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Re: Für die Klassikfreunde

Verfasst: Fr 21. Okt 2016, 21:02
von Beatrix
Sechs Sinfonien Op. 3 Nr 3+4 - Franz Ignaz Beck

Franz Ignaz Beck (* 20. Februar 1734 in Mannheim; "  31. Dezember 1809 in Bordeaux) war ein deutscher Komponist der Mannheimer Schule.

Leben
In seiner Heimatstadt erhielt er seine erste musikalische Ausbildung vermutlich durch seinen Vater, danach war er wahrscheinlich Schüler von Johann Stamitz. Nach einem Duell, das mit dem vorgetäuschten Tod seines Duellgegners endete, sah er sich gezwungen zu fliehen. Über Venedig (und Neapel?) gelangte er nach Frankreich, wo er zunächst in Marseille für einige Zeit die Leitung des Theaterorchesters übernahm.

In Bordeaux fand er Anfang der sechziger Jahre des 18. Jahrhunderts schließlich eine Anstellung als Leiter des dortigen Opernorchesters. Diese Position behielt er bis zu seinem Tod im Jahre 1809 inne.

Er schuf vorwiegend Sinfonien und Ouvertüren und zählt zu den Vertretern der sogenannten "Mannheimer Schule", die einerseits als experimentell sowie andererseits als wegbereitend für die "klassischen" Kompositionen des 19. und 20. Jahrhunderts gilt. In seinen Kompositionen finden sich deren Einflüsse ebenso wieder wie die der italienischen und französischen Musikkultur seiner Zeit.

Werke
Becks 24 Sinfonien sind in drei Sätzen und folgt dem italienischen Sinfonia mit der üblichen Tempi: schnell-langsam-schnell. Das Menuett, als dritten Satz bereits Johann Stamitz 'Sinfonien allgegenwärtig, wird von Beck weggelassen. Nach den Aufzeichnungen in den unten angeführten, so scheint es, dass einige Symphonien haben vier Bewegungen sowie ein Menuett; wie für den Sinfonien von Stamitz, einige nicht haben ein Menuett und haben nur drei Sätze. Die Symphonien Op. 1 sind für Streichorchester hat; in Op. 2, No. 1, zusätzlich zu den zwei Saiten Französisch Hörner verlangt werden; op. 3 und 4 sind für Oboen und Hörnern zusätzlich zum Streichquintett erzielt.

Sinfonie in g-Moll Op. 3 Nr. 3

I. Allegro con spirito 00:00
II. Andante un poco adagio 05:09
III. Minuetto I and II 09:27
IV. Presto 13:49

Toronto Chamber Orchestra
Dirigent: Kevin Mallon






Sinfonie in Es-Dur op. 3 Nr. 4

I. Allegro con brio 00:00
II. Un poco adagio 05:04
III. Minuetto I and II 09:40
IV. Presto risoluto 13:35

Toronto Chamber Orchestra
Dirigent: Kevin Mallon


Re: Für die Klassikfreunde

Verfasst: Sa 22. Okt 2016, 21:47
von Jalana
"Je suis le Général boum" aus der Operette 'Die Großherzogin von Gerolstein' von Jacques Offenbach

Jacques Offenbach (* 20. Juni 1819 in Köln; "  5. Oktober 1880 in Paris; geboren als Jakob Eberst) war ein deutsch-französischer Komponist und Cellist. Er gilt als Begründer der modernen Operette als eigenständiges und anerkanntes Genre des Musiktheaters.

Die Großherzogin von Gerolstein ist eine französische Operette (Opéra bouffe) in drei Akten von Jacques Offenbach. Das Libretto verfassten Henri Meilhac und Ludovic Halévy. Die Uraufführung fand am 12. April 1867 im Théâtre des Variétés in Paris mit Hortense Schneider in der Titelrolle statt.

Das Werk ist eine Satire, in der das Günstlingswesen und das militärische Brimborium verspottet werden. Der Erfolg der Uraufführung war durchwachsen, die erste Hälfte wurde begeistert aufgenommen, während die zweite Hälfte unverstanden blieb. Offenbach begann sofort mit der Bearbeitung, er strich hierbei das zweite Finale und das Melodram der Großherzogin. Danach wurde die Operette sein triumphaler Erfolg. Die Aufführung galt quasi als Kulturbeitrag zur großen Pariser Weltausstellung.



