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Re: Valeries Welt

Verfasst: Mi 4. Okt 2017, 23:26
von Valerie Bellegarde
Ich meine es gibt ja stets mehrere Möglichkeiten:
mehr in Richtung Beziehungsprobleme,
oder mehr in Richtung Sex,
oder mehr in Richtung Jux und Dollerei, Mode, Klamotten und Schuhe
oder mehr in Richtung Natur und Kultur, Poesie, Dramatik,
oder mehr in Richtung Akzeptanzprobleme im Büro im Zusammenhang mit dem Auftreten als Frau
oder mehr in Richtung Transition, HET, GaOP. Soll sie wirklich die OP anstreben?

Ich muss allerdings für ich persönlich als Schreiber/in zugeben dass ich mich mit dem letzten Themenfeld wahrscheinlich eher schwer tun würde, denn mein Feld ist eher die leichte Muse, die Problemwälzerei mag ich dagegen nicht so. Immerhin handelt es sich um pure Fiktion, nicht vergessen. Bisschen Zauberei ab und zu, das sollte schon möglich sein. Ach ist das alles schwierig heute !

Es entschuldigt sich für das Geschreibsel

Eure Valerie

Re: Valeries Welt

Verfasst: Do 5. Okt 2017, 06:56
von Michelle_Engelhardt
Hallo Valerie,

Beziehungsprobleme und Transition würde ich (erstmal) weglassen. Das kann, muss aber nicht, später noch kommen. Ich würde mich jetzt auf den Alltag und das ganze Drumherum stürzen...Job, Freizeit, Karl-Heinz, Micha und Erica, andere Arbeitskollegen, Freunde und Bekannte die Valerie als Valerie noch gar nicht kennen...ohne allerdings zu stark in die Sex-Ecke abzudriften.

Liebe Grüße
Michelle

Ach und noch was: Bisher hast Du quasi im 24-Stunden-Rhytmus ein Kapitel nach dem anderen rausgehauen. Das ist natürlich einerseits für die Leserschaft sehr schön, andererseits setzt Du Dich damit aber vielleicht unter Druck, da ja so eine gewisse Erwartungshaltung an Dich entstanden sein könnte. Lasse Dir also ruhig auch mal ein bißchen Zeit mit der Fortsetzung, wenn der Schreibfluß mal ein wenig ins Stocken gerät.

Re: Valeries Welt

Verfasst: Do 5. Okt 2017, 10:27
von Valerie Bellegarde
Danke Michelle,
deine Tips sind mir wertvoll wie stets. Du hast auch Recht, ich will immer zu viel zu schnell machen, aber das ist halt so bei mir. Aber gut, ich zügle mich in Zukunft besser, ich versuch's. Weißt du was mir am allerbesten gefallen hat in deinem post? Klar: Liberté. égalté, fickAfD, herrlich. Obwohl, die haben ja inzwischen auch 'ne Lesbin als Chef (oder heißt es Lesbe als Chefin?). Es gibt übrigens im frz. eine Menge Ausdrücke für das f-Wort, das du da vor die AfD geschrieben hast.

LG Valerie

Re: Valeries Welt

Verfasst: Do 5. Okt 2017, 12:40
von Brigitta
Hallo Valerie,

nachdem ich schon eine ganze Weile Deine Erzählung mit Spannung verfolge, erst einmal vielen Dank dafür !!! (ap)

Besonders die Kapitel um die Messe herum und der unerwartete Aufstieg Valeries haben mich fasziniert, denn auch ich bin früher oft mit zwei Koffern auf Dienstreise gefahren, ...
... doch solche Erlebnisse, wie in Valeries Welt, waren mir leider nicht vergönnt; ich musste mich mit dem Glück einer "Hotelzimmer-Transe" zufrieden geben ...

Die weitere Erzählung fand ich auch sehr abwechslungsreich und unterhaltsam, wenngleich ich die Sex-Erlebnisse für mich persönlich nicht so ausführlich sein müssten.
Wenn Du Valeries Geschichte fortsetzt, dann sollten mehr Kapitel um "Mode, Klamotten, Schuhe, Kultur" kommen. Das würde mich wirklich freuen!

