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Soll ich auf eine Entscheidung bezüglich meiner Ehe drängen?
Verfasst: So 20. Sep 2015, 02:07
von Andrea-Yvette
Was ist passiert? Es ging eigentlich nur um ein paar Creolen. 4 cm im Durchmesser. Ein paar kleinere, verspieltere hatte ich ebenfalls gekauft und heute den ganzen Tag getragen. Die waren meiner Frau zu klein und zu weiblich. Deshalb habe ich ihr Abends dann die grösseren an mir gezeigt. "Bist Du eigentlich noch Du selbst?" So absolut ausgerastet ist sie schon lange nicht mehr und konnte mich genauso wenig küssen, wie wenn ich einen Rock anhabe. Das tat so weh. Wir haben es dann gelassen, die Sache zu klären und weiter fern gesehen. Schlafen kann ich aber nicht. Ich bin so traurig.
Ich weiss eigentlich was ich will. Ich will endlich alles machen und akzeptiert dürfen, was jede andere Frau auch kann und darf. Schmuck so verspielt und schön wie ich will. Eine Handtasche um endlich alles bequem bei mir zu haben. Fantastische Haare — die waren gestern ja schon ganz schön prächtig bei der Bart-IPL Testbehandlung. Schuhe wie ich will in allen Höhen, Kleidung und Accessoires überhaupt. Lasst mich doch einfach leben, wie ich will. Ich will leben, ich habe und bin dabei alles zu tun, was mich dazu voranbringt, weiblicher zu werden. Ich bin weiblich und schön. Für mich sowieso und für andere akzeptabel.
Vielleicht hört sich das jetzt alles total idiotisch an. Ich liebe meine Frau. Aber ich bin wie ich bin.
Keine Ahnung, ob Ihr dieses Chaos nachvollziehen könnt, welches gerade in mir herrscht; von dem ich hier schreibe. Es musste einfach mal raus. Vielleicht ist der Titel meines Posts auch unpassend. Irgendwann muss eine Entscheidung aber sowieso getroffen werden. Ich weiss, dass ich meinen Weg gehen werde. Nur möchte ich meine Frau trotzdem weiter an meiner Seite haben.
Eine traurig verzweifelte Andrea-Yvette
Re: Soll ich auf eine Entscheidung bezüglich meiner Ehe drängen?
Verfasst: So 20. Sep 2015, 03:10
von Andrea-Yvette
Hallo Amanda,
herzlichen Dank für Deine Antwort. Ich werde definitiv warten. Das war jetzt vielleicht auch sehr emotional. Nur diskutieren werde ich den heutigen Abend auf jeden Fall so bald wie möglich mit meiner Frau. Es tut mir gewaltig weh, wenn meine Frau Ihren Kopf wegdreht, statt mich wie sonst zu küssen und das nur wegen ein paar etwas grossen Ohrringen.
Uff. Du kannst Fragen stellen, die mir so eigentlich gar nicht gefallen, wofür ich Dir trotzdem danke. Was die Antwort darauf, ob ich es akzeptieren könnte wenn meine Frau männlicher wird bereits beinhaltet. Nämlich nicht. Ok akzeptieren muss ich es wohl, wenn sie mal männlicher unterwegs ist. Aber sie ist ja dann auch wieder weiblicher.
Der Weg mit dem beide leben können. Das wäre schön. Sie hat da so ihre Grenzen. Ich meine Vorstellungen. Mal sehen wie wir dies vereinbaren können.
Vielen Dank und liebe Grüsse
Andrea-Yvette
Re: Soll ich auf eine Entscheidung bezüglich meiner Ehe drängen?
Verfasst: So 20. Sep 2015, 06:20
von exuserin-2016-12-21

Hallo Andrea-Yvette, auch von mir liebe Grüße und ich schließe mich den Bitten und Beschreibungen von Amanda voll an.
Ich bin noch nicht lange "Crossdresser",und wurde von meiner Frau in meinem heimlichen tun ,das erst sich Anfang dieses Jahres rausgeschält hat ,ertappt.Ich kaufte mir Slips ,BHs ,Nylons und habe sie Abends heimlich getragen,ich lehnte mich weiter aus dem Fenster und trug Tagsüber BH ,am Mittagstisch das ich gekocht und zubereitet habe ,umarmte mich meine Frau und wollte sich für das tolle Essen bedanken ,sie strich mir über die Schulter und spürte den BH!!!Sie zog an den Bügeln und schaute mich entsetzt an ,und fragte mich ob ich noch richtig ticke oder was das soll ! Ich sei doch ein Mann(und so wollen uns unsere Frauen auch Wahrnehmen! Also mussten wir darüber reden ,und ich habe meiner Frau und das geht nicht an einen Tag meine Empfindungen und Gefühle beschrieben,und das mich dieses schoene unendliche Potenzial der schoenen Frauenkleider einfach gefallen,und ich mich darin Wohlfühle . Glaube mir wir reden jetzt noch viel miteinander,und wir lieben uns denke ich noch mehr wie vorher,auch bei uns bei diversen Schritten war meine Frau nicht einverstanden, und auch sie prophezeite mir das noch nicht Schluß ist mit meiner Entwicklung,wir warten jetzt zusammen noch auf meine Perücke .Gestern hat meine Frau mich zum ersten Mal geschminkt,danach wusch ich es gleich wieder ab,und meine Frau war vom Ergebniss zufrieden,und dann war ich für den Rest des Tages ihr "Nur-Mann", Abends nicht mehr .Und Heute werde ich Damenslip mit Spitze,BH mit Sillis und ein T-Shirt mit Elastan tragen .Den ganzen Tag ,wenn unverhofft Besuch kommt,weg mit. Das ist meiner Frau wichtig!! Schafft für euch beide Kompromisse,ich denke wenn ihr euch liebt klappt das,und sei ehrlich zu deiner Frau.Das hat sie verdient,dass habe ich für mich auch erkannt,spreche und berate dich mit ihr in deinen Vorhaben und binde sie mit ein aber behutsam. Ich hoffe du kannst hieraus ein bisschen was nutzen . Viel Erfolg und Liebe für euch beide. LG Inge
Re: Soll ich auf eine Entscheidung bezüglich meiner Ehe drängen?