LG
Jalana

Re: Für die Klassikfreunde

Verfasst: So 23. Okt 2016, 20:50
von Beatrix
Ouverture "La mort d'Orphée" - Franz Ignaz Beck

Franz Ignaz Beck wurde 1734 in Mannheim geboren, bekam wahrscheinlich von seinem Vater und später von Johann Stamitz ersten Musikunterricht, wuchs im Umkreis der berühmten Mannheimer Schule heran — und eines Tages duellierte er sich. Sein Gegner schien tot am Boden zu liegen und Beck musste fliehen. Über Italien gelangte er zunächst nach Marseille, wo er einige Zeit das Theaterorchester leitete. Später zog es ihn nach Bordeaux weiter und er fand dort die Wirkungsstätte seines Lebens: die Leitung des dortigen Opernorchesters behielt er bis zu seinem Lebensende im Jahr 1809.

Als 'guter Sohn' der Mannheimer Schule komponierte Beck vorrangig — heute fast komplett vergessene - Sinfonien. Als über Italien und Frankreich geflohener Komponist aber nahm er auch Einflüsse seiner neuen Heimatländer auf. Ein Zeugnis dafür ist die Ouvertüre "La mort d'Orphée", die in Frankreich gelegentlich bei Aufführungen der französischen Fassung von Christoph Willibald Glucks berühmter Oper "Orpheus und Eurydike" als Einleitung gespielt wurde.

Das Stück
Ovid schildert im zehnten Buch seiner "Metamorphosen" den Tod des Orpheus, erzählt, wie die Maenaden wütend den berühmten Sänger zerreißen und ihm mit roher Gewalt umbringen. Diesen Zorn meint man förmlich in Becks Ouvertüre zu hören, etwa in den erregten Passagen des Hauptteils. Zu Beginn aber, langsam mit Pizzicati-Klängen, entsteht eine Ahnung von Orpheus' Leier, von der legendären Schönheit seines Gesangs. So effektvoll dieses Werk ist, so wenig weiß man darüber, in welchem Kontext es entstand. Wann komponierte Beck diese Ouvertüre? Diente sie als Einleitung zu einem Bühnenwerk? Oder ist sie gar als eigenständige Konzertouvertüre gedacht? Von einer Orpheus-Oper aus Becks Feder ist jedenfalls nichts bekannt, was insofern aber nicht erstaunt, da sich kaum eines seiner Vokalwerke erhalten hat. (Quelle)

La Stagione Frankfurt
Dirigent: Michael Schneider

Aufnahme vom 18-20 Oktober 2005
Sendesaal, des DLF, Köln


Re: Für die Klassikfreunde

Verfasst: Mo 24. Okt 2016, 21:57
von Jalana
"Addio fiorito asil" aus der Oper 'Madama Butterfly' von Giacomo Puccini

Giacomo Antonio Domenico Michele Secondo Maria Puccini (* 22. Dezember 1858 in Lucca; "  29. November 1924 in Brüssel) war ein italienischer Komponist, Vertreter des Verismus in seinem musikalischen Werk.

Madama Butterfly ist eine Oper von Giacomo Puccini nach der gleichnamigen Tragödie von David Belasco, die auf der Erzählung von John Luther Long basiert sowie dem Roman Madame Chrysanthème (1887) von Pierre Loti. Das Libretto stammt von Giuseppe Giacosa und Luigi Illica. Sie wurde in ihrer ursprünglichen Fassung als Zweiakter am 17. Februar 1904 in Mailand uraufgeführt. Die Uraufführung der dreiaktigen Neufassung fand am 28. Mai 1904 in Brescia statt.

Es singen Roberto Alagna und Angela Gheorghiu.