Nur, warum schreibst Du jetzt ...
entschuldigt sich für das Geschreibsel

... nein, ich möchte Michelle zustimmen, weiter so!

Lass uns mehr von Valeries Alltag erfahren, neue Freunde, Freizeiterlebnisse (nicht unbedingt nur Bettgeschichten)!

Liebe Grüße
Brigitta ))):s

Re: Valeries Welt

Verfasst: Do 5. Okt 2017, 13:08
von Valerie Bellegarde
Nö klar, Brigitta, und danke auch dir. Ich hab mich nur gestern Nacht in einem kleinen emotionalen Loch befunden und die Entschuldigung hatte sich auf mein dortiges Geschreibsel bezogen. Normalerweise (ich meine an normalen Tagen) mag ich meine Charaktere sehr, sonst könnte ich nicht über sie schreiben. Und vor allem die kleine Valerie mag ich.

P.S. Und im Bett hat sie ein wenig Nachholbedarf, ist so.
LG, Valerie

Re: Valeries Welt

Verfasst: Do 5. Okt 2017, 13:25
von Joe95
Erst mal Danke für die Storie.
Dein Geschreibsel ist auch willkommen, es passt halt dazu.

Wie es weitergehen soll?
Na, Probleme haben wir hier doch genug, ich würd gerne etwas "heile Welt" träumen.
Da noch eine ordentliche Portion Humor zu...

😉😊

Re: Valeries Welt

Verfasst: Fr 6. Okt 2017, 07:03
von Valerie Bellegarde
Tina-K. hat geschrieben: Do 5. Okt 2017, 13:11 .
Liebe Valerie )))(:

Allen Leuten recht getahn..
ist eine Kunst, die niemand kahn.

( absichtlich falsch geschrieben, damit es sich reimt )

Meine ( unmaßgebliche ) Meinung...
machs am besten so, wie Du es am liebsten machen würdest.
Dann wirds am authentischten ( schreibt man das so..?? )

elgetina )..)c ( stille Mitleserin (smili) )
Liebe Tina,
Sei auch du begrüßt im Kreis der Leserinnen. Und wichtig ist mir jede Meinung, natürlich auch deine.

Liebe Grüße nochmals
Valerie

P.S. Heute geht es weiter mit einem neuen Kapitel, es heißt "Alice".

Re: Valeries Welt

Verfasst: Fr 6. Okt 2017, 16:37
von Valerie Bellegarde
Kapitel 34: Alice

Szenenwechsel, ein paar Wochen später. Erica war nach ihrer Beförderung aus dem Sekretariat der Marketingdirektion ausgezogen und besaß nun ihr eigenes Abteilungsleiterzimmer, das man nur über ein Vorzimmer erreichen konnte, das heißt, jeder der zu ihr wollte, musste erst mal an einem Vorzimmerdrachen vorbei. Jedoch war Erica für Valerie nicht aus der Welt, ihre Büros lagen noch auf demselben Flur nur ein paar Meter auseinander, das heißt man sah und besuchte einander praktisch täglich, lief sich ständig über den Weg, war oft zusammen in der Kantine und auch in ihrer Freizeit unternahmen die beiden nach wie vor vieles gemeinsam.

Und auch der Michael hatte sich wieder gemeldet, das heißt eigentlich hatte Valerie ihn nur kurz mal gesehen, als sie letzthin abends bei der Freundin zu Besuch war, ein wenig auschillen, und plötzlich stand da dieser attraktive Michael unangemeldet in Ericas Wohnung, er hatte wohl inzwischen auch einen Schlüssel. Er und Erica umarmten sich wie ein altes Ehepaar, mit Valerie tauschte er dann zwei routiniert-freundliche und eigentlich mehr angedeutete als ausgeführte Wangenküsschen aus und schien dabei doch ganz cool zu bleiben. Jedenfalls spürte sie die Berührung seiner Lippen nicht. Auf Valeries Seite hat sich der Pulsschlag allerdings mächtig erhöht, als sie Michael wiedersah und er ihr plötzlich wieder so nahekam, körperlich. Was war bloß los mit ihr?
Waren das schon "weibliche Gefühle?" Sie nahm doch keine Hormone, nichts, nada, null. Und trotzdem solche Stimmungen- Aber vergessen wir nicht, was vor damals Wochen geschah, genau in dieser Wohnung, in der Nacht nach dem Opernbesuch, das erklärt vielleicht ihren Zustand oder besser gesagt, ihre momentanen Gefühle dem großen und attraktiven Mann gegenüber.

