Seite 1 von 1

Kein Witz: Birgit Kelle als "Expertin“ für sexuelle Vielfalt

Verfasst: Fr 2. Okt 2015, 09:38
von Anne-Mette
Moin,

"Die Autorin Birgit Kelle wird bei einer Anhörung im Sächsischen Landtag von der CDU als Expertin für sexuelle Vielfalt nominiert"

Sie war neben VertreterInnen aus der Wissenschaft und Queer-Vereinen eingeladen.

Das schreibt die taz.

Wie war das noch mit dem Bock und dem Gärtner?

Andererseits könnte damit natürlich schon im Vorfeld ausgelotet werden, was als Gegenwind zu erwarten ist, wenn der sächsiche Landtag sich zu einem Bildungsplan "sexuelle Vielfalt" entschließt.

Gruß
Anne-Mette

Re: Kein Witz: Birgit Kelle als "Expertin“ für sexuelle Vielfalt

Verfasst: Fr 2. Okt 2015, 13:09
von Salmacis
Ich kenne diese Frau gar nicht. Warum ist gerade sie der "Bock"?

Re: Kein Witz: Birgit Kelle als "Expertin“ für sexuelle Vielfalt

Verfasst: Fr 2. Okt 2015, 13:17
von Jalana
Salmacis hat geschrieben:Ich kenne diese Frau gar nicht. Warum ist gerade sie der "Bock"?
Hier im Forum gab es bereits einige Threads die sich mit der Dame beschäftigten. -> Suchfunktion! Schau auch mal dort vorbei:

https://de.wikipedia.org/wiki/Birgit_Kelle

LG
Jalana

Re: Kein Witz: Birgit Kelle als "Expertin“ für sexuelle Vielfalt

Verfasst: Fr 2. Okt 2015, 13:54
von Salmacis
Jalana hat geschrieben:
Salmacis hat geschrieben:Ich kenne diese Frau gar nicht. Warum ist gerade sie der "Bock"?
Hier im Forum gab es bereits einige Threads die sich mit der Dame beschäftigten. -> Suchfunktion! Schau auch mal dort vorbei:

https://de.wikipedia.org/wiki/Birgit_Kelle

LG
Jalana
Oh ... mein .... f**king .... Gott!

Jetzt verstehe ich es. Da versucht man mal Vorurteile gegen Christdemokraten auszublenden und ganz unbefangen an etwas zu gehen und dann das!
2014 organisierte sie gemeinsam mit ... AfD-Europa-Abgeordnete Beatrix von Storch ...
Da graust es mich schon wenn ich von der "Alternative für Deppen" lese (ag)

Aber mal Contenance! Ich versuche dennoch den Standpunkt meiner Gegenüber nachzuvollziehen.

Ich verstehe den Ansatz zu sagen "Hey, Frauen dürfen nicht diskriminiert werden, wenn sie sich pro Familie und con Karriere entscheiden.", das finde ich löblich. Ich kenne die Sprüche von beiden Seiten "So eine Gebärmaschine!" oder auch "Hausfrau und Mutter... mehr nicht!". Diese Rolle steht der einer Karrierefrau in nichts nach und sollte wertgeschätzt werden. Finde ich also gut!

Aber ich muss zugeben, dass das Wort "Genderwahnsinn" es teilweise gut trifft. Allerdings in etwas anderer Form als es Frau Kelle meint.
Man traut sich einfach nicht locker auf das Thema zu zugehen, weil man Angst haben muss, dass einem sofort schroff übers Maul gefahren wird.
Menschen, die keinerlei Berührung zu der Genderproblematik haben werden von vornherein durch dieses Überkorrekte und die starke Empfindlichkeit vergrätzt, eingeschüchtert und so entmutigt sich damit intensiver zu beschäftigen.
Ich war gestern bei einer Freundin, die alles über TS wissen will, wie es mir damit geht usw. Und ja, sie sprach von einer Geschlechtsumwandlung statt Geschlechtsangleichung... und wisst ihr was? Das war mir völlig Wurst! Sie meint es gut und lieb und will einfach mehr erfahren. Wenn ich sie deswegen gleich angekackt hätte wäre sie unsicher geworden und am Ende hätte sie es vllt. ganz gelassen, aus Angst von mir eine verbale Schelte zu bekommen.
Daenerys Targaryen hat geschrieben:
Birgit Kelle hat geschrieben: Toleranz war gestern, heute soll der Schüler begreifen, dass abseits von Ethik, Moral, Religion oder gar der Meinung seiner Eltern alle sexuellen Spielarten als gleichwertig und normal zu akzeptieren seien. Schule soll also mittels Gesinnungsunterricht dem vorgreifen, was gesellschaftlich und wissenschaftlich gar kein Konsens ist. Und wie vermittelt man wissenschaftlich "akzeptabel", dass der Schüler einen Transsexuellen jetzt ganz normal finden soll, obwohl dieser doch laut WHO auf der Liste der psychisch Kranken mit Geschlechtsidentitätsstörung steht?
Naja aber die Frau scheint wirklich ein anderes Kaliber zu sein :shock: Schauen wir, was die Zukunft bringt.

