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Gender„Sprache im dradiokultur„Politisches Feuillet
Verfasst: Mi 29. Apr 2015, 10:48
von Inga
Deutschlandradio Kultur - Politisches Feuilleton am 29.4.2015
Simone Schmollack: Gender-Sprache - Liebe Gäste und Gästinnen!
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Die Schweden sind weiter als wir: Mit dem "hen" kennen sie ein Pronomen, das sich nicht nur auf Sachen, sondern auch auf Personen bezieht. Im Deutschen dagegen stehen wir den Forderungen an eine geschlechtsneutrale Sprache oft hilflos gegenüber.
.... Und überhaupt nicht geholfen ist .... transidenten Menschen, also jenen, die sich weder als Frau noch als Mann, sondern als irgendetwas dazwischen empfinden.
....
"
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http://www.deutschlandradiokultur.de/po ... 04.de.html
http://www.deutschlandradiokultur.de/ge ... _id=318444
Simone Schmollack, geboren 1964 in Berlin, ist Redakteurin bei der "Tageszeitung" in Berlin und Autorin zahlreicher Bücher, ... Sie beschäftigt sich vor allem mit Themen an der Schnittstelle von Politik, Wirtschaft und Privatheit. Sie studierte Germanistik, Slawistik und Journalistik in Leipzig, Berlin und Smolensk.
Liebe Grüße
Inga
Re: Gender„Sprache im dradiokultur„Politisches Feuillet
Verfasst: Mi 29. Apr 2015, 13:19
von Ulrike-Marisa
Moin,
...ja Deutsch ist eine schwere Sprache mit ihren vielen Eigen- und Besonderheiten.
In der Tat ist es nicht immer möglich ein Substantiv in zwei Geschlechterformen zu finden und für alle dazwischen gibt es dann halt nur die meist maskuline Grundform. Vieles ist heute sozusagen in Mode gekommen so z.B.auch im Segelverein als Vorstandsmitglied... liebe Vereinskameradinnen und Kameraden und ähnlich - hört sich aber doch oft etwas lang und ungelenk an; es haben sich aber mittlerweile alle daran gewöhnt...
Mit den Schreibweisen tue ich mich auch etwas schwer. Nicht immer gelingt es mir spontan die richtige schriftliche Form für LeserInnen zu finden.
Die Hauptsache ist doch, dass sich alle angesprochen fühlen..
Gruß, Ulrike-Marisa
Re: Gender„Sprache im dradiokultur„Politisches Feuillet
Verfasst: Mi 29. Apr 2015, 21:10
von Franka
Liebe Claudia,
ich glaube nicht das du persönlich angesprochen wurdest. Aber Transident ist nun mal nicht nur schwarz oder weiß.
Sondern es gibt auch einen großen Graubereich. Oder willst du uns den absprechen?
Re: Gender„Sprache im dradiokultur„Politisches Feuillet
Verfasst: Mi 29. Apr 2015, 23:14
von Inga
Hallo, miteinander,
Claudias Afregung kann ich auch nicht so recht verstehen.
Ich habe hier auf einen Beitrag im Deutschlandradio zu dem Thema verwiesen und zur Orientierung einige Sätze zitiert.
Gönnen wir doch der autorin, das sie ihre Meinung hier geäußert hat.
Im übrigen stehe ich auch auf dem Standpunkt, dass man nicht alle Grautöne zu schwarz oder weiß zuordnen sollte, nur weildas für so viele Menschen (und manche auch hier) die einzigen Farben sind, die sie akzeptieren. Wenn man sich dann noch Gedanken zur sprachgewohnheit macht, finde ich das nur gut.
Liebe Grüße
Inga
Re: Gender„Sprache im dradiokultur„Politisches Feuillet
Verfasst: Do 30. Apr 2015, 08:26
von ab08
Hallo,
mein Beitrag von gestern, den ich unmittelbar nach dem ersten Beitrag von Claudia schrieb (Ich stimmte darin Claudia ausdrücklich zu!)
wurde im Rahmen der Umstellung leider gelöscht und fehlt daher.
Versuch einer Rekonstruktion, wobei ich auch auf das bisher Geschriebene eingehe:
1. Es gibt sicher Menschen "die sich weder als Frau noch als Mann, sondern als irgendetwas dazwischen empfinden." Bei diesen Menschen ist ein Begriff wie "hen" möglicherweise angebracht. Ich kenne Intersexuelle und andere, die so empfinden.
--> Daher begrüße ich diese Überlegungen ausdrücklich!