LG
Jalana

Re: Für die Klassikfreunde

Verfasst: Di 25. Okt 2016, 22:22
von Jalana
"Intermezzo" aus der Operette 'Tausend und eine Nacht' von Johann Strauss Sohn

Mit der Urfassung dieser Operette als "Indigo und die vierzig Räuber" macht Johann Strauss 1871 den ersten Schritt vom Tanz- und Instrumentalmusikkomponisten zum Operettenkomponoisten. 1906 wird das erste Bühnenwerk von Johann Strauss mit einem neuen Textbuch von Leo Stein und Karl Lindau unter dem Titel "Tausend und eine Nacht" wiederaufgeführt.

Die Operette wird bereits davor mehrmals umgearbeitet. Eine vollkommen neue Fassung erscheint in Paris unter dem Titel "La Reine Indigo" ("Königin Indigo"). Unter diesem Titel kehrt die Operette 1877 nach Wien zurück, wo sie für kurze Zeit im Theater an der Wien gespielt wird. Die langlebigste Bearbeitung der ursprünglichen Operette ist aber die Fassung als "Tausend und eine Nacht" aus dem Jahre 1906 mit einem völlig neuen Textbuch. Diese Fassung ist überall in Europa zu sehen, darunter auch 1949, 1959 und 1978 auf der Seebühne in Bregenz.

Hans Knappertsbusch dirigiert die Bayerische Staatsoper.



LG
jalana

Re: Für die Klassikfreunde

Verfasst: Mi 26. Okt 2016, 21:41
von Jalana
"Già nella notte densa" aus der Op/er 'Otello' von Giuseppe Verdi

Otello ist eine Oper des Komponisten Giuseppe Verdi, das Libretto von Arrigo Boito nach dem gleichnamigen Schauspiel Othello von William Shakespeare. Die Uraufführung fand am 5. Februar 1887 an der Mailänder Scala statt.

Das Werk wird zu den Meisterwerken der italienischen Opernliteratur gezählt. Die Grand Opéra gehört zum Standardrepertoire der ganz großen Opernhäuser mit internationalem Profil. Dort wird die Oper nur dann aufgeführt, wenn man die extrem hochkarätige Besetzung dafür hat, die Perfektion garantiert. Alle Partien, besonders die Titelpartie, gelten als Karriere-Höhepunkte für hochqualifizierte Sänger von Weltrang.

Es singen Jonas Kaufmann und Anja Harteros.



LG
Jalana

Re: Für die Klassikfreunde

Verfasst: Do 27. Okt 2016, 21:58
von Jalana
"Tanz der Zuckerfee" aus dem Ballett 'Die Nussknacker-Suite' von Pjotr Iljitsch Tschaikowski

Pjotr Iljitsch Tschaikowski (* 7. Mai 1840 in Kamsko-Wotkinski Sawod, Russland; "  6. November 1893 in Sankt Petersburg, Russland) war ein russischer Komponist. Bereits zu seinen Lebzeiten wurden viele seiner Werke international bekannt. Heute zählen sie zu den bedeutendsten der Romantik. Auch in Russland gilt er heute als bedeutendster Komponist des 19. Jahrhunderts, obwohl er nicht der Gruppe der Fünf angehörte, sondern die von westlichen Einflüssen geprägte Schule Anton Rubinsteins fortsetzte. Zu seinen bekanntesten Kompositionen zählen seine drei letzten Sinfonien, das Violinkonzert, sein erstes Klavierkonzert, die Ouvertüre 1812 und seine Oper Eugen Onegin. Mit Schwanensee und Der Nussknacker verfasste er zudem die beiden berühmtesten Ballette der Musikgeschichte.

Der Nussknacker ist ein Ballett in zwei Akten von Pjotr Iljitsch Tschaikowski.

Die Geschichte Nußknacker und Mausekönig wurde von E. T. A. Hoffmann geschrieben. Alexandre Dumas' Version der Geschichte wurde später von Pjotr Iljitsch Tschaikowski vertont und zu einem der populärsten Ballette. Es wird von vielen Theatern und Opernhäusern regelmäßig - meist um die Weihnachtszeit herum - aufgeführt und spricht Kinder sowie Erwachsene gleichermaßen an. Der Komponist wurde zu diesem Werk durch ein Theaterstück angeregt, das sein Bruder Modest für die Kinder seiner Schwester geschrieben hatte. Tschaikowski erzählte Marius Petipa von diesem Familientheater, der daraufhin ein Libretto verfasste. Das Werk wurde am 18. Dezember 1892 zum ersten Mal im Mariinski-Theater in Sankt Petersburg in der Choreografie von Lew Iwanow und der Ausstattung durch den Operndirektor Iwan Wsewoloschski aufgeführt, weniger als ein Jahr vor Tschaikowskis Tod.