Verfasst: So 20. Sep 2015, 10:13
von Anke
Hallo Andrea,
um deine Eingangsfrage direkt zu beantworten: auf eine Entscheidung würde ich nicht drängen. Dafür aber auf eine akrive Auseinandersetzung mit eurer Situation.
Ihr habt beide berechtigte Anliegen und Standpunkte. Du möchtest so sein, wie Du willst und deine Frau möchte den Mann, den sie geheiratet hat. Das ist natürlich erst einmal ein Widerspruch und den könnt ihr nur gemeinsam auflösen. Grundlage ist natürlich, dass ihr eure Standpunkte offen darlegt und die Position und Sichtweise des jeweils anderen anerkennt und akzeptiert.
Das ist ein schwieriger und oft schmerzhafter Prozess mit ungewissem Ausgang. Aber wenn eure Beziehung und Ehe eine Chance haben soll, dann gibt es kaum einen anderen Weg.
Ich drück euch die Daumen und wünsche euch viel Mut und Stärke.
Liebe Grüße
Anke
Re: Soll ich auf eine Entscheidung bezüglich meiner Ehe drängen?
Verfasst: So 20. Sep 2015, 11:07
von biene38
Anke hat geschrieben:
Ihr habt beide berechtigte Anliegen und Standpunkte. Du möchtest so sein, wie Du willst und deine Frau möchte den Mann, den sie geheiratet hat.
Hallo Andrea,
Das sehe ich ganz genau so. Die große Angst deiner Frau ist es, ihren Mann zu verlieren, einen Mann zu haben, der sich langsam in eine Frau verwandeln will und auch endgültig so leben will. Die wenigsten Frauen können mit so einer Situation umgehen. (umgekehrt hätte ich wahrscheinlich auch meine Probleme, wenn meine Frau zum Mann würde).
Daher wahrscheinlich auch ihre Reaktion, indem sie ausgerastet ist. Sie will dir ihre Grenze frühzeitig aufzeigen.
Alternativ wäre zu überlegen, in wie weit es für sie akzeptabel wäre, wenn du dich als Mann modisch etwas experimentierfreudiger zeigst und es ihr auch so kommunizierst. Sie bekäme die Gewissheit, dass sie ihren Mann behält, und du die Freiheit, dich etwas mehr auszuleben. Als modisch interessierter und experimentierfreudiger vielleicht auch etwas androgyner Mann kann man ja auch alles ausprobieren. Warum soll man als Mann nicht auch mal Kreolen tragen, oder Röcke, oder Kleider, oder sich auch schminken?
Das ist übrigens der Weg, den ich bestreite, und meine Frau kann damit sehr gut leben und umgehen.
Alles Gute,
und viele Grüße von der Biene
Re: Soll ich auf eine Entscheidung bezüglich meiner Ehe drängen?
Verfasst: So 20. Sep 2015, 11:27
von Sunny
Hallo Andrea-Yvette,
viel Wichtiges ist hier ja schon geschrieben worden. Dass die Kommunikation der Schlüssel ist und dass es hilfreich sein könnte, wenn du dir die Situation einmal andersrum vorstellst, kann ich beides nur bestätigen.
Ich kann mir vorstellen, dass die Situation für dich so sehr schwer ist, aber ich weiß auch aus eigener Erfahrung, wie schwer die Situation für deine Frau ist. Wobei sie ja (soweit ich weiß) keinen Austausch mit anderen Partnerinnen hat, was es noch einmal schwerer machen dürfte. Deshalb möchte ich versuchen, für ein bisschen Verständnis für deine Frau zu werben und hoffe, du nimmst das nicht übel.
Dass es schmnerzhaft ist, vom Partner zurückgewiesen zu werden, kann wohl jeder verstehen, auch ich. Was du dir vielleicht in einem solchen Moment vor Augen halten solltest, ist die Tatsache, dass du dir eine heterosexuelle Frau an deine Seite geholt hast. Als solche fühlt sie sich naturgemäß von deiner männlichen Seite (soweit noch vorhanden) angezogen und nicht von den weiblichen Aspekten, die du im Laufe der Zeit aufgezeigt hast. Es wäre sicherlich einfacher, wenn die Partnerin in einem solchen Fall lesbisch werden könnte, aber das geht nun mal leider nicht. Wenn diese Distanz sich jeweils mit der Zeit wieder legt, besteht doch zumindest die Hoffnung, dass sich langfristig auch in dieser Hinsicht alles wieder findet. Das ist schon viel wert.
Ein wichtiger Punkt aus meiner Sicht bei der gemeinsamen Entwicklung zu mehr Weiblichkeit für dich, ist deine Geduld. Ich kann sehr gut verstehen, dass du gerne sofort einfach alles machen können willst und mir würde es an deiner Stelle wohl auch nicht anders gehen. Als Partnerin, die die inneren Prozesse, die dahinter stehen nicht selbst mitgemacht hat, wird man aber von jeder Neuerung überrascht und wenn diese dann schnell und in großer Zahl auftreten, kann auch das Gefühl entstehen, von einer Dampfwalze überrollt worden zu sein.
