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Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Verfasst: Sa 13. Jan 2024, 16:19
von Sophia69
Aria hat geschrieben: Fr 12. Jan 2024, 20:10 Als ob Beziehungen Krisen bräuchten, um zu wachsen. Das mag evt. noch bei "normalen" Beziehungskrisen möglich sein aber wenn der Partner drauf und dran ist seine Identität zu hinterfragen und vllt. das Geschlecht wechselt, hat das mMn nichts mehr mit diesen "gewöhnlichen" Krisen gemein.
Vicky, ich bin ehrlich, für mich liest sich das alles schon sehr anstrengend. Ich mag mir gar nicht ausdenken, wie schwer gerade eure Beziehungsarbeit ist. Für mich sollten Beziehungen - egal welcher Art - leicht sein. Wenn es anfängt schwer zu werden, kann man die nochmal hinterfragen und für sich eine pro/contra Liste aufstellen: Was gibt/geben mir/wir uns die Beziehung noch und was muss ich dafür opfern?
Hallo Aria,
ich sehe es ähnlich wie du. Ich würde sogar noch weitergehen, bitte Vicky versteh das nicht falsch, dies ist meine Sichtweise, dass hier aus der Not eine Tugend gemacht wird. Weil die Veränderung meiner Identität natürlich nicht beinhaltet, dass meine Partnerin oder Frau dies aus Liebe allein akzeptieren muss oder sogar gutheißen soll, sehe ich in dieser "Krise" eine absolute Chance für beidseitigen, persönlichen Wachstum. Das Leben darf für mich auch einfach mal easy und schön sein und ich benötige nicht unbedingt Stress um mich weiter zu entwickeln. Frau kann sich auch in Harmonie, Freude und Unbeschwertheit sicherlich weiter entwickeln. Falls frau nicht tump ist und neugierig und Lust auf das Leben hat, findet automatisch Veränderung und somit auch Entwicklung meiner Meinung nach statt. Sinngemäß formuliert, Krisen sind Entwicklungpotenziale (frau benötigt sie) erscheint mir ähnlich wie die Binsenweisheit, aus allem Negativen kann frau auch immer etwas Positives ziehen.
Klar, führt Druck und führen Krisen meistens schneller zu Veränderungen, aber vielleicht ist frau auch zufrieden und glücklich mit kleinen Veränderungen
Den Konflikt scheue ich nicht, aber glücklich und relativ stressfrei zusammenzuleben bevorzuge ich doch sehr. (he)

Liebe Grüße
Sophia

Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Verfasst: Mo 15. Jan 2024, 08:45
von ExUserIn-2026-04-08
Hallo Aria,
Aria hat geschrieben: Fr 12. Jan 2024, 20:10 Als ob Beziehungen Krisen bräuchten, um zu wachsen. Das mag evt. noch bei "normalen" Beziehungskrisen möglich sein aber wenn der Partner drauf und dran ist seine Identität zu hinterfragen und vllt. das Geschlecht wechselt, hat das mMn nichts mehr mit diesen "gewöhnlichen" Krisen gemein.
ich denke zum eigenen Wachstum braucht es Krisen, kleine oder große. Es sind aber nicht die Krisen selber, es sind die damit verbundenen eigenen Gefühle, die zu mehr Tiefe im Leben führen können (nicht zwangsläufig müssen). Z.B. Was macht mich konkret traurig oder wütend, wenn meine Partnerin mich nicht en femme sehen will ? Diese Gefühle können eine Ursache haben, die viel tiefer liegt, etwa in der eigenen Unsicherheit, weil ich mein Leben lang keine Anerkennung meiner Talente erfahren habe. Erkenne ich mich selber genug an ? Etc. Das nur als ein mögliches Szenario. Alleine fehlt mir der Anlass, mich damit auseinander zu setzen. Dann taucht der Konflikt an anderer Stelle auf. Hinter Krisen und Konflikten stecken i.d.R. Dynamiken, die, wenn man sie aufdeckt, durchbrochen werden können. Und ja, das kann sehr anstrengend sein. Aber es ist nicht die Krise, die anstrengend ist, es ist die Auseinandersertzung mit mir selber.