Valerie, das sollte man vielleicht zur Erklärung kurz mal sagen, war ja nach ihrem Frankfurter Outing und der Ermutigung, die sie von Dr. Schmidt dazu erhalten hatte, in der neuen Woche kleidungsmäßig völlig in den Mädelsmodus übergegangen, was bedeutet, sie war am Montagfrüh nach der Rückkehr von Frankfurt in Frauenkleidung, Nylons und in ihren Spangenpumps mit dem kleinen 5cm Absatz durchs Werkstor der Zentrale marschiert, hatte so den Aufzug des Verwaltungshochhauses betreten und war so in ihrem Frauenmodus in ihrer alten Abteilung erschienen, leicht geschminkt, mit einem ganz leichten Lippenstift, das mußte schon sein.

Dazu aber später mehr. Heute hat die neue Kollegin mit Namen Alice die "Prio eins", wie Dr. Schmidt immer zu sagen pflegte, und auch Valerie ist scheinbar auf dem besten Wege, diesen seltsamen Ausdruck in den eigenen Sprachschatz zu übernehmen, so etwas geht ja schnell. Nochmals zur Erklärung : Prio steht für Priorität. Einer der Lieblingsausdrücke des Chefs, wenn was GANZ wichtig rüberkommen soll.

Nun kam also die Alice. Gleich am Tag nach Ericas Beförderung und Wegzug hatte sich Alice am Morgen als die Neue im Direktionssekretariat vorgestellt, und zwar nur mit ihrem Vornamen. Valerie blieb nichts anderes übrig als sich darauf einzulassen und der Kollegin den eigenen Vornamen preiszugeben, was ihr immer noch nicht allzu leicht über die Lippen ging, sie war halt wirklich noch sehr an ihren alten männlichen Vornamen gewöhnt und an alles was damit zusammenhängt mit ihrer alten Männerrolle in dieser Abteilung.

Alice stellte sich als eine geprüfte Sekretärin mit BWL-Abschluss vor, und war etwas über 25, fast 26, also musste sie cirka knapp sieben bis acht Jahre jünger sein als Valerie, errechnete diese schnell. Kann man als Jüngere der etablierten Kollegin gleich am ersten Morgen das Du anbieten? Dazu muß man schon sehr selbstbewußt oder eigenwillig sein, und ja selbstbewußt, das war die Neue bestimmt, Valerie spürte das sofort. Als Verantwortliche kümmerte sie sich dann den ganzen Morgen um die neue Kollegin, wies sie im Groben in das Arbeitsgebiet ein und stellte sie danach einzelnen Kollegen vor, man ging durch verschiedene Zimmer, dabei bemerkte sie, wie besonders die männlichen Kollegen auf Alice reagierten, in irgendeiner Weise schien sie aufzufallen, jedenfalls reckten sich die Hälse. Valerie selbst war das sehr Recht, das lenkte die Aufmerksamkeit etwas von ihrer eigenen Person ab. Denn klar, ihr Outing (sofort nachdem die Abteilung aus Frankfurt zurückgekommen war) hatte in der Abteilung und nicht nur dort große Wellen geschlagen und die letzten Tage waren wirklich so viele Leute in Ihr Büro reingeschneit, auch solche die sie vorher kaum jemals gekannt hatte, nur um mal kurz guten Tag zu sagen oder unter sonst irgendeinem blöden Vorwand, natürlich wollten alle mal einen Blick auf diese neue "Transe" im Marketing werfen, und einige nahmen sie auch ganz genau in Augenschein, was ihr unangenehm war, und auch der pejorative Name schien sich in den Bürofluren fix eingebürgert zu haben, daran schien nichts zu ändern, schlechte Beispiele scheinen ansteckend zu sein, und so ein Virus breitet sich blitzschnell aus unter den Kollegen.

