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Veränderung oder Weiterentwicklung im zunehmenden Alter
Verfasst: Mi 5. Aug 2015, 05:53
von ExuserIn-2020-09-08
Hallo die Damen,
wenn ich auf meine Vergangenheit so zurück blicke, bemerke ich doch, dass mit dem zunehmenden Alter, sich einige Dinge verändert haben.
Am Anfang waren es nur High Heels und Damenstrümpfe, dann kam die gesamte Damenoberbekleidung dazu, wobei ich mich dann im Kleiderschrank meiner Mum bediente
Auch unternahm ich erst viel später, die ersten Outdoorauftritte und das nur an Fasching.
Nun gehe ich schon mal 4-5 mal im Jahr als Frau zum shoppen, was ich auch geniese.
Nagellack, Schminke und Damenschmuck, sowie Siliconbrüste waren eigentlich nie ein Thema für mich
Aber bei mir verändern sich die Vorlieben mit zunehmenden Alter.
Nun liebe ich es meine Nägelchen zu lackieren, habe Interessen für Handtäschchen, Damenparfüm und geniese einfach das frausein.
Strumpfhosen, flache Damenstiefel und Klarlack,im Männermodus, werden von meiner Frau noch tolleriert, doch als ich neulich meine Fußnägelchen in meiner lieblingsfarbe braun lackierte, war meine Frau doch nicht so begeistert.
Ich habe das Gefühl, dass bei mir eine zweigeschlechtliche Programierung im Kopf vorliegt, oder eine beginnende schizophrenie sich ankündigt
Eindeutig bin ich gerne Mann und auch sehr gerne mal Frau, aber das ewige hin und her kann manchmal auch lästig werden.
Vieleicht wäre es ja einfacher, wenn der Weg nur in eine Richtung geht, aber ich liebe beide Seiten an mir.
Bei meinen Outdoorausflügen habe ich bemerkt, dass ich immer mehr nach einem perfekten Passing strebe, um nicht gleich als Mann erkannt zu werden.
Am Anfang meiner Outdoorkariere benützte ich nur wenig Schminke, kein Damenparfüm und kein Nagellack, das Handtäschchen war auch nur obligatorisch.
Das hat sich mittlerweile geändert, als Frau möchte ich nun perfekt gestylt sein, das Gesamtpaket muss nun stimmig sein.
Ich möchte dann als Frau aussehen und fühlen wie eine Frau, ich bin dann ein anderer Mensch.
Der weibliche Schutick ist bei mir besonders heftig programmiert, ich liebe es Schuhe zu probieren und zu kaufen.
Manchmal ist es sogar schon vorgekommen, dass ich bei dem Anfall "Frau sein zu wollen und fühlen wie Frau", mir auf dem Damen WC ein Tampon eingeführt habe, nur um das anähernde Gefühl zu haben, wie Frau sich fühlt.
Dann kommt aber wieder der Punkt der Rückverwandlung und bin dann froh wieder ein Mann sein zu dürfen.
Manchmal ist es zwar lästig, aber die meiste Zeit geniesse ich die zwei Persönnlichkeiten in mir.
So das musste mal raus,
LG Jumpi
Re: Veränderung oder Weiterentwicklung im zunehmenden Alter
Verfasst: Mi 5. Aug 2015, 07:29
von ExUserIn-2026-04-08
Hallo Jumpi,
eine ähnliche Veränderung kenne ich fast genau so auch. Ich weiß ja nicht, wie alt Du bist, aber ich kann von mir sagen, dass sich der Pendel wieder etwas "normalisiert" hat. Damit meine ich, dass mein Leben auf der weiblichen Seite viel alltäglicher geworden ist. Heute empfinde ich vieles, was ich früher gemacht habe, als übertrieben weiblich oder anders gesagt, alles musste irgendwie weiblich sein. Heute geht das viel mehr in den Alltag über. Es müssen nicht mehr High Heels oder Strumpfhosen sein, sondern es reichen Ballerinas und Jeans. Ich bin viel gelassener im Umgang mit meiner Weiblichkeit geworden.