Re: Kein Witz: Birgit Kelle als "Expertin“ für sexuelle Vielfalt

Verfasst: Fr 2. Okt 2015, 20:10
von ab08
Hallo,

es handelt sich um Sachsen, da sind die Verhältnisse nicht einfach.
Da ich in Bayern tätig bin, daher wundert mich obige Entscheidung nicht.

Der Versuch einer Analyse der Entscheidung -- Bzw. mal Klartext zum besseren Verständnis:
- Franz Josef Strauß gab mal die Devise aus "Rechts von uns ist nur die Wand!"
Die CSU war/ist immer bemüht auch(!) die Herrschaft über die Stammtische zu haben. Rechte Parteien kommen so hier nicht wirklich zum Zug.
Daher ändert Horst Seehofer bei Bedarf die Richtung, läd Ungarns Premier Viktor Orbán ein usw. usw.
Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen. --> Gepoltert wird öffentlich --> Unter der Hand gibt es durchaus Entgegenkommen & Liberalität.
Aber Freiheiten werden eben eher unauffällig gewährt. Eben typisch katholisch. (Es wird hier mehr akzeptiert, als manche vielleicht glauben...)

- Der Freistaat Sachsen mit Pegida etc. ist kein einfaches Pflaster. Die CDU dort orientiert sich durchaus manchmal auch an bayerischen Erfahrungen...
Liberalität kann man sich ohne Stimmenverluste(!) nur leisten, wenn durch geschickte, öffentlich auffällige, Aktionen auch extrem konservative / rechte Zeitgenossen angesprochen werden.
Birgit Kelle ist sicher in den Augen "besorgter Bürger/ besorgter Eltern ..." akzeptabel. Um Erfolg zu haben, braucht die CDU eben auch diese Wählergruppen...
Ich würde daher die Entscheidung "Kelle" nicht überbewerten, sondern eher darauf achten, wie in der Praxis gehandelt wird. :wink:

Liebe Grüße
Andrea

Literaturhinweis: Nähere Einblicke in manche Vorgänge im Freistaat Bayern liefert Wilhelm Schlötterer
https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Schl%C3%B6tterer https://www.transparency.de/Schloettere ... 575.0.html
in seinen beiden Büchern
- Macht und Missbrauch. Franz Josef Strauß und seine Nachfolger. Aufzeichnungen eines Ministerialbeamten.
- Wahn und Willkür. Strauß und seine Erben oder wie man ein Land in die Tasche steckt.

Re: Kein Witz: Birgit Kelle als "Expertin“ für sexuelle Vielfalt

Verfasst: Sa 3. Okt 2015, 11:05
von Marielle
Moin Moin zusammen,

Gaga-Biggi im sächsischen Landtag ...... als Vielfaltsexperteuse. ROTFL :lol: Naja gut, ist ja Demokratie hier, und dort auch. Da kann und darf auch sowas passieren. Aber manche Leute in Sachsen haben einen echt schrägen Humor.

Sehr gut und wichtig finde ich die Recherche von Daenerys. Das Zitat von Kelles Internetzseite sollte jenen aus der Community zu denken geben, die Schnittstellen zum Geschlechterverständnis der Neokonservativen Kelles, Storchs, Pirincis usw. ausgemacht haben. Das gäbe eine sehr unheilige Allianz, die so gar nichts mehr mit Humor zu tun hätte. Merke: Nicht jedes Feindes Feind ist ein Freund.

Habt es gut

Marielle

Re: Kein Witz: Birgit Kelle als "Expertin“ für sexuelle Vielfalt

Verfasst: Sa 3. Okt 2015, 11:24
von Anne-Mette
Moin,

ich sehe da schon einige mögliche Allianzen, die sich bereits in dem Thema "Instrumentalisierung der Transsexuellen" (aber auf eine etwas andere Weise) angedeutet haben: http://www.crossdresser-forum.de/phpBB3 ... 40#p116040

Eine relativ überschaubere Gruppe von "richtigen" Transsexuellen nach Vereinsrichtlinien* wäre natürlich besser einzukalkulieren als eine größere und offenere Gruppe

Gruß
Anne-Mette

*es gibt inzwischen (mindestens) noch einen Verein, der sich um die "wahre Transsexualität" kümmert

Re: Kein Witz: Birgit Kelle als "Expertin“ für sexuelle Vielfalt

Verfasst: Sa 3. Okt 2015, 14:31
von Lina
Und wer von den dort Ansässigen wird die CDU Parlamentarier darauf direkt ansprechen? Und ihre Opposition natürlich auch?

(Wozu hat man sonst so ein Netzwerk wie dieses?)

Re: Kein Witz: Birgit Kelle als "Expertin“ für sexuelle Vielfalt

Verfasst: Sa 3. Okt 2015, 14:39
von Lina
@Salmacis: Oh ... mein .... f**king .... Gott!



Da schließe ich mich absolut an ... aber schon aus diesem Grund, ohne den Wiki-Artikel voll gelesen zu haben: Ihr Bild - selten habe ich so ein unechtes Lächeln auf einem Politikerfoto gesehen. Soll meinetwegen auch so bleiben, weil ich weiß genau wie wichtig ein gutes Portrait in der Eigenpräsentation ist.