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Re: Fahrplan Selbstbestimmungsgesetz

Verfasst: Fr 11. Feb 2022, 23:41
von Lorelai74
Hallo Ihr,

ja für ein Selbstbestimmtes Eintragen eines Geschlechts und Namens.

Ich hoffe sehr das das Gesetz kommt.

Aber:
Das erleichtert VÄ/PÄ.

Ich denke nicht dass dadurch HET und GAOP einfacher werden und das HET und GAOP von den Krankenkassen ohne Vorherige Therapie übernommen werden wird.

Das bei einer so weitreichenden Änderung eine Therapie vorgesehen ist halt ich grundsätzlich für sinnvoll, weil so Menschen begleiten werden in ihrem Übergang und Menschen die vielleicht noch nicht stabil sind zu stabilisieren bis sie Klarheit haben welcher Weg der richtige ist.

Das Problem ist dann eher keine Flächendeckende gute Versorgung/Angebot mit Therapeuten die Transsexuelle Menschen im Übergang begleiten können.

Und Selbstbestimmung hin und Selbstbestimmung her - für die Krankenkasse muss nicht weil ich den Eintrag selbstbestimmt geändert habe, gleich auch mir einen Behandelung bewilligen damit mein Körperlich sichtbares Geschlecht auch dem eingetragenen Geschlecht entspricht.

Just my 10 Cents
VG
Lori

Re: Fahrplan Selbstbestimmungsgesetz

Verfasst: Sa 12. Feb 2022, 10:45
von Jasmine
Lorelai74 hat geschrieben: Fr 11. Feb 2022, 23:41 .......Aber:
Das erleichtert VÄ/PÄ. ................
Genau darum geht es ja auch alles andere kann ja oder sollte in einem weiteren Gesetz geklärt werden. Mir sind doch z.B. 5 Gesetze zu einem komplexen Thema lieber, als 1 Gesetz in dem alles auf einmal geklärt wird. Ich finde das einfacher und vor allem könnte dann Step by Step ein Teil nach dem anderen abgearbeitet werden. So wäre es dann auch einfacher für CDU/CSU und AfD den genauen Regelungsgehalt zu verstehen. Dann können die nicht Äpfel mit Birnen vertauschen.

Liebe Grüße Jasmine

Re: Fahrplan Selbstbestimmungsgesetz

Verfasst: Sa 12. Feb 2022, 12:42
von Lavendellöwin
Jasmine hat geschrieben: Sa 12. Feb 2022, 10:45 ...
Lorelai74 hat geschrieben: Fr 11. Feb 2022, 23:41 Ich denke nicht dass dadurch HET und GAOP einfacher werden und das HET und GAOP von den Krankenkassen ohne Vorherige Therapie übernommen werden wird.

Das bei einer so weitreichenden Änderung eine Therapie vorgesehen ist halt ich grundsätzlich für sinnvoll, weil so Menschen begleiten werden in ihrem Übergang und Menschen die vielleicht noch nicht stabil sind zu stabilisieren bis sie Klarheit haben welcher Weg der richtige ist.

Das Problem ist dann eher keine Flächendeckende gute Versorgung/Angebot mit Therapeuten die Transsexuelle Menschen im Übergang begleiten können.
Mhm...

genau, Begleitung für die Menschen die sie brauchen. Und ganz unabhängig von dem werden sich behandelnde Personen
absichern wollen, bevor etwas in Richtung HRT und/oder OPs passiert..
entweder durch eine psychologische Fachkraft und/oder eigene Aufklärung.

Inzwischen wird ja beim kleinsten Eingriff eine Erklärung fällig.
Sogar beim Piercer und so weiter...
das wird eher noch mehr anstatt weniger werden.

Daher verstehe ich einfach nicht, warum es dann eine so furchtbare Last sein soll, sich analog zu einem
Indikationsschreiben, ein Schreiben fürs Amt oder Gericht erstellen zu lassen.
Wenn das die therapeutische Begleitung macht, ist das eine Anforderung an die und ne halbe Stunde Arbeit zum bezahlen.
Das würde einfach manche Gemüter beruhigen und es gebe keinen Stress wo keiner sein müsste..

aber ist nur meine Meinung und so wäre vielleicht schon lange eine positive Änderung der
Gesetzeslage durch...