Im übrigen denke ich, das Schizophrenie etwas ganz anderes ist. Und auch dem Begriff "zwei Persönlichkeiten" würde ich aus meiner Sicht widersprechen. Mein Leben in Männlichkeit und Weiblichkeit sind zwei Teile meiner Persönlichkeit. Da gibt es keinen Unterschied. Natürlich versuche ich mich in den sozialen Rollen unterschiedlich zu verhalten, aber das mache ich in männlichen Rollen auch. Das begründet noch lange keine eigenständige Persönlichkeit.
Ich bin wahrscheinlich zu TG gekommen, weil ich die männliche Rolle mangels guter Vorbilder für mich abgelehnt habe. Deswegen war ich aber noch lange kein Mädchen bzw. Frau. In diesem Spannungsfeld habe ich mich nicht zurecht gefunden. Deshalb habe ich versucht "weiblich" zu sein. Da habe ich mich zumindest zeitweise gut gefühlt. Das ist bis heute so geblieben. Jetzt geht es mir besser, weil ich "Männlichkeit" für mich persönlich definieren kann, ohne auf Vorbilder angewiesen zu sein, aber gleichzeitig gelassen mit meinem Wunsch zur Weiblichkeit umgehe.
Re: Veränderung oder Weiterentwicklung im zunehmenden Alter
Verfasst: Mi 5. Aug 2015, 07:50
von Joe95
Genau so wie das eigene Geschlecht sich irgendwo zwischen rein männlich und rein weiblich befindet ist auch der Umgang damit sehr individuell.
Die Mehrheit mag ihr biologisches Geschlecht akzeptieren, einige können das garnicht und viele brauchen etwas von beidem.
Ich selbst mag nicht so gerne zwischen den Geschlechtern wechseln, ganz als Mann oder ganz als Frau, das hat irgendwie was von Regen und Traufe.
Mir scheint eine androgyne Lebensform ideal.
Dir eben nicht. Du sagst dir entweder oder. Lieber mal ganz Frau oder Mann sein als irgendwas dazwischen, also wechselst du.
Keine Ahnung ob das was mit Schizophrenie zu tun hat, ich find es jedenfalls logisch, nachvollziehbar und völlig in Ordnung.
Re: Veränderung oder Weiterentwicklung im zunehmenden Alter
Verfasst: Mi 5. Aug 2015, 20:43
von Franka
Ich sehe das auch ähnlich wie Joe. Ich mochte nicht mehr wechseln und habe daher zum Jahreswechsel beschlossen nur noch als Frau zu leben. Bisher ohne Laserbehandlung und Hormone und das klappt ganz gut.
Natürlich möchte man immer einen Schritt weiter gehen und sich verbessern, das wird dann wohl mein Weg für die Zukunft werden. Solange ich noch komplett körperlich ein Mann bin, brauche ich irgendwie auch immer noch besonders weibliche Kleidung, also meist Röcke und hohe Absätze um mich wenigstens weiblich zu fühlen. Aber ich fürchte das wird sich auch nicht ändern, wenn mein Körper weiblicher werden sollte, das ist eben einfach mein Stil. Gibt es ja auch unter Biofrauen. 2 von meinen ca. 50 Kolleginnen tragen auch immer nur Röcke, Kostüme, Schuhe mit hohen Absätzen und nie Hosen.
Nagellack und Parfüm sind für mich allerdings nicht so wichtig, ohne Handtasche geht es aber kaum, da weibliche Kleidung einfach meist kaum oder keine Taschen hat.
Re: Veränderung oder Weiterentwicklung im zunehmenden Alter
Verfasst: Mi 5. Aug 2015, 21:15
von Exuserin-2015-09-09
Oh, das alles kommt mir sehr bekannt vor. Erst einige Kleidungsstücke aus der Damenabteilung, dann kommen Nagellack, lange Haare, Schminke usw... Es wird androdyn.
Zwischendurch Rückfälle in die vermeintlich sichere männliche Rolle. Die ist lange gelebt, das ist einfach. Abstand von der Frau, von der Weiblichkeit. Das geht gut, eine Zeit lang. Leider immer weniger. Denn das bin ich nicht mehr.
Irgendwann kommt dann der ständige weibliche Auftritt. Keine Männerrolle, keine Männerklamotten.
Auch das klappt, bis an dem Punkt, wo die körperlichen Veränderungen anstehen. Soll ich oder nicht? Ich entschied dann, den Bart zu entfernen und die Hormontherapie anzufangen.
