Ich hab von diesem Tag zwar schon im ....was macht ihr....thread berichtet - aber da es eine so tolle Erfahrung für mich war gehört das auch einfach in meine Welt. Als Part-Time-Lady /Crossdresser sucht man ja auch immer Austausch mit Gleichgtesinnten. Deswegen sind ja auch viele hier - ich natürlich auch. Aber sich per Elektronik auszutauschen ist ja ganz etwas anderes als sich persönlich zu treffen. Deswegen waren das XXL-Treffen in Mühlacker im Scharfen Eck und das Mottotreffen im Watzenhof zwei ganz besonders nachdrückliche und einprägende Erfahrungen, die ich nie vergessen werde. So viel Austausch, Gespräche, Feiern- Freude am Weiblichsein waren Erlebnisse, die sich in meine weibliche Seele eingebrannt haben. Aber es waren auch sehr große Entfernungen von meinem Wohnort und ein ziemlicher Aufwand. Ich hätte auch gerne hier bei mir mal einen Austausch gehabt. Bisher ist mir das leider nicht geglückt - oder ich habe einfach nicht die richtigen Kontakte knüpfen können. Denn ich glaube schon, daß es auch in der Innsbrucker oder Tiroler Gegend einige Gleichgesinnte gibt. Und es gibt ja nicht nur diese Forum, das ich zwar sehr schätze, aber offensichtlich nicht viele Mitglieder aus meiner Gegend aufweist, FB zum Beispiel - und dort bekam ich Kontakt mit einer Schwester, der zuerst sehr lose war, sich aber dann so entwickelte, daß ich mir sehr gut vorstellen konnte, sich mit ihr zu treffen. Da meine Liebste am Freitag eine Weihnachtsfeier hatte, bekam ich ein bisschen mehr Zeit, und habe ein Treffen/Bummeln vorgeschlagen. Haben wir dann auch ausgemacht
Der Tag war dann da - und ich wurde immer nervöser und unsicher. Denn man weiß ja nicht, ob sich das elektronisch Ausgemachte und Geschriebene auch in natura so darstellt. Ich wollte schon fast absagen, habe mich aber dann doch dazu entschlossen und zurückgerufen, um den Zeitpunkt und Treffpunkt auszumachen. Schon die Stimme und diese ersten Worte waren positiv- sie nennt sich Nyna. Da wir uns erst ab halb fünf Uhr nachmittags verabredeten, nutzte ich die Zeit vorher noch für einen Ausflug in den Schlosspark des Schloss Ambras bei Innsbruck. Richtig novembrig, kühl, grau und immer wieder ein paar feine Nieseltropfen.Da musste auch das Outfit dazu passen. Feste Strumpfhose, Winterrock, Legwarmer und gefütterte Stiefeletten. Es waren daher auch nur ganz wenig Besucher da - war keine Gelegenheit dafür, um ein Foto zu bitten - musste ich halt selber schiessen.
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Zudem waren viele Wege gesperrt, weil Bäume umzustürzen drohen. Das ist die Folge eines heftigen Sturmes im Sommer. Es wird zwar in den Schildern hingewiesen, dass daran gearbeitet wird. Das wird wohl noch etwas dauern.
Richtiges Novemberwetter- auch das Schloss wirkt farblos.
Wie die beiden Märchentürme.
Da es dann wieder leicht regnete bin ich wieder zum Auto und bin ins EKZ Cyta gefahren- ihr wisst ja, da brauche ich immer mal wieder was. Aber auch danach war noch genügend Zeit bis zum Treffen. Ich bin dann wieder zurück zum Refugium, habe mein Make-Up noch ein bisschen nachgebessert, den Rock gewechselt und den langen Daunenstepmantel angezogen, denn für den Abend würde es wohl noch etwas kühler werden.
Und ich bin mit dem Bus in die Stadt gefahren, denn ich wollte mir eine Polzeikontrolle enfemme ersparen. Es wurde ja in den Medien mitgeteilt, dass rund um die Weihnachtsfeiern und Weihnachtsfeiern verstärkt mit Kontrollen zu rechnen sein würde.
Vielleicht gibt's doch noch die ein oder andere aus meiner Gegend, mit denen ich einen ähnlichen Austausch pflegen kann.
Alles Liebe und ein schöne Zeit
Violetta
Nyna kam 5 Minuten später, und ich habe sie gleich erkannt - ziemlich groß- um einiges größer als ich, noch dazu mit Stiefeletten mit Absatz, und ein gleich zu Beginn einnehmendes Aussehen und Wesen. Wir haben uns gleich verstanden und die Wellenlänge stimmte. Wir beschlossen, vorerst mal eine Runde durch die Innenstadt und die Christkindlmärkte zu machen. Es hat sich gleich ein ganz tolles Gefühl eingestellt - easy und selbstverständlich - obwohl sie an meiner Seite fast einen Kopf größer war - eine Strassenmusikantin mit Gitarre hat uns irgendwie verwirrend angesprochen. Wir haben im Gespräch nicht ganz herausgefunden, ob sie etwas gegen unser Erscheinungsbild hatte oder generell etwa eigenartig war. Sonst war alles ganz entspannt - vielleicht der ein oder andere kritische Blick - aber keine weitere Reaktion. Wir sind dann zu einem Stand gegangen, um Kiachl (in Öl herausgebackene Krapfen mit Sauerkraut oder Preiselbeeren) zu essen und einen Glühwein zu trinken. Auch hier ganz entspannt. Ein Erinnerungsfoto musste es natürlich auch geben.
Und weil's so schön war und ich noch Zeit hatte sind wir ins Domcafe gegangen, um noch einen Drink zu nehmen. Es war einfach toll, sich auszutauschen, Erfahrungen auszutauschen, ein paar Kontakte im FB zu besprechen und einfach seine Geschichte mitzuteilen und sich zu bestärken, daß wir keine Abartigen sind, und zur Vielfalt des Daseins beitragen. Auch sie ist hetero und somit auch auf meiner Linie.
Es war ein ganz tolles Erlebnis, das wir beschlossen haben, mal zu wiederholen. Natürlich habe ich das dann auch am nächsten Tag meiner Liebsten berichtet, damit sie auch informiert ist.