Es tanzt Nina Kaptsova.



Version mit der Glasharmonika:



LG
Jalana

Re: Für die Klassikfreunde

Verfasst: Fr 28. Okt 2016, 21:41
von Jalana
"Bel piacere" aus der Oper 'Rinaldo' von Georg Friedrich Händel

Georg Friedrich Händel (laut Taufregister Georg Friederich Händel *23. Februar in Halle (Saale); "  14. April 1759 in London) war ein deutsch-britischer Komponist des Barock. Sein Hauptwerk umfasst 42 Opern und 25 Oratorien — darunter Messiah mit dem weltbekannten Chor "Halleluja" —, Kirchenmusik für den englischen Hof, Kantaten, zahlreiche Werke für Orchester sowie Kammer- und Klaviermusik. Händel, dessen künstlerisches Schaffen sich auf alle musikalischen Genres seiner Zeit erstreckte, war gleichzeitig als Opernunternehmer tätig. Er gilt als einer der bedeutendsten Musiker der Geschichte.

Rinaldo (HWV 7a/7b) ist eine Oper (Opera seria) in drei Akten von Georg Friedrich Händel. Sie ist der Beginn seiner dreißig Jahre währenden Laufbahn als Opernkomponist in London.

Rinaldo ist die erste Oper, die Händel in London schrieb. Zwar war der Komponist am 16. Juni 1710 zum Kapellmeister am Hofe von Hannover des Kurfürsten Georg Ludwig ernannt worden, doch schon im August 1710 reiste Händel über Düsseldorf nach London, wo er im November 1710 eintraf. Zu der Zeit hatte der Dramatiker Aaron Hill im Alter von 24 Jahren die Direktion des Queen"™s Theatre am Haymarket übernommen. Zugleich war dem Theater das Monopol für Opernproduktionen zugesprochen worden.

Zum großen Erfolg der Oper hat vor allem die Arie der Almirena Lascia ch"˜io pianga mia cruda sorte ("Lass mich beweinen mein grausames Schicksal") beigetragen. Dieses musikalische Material hatte Händel zuvor schon in Hamburg für seine erste Oper Almira (1705), hier eine rein instrumentale Sarabande, und in der Sopran-Arie Lascia la spina seines römischen Oratoriums Il trionfo del Tempo e del Disinganno (1707) verwendet.

Ceclia Bartoli wird vom Orchestra La Scintilla begleitet.



LG
Jalana

Re: Für die Klassikfreunde

Verfasst: Sa 29. Okt 2016, 22:05
von Jalana
"Nel cor piu non mi sento op.38 G-Dur" von Niccolò Paganini

Niccolò (oder Nicolò) Paganini (* 27. Oktober 1782 in Genua; "  27. Mai 1840 in Nizza) war ein italienischer Geiger, Gitarrist und Komponist. Zu seiner Zeit war er der führende und berühmteste Geigenvirtuose. Sein äußeres Erscheinungsbild und seine brillante Spieltechnik machten ihn bereits zu Lebzeiten zu einer Legende.

Nach eigenen Angaben erhielt Paganini bereits in frühester Kindheit Violinunterricht, unter anderem von seinem Vater Antonio Paganini, der ihn stundenlang zum Üben zwang. War er dem Vater nicht fleißig genug, bekam der kleine Niccolò nichts zu essen. Bereits in dieser frühen Zeit erprobte er aus eigenem Antrieb die klanglichen Möglichkeiten der Violine und erfand "neue und sonst noch ungesehene Griffe, deren Zusammenklingen die Leute staunen ließen". Schon als Kind fing er zudem an, Gitarre zu spielen. Nicht genau datierbar — zwischen 1791 und 1795 — bekam er Violinunterricht von Giacomo Costa in Genua. Vermutlich war er jedoch größtenteils Autodidakt, beeinflusst von den Werken, der Spielweise und der "Schule" Giuseppe Tartinis, Pietro Locatellis, Giovanni Battista Viottis, Rodolphe Kreutzers und Pierre Rodes.