Alles Liebe Marie

Re: Fahrplan Selbstbestimmungsgesetz

Verfasst: Sa 12. Feb 2022, 14:49
von Jasmine
EmmiMarie hat geschrieben: Sa 12. Feb 2022, 12:42 ................
Daher verstehe ich einfach nicht, warum es dann eine so furchtbare Last sein soll, sich analog zu einem
Indikationsschreiben, ein Schreiben fürs Amt oder Gericht erstellen zu lassen.
Wenn das die therapeutische Begleitung macht, ist das eine Anforderung an die und ne halbe Stunde Arbeit zum bezahlen.
Das würde einfach manche Gemüter beruhigen und es gebe keinen Stress wo keiner sein müsste......
Ich verstehe nicht, warum für eine VÄ/PÄ ein Gerichtsverfahren und eine Bescheinigung von einem Therapeuten und die damit verbundenen Kosten notwendig sein soll.

Einfach mal den Menschen das Leben ein klein wenig einfacher machen, vielleicht hilft der Blick in andere Länder in denen ein Selbstbestimmungsgesetz bereits stand der Dinge ist. Immer die Menschen unter einen Generalverdacht zu stellen und eine ärztliche Untersuchung zu fordern ist nicht mehr tragbar. Ein Festhalten am TSG-Gesetz nur mit anderem Namen oder der im TSG Gesetz enthaltenen Auflagen kann nicht ernsthaft der Weg in die Zukunft sein.

Es wäre doch ganz einfach: Der Gesetzgeber öffnet den -§ 45 b PstG auch für transsexuelle Menschen und schafft die dort erhaltene ärztliche Bescheinigung ersatzlos ab.

Liebe Grüße Jasmine

Re: Fahrplan Selbstbestimmungsgesetz

Verfasst: Sa 12. Feb 2022, 17:43
von Lavendellöwin
Jasmine hat geschrieben: Sa 12. Feb 2022, 14:49 Immer die Menschen unter einen Generalverdacht zu stellen und eine ärztliche Untersuchung zu fordern ist nicht mehr tragbar.

Liebe Jasmin...

wo stelle ich in meinen Aussagen etwas oder irgendwen unter Generalverdacht?
Ich habe auch keine Untersuchung gefordert.
Jasmine hat geschrieben: Sa 12. Feb 2022, 14:49 Ich verstehe nicht, warum für eine VÄ/PÄ ein Gerichtsverfahren
Ich habe auch kein Gerichtsverfahren angedacht-es ist mir sogar völlig wurscht
welches Amt oder Gericht einen Stempel unter eine VÄ/PÄ setzt-eine Institution
wird das aber mit Bestimmtheit machen.
Ich finde sogar das man nicht mal dort vorstellig werden müsste, sondern das
es auch online oder auf dem Postweg machbar wäre. Mit wirklich überschaubarem
Kostenaufwand..

ABER-ich finde es richtig, zum Antrag ein Schreiben einer medizinischen oder
therapeutischen Fachperson beizulegen, die das Ansinnen damit unterstützt.
Das kann ganz kurz sein, ohne gross in die Tiefe zu gehen...

der Effekt wäre aber, das manche Betonschädel darauf eingehen würden
weil sowas wie ein leichter Sicherheitsgurt vorhanden wäre und es nicht
nach völlig offenem Scheunentor aussieht..

Alles klar? So hätten wir uns vielleicht manche terfigen Menschen erspart
weil die gar nicht erst angefixt worden wären.
Die würden wissen-alles klar, da hat wer mit drüber geschaut und würden
vielleicht etwas mehr Substanz an dem "Vorgang" wahrnehmen.

Manchmal habe ich auch den Eindruck das manche Aktivisten, für egal was
auch immer, unbedingt den harten und langen Weg nehmen wollen, damit
sie ihre Arbeit richtig schön ausdehnen können, anstatt mal mit dem Fluss zu schwimmen.

