Seite 59 von 75

Re: Das erste Mal

Verfasst: Do 25. Nov 2021, 10:56
von scheue_Sarah
Liebe Céline,

ich habe dieses Jahr meinen Onkel und letztes Jahr meinen Vater verloren.
Dir Trauer wird kaum vergehen, aber Du wirst lernen mit ihr zu leben! Es heißt nicht umsomst "Trauerarbeit leisten"...

Mein herzliches Beileid
Sarah

Re: Das erste Mal

Verfasst: Do 25. Nov 2021, 13:57
von Lavendellöwin
Céline hat geschrieben: Mi 24. Nov 2021, 23:09 Danke Papa, ich liebe Dich und werde Dich nie vergessen
Meine liebe, liebe Céline,

das was du eben geschrieben hast, hat mir fast das Herz zerrissen.
Wir hatten zwar schon darüber gesprochen..aber diese geschriebenen Worte,
gehen so stark, so tief...

ganz einfach weil ich das Gleiche spüre wie du, jedes Jahr an dem Geburtstag
meines Dads und nun gestern und heute wieder als ich dich gelesen hatte.

Fühl dich umarmt, gekuschelt, gewärmt..oh puh...

ich denk an dich Marie (dr)

Re: Das erste Mal

Verfasst: Do 25. Nov 2021, 14:13
von Tatjana_59
Liebe Céline,

Ich kann es noch nachvollziehen wie es dir geht.
Meine Mutter verstarb schon 1994 relativ jung an einer Krebserkrankung.
Mich warf ihr Tod vollkommen aus der Bahn, brauchte Jahre zur Verarbeitung.
Deine Worte haben mich tief betroffen gemacht.
Ich würde dir gerne Halt geben, doch das ist unmöglich.

Mein tiefstes Beileid, fühl dich umärmelt.
Wenn du reden möchtest, melde dich.

Herzlichste Grüße Tatjana

Re: Das erste Mal

Verfasst: So 5. Dez 2021, 12:58
von Céline
Hallo,
Ich Danke Euch von ganzem Herzen.

Re: Verboten, Verrucht, ...Geheimnis...

Verfasst: So 5. Dez 2021, 13:40
von Céline
Die Trauer sitzt noch tief aber trotz alle dem ist da noch dieses zweite Leben das mich fühlen lässt als wäre ich wieder eine Teenagerin oder täte etwas vebotenes und verruchtes.

Verboten, Falsch, nicht richtig???? Sicherlich, aber ich fühle mich dabei trotz alle dem so gut und genieße den Halt den mir diese Dinge geben die ich schon fast manchmal heimlich mache.
Affäre...ja im Grunde eine schon lange laufende Affäre. Das ist nicht die Erste aber inzwischen die schönste.
Ich musste gestern einfach einmal raus. Raus aus diesem von Alltag geprägt von Überarbeitung, Schlaflosen Nächten mit Alpträumen geplagt, Sorgen, Veränderten Menschen und raus aus den eigenen vier Wänden die kaum sorglose Gedanken zulassen.
Und so hab ich mich gestern mit meinem Freund zu einem Treffen am Ammersee verabredet.
Zuerst wollte ich nicht da ich mich momentan selbst nicht sehen mag. Zu sehr plagen mich gerade mein Aussehen, jede Falte im Gesicht. Pfunde die sich durch ungesundes Essen und Frustfressen am Oberkörper breit machen. Hände...rau..alt...faltig und durch Frust abgekaute Fingernägel. Dinge für die ich mich Schäme.
Und doch freute ich mich als ich los fuhr. Ich hasse es bei solch einem kalten, nassen und windigen Tag längere Strecken zu fahren und doch war ich aufgeregt vor Freude ihn wieder zu sehen und von ihm gedrückt und in den Arm genommen zu werden.
Und da stand er schon als ich angekommen bin und sein unglaublich liebes Lächeln als er mich kommen sah.
Zu meinen Fahrkünsten schreib ich lieber nichts wenn ich nervös bin. Ganz geschweige zu meinen Fähigkeiten des Einparkens.
Und endlich wieder seine Umarmung und Küsse. Wie sehr hab ich das vermisst. Seine Wärme, seine Hände, sein Gesicht das zu anfassen ich so vermisst habe.
Er nahm meine Hand und wir marschierten mit Schirmen los. Auf dem Parkplatz war Markt und die Markthalle hatte geöffnet. Und natürlich wollte ich hinein und einfach nur durch die kleine Halle laufen und schauen. Und schnell zwei Fischsemmeln gekauft weil wir Appetit hatten. Wir standen eine gefühlte Ewigkeit an einem Stehtisch , aßen und tranken noch Kaffee und redeten und redeten und redeten.
Und dann gingen wir Richtung See und liefen und redeten weiter. Es war ziemlich windig und Kalt und kleine Regengüsse erwischten uns immer wieder. Doch irgendwie verging die Zeit viel zu schnell als wir lange in einer Aussichtplattform standen und die Zeit genossen.
Und viel zu schnell mussten wir wieder aufbrechen und unserem " normalen " Leben wieder nachkommen. Und so fuhren wir beide wieder nach diesen wunderbaren Stunden in entgegengesetzte Richtungen.
Und verboten, verrucht??? Ja so fühlte es sich an da meine Frau im Gegensatz zu sonst nicht wusste das ich fort war. Und es fühlte sich gut an.