Dass dieses Gefühl nicht gewollt ist und dass ihr eure Partnerinnen nicht überrollen oder überfordern wollt, denke ich mir schon. Dass ihr manchmal ungewollt und unbewusst trotzdem genau dieses Gefühl erzeugt, kann ich aber aus eigener Erfahrung sagen. Und das ist aus meiner Sicht eine der großen Gefahren für eine Beziehung, die eine Angleichung an das gefühlte Geschlecht eines Partners überstehen soll.
Ich weiß nicht, wie du normalerweise mit deiner Frau umgehst, wenn du einen weiteren Schritt in Richtung Weiblichkeit gehst und will dir mit den folgenden Absätzen nicht unterstellen, dass du etwas falsch machst oder dass du einfach nur machst und deine Frau soll damit klarkommen. Ich möchte dir nur aus der Sicht einer Partnerin einmal ein Beispiel dafür geben, wie es, meiner Meinung nach, funktionieren könnte. Vielleicht nützt es dir was oder wir können uns auf dieser Basis austauschen.
Deine Chancen, deine Frau auf deinem Weg ins Weibliche mitzunehmen, sind meiner Ansicht nach am größten, wenn du das Ganze mit Geduld und Gesprächen Schritt für Schritt angehst. Überlege dir genau, welche Veränderungen aus deiner Sicht zwingend notwendig sind, damit du glücklich werden kannst. Mach dir eine Prioritätenliste und liste genau auf, welche Bedürfnisse dir am dringendsten sind und welche nicht sofort sein müssten. Achte dabei am besten darauf, dass diese Prioritätenliste deiner Frau nicht unter die Augen kommt, damit sie keinen Schreck bekommt, was du dir alles wünschst. (Geheimnisse sind nicht gut, ja, aber ein Riesenschreck wegen einer langen Wunschliste kann kontraproduktiv sein)
Und danach suche ein Gespräch mit deiner Frau und rede mit ihr über den ersten Punkt deiner Liste. Erkläre ihr deinen Wunsch und die Gefühle, die für dich dahinter stecken. Gebe ihr die Möglichkeit, darüber nachzudenken und sich für deinen Wunsch zu erwärmen, ihn zu verstehen. Zeige ihr, dass du diesen Schritt gemeinsam mit ihr gehen möchtest und habe ein wenig Geduld mit ihr. Je nachdem, worum es geht, wird es nicht nur ein Gespräch brauchen, sondern mehrere, aber wenn du diese Gespräche mit ihr führst, bevor (!) du den nächsten Schritt gehst, wird sie es dir im Zweifelsfalle damit danken, dass sie dir am Ende ihre Bereitschaft für diesen Schritt signalisiert und wenn ihr ihn dann gemeinsam geht, wird es sich auch für dich noch besser anfühlen. Lass ihr nach jedem weiteren Schritt ein wenig Zeit zum Verdauen und Gewöhnen und wenn du merkst, dass diese Neuerung in der Normalität angekommen ist, gehe langsam (!) auf den nächsten Punkt deiner Liste zu.
Wenn ihr beide einen gemeinsamen Weg in dein weibliches Leben tatsächlich gehen wollt, ist das aus meiner Sicht der Weg der geringsten Verletzungen für euch beide. Und damit auch der Weg mit der höchsten Erfolgschance.
Ein Denkanstoß von mir noch zum Abschluss: Erinnere dich daran, wie lange du für dich selbst gebraucht hast, um dich zu akzeptieren, wie du bist und wie viel Zeit du für dich selbst gebraucht hast für die einzelnen Entwicklungsschritte und Entscheidungen auf deinem Weg. Wie lange denkst du über den nächsten Schritt nach, bevor du ihn mit deiner Frau besprichst bzw. umsetzst?
Deine Frau braucht die gleiche Zeit, um die einzelnen Wünsche von dir nachzuvollzuziehen und zu verarbeiten. So schwer die Geduld und das Verständnis dafür aufzubringen sind, wenn du dich nach langem Überlegen für etwas entschieden hast und dann doch warten sollst, ist es doch etwas, was du deiner Frau zugestehen solltest. Sonst nimmst du sie nicht mit auf deinem Weg, sondern du schleifst sie hinter dir her und dass das zu Problemen führen kann, ist wohl verständlich, denke ich.
Das wäre mein Senf dazu im Moment. Ich hoffe, ich rege dich damit nur zum Nachdenken an und nicht auf
Liebe Grüße
Sunny (die auch per E-Mail mit deiner Partnerin sprechen könnte, wenn sie mag)
Re: Soll ich auf eine Entscheidung bezüglich meiner Ehe drängen?
Verfasst: So 20. Sep 2015, 11:33
von Sunny
PS: Gerade Ohrringe sind ein gutes Beispiel. Dahlia wollte schon sehr lange Ohrlöcher haben und hat doch (zu meiner heimlichen Freude) nie im rechten Moment daran gedacht. So vergingen viele Monate, wenn nicht sogar Jahre und ich hatte Zeit mich an die Vorstellung zu gewöhnen und mich damit auseinander zu setzen.
Beim letzten gemeinsamen Shopping in der Stadt, war dann ich diejenige, die dahlia an den Juwelierbesuch erinnert, die rosa Ohrstecker ausgesucht und die Rechnung beim Juwelier bezahlt hat. Einfach weil ich nach der langen Zeit damit klar kam und meiner Liebsten einen Wunsch erfüllen wollte, der auch für mich im Bereich des Möglichen lag.
Du siehst also: Geduld kann sich wirklich auszahlen

Re: Soll ich auf eine Entscheidung bezüglich meiner Ehe drängen?