Alles Liebe Marie (flo)

Re: Fahrplan Selbstbestimmungsgesetz

Verfasst: Sa 12. Feb 2022, 17:54
von Anne-Mette
Guten Tag,

eine befürchtete "Beliebigkeit"* könnte insofern vermieden werden, dass ein "Rückweg" insofern erschwert wird, dass ein längerer Zeitrum für eine Rückabwicklung eingebaut wird.
EmmiMarie hat geschrieben: Sa 12. Feb 2022, 17:43 ABER-ich finde es richtig, zum Antrag ein Schreiben einer medizinischen oder
therapeutischen Fachperson beizulegen, die das Ansinnen damit unterstützt.
Das kann ganz kurz sein, ohne gross in die Tiefe zu gehen...

der Effekt wäre aber, das manche Betonschädel darauf eingehen würden
weil sowas wie ein leichter Sicherheitsgurt vorhanden wäre und es nicht
nach völlig offenem Scheunentor aussieht..
Ein Selbstbestimmungsgesetz mag auf einige Menschen wie ein "offenes Scheunentor" aussehen; aber es werden nur einige "Mäuse" hindurchgehen. Insofern ist es egal, wie groß das Tor ist.
Mit anderen Worten: es wird nicht die Hälfte unserer Republick den amtlichen Wechsel des Geschlechtseintrages anstreben, sondern nur ein verschwindend geringer Anteil.
Das zeigen Erahrungen aus anderen Ländern (wude auch schon im Bereich "andere Länder" gepostet) und auch meine eigenen Erfahrungen (ich will damit nicht angeben, aber ich bin ca. 15 Jahr in dieser Thematik unterwegs).

"therapeutische Fachpersonen" sind für die Beurteilung von Verwaltungsakten nicht notwendig.

Gruß
Anne-Mette

*Eine Beliebigkeit könnte u.U. verhindern, in Gruppen aufgenommen/akzeptiert zu werden, deren Grundlage eine Geschlechtszugehörigkeit ist.

Re: Fahrplan Selbstbestimmungsgesetz

Verfasst: Sa 12. Feb 2022, 18:06
von Lavendellöwin
Anne-Mette hat geschrieben: Sa 12. Feb 2022, 17:54 Das zeigen Erahrungen aus anderen Ländern (wude auch schon im Bereich "andere Länder" gepostet) und auch meine eigenen Erfahrungen (ich will damit nicht angeben, aber ich bin ca. 15 Jahr in dieser Thematik unterwegs).
Liebe Anne-Mette,

das weiss ich und schätze ich doch auch sehr..
Anne-Mette hat geschrieben: Sa 12. Feb 2022, 17:54 aber es werden nur einige "Mäuse" hindurchgehen. Insofern ist es egal, wie groß das Tor ist.
Mit anderen Worten: es wird nicht die Hälfte unserer Republik den amtlichen Wechsel des Geschlechtseintrages anstreben, sondern nur ein verschwindend geringer Anteil.
da bin ich mir auch total sicher!
Anne-Mette hat geschrieben: Sa 12. Feb 2022, 17:54 Ein Selbstbestimmungsgesetz mag auf einige Menschen wie ein "offenes Scheunentor" aussehen
es geht mir um die, die da mit Mistgabeln am Scheunentor sind und verbal die Keule schwingen.
Ich bin einfach völlig davon überzeugt, das es weniger wären, wäre da anstatt dem Scheuentor
nur eine kleine Tür auf einer netten Terrasse..
Anne-Mette hat geschrieben: Sa 12. Feb 2022, 17:54 eine befürchtete "Beliebigkeit" könnte insofern vermieden werden, dass ein "Rückweg" insofern erschwert wird, dass ein längerer Zeitrum für eine Rückabwicklung eingebaut wird.
hmm..das wäre eine Idee..

Alles Liebe Marie (flo)

Re: Fahrplan Selbstbestimmungsgesetz

Verfasst: Sa 12. Feb 2022, 18:15
von Anne-Mette
Ich denke, wenn wir eine vermutete oder befürchtete Beliebigkeit vermeiden, dann wäre viel gewonnen.
"Die mit den Mistgabeln" werden wir auch nicht mit Gutachten und Attesten überzeugen, wie Äußerungen in der Vergangenheit zeigen. Insofern können wir auch niemanden mit Attesten und Gutachten vor den Mistgabelbesitzern schützen.

