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Re: Angriff: Blutige Nase bekommen

Verfasst: So 21. Okt 2018, 21:09
von Aria
Sorry, aber mir erschliesst sich die Logik dahinter nicht! Wenn es sich um eine Fahndung dreht, kein Thema. Aber sonst...???
Komischerweise will mir niemand den Mehrwert von solchen Aussagen in einer Umgebung wie dieser hier nennen.

Wäre mir derartiges passiert - mal davon abgesehen, ob ich es überhaupt gepostet hätte, wenn ich nicht mal en femme wäre - wäre mir im Traum nicht eingefallen irgendwelche Aussagen zur Herkunft des Täters zu treffen. Dass gewisse Nationen grössere Probleme haben unsereins, oder generell Frauen, als wertig anzusehen, streite ich auch gar nicht ab, genausowenig, wie es Übergriffe gibt. Dennoch frage ich mich, ob man es denn erwähnen muss, wenn es nicht unmittelbar zur Aufklärung des Falls beiträgt. Ihr wollt doch auch als Menschen angesehen werden und hört nicht gerne, wenn sich Leute mit gewissen Äusserungen zu unsereins nicht zurückhalten, ohne euch näher zu kennen. Wie gesagt, Glashaus und so....

@ Cybil: Du hasts recht, der Vergleich mit den Hunden hinkt dermaßen. Aber das ist eh ein anderes Thema, bei dem ich wahrscheinlich auch eine abweichende Meinung wie das Gros der User habe.

Re: Angriff: Blutige Nase bekommen

Verfasst: So 21. Okt 2018, 22:02
von Cybill
Aria hat geschrieben: So 21. Okt 2018, 21:09...

Komischerweise will mir niemand den Mehrwert von solchen Aussagen in einer Umgebung wie dieser hier nennen.
Der nennt sich Sensibilisierung, auch gerne Prävention genannt. Die Wahrscheinlichkeit, als Transperson von einem Menschen mit Nordafrikanischer Herkunft angegriffen zu werden ist signifikant höher, als bei einem Mitteleuropäer.

Ich bin mit Sicherheit in keiner Weise in irgendeiner Form rechts, aber eine glühende Anhängerin unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung. Diese kann ich manchmal nur schützen, wenn ich bereit bin, auch nicht politisch korrekt vor bestimmten Gruppen und Menschen bestimmter Herkunft zu warnen. Genau so warne ich auch Migranten davor, sich i bestimmte Gegenden der Hauptstadt zu wagen, weil die dort ansässigen Biodeutschen gewaltbereit sind.

Unsere Gesellschaft ist leider keine Walldorfschule und kein Ponyhof!

Eine schöne Woche ohne irgendwelche Zwischenfälle wünscht

- Cybill

Re: Angriff: Blutige Nase bekommen

Verfasst: So 21. Okt 2018, 22:23
von Laila-Sarah
Hallo an alle,

Ich kann hier ja mal schreiben warum ich gegen diese Art vom Framing bin:

Der Nordafrikaner lebt in sein Ghetto mit all den anderen Nordafrikanern quasi in einer Parallelgesellschaft. Wenn man jetzt dieses Framing betreibt werden jegliche Begegnungen zwischen dem Nordafrikaner und dem Rest der Gesellschaft so ablaufen, dass der Nordafrikaner mit großer Wahrscheinlichkeit seine mittelalterlichen Vorbehalte gegen Frauen und LGBTI hat und der Rest der Gesellschaft ja auch durch das Framing die ihrigen Vorbehalte gegen über sein Image haben. Jeder schaut sich voller Hass und Abscheu an und dem Nordafrikaner wird klar sein:
a) Ich gehöre nicht zu denen und
b) Sie werden mich nie akzeptieren.
Alleine durch diese Tatsache der Aussichtslosigkeit wird er in seinem Ghetto und seinem Mittelalter bleiben (müssen).
Anderseits, bin ich fest überzeugt, würde die Zeit das Problem lösen. Denn als Kind des Kapitalismus weis ich ja: "Das bessere Produkt setzt sich durch" ;)
Ich bin ja auch keinesfalls Nordafrikanerversteher oder Befürworter irgendwelcher Religionen aber Vorbehalte und Vorurteile haben mMn noch nie ein Problem zufriedenstellend gelöst. Darum geht es hier. Und mir tut es auch ein wenig Leid, dass die Sache mit dem Faustschlag ins Hintertreffen geraten ist und wir wieder bei dem zentralen Thema Migration gelandet sind.