Es spielt Maria Solozobova.



LG
Jalana

Re: Für die Klassikfreunde

Verfasst: So 30. Okt 2016, 21:58
von Jalana
"Einst träumte meiner sel'gen Base" aus der Oper 'Der Freischütz' von Carl Maria von Weber

Der Freischütz ist eine romantische Oper in drei Aufzügen von Carl Maria von Weber, op. 77. Das Libretto stammt von Johann Friedrich Kind.

Schauplatz der Handlung ist das Elbsandsteingebirge in der Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg. Oftmals wird als Schauplatz auch das Königreich Böhmen angegeben, da Ottokar im Libretto als böhmischer Fürst bezeichnet wird. Mehrere Quellen weisen jedoch darauf hin, dass Weber, wie auch andere Künstler der Romantik, sich von der wilden Felsenlandschaft der Sächsischen Schweiz inspirieren ließ und die Wolfsschluchtszene in die Nähe von Rathen ansiedelte.

Es spielt das No Theatro São Pedro, São Paulo unter der Leitung von João Maurício Galindo. Es singt Gabriella Rossi.



LG
Jalana

Re: Für die Klassikfreunde

Verfasst: Mo 31. Okt 2016, 22:00
von Jalana
Ouvertüre der Oper "Der Rosenkavalier" von Richard Strauss

Richard Georg Strauss (* 11. Juni 1864 in München; "  8. September 1949 in Garmisch-Partenkirchen) war ein deutscher Komponist des späten 19. und des 20. Jahrhunderts, der vor allem für seine orchestrale Programmmusik (Tondichtungen), sein Liedschaffen und seine Opern bekannt wurde. Strauss war außerdem ein bedeutender Dirigent und Theaterleiter sowie ein Kämpfer für das Musikwesen und eine Verbesserung des Urheberrechts.

Der Rosenkavalier handelt von den Liebeswirren des jungen Octavian mit einer verheirateten Feldmarschallin und weiteren illustren Figuren. Komödie für Musik (op. 59) ist eine Oper in drei Aufzügen. Die Musik stammt von dem deutschen Komponisten Richard Strauss, das Libretto von dem österreichischen Schriftsteller Hugo von Hofmannsthal. Das Werk wurde am 26. Januar 1911 in der Dresdner Semperoper (Königliches Opernhaus) uraufgeführt.

Karl Böhm leitet die Staatskapelle Dresden.



LG
Jalana

Re: Für die Klassikfreunde

Verfasst: Di 1. Nov 2016, 21:31
von Beatrix
Requiem in d-Moll (KV 626) - Wolfgang Amadeus Mozart

Das Requiem in d-Moll (KV 626) aus dem Jahr 1791 ist Wolfgang Amadeus Mozarts letzte Komposition. Obwohl es nur zu etwa zwei Dritteln tatsächlich von Mozart stammt, ist es eines seiner beliebtesten und am höchsten eingeschätzten Werke. Mozart starb während der Komposition. Da es sich um ein Auftragswerk handelte, vervollständigten Joseph Eybler und Franz Xaver Süßmayr, Schüler von Mozart, das Requiem im Auftrag von Constanze Mozart, der Witwe des Komponisten. Die Entstehungsgeschichte und Qualität der nachträglichen Ergänzungen werden seit langem heftig diskutiert. Die ungewöhnlichen Umstände des Kompositionsauftrags und der zeitliche Zusammenhang dieser Seelenmesse mit Mozarts frühem Tod haben zudem eine üppige Mythenbildung angeregt.