Nun gut, Valerie nahm das alles erstmal hin und hoffte, dass sich die größte Aufregung im Laufe der Woche schon wieder legen würde. Insofern war der doch recht spektakuläre Auftritt von Alice, der neuen Chefsekretärin, eine gewisse Hilfe für sie, das ist klar. Die neue Kollegin gab aber auch wirklich eine sehr eindrucksvolle Erscheinung ab, sie war groß, schlank aber nicht dünn sondern hatte eine sportliche Figur, das lange glatte Blondhaar war mit einem Kamm hochgesteckt, große blaue Augen, das Gesicht schmal, ernst, konzentriert, eine große Brille mit breitem Rand, der Blick offen und freundlich-reserviert. Eine Intellektuelle eben, aber klar, sicher, keine Frage, für ein Direktionssekretariat im Marketing eines Weltkonzerns wie XXXXler, der weltbekannten Autofabrik und Erfinderin des Automobils, kann man eben keine Durchschnittsfrauen und auch keine Lieschen Müllers einstellen, dafür braucht es schon besondere Leute.

Auf das Outfit der Kollegin wurde Valerie übrigens sofort neidisch, so schick kam die Neue daher: Grauer, gut geschnittener körpernaher Hosenanzug, darunter Seidenbluse und kleiner Schal, unten schwarze Cowboy-Stiefel mit kleinen Absätzen, die beim Gehen einen deutlich Ton von sich gaben, man kann auch sagen: Sie knallten, und mit jedem Knall war ihre Botschaft: Achtung und hallo: Hier kommt Alice".

Soviel für diesmal. Demnächst wird Valerie mal in Stuttgarter Boutiquen ein paar richtige Business Klamotten einkaufen und man kann davon ausgehen dass ein Großteil Ihres Monats-Gehalts dann dafür draufgehen wird. Denn sie ist bestimmt lernfähig und erkennt schon wie professionell Jüngere wie Erica mit 29 oder Alice mit gerade mal vielleicht 26 schon daherkommen, aber das sind ja auch Biofrauen. Nur möchte ich mal wissen: Warum sollte sich eine Person in Transition etwa nicht so gut und sexy anziehen dürfen wie eine Biofrau?

Ihr könnt das ja mal hier diskutieren, wenn ihr was dazu sagen wollt. Das neue Kapitel erscheint auf jeden Fall spätestens in zwei oder drei Tagen hier in diesem Theater.

Liebe Grüße, Eure Valerie :()b

Re: Valeries Welt

Verfasst: Sa 7. Okt 2017, 14:36
von Valerie Bellegarde
Die Frage, die jetzt mal im Raum steht, lautet so:

Warum sollte sich eine Transperson, oder eine Person in Transition oder auch ein Crossdresser nicht ebenso gut und sexy anziehen wie eine Biofrau? (wobei die Betonung auf sexy liegt).

LG, Valerie

Re: Valeries Welt

Verfasst: Sa 7. Okt 2017, 15:00
von Brigitta
Ja, warum eigentlich nicht? Mir fehlen da einfach die Gegenargumente.

Aber eine Nebenfrage hätte ich: Darf ein Business-Outfit eignetlich sexy sein?
Ich werde jedenfalls immer neidisch, wenn mir im Büro eine Kollegin wie die geschilderte Alice begegnet.

Liebe Grüße
Brigitta ))):s

Re: Valeries Welt

Verfasst: Sa 7. Okt 2017, 15:45
von Valerie Bellegarde
Brigitta hat geschrieben: Sa 7. Okt 2017, 15:00 Aber eine Nebenfrage hätte ich: Darf ein Business-Outfit eignetlich sexy sein?
Ich werde jedenfalls immer neidisch, wenn mir im Büro eine Kollegin wie die geschilderte Alice begegnet.