VlG

Re: Angriff: Blutige Nase bekommen

Verfasst: Mo 22. Okt 2018, 07:28
von ExUserIn-2026-04-08
Cybill hat geschrieben: So 21. Okt 2018, 20:40 wir diskutieren an dieser Stelle ein Vergehen aus dem Bereich der Hasskriminalität. Es trifft leider zu, dass Übergriffe auf Personen aus der LGBTI-Gemeinde, ...
Hallo Cybill,

den Dankesknopf habe ich leider versehentlich gedrückt, denn ich bin mit Deiner Aussage in diesem Fall nicht einverstanden. Bitte lies noch einmal den Eingangspost. Es handelt sich NICHT im einen Übergriff mit LGBT-Hintergrund ...Leider laufen Diskussionen immer wieder auf diese Weise in eine völlig falsche Richtung.

@all:
Warum ist denn die Nennung einer möglichen Ethnie denn von Bedeutung ? Ich meine, das hängt von der Zielstellung ab. Wenn es um Steffi und ihr Leid bez. dieses Übergriffs geht, ist die Nennung mMn nicht nötig. Wenn es um das Bedrohungspotential aus einer bestimmten Richtung geht, schon. Aber dann ist die Aussage mMn auch mit Vorsicht zu genießen, denn Menschen erfahren ähnliches schon seit langem auch ohne ethnischen Hintergrund. Insofern dient die Nennung zu einer Ethnie dem Anheizen einer fremdenfeindlichen Diskussion. Auch das halte ich so für nicht sinnvoll. Schlagen wir den "Nordafrikanern" nicht damit genau so ins Gesicht ?

Btw.:
Das ist ein Mensch wie ein Pitbull, auch den kann man für sein tun nicht bestrafen so daß er Reue spüren würde - der ist halt so, man könnte ihn nur einschläfern.
Auf welches Niveau begeben wir uns mit einer solchen Sichtweise ?

Wie heißt es so treffend:
Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte.
Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen.
Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten.
Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter.
Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal.

Re: Angriff: Blutige Nase bekommen

Verfasst: Mo 22. Okt 2018, 08:12
von Frieda
Auch wenn es manch Eine(en) beginnen sollte zu nerven, ich möchte es trotzdem aussprechen.

Ich bin so dankbar, so sehr, dass ich dein Denken, dein Fühlen, deine Wahrnehmung liebe Vicky hier (im Forum) immer wieder lesen darf/kann. Es beruhigt mich sehr...sry bzgl mir selbst und bzgl der Hoffnung in die Menschheit!

Namaste🙏

Re: Angriff: Blutige Nase bekommen

Verfasst: Mo 22. Okt 2018, 08:17
von Cybill
Vicky bei aller Menschenliebe!

Könntest Du dir vielleicht vorstellen, dass mir im Zusammenhang mit dieser hassmotivierten Gewalttat, als Polizistin, möglicherweise Fakten bekannt sein könnten, die mich zu einer solchen Einschätzung kommen lassen?

Kannst Du dir vorstellen, dass ich auch die Lage dieser Menschen bedauere, die auf der Suche nach ihrem Anteil an Lebens Glück hier gestrandet sind und nun hier halblegal ihr Dasein fristen?
Für diese Menschen kann ich nichts tun.Aber wohl für eine Steffi, eine Vicky und alle anderen, die hier mitlesen

Du machst dir fast ins Höschen, weil möglicherweise die Gefühle einer Gruppe verletzt werden könnten, die uns und auch unser Dasein verachtet und die - wie hier auf die schlimmste Art und Weiße empirisch bewiesen - nicht davor zurückschreckt, hilflose Personen auf feige Art und Weise anzugreifen. Vor lauter Political Correctness vergisst du ganz das Opfer!

Steck dir dein Moralin dahin, wo auch in diesem Sommer die Sonne nicht scheint und hoffentlich nie scheinen wird und höre auf über andere Menschen despektierlich von einer höheren ethischen Warte aus zu urteilen, wenn du keine Ahnung von den näheren Umständen eines Sachverhalts hast!
Denn damit bist Du keinen Deut besser, als diejenigen die solche Täter per se alleine, weil sie hierher kommen, vorverurteilen.

