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Hallihallo,

Verfasst: Di 29. Sep 2015, 12:45
von Jens
nach längerem Zögern habe ich mich doch mal entschieden, mich hier anzumelden und mich mal vorzustellen. Ich befinde mich in einer gewissen Sackgasse, wenn man so will. Ich weiß auch nicht, ob ich dieser Ort hier der Richtige ist. Aber da ich ab und zu Crossdressing mache, denke ich irgendwie schon. Ich habe mich hier angemeldet, weil ich vielleicht auch ein wenig nach Gleichgesinnten oder Austauschpartner suche. Bislang spielte sich alles immer in meinem Kopf oder alleine ab.
Zu meiner Person: Ich bin anfang dreißig, habe seit längerer Zeit eine Freundin (die das Ganze nicht unterstützt, um es mal höflich auszudrücken). In letzter Zeit habe ich oft darüber nachgedacht, warum oder woher dieser WUnsch kommt eine Frau zu sein. Es ist überhaupt schwierig mich einzuordnen, finde ich zumindest. Als ich fünf oder sechs Jahre alt war, kamen bei mir mehrere Sachen parallel zusammen. Vielleicht war eine Sache ein wenig früher, aber ich glaube, es lief gleichzeitig ab. Die eine Sache war, dass ich im Fernsehen Kindershows angeschaut hatte in der sich die Hauptperson verwandeln konnte. Natürlich nicht in eine Frau, aber die Jungen konnte sich verwandeln. Und da ich schon als Kind irgendwie wenig Selbstvertrauen hatte, schien die Verwandlung in jemand anderen oder anderes ein AUsweg aus meinen Problemen und Minderwertigkeitsgefühlen zu sein. Gleichzeitig sah ich alte Bilder von meiner Mutter aus ihrer Kindheit und ich meinte dann das sei ich auf dem Bild. Tatsächlich gab und gibt es eine große Ähnlichkeit zwischen ihr und mir. Was folgte war eine Phase in der ich so tat, als wäre ich ein Mädchen. Das war nur eine Phase und verschwand wieder, weswegen auch in meiner Familie niemand anfing sich Sorgen zu machen. In der Folgezeit hatte ich dann immer wieder Phasen, in der der WUnsch nach Verwandlung auftauchte und wieder verschwand. Erst in der Pubertät wurde es es zu einem dauerhaften Thema und wie soll ich es ausdrücken: es war sexuell aufgeladen. Natürlich auch mit dem üblichen schlechten Gewissen und Ängsten. Um es an dieser Stelle kurz zu machen, nach ein paar Jahren arrangierte ich mich damit. Ich hatte den Wunsch eine Frau zu sein und das war nicht schlecht oder böse. Aber ich redete mit (fast) niemanden darüber. Noch immer bin ich sehr ängstlich, was diese ganze Sache angeht.
Erst vor wenigen Jahren begann ich auch Crossdressing. Bis zu diesem Zeitpunkt war ich eher im Internet unterwegs, las Verwandlungsgeschichten und so weiter. Etwas ich auch heute noch mache. Crossdressing spielte für mich lange Zeit gar keine Rolle. Es spielte sich alles in meiner Fantasie ab. Wie sollte es auch anders gehen? Verwandlungen gibt es nur im Märchen.
Jedenfalls entdeckte ich dann im Internet die Silikonanzüge von Femskin bzw. "professionelle" Silikonmasken. UNd ich dachte mir dann, das wollen wir doch mal sehen (smili) . Die nächsten Jahre verbrachte ich dann damit alles irgendwie zusammenzusuchen, was man dafür braucht. Eine ziemlich langwierige und stressige Geschichte (die einen Haufen Geld und Lebensenergie gekostet hat) und in letzter Zeit bin ich wieder von Silikonmasken abgekommen und versuche mich auch zu schminken, mit eher geringen Erfolg (smili) , auch weil ich keine Ahnung davon habe und mir die Zeit fehlt, sich das anzueignen. Diese Silikonsachen sind nur in der Theorie eine fantastische Sache, in der Realität sieht die Sache anders aus. Manchmal habe ich das Gefühl, dass das Schicksal es nicht will, dass ich Crossdressing im realen Leben mache. In diesem Jahr wollte ich mich zweimal "verwandeln", auch weil ich alleine zu Hause war. Aber just an diesen Tagen wurde ich krank. Und ich war dieses Jahr nur zweimal krank :lol:
Ich würde mich eher als Verwandlungsfan bezeichnen, der gerne eine Frau sein will. Aber nicht nur das, ich will ganz anders aussehen, eine ganz andere weibliche Person sein. Vielleicht auch deswegen habe ich keinen speziellen weiblichen Namen. Ich kann mich sehr schwer entscheiden (smili) .
In letzter Zeit fühle ich mich unter Stress oder traurig. Es steht eben die Zeit an eventuell zu heiraten und zusammenzuziehen. Und die Folge wäre dann, dass ich das alles nicht mehr machen dürfte bzw. unter Beobachtung stehen würde. Ich denke, dass ich auch deswegen versuche, ein wenig aus meinem verkopften Schneckenhaus auszubrechen und ein wenig Kontakt zu finden. Ob im realen Leben oder hier.