Liebe Grüße
Brigitta ))):s
Ich denke, es ist eindeutig so, daß Frauen einfach mehr Waffen zur Verfügung haben als Männer, nämlich ihren Kopf UND ihr Aussehen und diese Waffen im Büro gelegentlich auch mal einsetzen, oft sehr gekonnt übrigens. Ob jeder Hosenanzug sexy ist, bin ich nicht ganz sicher, denk mal an unsere Kanzlerin, aber wir wollen nicht abschweifen... Den Anzug bzw. das Outfit und die gesamte Erscheinung von Alice mußt du dir übrigens eher so androgyn vorstellen, in den Schultern und Hüften schmal, am Bein eher weiter, bisschen schlabbernd beim Gehen, edler Stoff, absolut teuer wirkend, elitär halt.

LG, Valerie

Re: Valeries Welt

Verfasst: Sa 7. Okt 2017, 17:34
von Valerie Bellegarde
Kapitel 35: Klamotten kaufen.

Eines war ihr vollkommen klar, so wie in Frankfurt aus dem Koffer zu leben oder weiterhin zu improvisieren mit dem wenigen, was sie besaß, würde in Zukunft nicht mehr gehen. Schon in der Zeit vor der IAA in Frankfurt, noch in der Männerrolle war der Businessanzug bei der Arbeit gewissermaßen stets ein MUSS gewesen. Jetzt, in ihrer neuen weiblichen Rolle, verlangte ihre Arbeitsumgebung aber einfach qualitativ bessere Kleidung von ihr, das stand natürlich weder in der Hausordnung noch in ihrem Arbeitsvertrag, sondern gehörte zu den vielen ungeschrieben Regeln, die jeder kennt und zu beachten hat wenn er zu der Gruppe gehören will, die sich die XXXXler-Marketingabteilung nennt.

Nun es gab Ausnahmen, diese Marketingfuzzis bei XXXXler trugen schließlich keine Uniform, sie gaben sich im Gegenteil meistens eigentlich eher unkonventionell und waren ziemlich individuell gestrickt von ihrer Grundeinstellung her. Zum Beispiel die Erica, die trug mit Vorliebe diese fraulichen Sachen mit weichen fließenden Stoffen, welche oft farblich gewagt sind und die weibliche Körperlinie betonen aber dabei alles andere als "Haute Couture" oder "spinnert" oder androgyn sind. Doch wenn man genau hinsieht, sieht man schon gewisse Gemeinsamkeiten im Stil der Marketingleute, da schimmerte eben überall eine gewisse Exclusivität durch, die Vorliebe für gehobene Qualität oder edle Stoffe, für Designerstil, so etwas eben, nicht Alltägliches tragen, anders sein als die Anderen, und die Kleidung zeigt diese Einstellung.

Es war zum Haare raufen. Valerie besaß ausser ein wenig Unterwäsche und ein paar Kaufhausklamotten und Sachen aus dem Katalog der Versandhäuser eigentlich NICHTS zum Anziehen. Sie hatte vielleicht fünf oder sechs BHs in denen sie sich zeigen konnte, dann Bodys und ein paar Sets dieser sogenannten Reizwäsche, bestehend aus Strapsgürtel, Höschen, Korsett, usw. dann ein paar wenige Straps-Strümpfe und Strumpfhosen, von denen nur noch wenige zueinanderpassten (leider ging immer mal wieder ein Nylon kaputt, man kennt das ja, leider sind trotz high tech in allen Lebensbereichen die Laufmaschen immer noch nicht zu stoppen offenbar). Aber sonst, an Oberbekleidung, hatte sie eigentlich nichts, was der Rede wert war. Klar, da gab es ein paar schlabberige Kleider Röcke, Tops, Boleros, und so weiter, dann ein paar Blusen, Pullis und so, diese Sachen. Dann die Schuhe natürlich, klar, aber auch hier hatte sie eigentlich nur Extremes, nichts normales für den Alltag, m.a.W, es fehlten die richtigen Sachen, die sie im Büro hätte tragen können.

Beim Themenkreis Frau und Klamotten muß man ja immer die Frage stellen: WOZU braucht sie diese? Wozu braucht Frau eigentlich Kleidung? Die Frage ist aber gar nicht so dumm, wie sie daherkommt. Logo, auch weibliche Kleidung muß warm halten, damit die Körpertemperatur immer konstant nahe an 36,2 Grad gehalten wird. Kleidung muss auch schützen vor Nässe und Kälte. Aber es ist wohl schon seit der Steinzeit so gewesen, daß Frauen ihre Kleidung immer etwas anders gestaltet haben als Männer und sie auch anders einsetzen im Leben. Aus dem Hochmittelalter schon, von den religiösen Tafelbildern der alten Meister erkennen wir: Männer stellen mit ihrer Kleidung etwas DAR (Macht, Potenz, Reichtum), aber Frauen stellen mit ihrer Kleidung etwas AUS, nämlich ihre Schönheit und ihre Reize.