- Cybill

P.S. den Like kannst du durch erneutes Anklicken wieder entfernen.

Re: Angriff: Blutige Nase bekommen

Verfasst: Mo 22. Okt 2018, 08:21
von Marlene K.
Asal Dardan wohnt hier nicht mehr

Sie fühlen sich nicht verstanden und nicht gewollt. Grassierender Rassismus stößt sie ab. Deutschtürken und andere Menschen mit Migrationsgeschichte verlassen ihre Heimat. Ihre neue Adresse liegt nicht unbedingt in der Türkei
....
Erst gestern sei sie mit ihrem Hund im Park gewesen, erzählt sie weiter, habe sich zu einer alten Dame auf die Bank gesetzt und sich unterhalten. Diese habe beiläufig angemerkt: "Uns Deutsche wird es bald nicht mehr geben. Die Ausländer machen viel mehr Kinder als wir." Polat antwortete: "Aber dann wird es neue Deutsche geben." Nein, habe ihr die Dame entgegnet, das seien keine richtigen Deutschen.
https://www.taz.de/Archiv-Suche/!5541017/
Ich zitiere hier den Artikel aus der heutigen TAZ, weil er meiner Meinung nach die beiden Seiten des Problems klar benennt.

Bezogen auf den Täter, der Steffi angegriffen hat und bestraft werden muss:
- Wer sagt Euch, dass er keinen deutschen Pass hat, Rumäne, Grieche oder Sizilianer ist?
- Sind Boateng, Özil und andere keine "richtigen" Deutschen, weil sie "nordafrikanisch" Aussehen?
- Selbst, wenn der Täter keinen europäischen Pass hat, aber in der deutschen, zersplitterten Gesellschaft erzogen wurde. Wo liegt dann das Problem: In der Gesellschaft, die die Aggression durch Zurückweisung fördert oder einzig und allein in der Herkunftskultur der Vorfahren? Für wie stark halten wir die positiven Kräfte unserer Kultur, wenn wir denken, sie kann sich gegen eine vermutete "archaische Kultur" nicht durchsetzten kann?

Wahr ist es allerdings auch, was Cybill meiner Meinung nach meint, dass wir ohne dass Wissen über potentielle Gefährdung, sei es von orthodox-religiösen Menschen im Islam, des katholischen/evangelischen/oder eines anderen Christentums oder faschistisch-sozialdarwinistischer Menschen nicht unverletzt durch diese Gesellschaft bewegen können.
Vorurteile haben auch einen Nutzen, wir sollten sie aber immer wieder hinterfragen.

Re: Angriff: Blutige Nase bekommen

Verfasst: Mo 22. Okt 2018, 09:37
von ExUserIn-2026-04-08
@Cybill:
Könntest Du dir vielleicht vorstellen, dass mir im Zusammenhang mit dieser hassmotivierten Gewalttat, als Polizistin, möglicherweise Fakten bekannt sein könnten, die mich zu einer solchen Einschätzung kommen lassen?
Was hast Du für ein Problem ? Ich gehe von der genannten Faktenlage aus. Wenn Du mehr weißt: Butter bei die Fische oder Zurückhaltung üben. Sonst ist das in meinen Augen nicht mehr als Hetze.
Vor lauter Political Correctness vergisst du ganz das Opfer!
Ich kann das Opfer sehr gut verstehen, denn ich kenne das aus eigener Erfahrung und nicht nur einmal. Das fühlt sich Scheiße an. Bei mir waren es Türken und Deutsche. Was glaubst Du, war die schlimmere Nationalität ? Ich verrate es Dir, sie sind beide gleich schlimm gewesen. Im übrigen habe ich mich in einem früheren Post bereits an Steffi gewandt.

Und so ganz nebenbei: Ist Political Incorrectness besser ?

Re: Angriff: Blutige Nase bekommen

Verfasst: Mo 22. Okt 2018, 09:44
von steffiSH
Ralf-Marlene hat geschrieben: So 21. Okt 2018, 20:46 Von mir kommt hier ein vorsichtiger Widerspruch. Nordafrikaner klingt für mich schwierig.
Arabisch wirkend oder südländisch aussehend beschreibt die Tatsachen und den optischen Rahmen ohne direkte Zuschreibung. Oder gab es nähere Hinweise auf die Herkunft?
Er sah weder wie ein Italiener (südländisch) noch wie ein Perser (arabisch) aus - wobei jetzt wieder ganz genau zu definieren wäre wie ein Italiener / Perser denn aussieht. Man könnte auch nach dem Ausschlußverfahren vorgehen: Ein Farbiger wars auf keinen Fall.