Verfasst: So 20. Sep 2015, 16:42
von Andrea-Yvette
Wow. Ich bin überwältigt von so vielen Rückmeldungen. Vielen herzlichen Dank Euch allen. Bisher habe ich hier im Forum noch nie so emotional oder überhaupt von meinen Empfindungen geschrieben. Die kennt normalerweise nur mein Tagebuch, wobei ich da die positiven Gefühle bevorzuge. Nur heute Nacht war ich mal leider etwas sehr durcheinander und die Emotionen waren eher negativ.
Ich bin gerade am lesen Eurer Posts.
Liebe Inge,
das kenne ich so ähnlich. Wobei die Aussage meiner Frau eher ist: "Wann ist denn endlich mal Schluss? Kennst du keine Grenzen mehr?" Es geht ihr manchmal einfach zu schnell. Andererseits hat sie schon wahnsinnig viel akzeptiert, wofür ich ihr sehr dankbar bin. Unterwäsche/epilieren/Pumps sind ihr schon grad egal. Selbst in der Öffentlichkeit ist sehr viel möglich. Da kommt eher noch der Kommentar, das für das Top ein bisschen Busen fehlt und ich doch etwas nachhelfen sollte. Ob sie das richtig ernst gemeint hat? In dem Moment schon später ist sie dann wieder zurück gerudert.
Bezüglich der Ehrlichkeit gebe ich Dir absolut recht. Sie weiss alles was ich mache. Ihr Kommentar zur IPL war lediglich, dass 70 € pro Sitzung schon ganz schön viel sind und natürlich habe ich ihr ganz genau erklärt, wie es abläuft und dass ich ebenfalls will dass alles gut geht.
Vielen herzlichen Dank für die lieben Wünsche. Ich will machen, was geht.
Liebe Anke,
genau das ist es. Ihre Aussage: "Ich habe einen Mann geheiratet." "Ich liebe keine Frauen" bzw. "kann dich als Frau nicht lieben".
Wir haben heute Mittag nochmal über den gestrigen Abend gesprochen. Klar wollte sie auch wissen, warum ich nicht schlafen konnte, nicht mehr im Bett war.
Die Standpunkte so komplett dargelegt, wie Du schreibst haben wir dabei nicht. Irgendwie war uns wahrscheinlich beiden wichtig auch erst mal die Luft aus der gestrigen Situation raus zu bekommen. Vielleicht habe ich es auch zu emotional gesehen. Das wir es grundsätzlich werden klären müssen, da stimme ich Dir absolut zu. Ich habe das mehr oder weniger bereits einmal probiert. Habe ihr erklärt, dass ich meine, auch finanzielle Absicherung plane, beruflich geht es immer weiter, nur weniger planbar und das ich auch möchte, das sie finanziell abgesichert ist, egal was passiert. Das hat sie so zuerst nicht verstanden. Genau den Zusammenhang mit meiner weiblichen Seite herzustellen war für sie zuerst schwierig. Klar kann ich nicht ihr Leben planen sondern nur meines. Nur versuche ich eben dies und will natürlich auch das es meiner Frau gut geht, egal wie es ausgeht.
Vielen Dank dass Du uns die Daumen drückst und für Deinen Zuspruch.
Liebe Biene,
das stimmt. Meine Frau liebe ich als Frau und nicht als Mann. Keine Ahnung wie sie als Mann sein müsste, damit es für mich passt, meine Probleme hätte ich damit genau wie Du es schreibst jedenfalls genauso.
Deinen Weg finde ich ganz gut, auch wie Du es beschreibst. Auf diese Weise versuche auch ich es. Es geht ihr in letzter Zeit wahrscheinlich etwas zu schnell. Und zu Kleidern und Röcken hatte ich bereits die Aussage: "Wenn Du auch noch im Kleid oder Rock auf die Arbeit gehst, dann war's das!" Das Schminken ist nach anfänglichem Protest zumindest nun so, dass wir uns da bereits austauschen. "Hast Du zufällig den passenden Lidschatten zu meinem Kleid" sind z. B. Aussagen, die mal ganz schön sind oder wenn wir sonst diesbezüglich voneinander lernen.
Vielen Dank für Deine Zeilen und ganz herzlichen Glückwunsch, dass es so gut bei Dir funktioniert. Ich wünsche Dir, dass Deine Frau ebenfalls weiterhin zu Dir steht und es weiter so gut läuft.
Re: Soll ich auf eine Entscheidung bezüglich meiner Ehe drängen?
Verfasst: So 20. Sep 2015, 16:57
von Andrea-Yvette
Liebe Sunny,
es stimmt. Sie spricht nur mit mir darüber, wenn wir es können oder müssen. Zumindest so weit ich weiss. Da erhielt ich eher mal die Aussage: "Muss es denn jeder wissen?" "Bleiben mir den keine Bekannten, bei denen dies kein Thema ist?" Am liebsten würde sie meine weibliche Seite vor aller Welt verstecken. Es darf und soll von Ihrer Seite her niemand wissen oder merken. Wie soll sie sich dann mit anderen austauschen wollen? Ich habe Anfangs ja selbst lange mit mir gehadert und warum ich nicht einfach nur "normal" sein kann. Das Leben wäre ja soviel "einfacher" — ist es das wirklich? Ich habe diese Frage für mich mit Nein beantwortet. Einfach ist keines von beiden. Aber ich bin glücklich, wenn ich meine weibliche Seite ausleben kann. Egal welche Probleme oder Verwunderung bzw. Verwirrung das manchmal in meinem Umfeld gibt.
