Danke Marielle, für Deinen lenkenden Eingriff
Dann mache ich meinen Vorschlag etwas deutlicher.
Ja, für eine ärztliche Intervention sollte irgendeine Diagnose gegeben werden. Die Forschung im Bereich Trans* hat uns nur bisher mehr Fragen als Antworten geliefert. Es gibt heute praktisch keine klare Definition irgendwelcher Trans* "Arten" mehr, geschweigedenn irgendwelche sinnvollen Diagnosemöglichkeiten. Da man also das Vorhandensein nicht diagnostizieren kann, kann man entsprechend auch das nicht-Vorhandensein nicht diagnostizieren. Daraus folgt also auch wiederum, dass man sich völlig auf die Aussage der betreffenden Person verlassen muss. Ich sehe das ein wenig wie der juristische Grundsatz "In dubio pro reo", im Zweifel für den Angeklagten, also hier, im Zweifel der betreffenden Person glauben.
Nun ist die Frage, ist dies eine medizinisch notwendige Intervention oder nur "kosmetisch", also fakultativ?
Das ist kaum objektiv zu beantworten, aus ähnlichen Gründen, wie die unklare Diagnostizierbarkeit. Woran sollte man die Notwendigkeit festmachen wollen? Da bin ich ehrlich gesagt etwas ratlos. Den altbekannte "Leidensdruck" finde ich dafür eigentlich auch zu schwammig.
Daraus folgen für mich mehrere Dinge:
1. Eine Trans* Diagnose macht keinen Sinn, egal welche (ausgehend von ICD10, F64.*)
2. Gerade eine HET sollte ohne weiteres, weil das Gegenteil auch nicht nachweisbar ist, durch die KK ersetzt werden.
3. Als Diagnose zur Verschreibung der HET kann E34.9 "Endokrine Störung, unbestimmt" verwendet werden.
Die Kosten einer HET sind wirklich vglw. gering - MzF 15€ bis etwa 30€ pro Monat, FzM um die 30€ bis etwa 50€, ein Labor incl. Arzt kostet 100€ bis 200€ - macht man ja aber nur alle paar Monate mal.
Was man noch als Zwischenschritt vorsehen könnte, wäre eine intensive Aufklärung und Beratung. Diese könnte meiner Meinung nach auch von nicht-Psychologen durchgeführt werden, bspw. von dafür qualifizierten Berater_innen, so wie der Beratungsschein bei einem Schwangerschaftsabbruch. Hier stellt sich nur sofort die Frage, wer eine solche Beratung durchführen könnte? Zur Zeit ist dies praktisch nirgends möglich - sollte es aber IMHO, flächendeckend.
Von einer Versorgung mit Präparaten aus dem Ausland, vor allem in Eigenregie (Eigenmedikation) möchte ich an dieser Stelle deutlich abraten! Redet mit Euren Ärzten!
Präparate aus dem Ausland, vor allem die Günstigeren, sind oft im Inneren nicht das, was außen draufsteht. Vor allem aber werden dann Risikofaktoren nicht beobachtet. Ich kenne persönlich zwei Personen (MzF) die dadurch beinahe ihr Leben verloren hätten. Macht keinen Unsinn damit! Die Wahrscheinlichkeit, dass etwas passiert, ist zwar gering, aber vorhanden - und auch bei "gering" möchte man nicht die eine der wenigen sein, die es trifft. Dann doch lieber Lotto spielen
Liebe Grüße
nicole