Und so sind das Tage in denen ich mich frage was für all meiner Handlungen die Konsequenzen einmal sein werden...
Eines weiß ich aber. Dieses Glück und diese Geborgenheit die ich erfahren durfte bereue ich nicht. Erfahrungen die mich so vieles lehren.

Céline

Re: 2021...... Mein Rückblick....meine Gedanken....

Verfasst: Sa 8. Jan 2022, 20:42
von Céline
Nach einer weiteren schlaflosen Nacht voller Hustenanfälle und Atemnot sitz ich hier auf meiner Couch. Heißen Ingwertee und denke viel über das zurückliegende Jahr nach.
Ein Jahr das mit großen Depressionen, finsteren Gedanken, Ängsten und Verzweiflung begann und hier früh morgens in meinem Kopf noch einmal Revue passiert.
Und da ist da noch etwas das mir in der Art lange nicht so deutlich bewusst war wie jetzt.
Da ist ein oder mehrere Menschen da draußen denen ich dieses Jahr direkt verdanke. Der Mensch der meine Kurzschlusstat vor einem Jahr erkannte Maßnahmen ergriff als ich alle Brücken begann abzureißen und mich zu verabschieden. Der Tag als der Polizist vor mir stand und ich ins Klinikum sollte, meine Frau weinend und verzweifelt nicht mehr ein und aus wusste und ich mich hartnäckig weigerte zu gehen. Ich dem Polizisten drohte mir meine Entscheidung nicht nehmen zu lassen und letztlich ein Versprechen abgab das ich einhielt....zu Leben. Diesen Menschen widme ich als Dank diesen Post von einem Jahr das all die Jahre voll Erlebten in meinen Gedanken klein erscheinen lässt. Aber auch ein Jahr das geprägt war von großen körperlichen und seelischen Schmerzen.
Wie lange er wird ?? Ich weiß es nicht. 10 Worte...1000 Worte. Ich werde es merken wenn ich den letzten Satz geschrieben habe und wieder hochblicke.