2. Unter "transident" versteht man hierzulande aber leider meist auch etwas anderes, nämlich Transsexuelle. Ich persönlich bevorzuge den Begriff statt "transident", da so der Zusammenhang mit "intersexuell" deutlicher wird. Bei den Menschen, die z.B. NÄ/PÄ durchführen lassen, handelt es sich fast ausschließlich um Personen, die sich über Jahre eingehend mit dem eigenen Geschlecht beschäftigten. Diese extreme, sehr intensive Beschäftigung mit dem eigenen Geschlecht "Wer oder was bin ich?" unterscheidet sie in der Regel gerade von der übrigen Bevölkerung.
(Mich trieb das seit der Kindheit um. Ich las, was ich fand. Suchte z.B. Urlaubziele stets danach aus. Zusammmengefasst: Ich richtete mein gesamtes Leben danach aus.)
Gerade Transsexuelle wissen daher eindeutig, welches Geschlecht bzw. welche Identität sie haben.
Dass das oft in Frage gestellt wird, ist ein Problem und trägt zur Ausgrenzung / Diskriminierung dieser Menschen bei. (vgl. TV-Film "Mein Sohn Helen")
Persönliches zur Erläuterung: Ich weiß seit langem, dass ich eine Frau bin. - Ich persönlich ertrug die bei mir falsche Klassifikation "m" nicht mehr und kämpfte dafür, dies zu berichtigen. Heute sind Papiere, incl. Geburtsurkunde korrekt - bei der KK werde ich unter "weiblich" geführt - den Beruf übe ich im korrekten Geschlecht aus... Die Gynäkolagin, die ich zur Mammasonographie aufsuchte & die mich nach der GaOP betreut, versteht natürlich, dass ich, da eindeutig weiblich, das Problem ändern will.
Persönlich empfinde ich nicht nur Empathie, sondern sogar bewundernde Sympathie für Menschen, "die sich weder als Frau noch als Mann, sondern als irgendetwas dazwischen empfinden." Ich werde mich stets solidarisch verhalten, und gerade diese Menschen bei den vielfältigen Schwierigkeiten, die es leider gibt, unterstützen.
Aber zugleich weiß ich, dass bei mir keine Unsicherheit bzgl. Geschlecht vorliegt.- -> Ich bin eine transsexuelle Frau!
Liebe Grüße
Andrea
Re: Gender„Sprache im dradiokultur„Politisches Feuillet
Verfasst: Do 30. Apr 2015, 18:44
von Franka
Dann hätten sie im Radio wohl nicht von transidenten Menschen sprechen sollen, die sich nicht entscheiden können, sondern eher von Transgendern oder noch besser Genderqueer. Das führt den ganzen Radiobeitrag dann natürlich völlig ad absurdum, wenn sie nicht wissen wovon sie eigentlich sprechen.
Re: Gender„Sprache im dradiokultur„Politisches Feuillet
Verfasst: Do 30. Apr 2015, 21:18
von Andrea aus Sachsen
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dahlia hat geschrieben:Dann hätten sie im Radio wohl nicht von transidenten Menschen sprechen sollen ...
Genauso ist es! Es wäre aber nicht das erste Mal, dass sich Journalisten nicht ausreichend zur Sache informiert haben. Vielleicht meinten sie intersexuelle Menschen. Das sind diejenigen, die sich schon körperlich nicht eindeutig zuordnen lassen.
Für Menschen, die sich gefühlsmäßig irgendwo zwischen den Geschlechtern wiederfinden, gibt es meines Wissens noch keinen allgemein gebräuchlichen Begriff.
Re: Gender„Sprache im dradiokultur„Politisches Feuillet
Verfasst: Fr 1. Mai 2015, 23:29
von Inga
Andrea aus Sachsen hat geschrieben:.
dahlia hat geschrieben:Dann hätten sie im Radio wohl nicht von transidenten Menschen sprechen sollen ...
Genauso ist es! Es wäre aber nicht das erste Mal, dass sich Journalisten nicht ausreichend zur Sache informiert haben. Vielleicht meinten sie intersexuelle Menschen. Das sind diejenigen, die sich schon körperlich nicht eindeutig zuordnen lassen.
Für Menschen, die sich gefühlsmäßig irgendwo zwischen den Geschlechtern wiederfinden, gibt es meines Wissens noch keinen allgemein gebräuchlichen Begriff.
O je. Wenn es eh keine allgemein gebräuchlchen feststehenden Begriffe gibt, so kann man das auch nicht von Radiosprechern erwarten. Oder verstehe ich das jetzt auch falsch?
Im übrigen schätze ich es schon so ein, dass diese Joiurnalistin sich mit der Sache schon länger und ausführlich auch in anderen Medien beschäftigt, und daher schon weiß, wovon sie redet - auch wenn sie in den Augen vieler hier die falschen Klassifikationsbegriffe benutzt.
Liebe Grüße
Inga