Zur Entstehungsgeschichte
In den letzten Jahren vor seinem Tod wandte sich Mozart verstärkt der Kirchenmusik zu — eine ganze Reihe von Kyrie-Fragmenten wird auf die Jahre 1787—1791 datiert.[1] Er versuchte, sich im kirchenmusikalischen Fach ein Auskommen zu sichern, indem er sich im April 1791 erfolgreich als Adjunkt des Domkapellmeisters an St. Stephan in Wien, Leopold Hofmann, bewarb. Die Stelle war zwar unbezahlt, doch erwarb sich Mozart so die "Erwartung auf die 2000 Gulden eintragende Kapellmeisterstelle",[2] also die Zusicherung einer sehr lukrativen Position. Im Juni 1791 schloss Mozart die Fronleichnams-Motette Ave verum corpus (KV 618) ab. Ein Arbeitsauftrag für ein größeres Kirchenwerk musste ihm somit sehr entgegenkommen.

Im Laufe des Jahres 1791 wurde Mozart durch Vermittler, die für den exzentrischen Grafen Franz von Walsegg agierten, mit der Komposition eines Requiems beauftragt und erhielt die Hälfte der Bezahlung im Voraus. Er hielt sich an die übliche Textgestalt des Requiems und verzichtete lediglich, wie das in den meisten musikalischen Bearbeitungen der Fall ist, auf eine Vertonung von Graduale und Tractus. Als Vorbild mag das Requiem c-Moll von Michael Haydn gedient haben, an dessen Uraufführung Mozart als Fünfzehnjähriger im Orchester mitgewirkt hatte.

Während des Kompositionsprozesses erkrankte Mozart schwer. Bis zu seinem Tod am 5. Dezember 1791 hatte er lediglich den Eröffnungssatz des Introitus (Requiem aeternam) mit allen Orchester- und Vokalstimmen niedergeschrieben. Das folgende Kyrie und der größte Teil der Dies-irae-Sequenz (vom Dies irae bis zum Confutatis) waren lediglich in den Gesangsstimmen und dem bezifferten Bass fertiggestellt, darüber hinaus waren verschiedentlich einige wichtige Orchesterpartien (etwa Posaunensolo im Tuba mirum, öfter Stimme der ersten Violinen) kurz skizziert. Der letzte Satz der Sequenz, das Lacrimosa, brach nach acht Takten ab und blieb unvollständig. In den 1960er Jahren wurde eine Skizze für eine Amen-Fuge entdeckt, die offenbar die Sequenz nach dem Lacrimosa hätte beenden sollen. Die folgenden beiden Sätze des Offertorium, das Domine Jesu Christe und das Hostias, waren wiederum in den Gesangsstimmen und teilweise im Continuo ausgearbeitet. Sanctus mit Benedictus, Agnus Dei und Communio fehlten völlig.

Erste Seite der "Ablieferungspartitur" in Mozarts Handschrift. Im Bildausschnitt nicht sichtbar ist die Unterschrift "di me W. A. Mozart mppr. 1792" (di me = "von mir", mppr. = manu propria, eigenhändig) auf diesem Blatt, die nach Handschriftenanalysen von Süßmayr gefälscht wurde.
Der Witwe Mozarts, Constanze Mozart, war verständlicherweise sehr daran gelegen, dass das unvollständige Werk abgeschlossen wurde, um die Vorauszahlung nicht zurückzahlen zu müssen und die zweite Hälfte der Kaufsumme zu erhalten. Sie beauftragte daher andere Komponisten, meist Schüler Mozarts, mit der Fertigstellung. Zunächst wandte sie sich an Joseph Eybler. Er arbeitete an der Instrumentation der Sätze vom Dies irae bis zum Lacrimosa, gab den Auftrag dann aber aus unbekannten Gründen zurück. Seine Ergänzungen schrieb er direkt in Mozarts autografe Partitur.

Die Arbeit wurde einem anderen jungen Komponisten und Schüler Mozarts anvertraut, Franz Xaver Süßmayr, der sich für die Instrumentation auf Eyblers Arbeit stützen konnte. Süßmayr komplettierte die Orchestrierung der Sequenz sowie des Offertoriums, stellte das Lacrimosa fertig und komponierte weitere Sätze: Sanctus, Benedictus und Agnus Dei. Dann ergänzte er die Communio (Lux aeterna), indem er die beiden Eröffnungssätze, die Mozart noch selbst komponiert hatte, wiederholte und ihnen den Text des Lux aeterna unterlegte. Ob auch die Trompeten- und Paukenstimmen im Kyrie von Süßmayr stammen, ist heute umstritten.