Nebenbei: Ich hinterfrage nicht meine Identität, wenn ich mich en femme zeige und ich wechsle sie nicht. Das mag für die Partnerin so aussehen, aber tatsächlich ist das einzige, was sich ändert, ihr Bild von mir.
Aria hat geschrieben: Fr 12. Jan 2024, 20:10 Vicky, ich bin ehrlich, für mich liest sich das alles schon sehr anstrengend. Ich mag mir gar nicht ausdenken, wie schwer gerade eure Beziehungsarbeit ist. Für mich sollten Beziehungen - egal welcher Art - leicht sein. Wenn es anfängt schwer zu werden, kann man die nochmal hinterfragen und für sich eine pro/contra Liste aufstellen: Was gibt/geben mir/wir uns die Beziehung noch und was muss ich dafür opfern?
Niemand hat gesagt, dass die Auseinandersetzung mit sich selber einfach ist. Ich möchte nicht hedonistisch leben und auch keine Pro/contra-Liste führen. Ich "opfere" mich nicht und hoffe, dass das meine Frau auch nicht tut. Dann wären wir in einem Handel, nicht in einer Liebesbeziehung. Liebe heißt für mich, dass ich mich entscheide, mein Leben mit jemandem zu teilen. Natürlich können auch Beziehungen auseinander gehen. Aber sicher nicht aus einer Haltung, dass meine frau mir nicht mehr das geben kann, was ich brauche. Das ist für mich Anspruchsdenken.

Das Beispiel, das Du nanntest, kann ich nachvollziehen. Aber wie Du schreibst, das war keine Liebesbeziehung. Und ich halte es auch für sehr sinnvoll, einen Schnitt zu machen, wenn die Beziehung toxisch wird. Das ist für mich etwas ganz anderes.

Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Verfasst: Mo 15. Jan 2024, 08:54
von ExUserIn-2026-04-08
Sophia69 hat geschrieben: Sa 13. Jan 2024, 16:19 Weil die Veränderung meiner Identität natürlich nicht beinhaltet, dass meine Partnerin oder Frau dies aus Liebe allein akzeptieren muss oder sogar gutheißen soll, sehe ich in dieser "Krise" eine absolute Chance für beidseitigen, persönlichen Wachstum.
Hi Sophia,

mit Ausnahme der Aussage, dass die Identität verändert wird, stimme ich mit Dir überein. Niemand muss etwas akzeptieren. Aber alleine aus der Tatsache, dass ich mich anders zeige, kommt Bewegung in die Beziehung, egal wie meine Frau reagiert oder nicht reagiert. Ganz nach Watzlawick, man nicht nicht kommunizieren.
Sophia69 hat geschrieben: Sa 13. Jan 2024, 16:19 Das Leben darf für mich auch einfach mal easy und schön sein und ich benötige nicht unbedingt Stress um mich weiter zu entwickeln.
Klar, sehe ich auch so. Und ich hoffe, dass ich nicht geschrieben habe, dass Entwicklung Krisen benötigen. Es ist umgekehrt, wenn eine Krise eintritt, ist das eine Chance (und zwar eine massive) zur eigenen Entwicklung. Und wenn in einer Beziehung auf einmal ein Partner sich als Transmensch zeigt, dürfte das i.d.R. eine Krise auslösen.

Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Verfasst: Mo 15. Jan 2024, 16:22
von Sophia69
Hallo Vicky,
verstehe ich Identität als das Ergebnis aus Fremd- und Selbstwahrnehmung, ändere ich aus meiner Sicht für Außenstehende schon meine Identität, da ich plötzlich, bestenfalls als Frau wahrgenommen werde (he), vielleicht als (Trans-) Frau oder als "Tunte". Einige hier im Forum berichten häufiger, wenn sie en femme unterwegs sind auch "Wesensänderungen" an sich wahrzunehmen. Aber zurück zu deinem Thread, falls meine Frau sich plötzlich mir gegenüber als Mann darstellt ändert sich mein Bild von ihr und damit auch ihre Identität. Dies führt doch, anhand meiner persönlichen Outingerfahren, zur Verunsicherung die sich in eine Fragenflut äußert. Wenn ich dann bis dato in einer Liebesbeziehung lebe die auch durch eine intensive Sexualität getragen wird, dann kann es durchaus bedrohlich für die Beziehung werden, falls die Partnerin ausschließlich heterosexuell veranlagt ist. Dies führt zwangsläufig zu einer Krise, die entweder Entwicklungspotenzial entfacht und oder zur Trennung führt.
Falls ich dich richtig verstanden habe und so sehe ich es, ich bleibe ich mit Rock oder Hose. Wird mein Ich, das was übrigbleibt wenn die Äußerlichkeiten wegfallen, geliebt, dann bestehen gute Entwicklungschance für beide und auch für eine gemeinsame Zukunft. Ich stimme dir voll und ganz zu, hierzu darf ich keine Angst vor einer Trennung haben, dies mindert nur ungemein das mögliche Entwicklungspotenzial.

Liebe Grüße
Sophia

Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Verfasst: Mo 15. Jan 2024, 17:23
von ExUserIn-2026-04-08
Hi Sophia,

ich denke, wir sehen das ähnlich. Lediglich der Begriff der Identität verstehe ich in folgendem Sinn:
Identität im psychologischen Sinne beantwortet die Frage nach den Bedingungen, die eine lebensgeschichtliche und situationsübergreifende Gleichheit in der Wahrnehmung der eigenen Person möglich machen (innere Einheitlichkeit trotz äußerer Wandlungen).
Quelle: https://www.spektrum.de/lexikon/psychol ... itaet/6968

Identität in dem Sinn, wie ich ihn verstehe, wird nicht durch die Sicht anderer Menschen von außen gebildet.
Sophia69 hat geschrieben: Mo 15. Jan 2024, 16:22 hierzu darf ich keine Angst vor einer Trennung haben, dies mindert nur ungemein das mögliche Entwicklungspotenzial.
Das halte ich sogar für wesentlich. Aber ganz freimachen wird man sich real nicht können. DIe Beziehung ist einem ja nicht ohne Bedeutung. Ich meine, die Lösung dieses inneren Konflikts lautet: Ich mache mich frei von Ängsten, weil mir die Beziehung wichtig ist.

Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Verfasst: Mo 15. Jan 2024, 18:46
von Sophia69
Vicky_Rose hat geschrieben: Mo 15. Jan 2024, 17:23 Hi Sophia,

ich denke, wir sehen das ähnlich. Lediglich der Begriff der Identität verstehe ich in folgendem Sinn:
Identität im psychologischen Sinne beantwortet die Frage nach den Bedingungen, die eine lebensgeschichtliche und situationsübergreifende Gleichheit in der Wahrnehmung der eigenen Person möglich machen (innere Einheitlichkeit trotz äußerer Wandlungen).
Hi Vicky,
um spaßeshalber, auf wissenschaftlicher Ebene, deinen psychologischen Horizont zu erweitern :lol: , führe ich folgende, pädagogische, psychologische, psychosoziale Definitionen der Identität ins Feld:
Identität bezieht sich auf die Entwicklung eines individuellen Selbstkonzept, dass durch persönliche Erfahrungen, soziale Interaktion und kulturelle Einflüsse geprägt ist.
Sigmund Freud sieht die Identität resultierend aus den gesellschaftlichen Einflüssen des Über-Ichs, den genetischen Ansprüchen des Es und der Außenwelt, also der Realität.
George Herbert Mead sieht es sehr ähnlich wie Freud, da bildet sich die Identität (Self) im Wechselspiel mit der gesellschaftlichen Komponente ME und dem genetisch geprägten und kreativen (I)
Und letztendlich, der noch unter uns verweilende Klaus Hurrelmann sieht die Persönlichkeit in der Schnittmenge aus innere und äußerer Realität, den Prozessen der Individuation und Sozialisation.
Ich halte es ganz mit Mead der besagt, dass man jemand anders sein muss, um man selbst sein zu können oder einfacher ausgedrückt, um zu wissen, wer ich bin, muss ich mich durch die Augen anderer betrachten.