Re: Angriff: Blutige Nase bekommen

Verfasst: Mo 22. Okt 2018, 10:04
von Laila-Sarah
Hallo,

Für mich gibt es gute Menschen und Arschlöcher. Gute Menschen und Arschlöcher sind in allen Nationen, Ethnien und Religionen zu finden. Ich würde da wirklich aufpassen und nicht pauschalisieren. Denn viele guten Menschen werden bei Pauschalisierungen mit etikettiert. Bitte last das mal jetzt gut sein!

VlG

Re: Angriff: Blutige Nase bekommen

Verfasst: Mo 22. Okt 2018, 10:07
von Marlene K.
Genau diese Diskussion sollten wir vor genauen Zuschreibungen in uns selber führen, wie sieht wer aus.
Du hast ja auch geschrieben
steffiSH hat geschrieben: Di 16. Okt 2018, 10:04 sah nordafrikanisch aus
, hast also zurückhaltend formuliert.
Hier habe ich nur Schwierigkeiten mit dem nach den Vorgängen von Köln zu Sylvester 2016 neu gebildeten Begriff des Nordafrikaners, den es so in der Diskussion vorher nicht gab. Schon dies ist ein unbewusstes Transportieren von Vorurteilen.
Ich denke, genaus diese Unwohlsein wollen hier einige ausdrücken.

Re: Angriff: Blutige Nase bekommen

Verfasst: Mo 22. Okt 2018, 10:14
von steffiSH
Vicky_Rose hat geschrieben: Mo 22. Okt 2018, 07:28 Btw.:
Das ist ein Mensch wie ein Pitbull, auch den kann man für sein tun nicht bestrafen so daß er Reue spüren würde - der ist halt so, man könnte ihn nur einschläfern.
Auf welches Niveau begeben wir uns mit einer solchen Sichtweise ?
Bitte vollständig zitieren:
Das ist ein Mensch wie ein Pitbull, auch den kann man für sein tun nicht bestrafen so daß er Reue spüren würde - der ist halt so, man könnte ihn nur einschläfern. Bei Menschen kommt ein Schutz der Gesellschaft durch solche Methoden für mich allerdings nicht in Frage.

Re: Angriff: Blutige Nase bekommen

Verfasst: Mo 22. Okt 2018, 10:28
von steffiSH
Ralf-Marlene hat geschrieben: Mo 22. Okt 2018, 10:07 Hier habe ich nur Schwierigkeiten mit dem nach den Vorgängen von Köln zu Sylvester 2016 neu gebildeten Begriff des Nordafrikaners, den es so in der Diskussion vorher nicht gab. Schon dies ist ein unbewusstes Transportieren von Vorurteilen.
Ich denke, genaus diese Unwohlsein wollen hier einige ausdrücken.
Wenn in einem Bericht steht:
Ein Mann vergewaltigt eine Frau.
Werden durch diese Aussage jetzt alle Männer zu Vergewaltigern stilisiert ?
Bei Manchen wohl schon - aber wie ich vorher schon sagte: Man kanns nicht Allen Recht machen!

Re: Angriff: Blutige Nase bekommen

Verfasst: Mo 22. Okt 2018, 10:35
von margarita
Ein Angriff, wie im Eingangs-Posting beschrieben, ist schrecklich und zu verurteilen. Steffi, es tut mir so leid, dass Dir das widerfahren ist! Ich hoffe sehr, dass Du das Erlebte schnell verarbeiten kannst, dass der Vorfall schnell aufgeklärt und eine Wiederholung verhindert wird!

Punkt.
Themenwechsel.

Zu dem, was seit dem in diesem Thread teilweise abgeht habe ich eine klare Meinung. Wie kann ich diese ausdrücken, ohne noch mehr Öl ins Feuer zu gießen? Am besten gar nicht? Ich probiere es trotzdem.

Erstens: Es ist so schade, dass hier persönliche Angriffe und Beleidigungen einziehen!