Während die Ergänzungen des Kyrie sowie Eyblers Instrumentation direkt in Mozarts Partitur eingetragen wurden, übertrug Süßmayr für den Rest des Werks Mozarts Notentext und auch (teilweise nach eigenen Vorstellungen verändert) Eyblers Ergänzungen auf neues Notenpapier. Es entstanden so zwei Partituren: die "Arbeitspartitur", die nur Mozarts Handschrift und Eyblers Ergänzungen enthält und von Süßmayr als Arbeitsgrundlage benutzt wurde, und die "Ablieferungspartitur" in der von Süßmayr fertiggestellten Fassung. Die letztere wurde mit einer (von Süßmayr) gefälschten Unterschrift Mozarts versehen, auf 1792 datiert und in diesem Jahr auch dem Boten des anonym gebliebenen Grafen Walsegg übergeben. Die entscheidenden Manuskripte, insbesondere die "Ablieferungspartitur" und die "Arbeitspartitur", fanden zwischen 1830 und 1840 nach und nach den Weg in die Wiener Hofbibliothek (heute Österreichische Nationalbibliothek).

Neben Eybler haben vermutlich auch noch weitere Komponisten an der Vervollständigung gearbeitet, deren Notizen Süßmayr wahrscheinlich ebenfalls nutzen konnte. So hat Maximilian Stadler offenbar zumindest Vorarbeiten zur Instrumentation des Domine Jesu geleistet. Die Begleitstimmen im Kyrie, die mit den Chorstimmen "mitgehen" (colla-parte-Stimmen), stammen ebenfalls von einer anderen Hand; Leopold Nowak, der Herausgeber des Requiem-Bandes der Neuen Mozart-Ausgabe (NMA), hat Franz Jakob Freystädtler als Autor vermutet, was aber durch neuere Handschriftenbefunde ausgeschlossen werden kann.

Da die neu hinzugekommenen, von Süßmayr stammenden Teile z. T. deutliche motivische Bezüge zum von Mozart stammenden Notentext haben und außerdem Anlehnungen an andere Kompositionen Mozarts entdeckt wurden, wird häufig angenommen, dass Süßmayr oder andere Beteiligte an dem Werk auf mündliche oder schriftliche Hinweise Mozarts zurückgreifen konnten (Mozarts Witwe hat "Trümmer" bzw. "Zettelchen" von Mozart erwähnt).


Zur Musik
Das Werk ist besetzt mit vier Vokalsolisten (Sopran, Alt, Tenor und Bass), vierstimmigem Chor und einem kleinen klassischen Orchester, bestehend aus zwei Bassetthörnern, zwei Fagotten, zwei Trompeten, drei Posaunen, Pauken, Streichorchester und Basso continuo (Orgel). Auffällig ist das Fehlen der hohen Holzbläser (Flöten, Oboen) und der Waldhörner. Der Klang des Orchesters wird somit stark durch den biegsamen, dunklen Ton der Bassetthörner bestimmt. So wird eine "durch die sparsame Instrumentation noch verstärkte starke Abdunklung und Transparenz erreicht, und eine düster-ernste Grundstimmung erzielt".

Im Vordergrund steht im Mozart-Requiem durchweg der vierstimmige Vokalsatz, es gibt nur kurze rein instrumentale Partien. Das Orchester hat mit wenigen Ausnahmen eher dienende Funktion. Auch die Vokalsolisten treten hinter dem Chor deutlich zurück und werden (außer im Tuba mirum) im Wesentlichen als Ensemble eingesetzt. Arien und vergleichbare Formen solistischer Virtuosität fehlen ganz, anders als in anderen kirchenmusikalischen Werken oder gar Opern Mozarts und seiner Zeitgenossen. Der Chor erhält allerdings, zumindest im Kyrie, erheblichen Raum zur Glanzentfaltung.