Später, im Barock und ganz schön zu sehen im Rokkoko werden diese Zusammenhänge noch klarer, die Hosen der Männner sind noch enger, das Gemächt kommt gut zur Geltung, und auch die Ausschnitte der Damen sind immer gewagter, das geht bis ins 18., 19. Jahrhundert so, ist also nichts Neues.

Wir schreiben aber hier keine Kulturgeschichte der weiblichen Mode. Eines wird jedoch klar: Spätestens mit der Emanzipation der Frau im 20. Jahrhundert ändert sich wieder mal der weibliche Kleidungsstil, die Schultern werden breiter, die Schnitte der Kostüme androgyner.

Kollegin Alice war so gekleidet, androgyn, das ist genau das richtige Wort. Valerie war sich lange unschlüssig, welche Stilrichtung sie zukünftig wohl verfolgen sollte, eher in Richtung Erica (sehr weich und weiblich) oder mehr in die Alice-Richtung.

Das alles und wie es sonst so weitergeht müssen die weiteren Wochen zeigen...

Die Autorin freut sich über jedes "like" und vor allem auf Anregungen und auch Kritik, die durchaus so konstruktiv und nett sein darf, wie sie es bisher immer war.

Liebe Grüße, Eure Valerie

Re: Valeries Welt

Verfasst: So 8. Okt 2017, 07:41
von Valerie Bellegarde
Guten Morgen Mädels,
ich freue mich immer so wenn ich sehe, dass euch die Geschichte gut gefällt. Es wird demnächst wohl in dieser Richtung weitergehen: Valerie, die ja ein paar beginnende Probleme mit den Pfunden hat (bzw. damals schon bei sich Ansätze dafür konstatieren musste) entwickelt sich in die Richtung derjenigen Trannys, die etwas VORzeigen und AUSstellen, nämlich Busen und Beine (sie hatte damals schon gute Beine). Auf dieser Klaviatur spielte sie schon immer gerne (ein versteckter frecher Wesenszug von ihr). Ein weiterer Strang in der Story soll dann aber ihre Beziehung zur schönen und geheimnisvollen Alice werden. Aber klar, natürlich vergessen wir auch die anderen nicht: Erica, Michael, Karl-Heinz und den guten Dr. Schmidt. Auch haben sich einige aus der Firma bereits komische Gedanken gemacht, wer diese neue Kollegin wohl sei, die den früheren Marketingassistenten von Dr. Schmidt da so plötzlich abgelöst hat.

Heute mache ich aber noch keine Fortsetzung, denn wir haben am Nachmittag Gäste zum Kaffee und Kuchen.

Dann also bis morgen oder übermorgen!

Eure Valerie :()b

Re: Valeries Welt

Verfasst: So 8. Okt 2017, 10:04
von Lea Michele
Hallo Valerie,

dann wünsche ich dir viel Spaß bei Kaffee und Kuchen!
Bitte mach weiter so, finde deine Geschichte wunderbar und schön. (fwe3)

LG Lea Michelle (he) (ki) (he)

Re: Valeries Welt

Verfasst: Mo 9. Okt 2017, 17:46
von Valerie Bellegarde
Kapitel 36: Feelings

Sie waren schnell beim "Du" angelangt, Valerie und Alice. Von Beginn ihrer Zusammenarbeit an spürten beide ein paar Gemeinsamkeiten im Wesen, und auch ihre enge Zusammenarbeit in der Marketingdirektion direkt unter dem Chef Dr. Schmidt trug dazu bei, dass zwischen den beiden schnell eine gewisse Nähe entstand. Es ist natürlich nicht so, dass beide jetzt täglich und völlig parallel an den gleichen Aufgaben gearbeitet hätten, aber die gemeinsame Orientierung am Chef und die Tatsache, dass man sich praktisch täglich zwischen neun und fünf Uhr ständig sah, schuf die Basis für ihre Freundschaft, ja so konnte man es bald nennen, was Valerie für Alice empfand, es schien so etwas zu werden wie eine beginnende kleine Freundschaft.