Liebe Grüße
Sophia

Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Verfasst: Di 16. Jan 2024, 06:19
von ExUserIn-2026-04-08
Sophia69 hat geschrieben: Mo 15. Jan 2024, 18:46 um spaßeshalber, auf wissenschaftlicher Ebene, deinen psychologischen Horizont zu erweitern
Moin,

ich habe mich etwas unklar ausgedrückt. Äußere Einflüsse habe ich nicht ausgeschlossen, aber das ist nicht "Fremdwahrnehmung", wie Sophia sie anspricht. Aber kabbeln wir uns nicht weiter um des Kaisers Bart ...

Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Verfasst: Mi 17. Jan 2024, 15:22
von ExUserIn-2026-04-08
Andere Baustelle:

Anne-Mette verweist auf eine Buchrezension in der ein Zitat aus dem rezensierten Buch angeführt ist (viewtopic.php?p=381178#p381178).
Es lautet:
Aber was, wenn das die einzig richtige Art der Schreibung ist, weil trans* und das eigene Geschlecht synthetisch verschmolzen sind? Mit anderen Worten, was, wenn der eigentliche Horror darin besteht, dem eigenen trans* Sein nie entkommen zu dürfen und die eigene Weiblich- oder Männlichkeit davon nicht einmal begrifflich abtrennen zu können.
Da musste ich erst einmal darüber nachdenken und -spüren. Das geht mir nahe. Bei Menschen, die sich als Trans* verstehen, dreht sich häufig das Leben um die Frage nach der eigenen Geschlechtlichkeit. Da steckt so viel Zeit und Energie darin, dass manches andere zurück stehen muss. Immer wieder kreisen die Gedanken um das Thema. Ich finde, der "Horror" ist in diesem Satz so treffend beschrieben. Das Problem ist nicht nur, dass wir als Transmenschen im Kontakt mit anderen Menschen immer wieder mit dem Thema "Geschlecht" konfrontiert werden, sondern auch, dass es kaum eine (?) Möglichkeit gibt, das hinter uns zu lassen. Für Menschen, die sich im Nichtbinären verorten, sehe ich das in erschwerter Weise, da es eine klare Aussage per se nicht geben kann.

Geht es Euch auch ähnlich ? Wie geht Ihr damit um ? Oder könnt Ihr Euch von dem "Trans"-Gefühl frei machen ?

Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Verfasst: Mi 17. Jan 2024, 19:54
von Aria
Vicky_Rose hat geschrieben: Mi 17. Jan 2024, 15:22 Da steckt so viel Zeit und Energie darin, dass manches andere zurück stehen muss.
Energie...hauptsächlich Energie. Mir hat es zum Schluss jegliche Lebensenergie geraubt
Vicky_Rose hat geschrieben: Mi 17. Jan 2024, 15:22 Immer wieder kreisen die Gedanken um das Thema.
Ständig. Immer. Fortlaufend.
Das ist es ja, was so viel Energie braucht.
Vicky_Rose hat geschrieben: Mi 17. Jan 2024, 15:22 sondern auch, dass es kaum eine (?) Möglichkeit gibt, das hinter uns zu lassen.
Dachte ich auch und setzte alle Hoffnung in eine therapeutische Behandlung.
Die ließ aber nur einen Schluss zu. Nämlich den, dass es ist, wie es eben ist.
Die HET war der Gamechanger. Plötzlich war der "Horror" verschwunden und ganz viel Energie für.......Leben.
Denn rückblickend betrachtet war alles davor kein Leben, es war ein Existieren, aber bestimmt kein Leben.

Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Verfasst: Mi 17. Jan 2024, 21:18
von Sophia69
Aria hat geschrieben: Mi 17. Jan 2024, 19:54 tändig. Immer. Fortlaufend.
Das ist es ja, was so viel Energie braucht.
Dem kann ich leider nur zustimmen, aber es raubt mir nur Zeit und schenkt mir, in dem Sinne Energie, indem durch die Beschäftigung damit, dass ich eine Frau bin, mir dies ja auch das Gefühl verleiht, eine zu sein. Schön wäre es für mich, wenn ich mit dem Selbstverständnis Frau zu sein durchs Leben schreiten würde und leider nicht immer das "Label" trans in meinen Gedanken mitschwingt.

Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Verfasst: Mi 17. Jan 2024, 21:24
von Sophia69
Aria hat geschrieben: Mi 17. Jan 2024, 19:54 Die ließ aber nur einen Schluss zu. Nämlich den, dass es ist, wie es eben ist.
Die HET war der Gamechanger. Plötzlich war der "Horror" verschwunden und ganz viel Energie für..
Hallo Aria, was hat denn genau diesen "Horror" durch die HET beendet, falls ich fragen darf?

Liebe Grüße
Sophia

Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Verfasst: Mi 17. Jan 2024, 22:21
von Lavendellöwin
Sophia69 hat geschrieben: Mi 17. Jan 2024, 21:24 Hallo Aria, was hat denn genau diesen "Horror" durch die HET beendet, falls ich fragen darf?

Hey..


das sage ich dir gerne aus meiner Sicht. Das ich das erste Mal wirklich mich und Freiheit gespürt habe.
Das ist wie wenn eine harte Schale sich vom Sein löst und das Energien erst wirklich richtig fliessen können.

Seid mir bitte nicht böse, was man ohne HRT an Weiblichkeit wahrnimmt, mag auch (vielleicht) Weiblichkeit sein,
doch der Unterschied von vorher zu danach ist wie schwarz und weiss.
Mit einem T-Level hast du eine Grundtendenz, mehr aber nicht wirklich.
Sophia69 hat geschrieben: Mi 17. Jan 2024, 21:18 indem durch die Beschäftigung damit, dass ich eine Frau bin, mir dies ja auch das Gefühl verleiht, eine zu sein.
und das ist das Pferd von der falschen Seite aufgezäumt. Das Gefühl eine Frau zu sein zu haben indem ich mich damit
beschäftige, klingt einfach nur schräg für mich. Dann könnte ich alles sein, was ich mir nur vorstellen kann
und das ist was manche für gefährlich halten. Ausserdem ist beschäftigen nicht leben, das ist aber ein ganz anderes Thema.


Habt es gut Marie (flo)

Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Verfasst: Do 18. Jan 2024, 06:29
von ExUserIn-2026-04-08
EmmiMarie hat geschrieben: Mi 17. Jan 2024, 22:21 Seid mir bitte nicht böse, was man ohne HRT an Weiblichkeit wahrnimmt, mag auch (vielleicht) Weiblichkeit sein,
doch der Unterschied von vorher zu danach ist wie schwarz und weiss.
Mit einem T-Level hast du eine Grundtendenz, mehr aber nicht wirklich.
Da ist kein Grund böse zu sein. Es sind ja Deine Erfahrungen und so muss man sie auch sehen. Es ist keine Musterlösung für alle. Was ist T-Level, Testosteron ? Worin liegt denn der Unterschied, in den physischen Veränderungen oder in der veränderten Wahrnehmung der Umwelt durch die Hormone ?

Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Verfasst: Do 18. Jan 2024, 08:17
von Sophia69
EmmiMarie hat geschrieben: Mi 17. Jan 2024, 22:21 Das Gefühl eine Frau zu sein zu haben indem ich mich damit
beschäftige, klingt einfach nur schräg für mich.
Hallo Marie,
wenn ich dies so lese, klingt es für mich ebenfalls sehr schräg :lol: . Was ich eigentlich ausdrücken wollte ist, dass die permanente gedankliche Beschäftigung damit, dass ich eine Frau bin (da die "nackten Tatsachen" biologisch betrachtet mir etwas anderes zeigen, deshalb befasse ich mich u.a. z.B. auch mental damit, um Körperteile für mich umzudeuten) raubt mir keine Energie, sondern im Gegenteil, gibt mir das schöne Gefühl eine Frau zu sein. (he) So lebe ich für mich in meiner weiblichen Welt, sicherlich hat jede Frau auch ihre eigene (starkes Interesse z.B. an Make up oder nicht etc.), was schön ist. Schön empfinde ich aber nicht, dass ich diese für mich gelebte Weiblichkeit nicht aus einem Selbstverständnis heraus geschieht, wie bei meiner Frau, sondern immer mit "dem Makel" oder besser ausgedrückt, dem Wunsch verbunden ist auch weiblich von meiner Mitwelt gelesen zu werden. Ich würde mich gerne über diese "Transeinschränkung" hinüber heben können und selbstverständlich Frau sein, anstatt trans* Frau.

Liebe Grüße
Sophia

Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Verfasst: Do 18. Jan 2024, 08:51
von ExUserIn-2026-04-08
Sophia69 hat geschrieben: Do 18. Jan 2024, 08:17 uch mental damit, um Körperteile für mich umzudeuten) raubt mir keine Energie, sondern im Gegenteil, gibt mir das schöne Gefühl eine Frau zu sein.
Ich kenne diese Gefühle. Aber besteht hier nicht die Gefahr des abgeschotteten Lebens in einer Art "Elfenbeinturm" ? Leben findet mMn doch gerade im Kontakt mit anderen Menschen und der Welt statt. Als ich erste Schritte gmacht habe, mehrere Tage am Stück en femme zu leben, ging es mir gerade darum, den Weg in ein "selbstverständliches" Leben als Frau zu probieren. Anfangs drehten sich meine Gedanken viel um mich, aber mit der Zeit wurde das immer leichter. Ein Paradoxon: Frau zu sein bedeutet für mich, dass ich (im Alltag) vergessen kann, eine Frau zu sein. Ziel wäre es, es einfach zu sein.
Sophia69 hat geschrieben: Do 18. Jan 2024, 08:17 Ich würde mich gerne über diese "Transeinschränkung" hinüber heben können und selbstverständlich Frau sein, anstatt trans* Frau.
Genau, aber ist das denn möglich ? Wir werden immer einen "Migrationshintergrund" haben. Nur wäre schon viel gewonnen, wenn das Label "Trans" verschwände, egal, ob man sich männlich, weiblich, nonbinär etc. empfindet. Letztlich sind "Frau", "Mann" auch Labels, die einem Menschen verpasst werden.

Aber tragen wir nicht auch Verantwortung für das Label "Trans" ? Sind es nicht auch wir selber, die dieses Label verwenden ? Trans ist ein Synonym dafür, dass Körperlichkeit und Selbstempfinden nicht zusammen passen. Wir verwenden dann den Begriff "Frau" oder "Mann" nicht als Label, sondern als ein Gefühl und benutzen dann aber Attribute, die aus dem Label stammen, um das auszudrücken. Hier liegt mMn eine Ursache für die vielen Missverständnisse. Der Begriff "Trans" kann die Kluft nicht überwinden. Er manifestiert diese.