Das sich die Distanz mit der Zeit wieder legt stimmt schon. Wenn es so wie gestern endete, habe ich es nur meist eher nicht wieder versucht. Meine männliche Seite ist schon vorhanden, muss sie auch oft sein, anders würde es kaum funktionieren. Es ist ein Entwicklungsprozess, für mich und meine Frau und unser Umfeld. Ganz verwunderte Reaktionen gibt es eigentlich nur von Personen, zu welchen über längeren Zeitraum kein Kontakt bestand.
Geduld — jedenfalls schön und herzlichen Dank dass Du mich bzw. meinen Wunsch verstehst möglichst alles gleich und sofort haben zu wollen. Geduld muss ich sowieso haben, da mir selbstverständlich bewusst ist, dass es einfach dauert. Geduld habe ich allein schon deswegen, weil ich immer noch ernst genommen werden will. Egal wie ich erscheine muss es ja irgendwie passend sein. Als absolute Karikatur einer Frau oder total lächerlich wirkend würde ich mein gesamtes Umfeld und meine Arbeits- und Lebensgrundlagen zerstören. Es ist auch für mich ein Lernprozess, eine stetige Erweiterung meiner Komfortzone, welche schon einiges an Mut von mir verlangt. Das die Neuerungen manchmal schnell und in grosser Zahl vorkommen, hängt vielleicht damit zusammen, dass ich mir meine Gedanken über meine Wünsche mache, diese aufschreibe und Stück für Stück umsetze.
Selbstverständlich will ich meine Frau alles andere als überrollen. Hätte ich ihr aber Ende 2013 meine Wunschliste und Planung bis 2016 gezeigt, so wäre sie mir "vom Stuhl gefallen". Ich versuche auf die einzelnen Aspekte hinzuwirken, vorsichtig nachzufragen, was wäre wenn? Was meinst Du? Klar setze ich manchmal auch einfach etwas um. Wie z.B. beim Schminken. Das war nach gut 3 Stunden bei meiner Kosmetikerin erstmal ein Drama und ist heute selbst in unserem Umfeld kaum der Rede wert. Gestern Abend war es ähnlich. Wir hatten schon den ganzen Tag kleinere Diskussionen und gefühlsmässig war das dann zuviel, aber ich habe es dann doch auf Grund unserer Unterhaltung gewagt. Hätte ich es lassen sollen? Nach unserem Gespräch heute war es vielleicht doch besser so weit zu gehen.
Ausserdem liegt mir sehr viel an meiner Frau. Von ihr bekomme ich ehrliche Rückmeldungen, sie ist immer für mich da und ich für sie. Egal was kommt oder sein mag.
Hola — ich lese mich gerade Stück für Stück durch Deinen Post und schreibe gleichzeitig meine Gedanken dazu. Was Du nun schreibst stimmt ja komplett mit meinen Gedanken überein. Die Prioritätenliste ist meine Wunschliste. Nach Prioritäten habe ich diese wohl unbewusst geordnet oder doch unbewusst bewusst?
Wie ich vorher beispielhaft schrieb, habe ich manche Schritte auch einfach umgesetzt. Manches wurde diskutiert, manches habe ich auch nur angerissen um mal vorzufühlen oder sie darauf vorzubereiten. So ungefähr: "Das habe ich Dir doch erzählt." Es kommt auch immer auf die Stimmungslage meiner Frau an. Je nachdem, was sie manchmal bewegt, was einfach den Tag über los war, sind manche Themen dann einfach unpassend. Das wird Euch sicherlich ähnlich gehen. Da kommt es wirklich auf den jeweiligen Punkt der Liste an. Kann sich dieser auf meine Gesundheit auswirken? Wie gefährlich ist dies? Zu meiner Haar-OP und den Vor- und ersten Nachbehandlungen war sie Anfangs immer dabei. IPL habe ich nur zweimal vorher angeschnitten und ihr danach ausführlich alles beschrieben und erklärt. Beim Schminken wäre sie vorher ausgerastet. Das hat mir danach gelangt. Ich versuche es schon vorher abzuschätzen. Sie einzubinden. Da sie mir sehr wichtig ist, ist es mir am liebsten alles mit ihr vorher zu besprechen.
Wenn ich nun so über drei Jahre plante, kam mir dieser Zeitraum erstmal sehr lang vor. Da dies aber nicht der erste Plan oder meine Wunschliste ist, weiss ich wie schnell die Zeit vergeht. Entsprechend "schnell" kann dann möglicherweise die von Dir angesprochene Normalität eintreten.
Und ja es ist mir sehr wichtig das Verständnis meiner Frau zu haben. Was hoffentlich dazu führt die geringsten Verletzungen und bestmögliche Akzeptanz oder "Erfolgschance" zu erreichen.
Klar da hast Du absolut Recht. Bis etwa zu meinem 39./40. Geburtstag war das alles für mich total unklar. Ohne Internet usw. war es Anfangs nur ein einziges unverständliches Chaos. Um meinen 30ten herum wurde es etwas klarer. Und die Kraft und Entscheidung so zu mir zu stehen habe ich vielleicht etwa erst seit 2 Jahren. Wie lange ich über den nächsten Schritt nachdenke bevor ich ihn mit meiner Frau bespreche oder umsetze? Das ist sehr unterschiedlich. Manches braucht mehr, manches weniger Vorlaufzeit.
Ich weiss was Du meinst. 40 Jahre Zeit hat sie nicht dafür. Aber wie ich schrieb konnte ich diese leider ebenfalls nicht so nutzen. Vielleicht überfahre ich sie deshalb manchmal ein wenig. Hoffentlich hält es sich in Grenzen und sie kann mich verstehen.