Eine Beliebigkeit zu vermeiden und mit Menschen außerhalb der eigenen Community ins Gespräch zu kommen, wäre sicherlich ein guter Weg.

Re: Fahrplan Selbstbestimmungsgesetz

Verfasst: So 13. Feb 2022, 02:17
von Karla
Ich habe heute einen URALTEN dgti-Ausweis gesehen:
Mit Hinweis auf "Übergangsphase,..." und dem deadname rechts oben in der Ecke...
(Tenor: Person ist halt im "Alltagstest" und muß die andere Rolle ausprobieren/sich dort bewähren, es wird daher um Verständnis gebeten)
Der gehört einer verheirateten "Teilzeitfrau"!!!
...die seit weit über 20 Jahren auch "en femme" "Draußen" ist - mit einem Passing, mit dem nicht nur ich mich auf keine Herrentoilette trauen würde!

...liebe schwarz malende Alice
...liebe TERFs:
...liebe Frauen:

Wir Frauen mit (oder auch ohne Penis) leben mit den non-TERF-cis-Frauen seit Jahrzehnten in (meist) friedlicher Koexistenz!
...mit oder auch ohne dgti-Ausweis
...sehen frau tv und ärgern uns mit Euch - gibt leider noch genug Ärgernisse!!! gender pay gap, FGM, ...
...über Trumps "You can grab her pussy"
...I'd like to twist his balls: at least 720 degrees!

Aufruf:
Jeder Mann, der sich mit den Frauen solidarisiert, sollte am 8.März sich den Protesten in Rock und Krawatte (bleibt MANN, aber zeigt SOLIDARITÄT) anschließen!

Psychopathen und Trittbrettfahrer ("Karen White") kriegen wir zusammen in den Griff!
"Richtige Machos" haben viel zu viel Angst davor, daß sie jemand "im Rock sehen könnte"!!!
Nachsatz: Habe heute Abend 3 tolle Partnerinnen kennengelernt!!!
...hoffe, wir konnten sie gegen Diffamierungsversuche wappnen!!!

LG Elly

Re: Fahrplan Selbstbestimmungsgesetz

Verfasst: So 13. Feb 2022, 09:43
von Jasmine
Elizabeth hat geschrieben: So 13. Feb 2022, 02:17 ............Wir Frauen mit (oder auch ohne Penis) leben mit den non-TERF-cis-Frauen seit Jahrzehnten in (meist) friedlicher Koexistenz!...................
Das ist genau auf den Punkt gebracht. Also führen die Terfs und Gegner ihren Kampf ohne Grund. Folglich handelt es sich nur um Diskriminierung was die Gegner eines Selbstbestimmungsgesetzes vorbringen. Mangelnde Weiterentwicklung der Gesetze ist meiner Meinung nach ein Rückschritt. Die Welt entwickelt sich immer weiter und da kann es keinen Stillstand bei den Gesetzen geben.

Liebe Grüße Jasmine

Re: Fahrplan Selbstbestimmungsgesetz

Verfasst: So 13. Feb 2022, 20:55
von Jaddy
EmmiMarie hat geschrieben: Sa 12. Feb 2022, 12:42 Daher verstehe ich einfach nicht, warum es dann eine so furchtbare Last sein soll, sich analog zu einem
Indikationsschreiben, ein Schreiben fürs Amt oder Gericht erstellen zu lassen.
Wenn das die therapeutische Begleitung macht, ist das eine Anforderung an die und ne halbe Stunde Arbeit zum bezahlen.
Das würde einfach manche Gemüter beruhigen und es gebe keinen Stress wo keiner sein müsste..
Zum einen brauchen bei weitem nicht alle trans Personen eine therapeutische Begleitung - und schon gar nicht bei der Umschreibung des Registereintrags. Der hat nämlich, wie schon mehrfach betont, keinerlei irreversible oder gar physische Folgen. Weder für die Person, noch für ihre Umwelt. Es sind ein paar Zeichen in einer Datenbank, die im Alltag, insbesondere in den fraglichen Situationen keine Auswirkung haben. Die Personen sehen genau so aus wie vorher und werden auch genau so gelesen und beurteilt wie vorher. (Lies: Du kommst auch mit der neuen Geburtsurkunde nicht leichter oder überhaupt irgendwo rein)

Zweitens frage ich mich, was in einem solchen Schreiben stehen sollte, wenn es kein Gatekeeping sein soll. Kein Gatekeeping heisst, dass keine Beurteilung "ob trans genug" erfolgt, keine "Tests", keine Hürden durch Geld, Bewilligungen oder Wartezeiten durch Krankenkassen, Kapazitäten in Form von Kassensitzen oder "Lizenzen zur Ausstellung", wie sich das BMI das beim letzten Entwurf gedacht hatte.