Und so begann dieses Jahr 2021 eigentlich am 13.1 mit einem Telefonat.
Das Entscheidenste meines Lebens. Der Tag als mir gesagt wurde das meine OP doch stattfindet und mir zum ersten Mal bewusst machte wie Ernst das ganze jetzt wird und was mich wirklich erwartet. Die Tage in denen ich zitterte und meine Gedanken Kreuz und quer durch meinen Kopf flogen. Nur noch wenige Tage bis zur Wichtigsten Entscheidung meines Lebens. Aber da war noch meine Frau. Unsere Trennung begann und jeden Tag standen gepackte Taschen und Kartons im Hausgang. Bücher und Handtaschen hinterließen Lücken in den Schränken und gleichzeitig füllte sich mein Herz mit Verzweiflung und Angst. Angst um diesen so wichtigen Menschen meines Lebens. Und immer die verzweifelten Worte: Bitte tu es nicht. Ich brauche meinen Mann so sehr"
Heute weiß ich wie sehr mein Herz schmerzen und bluten kann. Und doch habe ich meine Entscheidung getroffen...im Wissen gleichzeitig den größten Fehler meines Lebens zu begehen. Die letzte Barriere zu überwinden wovon es kein zurück gab...nie wieder.
27.1.21 der wohl wichtigste Tag meines Lebens,der Tag an dem sich all die Träume erfüllen sollten die im Grunde schon mein Leben lang in mir waren und dem kleinen Jungen vor 45 Jahren gar nicht bewusst war was in der Zukunft vor ihm lag.
Und obwohl zu diesm Zeit mein Schritt zum Ziel den Verlust meines wichtigsten Menschen im Leben führen sollte bin ich ihn gegangen...ohne Möglichkeit auf Rückkehr. Und die darauf folgenden Wochen die voller Schmerzen und schlafloser Nächte gesäumt waren werde ich genau diese nicht vergessen da sie mich weiter zu diesem Menschen gemacht haben der ich jetzt bin. Und dann eben genau dies...kleine Wunder. Meine Frau möchte mich nicht verlassen. Zuviele Gemeinsamkeiten, zutief die Verbindung zwischen uns. Zu groß die Liebe die zwischen uns herscht. Eine Ehe??? Nein, das ist es nicht was uns beide verbindet und zusammen hält. Es sind diese Jahrzehntedie uns so sehr zusammen gebracht haben das wir nicht anders können als gemeinsam weiter zu gehen. Nicht als Mann und Frau sonders als liebendes Paar auch wenn unsere Beziehung von dem abweicht was andere darunter verstehen.
Und so vergingen Wochen und Monate in denen Dinge geschahen, Dinge und Ereignisse die mich weiter geprägt und Selbstbewusst gemacht haben wie ich es nicht für möglich gehalten hätte. Ereignisse im Leben als Frau die mir das das Gefühl gaben begehrt und attraktiv geworden zu sein. Ein Traum? Ich der ehemalige Mann der ein attraktiver Mann gewesen sein soll. Schlank, graue Schläffen, gutaussehend? Oft frage ich mich wie das geschehen konnte oder besser gesagt wie ich dieses Glück verdient habe diesen Wandel geschafft zu haben. Ich mit über 50.
Ich habe mir oft eingeredet das ich doch nur ein Sexualobjekt, ja Lustobjekt oder Fantasie von bestimmten Menschen zu sein und bekam deswegen öfters nach meinen nächtlichen Ausflügen Anflüge von Selbstzweifeln. Ist es das was ich wollte... Eine lebende Fantasie zu verkörpern?
Nein... Ganz sicher nicht und genau das erfuhr ich nach und nach.
Im Grunde war dieses Jahr auf meinem bisherigen Weg das was ich als das stärkste pubertierende bezeichnen würde. Ich habe mit meinem Style experimentiert und genoss bei meinem Nächtlichen Clubbesuchen förmlich das " Rampenlicht"
Und dann war da Er...Er hatte mich auf einer Onlineseite angeschrieben und nach kurzen Hin und Herschreiben beschloss ich den Kontakt zu beenden. Denn da war immer noch geau der Andere. Es war ein wunderbares Verhältnis, ein Abenteuer und ein Mensch der mich zum ersten Mal auffing und das Gefühl gab vollständig angekommen zu sein. Er gab mir all die Dinge die ich doch so dringend brauchte und mich danach sehnte.