Aber das reicht nicht. Die männlichen Fragmente passen nicht mehr, also kommt die Namensänderung. Die ist nächsten Monat hoffentlich durch.
Und dann geht es weiter auf dem Weg. Endlich das auszustrahlen, nach aussen zu tragen, was ich im Inneren schon immer war. Eine weibliches Wesen.
Re: Veränderung oder Weiterentwicklung im zunehmenden Alter
Verfasst: Mi 5. Aug 2015, 22:29
von Andrea aus Sachsen
.
Ich erkenne mich zwar in den Beschreibungen meiner Vorrednerinnen nicht unbedingt wieder, trotzdem ist eine Gemeinsamkeit unübersehbar: die Veränderungen im Laufe des Lebens.
Mein Lebenslauf in Kurzfassung sähe dann etwa so aus:
"¢ In der Kindheit Neid auf die Mädchen, die sich schönere Sachen anziehen durften.
"¢ Im Jugendalter spielten auch sexuelle Motive eine Rolle.
"¢ Später lange und vergeblich versucht, "davon" loszukommen.
"¢ Die Möglichkeit des Crossdressings entdeckt, kann zu meiner Leidenschaft stehen, leben als Teilzeitfrau.
"¢ Der ständige Rollenwechsel nervt, deshalb geht es derzeit immer mehr in Richtung 100% Frau.
Re: Veränderung oder Weiterentwicklung im zunehmenden Alter
Verfasst: Do 6. Aug 2015, 10:57
von ChristinaF
Daniela's67 Beitrag unterschreibe ich sehr gern. Ihr und mein Werdegang sind fast identisch. Zumindest bei mir war ausschlaggebend, dass ich einfach aufgegeben habe mich in der männlichen Rolle noch zurechtfinden zu wollen. Heute bin ich einerseits froh darüber und andererseits sehr glücklich.
@ Andrea
Irgendwie hatte ich innerlich schon lange das Gefühl, dass dein Weg hin zur Frau führt.
Deine Schilderungen sind ja voller Lebensfreude als Frau und alles andere wäre, so finde ich, nicht mehr schlüssig.
Sei bitte nicht böse; aber mich freut es, wenn du deinen neuen Weg gehen wirst.
Liebe Grüße
Chrissie
Re: Veränderung oder Weiterentwicklung im zunehmenden Alter
Verfasst: Do 6. Aug 2015, 22:20
von exuserin-2017-01-16
Hi bei den meisten Fällen könnte ich mich wieder finden. Bei mir ist das Problem das die Familie erwartet das der Papa z.B.wie jetzt im Urlaub funktioniert das Wohnmobil fährt usw. was Papas im Urlaub so machen. Momentan komme ich damit klar wobei im Kopf die Gedanken weiter um das weibliche Geschlecht kreisen. Beim Anblick der Frauen am Strand denke ich wie wird das wohl bei dir aussehen wenn du denn Weg zu Ende gehst? Oder warum konntest du nicht gleich so zur Welt kommen?
Vom Sternbild bin ich Zwilling und genau die zwei in mir kämpfen einen Kampf mal setzt sich der Mann durch öfter die Frau so wie in letzter Zeit. Ohne Familie wäre es sicher leichter aber ohne kann ich nicht mehr leben.
lg Uta
Re: Veränderung oder Weiterentwicklung im zunehmenden Alter
Verfasst: Do 6. Aug 2015, 23:06
von Plisseedreher70
Hallöchen,
bei mir hat sich in den letzten 50 Jahren nicht viel geändert, von jung an wollte ich schöne Kleider tragen, hauptsächlich zu Hause und leicht versteckt auch draußen. Da auch sexuelle Hintergründe mit eine wesentliche Rolle spielten, ist jetzt im Alter der Druck nicht mehr so groß, man wird ruhiger!
Aber eines würde mich noch interessieren: diejenigen von euch, die möglichst ganz Frau sein wollen....endet euer Verlangen erst beim letzten Stündlein oder ebbt dieses im Alter auch allmählich ab?
Vielleicht ne dumme Frage.....!?!