In der folgenden Woche raffte sich Valerie dann zur Tat auf und lud die Kollegin nach Dienst zum "after work" - Drink ein. Zu einem gemeinsamen auschillen sozusagen. In der Cannstatter Wilhelmstraße, ganz in der Nähe von Valeries Wohnung, gab es das Musikcafè MAGNET, das an Wochenenden ein angesagtes Tanzlokal (mit silberner Discokugel) ist, es ist dann meistens brechend voll und ein DJ mit Namen Ali legt dann die Scheiben auf. An Werktagen aber ist es schön ruhig und man findet immer eine stille Ecke wo man gut und in aller Ruhe quatschen kann. Valerie, obwohl von ihrer Natur aus kein(e) regelmäßige(r) Kneipenhocker/in wie schon erwähnt, hatte zu dieser Zeit dort im MAGNET schon ein gewisses Bleiberecht, was heissen soll sie wurde zwar vom Chef noch nicht umarmt wie ein Stammgast aber ab und zu schon mal mit Namen angesprochen vom Personal.

Sie hockten beide dort in diesen plüschigen Sesseln in einer Ecke des Raums, schauten sich an ohne zunächst viel zu reden, schlürften ihre Mai Tais, und die durch das Fenster hereinscheinende Abendsonne war dermaßen hell, dass Alices Gesicht fast wie auf einer Theaterbühne angeleuchtet wurde, weiter hinten im Raum tanzten ein paar Staubflocken im Sonnenlicht. Es war fast eine unwirkliche Szenerie, wie ein Bild, gemalt von Edward Hopper, und die Stimmung war gelöst. Die Musikbox in einer Ecke des Raums spielte Westernmusik, es war "Ode o Billy Joe" von Bobbie Gentrie, ein Lied das Valerie wirklich LIEBTE, das heißt sie fuhr völlig darauf ab, wenn sie es mal zu Gehör bekam, sie spielen diese alten Sachen aus den Siebzigern ja heute nicht mehr so oft im Radio. Valerie mochte auch diese andere ganz gerne, diese Janis Joplin, aber die Bobbie Gentrie, die liebte sie regelrecht.

Valerie hatte fast die Augen zu, war völlig im Rhythmus des Liedes versunken, und den Text kannte sie sowieso auswendig:

"... today Billy Joe McAllister jumped off the Tallahassee bridge"

Valeries Gefühlswelt war schon immer sehr ausgeprägt gewesen, und in Situationen wie dieser dort beim Auschillen in den Plüschsesseln des Cannstatter MAGNET, und bei diesem gefühlvollen und anrührenden Soulstück kann man nur sagen, sie war wieder mal hin und weg, kurz vor dem Losheulen, wirklich. Aber dazu kam es nicht. Beide sahen sich an, schienen sich zu verstehen und lächelten. Lächeln hilft über solche sprachlosen Momente immer hinweg.

Später, nach dem dritten oder vierten Drink erzählte Alice dann noch ein paar Sachen aus ihrem Leben, die aber hier nicht ausgebreitet werden müssen in aller Öffentlichkeit. Wichtig ist nur, dass Valerie bemerkte, dass sich ihr Gegenüber für sie zu interessieren schien, und das war ihr eigentlich Recht. Alice, neugierig wie sie war und nebenbei gesagt auch eine systematisch denkende Natur, begann also von sich zu erzählen aber gleichzeitig versuchte sie, ihr Gegenüber ein wenig zu explorieren, sie wollte wissen, was los ist mit Valerie. Das Gespräch zog sich hin, aber ohne Hast aber auch ohne große Stockungen. Valerie öffnete sich und gab ein paar Sachen von sich preis. Im Laufe des beginnenden Abends kam man sich dann näher.


Soviel für heute, und demnächst sieht man sich hier mal wieder, das hofft

Lieben Gruß, Valerie