Das möchte ich definitiv vermeiden. Meine Frau hinter mir herzuschleifen. Das würde auch kaum funktionieren. Jeder hat seine Gedanken und Überzeugungen. Die könnte ich kaum verändern. Ich kann nur versuchen auf etwas hinzuwirken, was ich möchte oder für wichtig halte. Ich versuche ihr zu zeigen was ich möchte, was meiner Meinung nach wichtig für mich und für uns ist (Es gibt ja nicht nur meine weibliche Seite sondern unser gemeinsames Leben überhaupt). Nur solange wir eine gewisse Übereinstimmung haben kann es funktionieren. Ihre Sicht der Dinge ist mir sehr wichtig und vor allem, dass sie selbst für sich entscheiden kann.
Ganz herzlichen Dank für Deinen "Senf". Den finde ich ganz prima

ïŠ
Das mit den Ohrlöchern habe ich recht schnell nach mehrmaliger vorheriger Unterhaltung darüber umgesetzt. Es ging bei uns ihrerseits eher um 2 statt einem Ohr.
Manchmal erfüllen sich wie bei Euch ebenfalls Wünsche. Zu meinem Geburtstag habe ich den gewünschten Kabuki erhalten. Mit dem Kommentar, das sie sich auch gleich einen gekauft hatte. Vorher hatte meine Frau noch gemeint sie fragt mal im Baumarkt danach. Worauf ich sagte, sie solle die Marktleiterin fragen. Die wird sie schon aufklären aber wohl eher zum DM oder Douglas schicken.

Zu den grossen Creolen kam von Ihr heute noch der Kommentar, dass diese bei Ihr nichts aussehen würden. Wir hatten es auf ihren Wunsch hin vor einem Jahr etwa mal probiert. Und bei mir ist es ihrer Meinung nach genauso. Hm. Eigentlich hat sie recht. Die Teile waren nicht parallel zum Gesicht sondern eher auf Grund der Ohrlöcher etwas abstehend. Wie als wäre ich "ein Sender auf Empfang". Sie meinte nun dass müsse man im Laden ausprobieren. Da sieht man einfach ob es passt. Also wieder mal ein Schritt, der vielleicht später doch noch in irgend einer Form kommen wird? Hoffentlich.
Ich drück dich jedenfalls mal ganz herzlich für Deinen lieben und ausführlichen Kommentar. Hoffentlich ist das für Dich und Dahlia OK

. Nicht das da noch jemand eifersüchtig wird. Vielen Dank für Dein Angebot des Mailverkehres mit meiner Frau. Vielleicht ist sie ja irgendwann mal so weit.
Ganz liebe Grüsse auch an Dahlia
Andrea-Yvette
Re: Soll ich auf eine Entscheidung bezüglich meiner Ehe drängen?
Verfasst: So 20. Sep 2015, 17:03
von Andrea-Yvette
Einen Post muss ich noch loswerden. Das waren so meine Gedanken, bevor ich Eure vielen lieben Rückmeldungen hier im Forum las:
Ich bin ja eine Esoterik Tante. Also habe ich nach der Verzweiflung von heute Nacht und einem ruhigeren Gespräch mit meiner Frau heute Mittag mal wieder in meine Bücher geschaut.
Nach dem Gesetz der Resonanz zieht Gleiches Gleiches an.
Irgendwie hatte ich heute Nacht schon sehr mit allem gehadert. Ich tue doch alles für meine Frau. Da müsste sie doch auch "alle" meine Wünsche respektieren und unterstützen.
Jedenfalls geht es beim Gesetz der Resonanz darum, dass alles welchem ich meine Energie und Kraft schenke, was ich mir von Herzen wünsche, sich auch in meinem Leben verwirklicht. Also auch unsere Ehe und Partnerschaft solange wir es beide wollen. Zumindest kann ich meinen Teil dazu beitragen und werde es tun.
Vielleicht kennt oder versteht die eine oder andere von Euch dies ebenso.
Eine wieder beruhigte, Euch allen herzlich dankende
Andrea-Yvette
Re: Soll ich auf eine Entscheidung bezüglich meiner Ehe drängen?
Verfasst: So 20. Sep 2015, 22:17
von Aria
Hallo Andrea-Yvette,
nicht jeden Satz habe ich gelesen, aber habe dennoch verstanden worum es im großen und ganzen geht. Wie so oft sind es die partnerschaftlichen Diskrepanzen, die unser 2. Leben mit sich bringt.
Wie es vielleicht möglich ist, jene auszuräumen, haben meine Vorrednerinnen ja bereits ausführlich geschrieben. Aber jetzt frage ich dich mal was anderes: Wie sicher bist du mit DIR???
Klar, du versuchst dein Möglichstes alles zu vereinbaren. Ehe und Andrea-Yvette unter einen Hut zu bekommen, mit all den negativen Begleiterscheinungen. Aber wo führt dein Weg hin?
Dir wurde geraten ein Liste mit Schritten zu machen, die für dich wichtig sind und diese nach und nach deiner Frau zu unterbreiten. Setze mal die Liste fort! Wo wäre Schluss?
Erst wenn du dir darin sicher bist, kannst du abschätzen welche Entscheidung du bezüglich deiner Ehe zu treffen hast. Und darum ginge es dir ja, gemäß deinem Thread-Titel.
Alles andere ist nur ein Sterben auf Raten. Für deine Ehe und dein Verhältnis zu deiner (Ex-)Frau.
LG Aria
Re: Soll ich auf eine Entscheidung bezüglich meiner Ehe drängen?
Verfasst: Mo 21. Sep 2015, 01:20
von Andrea-Yvette
Hallo Aria,
das ist eine Frage, (Wo führt dein Weg hin?) welche mir meine Frau am Anfang bereits stellte. "Wo ist denn mal Schluss?" ist auch immer wieder mal eine Frage von ihr.