LG Jens

Re: Hallihallo,

Verfasst: Di 29. Sep 2015, 21:50
von Brigitta
Hallo Jens,
ein herzliches Willkommen von mir hier im Forum! )))(:

Ich denke, dass du hier bald Rat und Hilfe bei der Suche nach einem Ausweg aus der "Sackgasse" findest; vielleicht ist es auch gar keine "Sackgasse", nur dass du den Ausweg heraus allein noch nicht entdeckt hast. :?

Den Wunsch eine Frau zu sein, hatte ich in meiner Jugend auch - in der Schule war ich lieber mit den Mädchen als mit den Jungs zusammen, und in der Pubertät faszinierten mich die Unterwäsche, Hüfthalter und Strapsstrümpfe so sehr, dass ich mir heimlich eine Bildersammlung an Ausschnitten der entsprechenden Seiten von Versandhauskatalogen zulegte, die ich immer wieder betrachtete.
Später kam dann das Bedürfnis auf, selbst Damenwäsche und Nylons zu tragen, was ich eben heute alltäglich mache, und schließlich entstand auch das Verlangen, mich zeitweise ganz in eine Frau zu verwandeln. Dabei ist es bis heute geblieben, und ich freue mich, dass ich relativ häufig die Gelegenheit habe, für einige Stunden oder sogar ein paar Tage (und Nächte) non-stop Frau sein zu können. (ki)
Das alles ist mir möglich, weil meine Lebenspartnerin (die kein Verständnis für meine Neigungen hat und es ablehnt, mich in weiblicher Kleidung zuhaus zu sehen) aus gesundheitlichen Gründen von Anfang an auf getrennten Schlafzimmern bestanden hat. Somit habe ich seit vielen Jahren mein "eigenes Reich" in der gemeinsamen Wohnung und habe einen Kleiderschrank und eine Kommode, die voll sind mit Damenwäsche, Blusen, Röcken, Kleidern, Nylons und vielen Paaren von Pumps, Sandaletten usw, so dass ich mich bei Gelegenheit in kürzester Zeit in die Frau verwandeln kann, als die ich so gern ständig aussehen möchte. Aber es ist andererseits auch immer nur der Drang zur Verwandlung auf Zeit - sexuell fühle ich mich trotzdem (noch) als Mann ...

Jetzt habe ich hoffentlich nicht zuviel von mir geschrieben; aber vielleicht ist mein Lebensweg auch für dich ein Ansatz oder Anregung, einen Ausweg aus deiner Situation zu finden? Ich wünsche dir viel Glück, bald zu einer Lösung zu kommen. :D

Liebe Grüße,
Brigitta ))):s

Re: Hallihallo,

Verfasst: Mi 30. Sep 2015, 07:28
von ExuserIn-2020-09-08
Hi Jens,
auch ein herzliches Willkommen von mir.
Was bin ich? Diese Frage habe ich mir schon oft gestellt. Ich betreibe das Crossdressing schon ca 40Jahre und komme auch nicht davon los.
Am Anfang waren es nur High Heels und Strumpfhosen, erst später dann die Verwandlung zur Frau, auch mit einigen Outdoorausflügen.
Ich geniese es in die Welt der Frauen abzutauchen, kehre aber auch gerne wieder zu meinem Männerstatus zurück.
In mir stecken wahrscheinlich beide Seiten, aber so ganz als Frau möchte ich doch nicht leben.
Auch ist es mir zur Zeit viel zu aufwendig mich als Frau zu stylen, so trage ich dann auch Damenkleidung zum restlichen Männeroutfit.
Strumpfhosen, Damenstiefel mit und ohne Absatz, lackierte Fußnägelchen zu meinem restlichen Männeroutfit-



LG Jumpi

Re: Hallihallo,

Verfasst: Mi 30. Sep 2015, 22:13
von MEL
Hallo Jens,

zu allererst ein herzliches Willkommen und Glückwunsch zu deiner Entscheidung,
dass du dich hier angemeldet hast!
Nicht, weil dies das einzige und ultimative Forum für Sorgen und Nöte dieser Art ist (obwohl, gibt's bessere :lol: wohl kaum )):m )
sondern weil du dich überwunden hast, mal außerhalb deines Schneckenhauses die Fühler auszustrecken
und dich mit "Gleichgesinnten" auszutauschen!

Aus deiner sehr detaillierten Vorstellung wird m.E. deutlich, dass Du ein sehr zurückhaltender und nachdenklicher Mensch bist,
der vieles und im Besonderen sich selbst immer wieder hinterfragt und dabei das eigene Wohlbefinden ganz hinten anstellt?!