Zweitens: Verallgemeinerungen, Pauschalisierungen, Schubladendenken haben sicher manchmal eine Berechtigung. Ich rege mich daher nur ganz wenig auf, wenn die erste Frage der Hotline lautet: "Ist denn der Stecker in der Steckdose? Ist das Gerät eingeschaltet?" Es ist die traurige und ernüchternde Erfahrung des Hotline-Mitarbeiters mit lediglich einem kleinen Bruchteil aller Anwender, die dazu führt, dass ich mich erniedrigt und beleidigt fühle. Aber ich sehe nicht, dass daraus ein gesellschaftliches Problem in Bezug auf die Gesamtheit aller Technikanwender entstehen könnte.

Anders sieht es z. B. bei folgenden Schlagzeilen aus:

Rein-Zeitung: Haftstrafe für transsexuelle Einbrecherin

Welchem Zweck dient das Nennen der Transsexualität?

Ostsee-Zeitung: Betrunkene Polizistin verursacht Unfall

Welchen Mehrwert liefert das Nennen des (in dem Moment des Unfalls nicht ausgeübten) Berufs?

Wird durch die Benennung dieser Attribute der Informationswert wesentlich gesteigert? Oder steigt dadurch die literarische Qualität der Nachricht? Was auch immer der Grund sein mag: Ich befürchte, dass solche Formulierungen vielleicht das Schubladendenken, die Vorurteile mancher (oder vieler) Mitmenschen bezüglich Transsexuellen, bezüglich PolizistInnen oder sogar bezüglich transsexueller Polizistinnen befeuern. Und das ist der evtl. angestrebte Pulitzer-Preis m. E. nicht wert.


Gegenbeispiel: Ich habe fast verwundert meine eigene Reaktion auf folgenden Artikel wahrgenommen:

Süddeutsche Zeitung: 30-Jähriger attackiert Mann im Hausflur

Es werden keine Nationalitäten genannt und ich habe das Gefühl, dass deshalb in dem Artikel etwas wichtiges fehlt. Warum fühle ich so? Ich denke, das ist in meinem Fall die Folge einer Art Konditionierung durch die sonstige Form von Berichterstattung.


Ohne Pauschalisierungen und ähnlichen Vereinfachungen kann ich mein Leben nicht bewältigen. Aber ich merke immer wieder, dass ich mich korrigieren muss, wenn ich anfange deshalb falsche Schlussfolgerungen zu ziehen. Genauso bereiten mir "Hab-ichs-doch-gewusst"-Momente Unbehagen, wenn ich merke, dass ich einfach nur lange genug warten muss, bis mein Vorurteil vermeintlich bestätigt wird.

Last but not least: Ich persönlich fühle mich stets unwohl, wenn Gespräche im Ausland beginnen, sich auf "the Germans" zu konzentrieren.


Nachdenkliche Grüße,
Margarita

Re: Angriff: Blutige Nase bekommen

Verfasst: Mo 22. Okt 2018, 10:49
von Marlene K.
steffiSH hat geschrieben: Mo 22. Okt 2018, 10:28 Ein Mann vergewaltigt eine Frau.
Werden durch diese Aussage jetzt alle Männer zu Vergewaltigern stilisiert ?
Liebe Steffi,
Du weißt, dass ich mein Unwohlsein bewusst sehr spät in diese Diskussion eingebracht habe. Das Einbringen ist auch eine Raktion auf manches danach gesagte.
Du hast gelesen, dass ich
dies ist ein unbewusstes Transportieren von Vorurteilen.
Ich denke, auch Du siehst, dass Dein Vergleich mit dem "Mann" und "Nordafrikaner" hinkt.

Ich finde auch, dass diese Diskussion vom eigentlichen, der Gewalt gegen Dich persönlich und gegen Trans*Menschen in dieser Gesellschaft ablenkt.
Ich lade dazu ein, dass jede*r der dieses Thema losgelöst von persönlichen Zuschreibungen diskutieren möchte, dies auf dem Thread viewtopic.php?f=69&t=17017 macht.

Dadurch wird hier gesagtes eventuell weniger persönlich genommen. Mir ging es bei von mir gesagtem immer um die Sache, nicht um Schuldzuweisungen.
Sollten Du und andere dies durch ungeschickte Formulierungen von mir anders empfunden haben, bedauere ich dies.