Was soll in dem Text bestätigt oder bescheinigt werden? Eine psychologische Beratung könnte maximal die Schwierigkeiten und Konflikte einer Transition ausleuchten. Das wäre insofern Unfug, als dass die Umschreibung im Register nichts nach aussen sichtbar macht. Im Gegensatz zu "Alltagstests", physischen Effekten durch HET, usw.

Eine Beratung über rechtliche Konsequenzen könnten nur Rechtsfachleute leisten, keine Therapeutys. Das wäre auch unverhältnismässig, weil bei einem viel folgenreicheren Rechtsakt im Standesamt weder Zwangsberatung, noch sonstwelche "Eignungstests" benötigt werden: Bei Eheschliessungen.

Fazit: Ein Schreiben, dass jede Person jederzeit, ohne Voraussetzungen, ohne Beschränkungen und Verknappung bekommen könnte, wäre offensichtlich sinnloser Mehraufwand. Und das würde auch jene durchschauen, die prinzipiell gegen SelfID sind.

Viel schlimmer finde ich aber, eine eh schon diskriminierte Minderheit von wenigen tausend Menschen pro Jahr einem wenn auch noch so kleinem sinnlosen Mehraufwand auszusetzen, um jene zu besänftigen, die sie diskriminieren, ausgrenzen, am liebsten gar nicht existent haben wollen würden. Das widerspricht in mehrfacher Hinsicht allen Prinzipien einer freiheitlichen, offenen Gesellschaft. Minderheitenschutz ist Staatspflicht. Deshalb ist ein moderner demokratischer Staat auch keine reine Mehrheitsentscheidung, so wie sich das die rechten Schlümpfe wünschen.

Und schliesslich würde eine solche Massnahme, also trans Personen willkürlich und sinnlos durch einen Reifen springen zu lassen, obwohl völlig klar ist, dass damit nicht bewiesen, nichts geschützt nichts erreicht wird, indirekt den transfeindlichen Kräften Aufwind geben.

Aussage eins wäre nämlich "wenn ihr nur laut genug seid, in eurer irrationalen Ausgrenzung und unbegründeten Angstmache, dann beugt sich der Staat und führt sinnlose Diskriminierung der durch euch angegriffenen Minderheit ein".

Und das würden jene transfeindlichen Gruppen mit Sicherheit propagandistisch umwerten zu "seht mal, der Staat bestätigt unsere Sorgen: Trans Menschen müssen daran gehindert werden, ihre Registereinträge einfach so ändern zu können".

Am Ende wäre ein solches Einknicken also nicht nur sinnlos für trans Belange, sondern sogar Munition für TERFs und Co.

Re: Fahrplan Selbstbestimmungsgesetz

Verfasst: Mo 14. Feb 2022, 20:35
von Michi
Jaddy hat geschrieben: So 13. Feb 2022, 20:55 [...]

Am Ende wäre ein solches Einknicken also nicht nur sinnlos für trans Belange, sondern sogar Munition für TERFs und Co.
Hallo Jaddy,

ich stimme deinen Ausführungen vollumfänglich zu. Allerdings habe ich keine Idee, wie man Menschen noch überzeugen könnte, die rein emotional reagieren, und für Argumente nicht zugänglich sind.