Um sie und vielleicht auch mich zu beruhigen sagte ich, dass es nur die Äusserlichkeiten sind. Ist es wirklich so? Mein Ansatz und meine Meinung war ursprünglich eben ganz deutlich, das es so ist, dass ich es als Mann durchzuziehen will, der eben weiblicher, anders (gekleidet) ist. Reicht das aber wirklich? Sind es tatsächlich nur die Äusserlichkeiten? oder: Ist es nur "einfacher" bzw. "akzeptierter" komplett Frau zu sein? Oder ist es vielleicht sogar so, dass ab einem gewissen Punkt sowieso schon "die Kugel in Richtung der weiblichen Seite (Erscheinung/Rollenbild) rollt? Wie glücklich wäre ich komplett in der weiblichen Rolle? usw.
Klar das ist dann die Frage: "Wo führt mein Weg hin?" Wie soll ich das beantworten? Als ich vor Jahren im Schichtdienst tätig war und meine Frau weit entfernt ausserhalb arbeitete, war ich manchmal die ganze Woche zuhause meist komplett weiblich. Anschliessend konnte ich in der anderen Zeit meine männliche Rolle wieder entsprechend leichter leben. Das hat sich vor 4 Jahren etwa geändert. Da ich es aber brauche, meine weibliche Seite ausleben zu können, habe ich es nun zunehmend in den Alltag integriert. Dies habe ich auch so mit meiner Frau diskutiert und bin von ihr gefragt worden, ob ich es wieder ändern würde, wenn es nochmal so wäre wie damals. Meine Antwort: Ein klares Nein. Warum auch? Ich fühle mich viel wohler und wie Dir viele hier sicherlich bestätigen können ist es viel einfacher und akzeptierter als auch ich es mir vorher vorgestellt habe. Was ist denn so schlimm daran, wenn ich als Mann zunehmend weiblicher werde oder erscheine/auftrete?
Mit der erwähnten Liste bin ich schon ziemlich weit gekommen. Ein Grossteil der Punkte ist am laufen. Selbstverständlich habe ich mir ebenfalls bereits gedacht: "Was kommt danach?" "Wie plane ich weiter?". Jedoch will ich nichts überstürzen. Lieber in Ruhe erstmal die bisherigen Punkte komplettieren. Klar gibt es gleichzeitig die Träume wie "die schnelle Wunschverwandlung durch die berühmte Fee". Oder mal die Vorstellung wenn ich heute bereits alles verwirklichen würde was ich mir so vorstellen könnte oder einfach gerne wünsche.
Es ist ganz eindeutig die/Deine Frage: "Wo wäre Schluss?". Bezüglich einer Klärung dergleichen über einen Psychologen bzw. die Krankenkasse möchte ich aber noch abwarten. Im Oktober habe ich deshalb einen Termin vereinbart mit jemand, der ähnlich spezialisiert ist. Dies habe ich auch so mit meiner Frau besprochen. Eine andere Person an die wir zuerst dachten ist unserem Umfeld zu nahe und deshalb vielleicht nicht so unabhängig bzw. verschwiegen. Ich hoffe sehr, dass es mir die Antwort bringt oder mich näher an die Klärung führt wie viel trans ich bin.
Da ich meine Frau liebe und sie mich, will ich um sie kämpfen so lange es möglich ist. Vielleicht ist dies die Antwort auf die von mir im Thread-Titel gestellte Frage. Es ist zumindest die einzig für mich derzeit logische und vertretbare Lösung. Das es dabei trotzdem zu solch extremen Situationen wie am Samstag Abend kommt ist sehr schade. Darauf könnte ich gerne verzichten. Denn das war es auch, warum ich dann so verzweifelt und traurig war.
Das es ein Sterben auf Raten wäre sehe ich anders. Und selbst wenn das wirklich so eintritt, dann habe ich es wenigstens versucht.
Vielen Dank und Liebe Grüsse
Andrea-Yvette
Re: Soll ich auf eine Entscheidung bezüglich meiner Ehe drängen?
Verfasst: Mo 21. Sep 2015, 07:56
von Salmacis
Mal eine Frage andersrum.
Wie würde es dir gefallen, wenn sich deine Frau nach X Jahren Ehe outet und sich die Haare abrasiert, einen Bart ins Gesicht klebt und sich Dieter nennt? Ja das klingt jetzt fies und überzogen aber im Endeffekt kommt es ihr so vor.
Ich weiß nicht wie lange ihr schon verheiratet seid und wie lange ihr es ward als du dich ihr anvertraut hast, aber überlege doch mal was auch die Wirkung auf deine Frau ist.
Du hast eine heterosexuelle Frau geheiratet und erwartest jetzt, dass sie dich mit allen Facetten liebt und akzeptiert. Aber sowas braucht viel Zeit und Kommunikation. Und versuch dich auch mal in ihre Lage zu versetzen. Hast du sie mal gefragt was ihr durch den Kopf geht wenn du sowas machst? Hast du sie mal gefragt ob sie vllt auch einfach Angst hat, dich zu verlieren?
Wir tendieren schnell dazu unsere Partnerin mit dem Thema zu überfordern...
Re: Soll ich auf eine Entscheidung bezüglich meiner Ehe drängen?
Verfasst: Mo 21. Sep 2015, 07:57
von Feldmaus
Hallo Andrea- Yvette
Eure Partnerschaft muss kein Sterben auf Raten sein. Wenn Du wirklich sehr vorsichtig und geduldig ( wie Sunny beschrieben) mit deiner Frau umgehst, kann die Ehe weiter bestehen. Ich habe Saskia auf alle ihren Stationen( Therapeuten,Endokrinologe, Gutachter, Amtsgericht...) begleitet.Natürlich fiel es mir nicht leicht.