Wir können uns hier untereinander austauschen, mitunter auch konträr diskutieren, geben gerne wohlgemeinte Ratschläge und Tipps.
Aber hier wird dir schlussendlich keiner die Entscheidung abnehmen können, zu dir selbst zu finden - sprich was will ich und was macht
mich glücklich - und in Konsequenz dann auch dazu zu stehen.
Dies erscheint mir umso wichtiger, da du in einer Beziehung lebst und von bevorstehender Hochzeit sprichst.
Sollte in dir die Erkenntnis reifen, dass du auf DAUER ohne crossdressen (TV) nicht wirst leben können (falls da nicht noch mehr ist
bzw sich mehr daraus entwickeln könnte), so ist es unumgänglich, deine Partnerin mit ins Vertrauen zu ziehen!

Dies als erstes feedback auf deine Vorstellung und bitte nicht falsch verstehen,
ich möchte dich damit nicht abschrecken, im Gegenteil:
Bring dich hier aktiv ein, suche den Austausch und stelle Fragen, versuche Antworten zu finden,
probiere dich aus, denn nur dann wirst DU erkennen können, ob Phantasie allein das / DEIN Seelenheil ist!

Also, lies dich ein und Feuer frei,

liebe Grüße

MEL

Re: Hallihallo,

Verfasst: Do 1. Okt 2015, 17:03
von Jens
Hallo,

danke schon mal für die netten Antworten.
Es ist immer etwas schwer darüber zu sprechen. Ich habe mich bislang nur ein paar Mal zu Hause verwandelt, wenn ich wirklich alleine war. Selbst da hatte ich dann ANgst, dass plötzlich jemand kommt und klingelt oder mich doch irgendwie sieht. Ich bin in der Beziehung wirklich ängstlich. Aber ich glaube, ich müsste wohl erstmal den ersten "Shellshock" überwinden und dann wird es besser.
Ich war mal ein paar Mal vor Jahren in Frankfurt bei Transnormal, als ich dort noch beruflich zu tun hatte. Die Frau dort (Manuela?) hat zu mir gesagt, dass ich auch mal nach draußen gehen sollte. Aber um ehrlich zu sein, ich bezweifele sehr stark, dass ich das hinkriege. Ich bewundere jeden der diese Seite auch nach außen zeigen oder leben kann. Wie gesagt, verwandele ich mich, wenn ich alleine bin. Und wenn die Transformation vorbei ist, frage ich mich oft: "Was jetzt?" So ging es mir zumindest beim letzten Mal. Abgesehen davon, dass ich immer erkältet bin, wenn ich das mache. Da hat schon die Energie von Anfang an gefehlt )):m :cry:
Meine Freundin weiß von meinen Fantasien, aber nicht von meinen Crossdressing-Versuchen. Wir reden darüber nicht. Mir ist natürlich klar, dass es besser ist, darüber zu sprechen. Und ich bin der festen Überzeugung, dass jeder Versuch so etwas zu unterdrücken, eher zu mehr persönlichen Unglück führt. Es ist allerdings auch so, dass ich eher davon fantasiere mich in eine Frau zu verwandeln, als es tatsächlich auch zu tun.
Nachdenklich und besonnen bin ich schon irgendwie, aber mein Wohlbefinden hinten anzustellen, das glaube ich eher nicht. Allerdings bin ich recht genügsam, weswegen das wohl dann nicht so ins Gewicht fällt :)

Ich habe hier auch in den Antworten gelesen, dass viele Crossdresser speziell bestimmte Kleidungsstücke favorisieren. Bei mir sind es Strumpfhosen, Leggings und High Heels und auch Stiefel, aber alles im schlicht-eleganten Rahmen. Ich glaube, dass ich vor allem deswegen diese Silikonsachen gekauft habe, damit meine Beine "perfekt" aussehen - und ich sie nicht rasieren muss :) . Da ich ziemlich dünn bin und lange Beine habe, dachte ich mir auch, dass man da bestimmt was machen könnte. Naja, Schaumstoffhüftpolster hätten es letztlich wohl auch getan, leider bin ich handwerklich eher mittelmäßig (höflich ausgedrückt). (smili) Aber ich kann jetzt nicht sagen, dass ich Crossdressing mache wegen der Kleidung, sondern weil ich das Gefühl haben will, mich in eine Frau verwandeln zu können. Ich weiß nicht, ob es euch auch so geht? Ich bin oft am Grübeln, ob ich jetzt Crossdresser bin oder irgendwas dazwischen auf der großen "Transgender-Skala". Aber vielleicht ist jeder hier irgendwo dazwischen (smili)

Nochmal, vielen Dank für die netten Antworten. Und ich hoffe, noch ein paar Antworten zu bekommen. Es ist wirklich wundervoll, endlich mal darüber sprechen zu können. Im Übrigen bin ich überhaupt neu in der Internet-Foren-Welt, was den aktiven Part angeht selbst etwas zu posten.

LG Jens