Und dann war da dieses " Monster" in mir das aus heute Ideotischen Gründen genau diesen Menschen so sehr verletzte und wegwarf. In meinem Leben gibt es nicht viele Dinge weswegen ich ein schlechtes Gefühl habe aber dieses steht mit ganz oben. Ich schäme mich dafür für das was ich getan habe und ich habe unglaublich viele Tränen aus Liebe, Entäuschung meiner Selbst und Schlechten Gewissen geweint. Ein Fehler den ich nicht mehr rückgängig machen kann. Einen Menschen so zu verletzen ist alles andere als verzeilich.
Heute bin ich mit ihm wieder ab und zu in Kontakt weil ich seinen Blick und die Stunden mit ihm nicht vergessen kann und ich ihn als Mensch so sehr mag und schätze.
Aber dann kam ja Er und einige Zeit später schrieb er mich wieder an und aus dem schreiben entwickelte sich mehr und aus einem Bitten um eine Chance wurde ein Date. Was hatte ich schon zu verlieren? Außer die Stunden und vielleicht ein einsamer Abend im Club.
Und so trafen wir uns beim vereinbarten Asiatischen Restaurant. Und für diesen Abend hatte ich mir ein ganz besonderes Outfit ausgesucht weil ich wissen wollte ob er mit mir als sehr auffällige Frau im vollbesetzten Restaurant zurecht kommt. Also kamm ich im engen Lederetuikleid mit hohen Stiefeln....
Wenn Kinderaugen zu Weihnachten glänzen und funkeln dann waren seine Augen Kinderaugen.
Für mich sind solche Auftritte vor vielen Menschen mittlerweile normal und natürlich erregte ich Aufsehen bei den anderen Gästen und Er? Ein Gentleman durch und durch und er bemühte sich perfekt. Angefangen von einem zärtlichen Handkuss und wunderschöne Blumen bis zum perfekten Ausklang unseres gemeinsamen Abendessen. Nach diesem Wunderschönen Essen begaben wir uns in eine ganz besondere Lokation......
Und genau dieser Wunderbare Mensch begleitet mich nun schon seit einem Jahr. Affäre?? Nein, inzwischen ist da viel mehr und er trägt mich auf Händen.
Und diese funkenden und glänzenden Augen??? Das sind heute meine wenn wir uns sehen und telefonieren.
Und dann waren da noch so viele andere Situation und Menschen. Neue Freunde..wirklich neue Freunde. Menschen von denen ich immer gedacht habe das wir nie befreundet sein können. Menschen die so unnahbar schienen und doch passiert da etwas was ich mir manchmal nicht erklären kann. Mein Leben gestaltet sich und das ganz besonders letztes Jahr unglaublich exzessiv und extrem. Menschen kommen auf mich zu und überhäufen mich mit Komplimenten über mein Auftretten und mein Wesen. Anfangs nahm ich das in einer ganz anderen Weise wahr und dachte ..ja klar du bist nur eine Attraktion,ein Zirkustier mit dem man sich rühmt. Und natürlich wird das auch bei einigen zutreffen. Aber das ganze Jahr war übersäht von wunderbaren Ereignissen. Das allermeiste muss hier verschwiegen werden aber trotz dem ganzen C. Jahr erlebte ich das aufregenste und abenteuerlichste meines ganzen Lebens. Aus dem ruhigen Wesen das nie auffällig sein wollte und froh war nicht angeschaut zu werden ist ein Partyluder geworden das die Auftritte genießt. Auftritte die ich genau plane und mit meinem Freund zusammen die Blicke auf uns ziehen.
Und mein Freund? Er genießt es mit mir zusammen das Nachtleben unsicher zu machen wenn auch nur beschränkt möglich.
Und dann war da noch die Korrektur OP im Sommer. Kann man sich auf das Krankenhaus freuen? Ja und wie und es war ein förmlicher Spaziergang und Wehmut begleitete mich als nach wenigen Tagen wieder heimdurfte.
Ich fragte mich oft: Wars das jetzt wirklich? 6 Jahre vorbei? Ich habe all die Träume und Wünsche erfüllt bekommen und das in einem Maße das ich nie erwartet hätte und es bis heute nicht glauben kann das ich nicht träume. Jeden Tag wenn ich in den Spiegel sehe bin ich dankbar über das erreichte.
Bis auf.....meine Oberweite. Mein Männlicher Oberkörper wird mir bleiben, zumindest noch längere Zeit. Damit gut gehen? Nein ganz gewiss nicht. Es belastet mich fast jeden Tag in dem ich mich vor dem Spiegel stehe aber ich denke ich hab mich unter Kontrolle um deswegen nicht ein Loch zu fallen. Geholfen hat mir mein Freund und Andere Personen die mir ihre ehrliche Meinung sagen und mich beruhigt haben und mir trotzdem sehr positives Feedback deswegen geben.