Viele Ängste und gedankliche Hürden musste ich überspringen. Saskia lebt jetzt seit Februar dieses Jahres amtlich als Frau.Wir haben zwar immer noch unsere partnerschaftlichen Probleme, aber für alles gibt es eine Lösung man muss nur zusammen danach suche.Wir wollen auch weiterhin zusammen bleiben, doch jeder braucht auch seine eigenen Freiräume und daran arbeiten wir gerade.
Viele liebe Grüße Daniela
Re: Soll ich auf eine Entscheidung bezüglich meiner Ehe drängen?
Verfasst: Mo 21. Sep 2015, 08:57
von Tatjana_59
Hallo Andrea-Yvette,
Wie weit dein Weg gehen wird kannst du vielleicht noch gar nicht abschätzen.
Solltest du dich für den Gang zum Psychologen entscheiden, wird dich der auf deinem Weg begleiten.
Es nennt sich ja auch psychologische Begleitung.
Der Therapeut wird auch für dich nicht die Entscheidung treffen bzgl. eventueller Transsexualität.
Das musst du für dich selbst finden.
Wenn du darauf eine Antwort hast, wird auch dein Weg für dich klarer, in Bezug auf, wie geht es weiter, wie weit geht es?
Ich kann nicht in dein innerstes sehen, aber ich vermute das in dir das gesamte Spektrum Frau schlummert, irgendwann, vermutlich immer schneller wird es zum Vorschein kommen.
Mit jedem zusätzlichen Erfolg bei deiner Frau wirst du mehr wollen, am Ende könnten Het, Vä/Pä und sogar die Gaop stehen. Inwieweit deine Frau dich dann noch begleitet wird sich zeigen. Ich wünsche dir von Herzen das die Liebe dann über allem steht, somit deine Frau hinter dir.
In vielen Deiner Ausführungen habe ich mich selbst gesehen.
Als ich nach Jahrzehnten der Heimlichkeit mich immer mehr einzuordnen suchte fand ich dieses Forum.
Ich meldete mich als Dwt (mein Vorname) an.
Anfangs ging die Entwicklung langsam vonstatten, ich habe viel gelesen, viel gelernt, vor allem gelernt viel selbstkritischer zu werden.
Was bin ich? Was möchte ich sein? Dann die Entscheidung, ich möchte sein was ich im inneren immer war, eine Frau, ich möchte endlich ich sein.
Mein Weg sollte langsam weitergehen, doch er hat mich manchmal mit der Geschwindigkeit eines ICE selbst überrollt.
Ich befinde mich seit einiger Zeit in der Transition, mir geht es bestens dabei, ich fühle mich im Leben angekommen.
Nun zu meiner Frau und Familie.
Am Anfang stand für mich die Frage, wie steht meine Frau und meine erwachsene Tochter zu mir, die beiden waren für mich die wichtigsten Personen.
Wohl gemerkt, zu diesem Zeitpunkt stand ich ganz am Anfang, wusste selbst nicht wirklich wo mich mein Weg hinführt.
Beide standen mit vollem Verständnis hinter mir, tun es auch heute noch.
Mein erstes Outing war geschafft.
Nach und nach entwickelte ich mich, ein Outing nach dem anderen kam dazu.
Manchmal auch rein zufällig. Das erstaunlichste an der Sache war, ich bin nirgends auf Widerstand gestoßen, ich wurde akzeptiert, und unterstützt.
Mit meiner Frau habe ich abgesprochen jeden der Schritte die ich vorhabe anzusprechen.
Das gelang mir meist, aber nicht immer, auch sie fühlte sich manchmal überrollt, es liefen Tränen.
Immer wieder Gespräche, nicht immer einfach, aber am Ende immer positiv.
Eine Einschränkung ist dennoch vorhanden, und zwar die des letzten Schrittes, die Gaop.
Diesem Schritt steht meine Frau total negativ gegenüber, sie möchte sich in der Beziehung das letzte bisschen Mann erhalten, möchte keine lesbische Beziehung.
Mir (zugute) kommt dabei dass ich auf Grund internistischen Vorerkrankungen (dazu nicht mehr öffentlich, gerne Pn.) und meines Alters diesen letzten Schritt vermutlich nicht wage.
Auch ich möchte meine Ehe nicht aufs Spiel setzen, ich liebe meine Frau über alles, und ich weiss nicht wie ich mich entscheiden würde wenn die Gaop tatsächlich plötzlich die finale Option wäre.
Aber das steht momentan nicht zur Debatte.
Ich hatte und habe das Glück, meine Frau steht nach wie vor hinter mir.
Meine Familie steht hinter mir, meine Freunde auch fast alle.
Mein letztes großes Outing war im Mai 2013, da heiratete ich, es standen vor der Standesbeamtin zwei Frauen, fragende Gesichter bei einigen unserer Gäste, aber im Endeffekt war alles gut.
Von diesem Zeitpunkt an, lebe ich ausschließlich als Frau.
Zudem habe ich den Vorteil selbstständig zu sein, ich musste im Job keine grossartigen Hürden überspringen, vor Mobbing musste ich keine Angst haben.
Kollegen im Beruf belächelten mich zum Teil, das war mir egal.
Für mich kann ich nur froh sein dass ich eine solch klasse Frau, solch eine verständnisvolle Familie habe.
Ich wünsche dir von Herzen das dein Leben für dich so positiv wie möglich weitergeht, dass du dich mit deiner Frau immer arrangieren kannst.
Gehe deinen Weg, gehe in mit bedacht, egal wo er hinführt, wie weit er geht.
Alles gute.
Gruss Tatjana