr erreichen möchte, muss ich mehr über Leichen gehen als wenn ich ein Mann wäre.

Re: Benachteiligung von Frauen

Verfasst: Fr 20. Nov 2015, 13:42
von Olivia
Hallo Martina,

ja etwas verspätet aber nun doch die Antwort auf Deine Frage an mich:

Zum von Anne-Mette eingestellten Thema "Grüne fordern Entgeltgleichheitsgesetz" hatte ich geschrieben: "...an den Gewerkschaften wird es nicht scheitern, die fordern das schon lange - es sind die Arbeitgeber (und ein wenig auch die Politiker und ganz konsequent auch die Kirchen), die das nicht wollen!!"

Liebe Grüße von Olivia

Re: Benachteiligung von Frauen

Verfasst: Fr 20. Nov 2015, 14:23
von ExUserIn-2026-04-08
Ja nun, auch die Gewerkschaften sind Arbeitgeber ... und warum die Kirchen ? Gibt zumindest bei den ev. Kirchen nicht auch den normalen Tarifvertrag ? Meines Erachtens hängt die Besoldung an den Aufgaben. Oder irre ich mich da ?

Re: Benachteiligung von Frauen

Verfasst: Fr 20. Nov 2015, 15:39
von Olivia
Hallo Vicky_Rose,

nein, Kirchen haben keine "normalen" Tarifverträge - Kirchen sind "Tendenzbetriebe" und stehen sozusagen etwas außerhalb der "normalen" (Arbeits-)Rechtsordnung. Außerdem ist es in vielen Bereichen auch mit Tarifverträgen eigentlich und grundsätzlich schon so, dass die Bezahlung an der Aufgabenstellung hängt und trotzdem verdienen Frauen bei gleicher Arbeit weniger als Männer - das ist es ja eben...

Ja und warum die Kirchen - weil es dort besonders und sehr stark nach traditioneller Rollenverteilung geht - die Ordnung Mann über Frau ist ja Gottgewollt und aus der "Bibel" abgeleitet...

Liebe Grüße von Olivia

P.S.: Ausnahmen bestätigen die Regel

Re: Benachteiligung von Frauen

Verfasst: Fr 20. Nov 2015, 21:29
von martina
Olivia hat geschrieben:nein, Kirchen haben keine "normalen" Tarifverträge - Kirchen sind "Tendenzbetriebe" und stehen sozusagen etwas außerhalb der "normalen" (Arbeits-)Rechtsordnung.
in einer kirche werden die dortigen angestellten überhaupt schlechter bezahlt als in anderen branchen, nicht nur frauen,sondern auch männer.
Olivia hat geschrieben:Außerdem ist es in vielen Bereichen auch mit Tarifverträgen eigentlich und grundsätzlich schon so, dass die Bezahlung an der Aufgabenstellung hängt und trotzdem verdienen Frauen bei gleicher Arbeit weniger als Männer - das ist es ja eben...
ich hatte ja oben schon mal einen link angegeben: http://www.karriere.de/karriere/warum-f ... er-165220/
ansonsten übrigens ist mir kein derartiger fall bekannt, dass im selben unternehmen bei der gleichen aufgabenstellung frauen schlechter bezahlt würden als männer. gerade im einzelhandel ist es so, wenn schwere ware geliefert wird, dass dafür dann doch eher die männer zuständig sind, aber trotzdem nicht besser bezahlt werden als die frauen.

im übrigen sollte man vorsichtig sein, die aussage zu pauschalisieren, dass die bezahlung an der aufgabenstellung hängt. bei der gleichen aufgabenstellung in verschiedenen branchen können sich da gravierende differenzen zeigen. so sollte man auch nicht das gehalt einer frau, die als sachbearbeiterin in einer kleinen klitsche tätig ist mit einem mann vergleichen, der als sachbearbeiter in einem weltkonzern arbeitet.

selbst wenn die aussage, dass frauen bei gleicher tätigkeit weniger verdienen als männer, ständig wiederholt wird, wird sie deshalb nicht wahrer. ich will diesen umstand nicht einfach vom tisch wischen, ich mag aber solche populistischen aussagen nicht, wenn nicht detailliert beweise aufgezeigt werden. dennoch sind wir uns einig darüber, dass mit unserer politik und unserer wirtschaft so etliches im argen ist.

liebe grüsse
martina