Grüße aus dem sonnigen Süden
Re: Veränderung oder Weiterentwicklung im zunehmenden Alter
Verfasst: Fr 7. Aug 2015, 00:02
von Exuserin-2015-09-09
Als Zwilling hab ich meine beiden Teile der Perönlichkeit auch oft getrennt. Reines Gedankenspiel. Ich bin ja ein komplettes Wesen mit vielen Facetten.
Den Kampf führe ich nicht mehr. Weil ich einfach nur ich selbst bin. Keine Rolle mehr. Dann wird alles leichter und viel selbstverständlicher. Es ist so.
Wenn ich hier oft lese, ja, kann ich das anziehen, kann ich so rausgehen, was sagen die Nachbar? Leute, macht es einfach und gut ist. Je mehr Gedönst ihr um eure Leidenschaften oder Wünsche macht desto schlimer wird es. Seit ihr selbst. Traut euch und ihr werdet merken, das nix passiert. Ausser euch geht es besser.
Ich mache mir nur Vorwürfe, warum ich nicht eher den Mut und die Selbsterkenntnis hatte. Je älter, desto schwerer sind die Veränderungen möglich.
Re: Veränderung oder Weiterentwicklung im zunehmenden Alter
Verfasst: Fr 7. Aug 2015, 09:20
von exuserin-2017-01-16
Daniela wie ich gestern Abend schon schrieb es ist nicht so einfach,wenn die Familie erwartet das du"normal" funktionierst. Das hat eher was mit können als mit wollen zu tun.Gruß Uta
Re: Veränderung oder Weiterentwicklung im zunehmenden Alter
Verfasst: Fr 7. Aug 2015, 10:00
von eilinfox
Da hilft dann wohl nur noch ein guter Psychologe weiter.
Der kann mit dir zusammen "erarbeiten", was für dich das Beste ist, um für dich persönlichen Schaden zu minimieren oder abzuwenden.
In meinem Falle war das Doppelleben nicht mehr lebbar. Es wurde zur Qual.
Wir haben dann zusammen entschieden, dass ich mein männliches Leben aufgebe. Immer mit der Gewissheit, dass die Familie sich von mir abwenden könnte. Trotz vieler Gespräche und Bemühungen meinerseits kam es dann auch so.
Aber ich war stark genug damit umzugehen.
Heute weiss ich, dass es der richtige Weg war.
Alles andere hätte mich auf Dauer in die "Klapse" geführt. Und das wäre vermutlich noch die harmloseste Variante gewesen.
Depressionen sind einfach nicht händelbar.
Re: Veränderung oder Weiterentwicklung im zunehmenden Alter
Verfasst: So 9. Aug 2015, 12:54
von Magdalena
Hallo,
eine Entwicklung hat stattgefunden. Das ist wohl bei den meisten so. Einerseits hat sich bei mir die eigene Wahrnehmung verändert. Ich bin nicht mehr so verkrampft wie in jungen Jahren. Ich bin offener geworden. Einmal was meine eigene Entwicklung zum Crossdresser ist. Aber auch mein Musik- und Kunstgeschmack hat sich verändert. So höre ich mir heute auch mal ein Orgelkonzert in der Kirche an., besuche Ausstellungen. Früher war es mehr der Fussballplatz meiner Lieblingmanschaft oder ein Rockkonzert. Ob sich da eins mit dem anderen bedingt? Jedenfalls ist ein elegantes Kleid in einem Konzert besser als auf dem Fussballplatz. Dennoch höre ich auch die alten Lieder immer noch an, aber nicht mehr in der Lautstärke, wie bei den Konzerten damals.
eine schönen sonntag Magdalena
Re: Veränderung oder Weiterentwicklung im zunehmenden Alter
Verfasst: Fr 14. Aug 2015, 00:32
von Exuserin-2015-09-09
Uta, dann ist dein Leidensdruck noch nicht groß genug. Ich verstehe dich schon. Nur, wenn ich mich selbst akzeptiere, ich selbst bin, mich verwirkliche und mich annehmen, mich liebe, dann kann ich auch andere lieben. Wer mich nicht akzeptiert, der gehört nicht zu mir.
Re: Veränderung oder Weiterentwicklung im zunehmenden Alter
Verfasst: Fr 14. Aug 2015, 08:25
von ExUserIn-2026-04-08