Liebe Grüße
Michi

Re: Fahrplan Selbstbestimmungsgesetz

Verfasst: Mo 14. Feb 2022, 23:21
von Marielle
Hallo Michi, Guten Abend zusammen,
Allerdings habe ich keine Idee, wie man Menschen noch überzeugen könnte, die rein emotional reagieren, und für Argumente nicht zugänglich sind.
Wenn es sich um Menschen handelt, die wirklich aus Emotionen heraus sprechen (argumentieren) und nicht um Leute, die einer Ideologie anhängen (u.a. Terfs), besteht die Möglichkeit, ihre emotional basierte Position zu erschüttern, also die Menschen in ihrer Sichtweise zu 'verunsichern'. Das ist nicht in einem negativen Sinn, in Form einer übergriffigen Beeinflussung o.ä., gemeint! Emotionen kann man manchmal mit Argumenten beikommen. Insbesondere dann, wenn die Argumente ihrerseits Emotionen ansprechen; nur halt entgegengesetzte. Ein Beispiel ist die Darstellung der eigenen 'Normalität' in allen anderen Bereichen als der geschlechtlichen Selbstwahrnehmung. Es fällt vielen Menschen emotional sehr schwer, einen anderen Menschen, ein Individuum, für 'sonderlich' zu halten, der weit überwiegend Eigenschaften hat, die sie selbst für 'normal' oder gar positiv halten.

Ganz anders ist es bei den Ideolog_innen aller Art. Denen ist das Individuum nichts wert. Es geht ihnen um 'die Sache', der sich das Individuum unterzuordnen hat; egal um welchen Preis. Gegen die hilft nur eine (viel) größere Gruppe von Menschen, die sich der jeweiligen Ideologie, zu allem entschlossen und in der Überzeugung, dass es um die Individuen gehen muss, entgegenstellt.

Habt es gut

Marielle

Re: Fahrplan Selbstbestimmungsgesetz

Verfasst: Di 15. Feb 2022, 15:11
von Lavendellöwin
Marielle hat geschrieben: Mo 14. Feb 2022, 23:21...
MichiWell hat geschrieben: Mo 14. Feb 2022, 20:35...
Jaddy hat geschrieben: So 13. Feb 2022, 20:55...
Jasmine hat geschrieben: Sa 12. Feb 2022, 10:45...
...

wenn ich uns allen etwas Gutes tun möchte, bewahre ich bei dem Thema jetzt Stille...

tut was ihr tun müsst, spürt was für euch richtig ist.

Ich bin mit mir dabei völlig okay und in Ruhe, sage etwas wenn ich dazu direkt gefragt werde.
Für meinen Frieden schaue ich nach mir und mein Weg war der richtige für mich an dem
ich keinen Fehler finden kann und mir nicht kompliziert oder diskriminierend erschien.
Im Gegenteil, das meiste tat mir gut dabei..
Da gab es schon wesentlich belastendere und fremdbestimmtere Dinge..

Okay..

Alles Liebe Marie (flo)

Re: Fahrplan Selbstbestimmungsgesetz

Verfasst: So 6. Mär 2022, 09:19
von Jasmine
Betreffend des Selbstbestimmungsgesetzes hatte ich den Herrn Söder angeschrieben. Hier nun die Antwort an mich:

Sehr geehrte Frau ............,
Ihre E-Mail vom 3. Februar 2022 an Herrn Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder
wurde von der Bayerischen Staatskanzlei an das Bayerische Staatsministerium
der Justiz abgegeben. Sie sprechen sich darin für ein Selbstbestimmungsgesetz
für transsexuelle Personen aus. Ich kann Ihnen hierzu Folgendes mitteilen:
Wie Sie womöglich mitbekommen haben, plant die neue Bundesregierung weitrei-
chende Reformen auf dem Bereich des Familienrechts, hierbei ist zu erwarten,
dass auch eine Reform des Transsexuellengesetzes erfolgen wird. Da die Gesetz-
gebungskompetenz jedoch für diesen Bereich beim Bund liegt, ist das Bundesmi-
nisterium der Justiz und für Verbraucherschutz für eine Änderung zuständig. Das
Bayerische Staatsministerium der Justiz begleitet den Reformprozess aber aktiv
und setzt sich hierbei für eine Verbesserung der Rechtslage für die Betroffenen
ein.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit diesen Ausführungen ein wenig weiterhelfen.

Mir ging es dabei um die Aussage die ich fett markiert habe. Dann werde ich die Diskussion/Redebeiträge im Bundestag und die Presseberichte von Herrn Söder diesbezüglich verfolgen.

Liebe Grüße Jasmine