Die Haupttonart des Requiems ist d-Moll, eine Tonart, die häufig (wie in den Komturszenen des Don Giovanni oder in Franz Schuberts Streichquartett Der Tod und das Mädchen) ernsten oder auf das Jenseits bezogenen Dingen zugeordnet wird. Die Tonarten bewegen sich (mit Ausnahme des nicht von Mozart stammenden Sanctus in D-Dur) größtenteils im Bereich von oft mit Dunkelheit, Emotion, Romantik, und Sterben assoziierten B-Tonarten (neben d-Moll etwa F-Dur, g-Moll, Es-Dur, B-Dur, auch a-Moll). Häufig sind die Anschlüsse der Sätze terzverwandt (etwa von d-Moll nach B-Dur).

Die Aufführungsdauer beträgt etwa eine Stunde (je nach Version der Vervollständigung und dem vom Dirigenten gewählten Tempo).



Re: Für die Klassikfreunde

Verfasst: Mi 2. Nov 2016, 14:36
von Jalana
Programmhinweis: Samstag 05. November 20:15 auf 3SAT
Orfeo ed Euridice - Barock-Oper von Christoph Willibald Gluck


Barocktheater, Cesky Krumlov, September 2013

Darsteller:
Orfeo Bejun Mehta
Euridice Eva Liebau
Amor Regula Mühlemann
Inszenierung: Ondrej Havelka
Bildregie: Ondrej Havelka

Christoph Willibald Glucks Oper "Orfeo ed Euridice" (dt. Orpheus und Eurydike, frz. Orphée et Euridice), die 1762 in Wien uraufgeführt wurde, gilt als seine erste Reformoper, die einen radikalen Bruch mit der altitalienischen Schule vollzieht.

Zu Glucks 300. Geburtstag entstand 2013 im Barocktheater von Cesky Krumlov, Tschechien, eine exzeptionelle Opernproduktion: Für die Inszenierung von Glucks Meisterwerk trat noch einmal das Produktionsteam der Scarlatti-Oper "Dove è amore è gelosia" zusammen.

Es gestaltete mit berühmten Interpreten eine ganz dem barocken historischen Vorbild verpflichtete Aufführung. Bejun Mehta und Eva Liebau sind in den Titelrollen zu sehen, Regula Mühlemann übernahm die Partie des Amors, Ondrej Havelka war für die Bühnen- und Fernsehregie verantwortlich.

(ORF)

LG
Jalana

Re: Für die Klassikfreunde

Verfasst: Mi 2. Nov 2016, 15:54
von Theresa-Annalena
Liebe Jalana,

vielen Dank für die tolle Arbeit die Du hier leistest (flo) (flo) (flo).

Von mir hier meine Lieblingsversion von Vivaldi's Winter:
Violine: Mari Samuelsen

https://www.youtube.com/watch?v=Yu6Hr9kd-U0

LG
Tessa.

Re: Für die Klassikfreunde

Verfasst: Mi 2. Nov 2016, 21:40
von Jalana
"Innegiamo" aus der Oper 'Cavalleria rusticana' von Pietro Mascagni

Pietro Mascagni (* 7. Dezember 1863 in Livorno; "  2. August 1945 in Rom) war ein italienischer Komponist, der mit seinen Opern neben Ruggero Leoncavallo und Giacomo Puccini einer der wichtigsten Vertreter des Verismo ist.

Cavalleria rusticana (Sizilianische Bauernehre) ist eine Oper in einem Akt von Pietro Mascagni. Als literarische Vorlage diente ihm die gleichnamige Erzählung von Giovanni Verga aus der Novellensammlung Sizilianische Novellen. Das Libretto stammt von Giovanni Verga, Giovanni Targioni-Tozzetti und Guido Menasci. Die Uraufführung fand am 17. Mai 1890 im Teatro dell'Opera di Roma (damals Teatro Costanzi) in Rom statt. Die Spieldauer der Oper beträgt etwa 70 Minuten. Die Oper spielt in einem sizilianischen Dorf am Ostermorgen. Stilistisch gehört die Oper zum Verismus.

Es singt Dolora Zajick.



Gerne Tessa! :D

LG
Jalana