Und dann war da noch ein Abschluss dieses Jahr der für mich sehr wichtig war. Der letzte Besuch bei meiner Therapeutin die mich fast 6 Jahre begleitet hat und das obwohl sie vorher noch nie eine Transidente Person begleitet hat. Unser letztes Gespräch war mit ziemlich viel Wehmut behaftet da mich nur sehr wenige Menschen so bis in mein Innerstes kennen als meine Therapeutin. Vorallem hat mich ihr persönlicher Eindruck von mir gefreut. Eigentlich wollte sie mich am Anfang nicht begleiten da sie mit der Thematik keine Erfahrung hatte, war aber von mir als Mensch so überzeugt das sie es unbedingt wollte und es waren tolle Jahre und Gespräche mit ihr. Vielleicht hab ich ja so dafür gesorgt das es wieder eine Anlaufstelle für jemanden in Zukunft gibt der Hilfe benötigt.
Und das Jahr verging wie im Flug und so verbrachte ich mit meiner Frau im September einen der wunderbarsten Urlaub unseres Lebens. Wie verbrachten unglaublich schöne und romantische Stunden zusammen im Spreewald. Wobei natürlich Gurken nicht zu kurz kammen (smili)
Und auch wenn das Jahr durch C sehr eingeschränkt war durfte ich ein paar unglaublich aufregende Partynächte mit meinem Freund erleben. Eine davon fand in München statt und war so aufregend und besonders das sie mir sehr lange in Erinnerung bleiben wird. Besonders mein erster Tanz auf der komplett leeren Tanzfläche umringt von vielen Gästen als ich meinen Freund zu mir geholt habe. Meine Welt einfach.....
Und da war die Einzige Schwarze Scene Nacht in Augsburg. Angefangen bei einer anderen Party am Nachmittag bis zum nächsten Morgen um 5.
Wenn Füße tot sein können dann waren sie es....16 Stunden in hohen Schuhen :lol:
Doch leider gab es ein Ereignis das mir komplett die Füße weggezogen hat als im November mein Vater plötzlich gestorben ist. Ich war so unvorbereitet das eine Welt zusammen gebrochen ist. Die Nachricht das der eigene Vater im sterben liegt ist so grausam und erbarmungslos das kein rationaler Gedanke mehr möglich ist. Und dann sitzt man lange am Sterbebett und redet ein letztes Mal mit einem der wichtigsten Menschen in seinem Leben. Diese Momente werde ich nie vergessen als ich meinem Vater noch lange die Hand gehalten habe und ein letztes Mal sein Stopeliges Gesicht steeicheln darf. Mein Vater mit dem ich so viele Stunden in seiner Schreinerei verbracht habe. Dem ich trotz der vielen Widrigkeiten so viel zu verdanken habe. Ich darf in nie wieder sehen.......
Und trotzdem sehe ich auf das Jahr2021 zurück und bin froh über die vielen Momente die so kostbar sind und die mir nie wieder jemand nehmen kann.
Und eines kann mir nach diesem Jahr niemand mehr nehmen...meinen Kampfgeist, meine Stärke zu meiner Meinung zu stehen und Dinge mit meinem Verstand zu erkennen und zu sehen. Ich habe auch eines gelernt , beschimpft, denunziert und ausgeschlossen zu werden und stolz darauf zu sein. Und ich habe gelernt Nein zu sagen und standhaft zu meiner Meinung zu stehen.


Und so ging das Jahr 2021 zu Ende, krank zuhause mit einem schlimmen Infekt aber lächelnd zurück blickend auf ein Jahr voller wunderbarer Menschen und Elebnissen die in meinem Leben eine der Einzigartigsten waren die ich je erleben durfte.
Und die wunderbarste Frau die man sich wünschen kann an meiner Seite.

Und...noch nie hab ich so lange für einen Post gebraucht.
Danke an Alle die mich lesen und mit ihren Komentaren zum nachdenken bringen.
Euch allen ein gesundes Jahr 2022
Doch da ist ein ungutes Gefühl für dieses Jahr....
Céline

Re: Das erste Mal

Verfasst: Sa 8. Jan 2022, 22:07
von Sarah_78
Hallo Céline,
da kommen mir ja die Tränen, wenn ich Dein Jahr 2021 lese.
Ich hoffe, Du hast ein besseres 2022.

LG Sarah

Re: Das erste Mal

Verfasst: Sa 8. Jan 2022, 22:44
von Lea Michele
Hallo Céline,

du bist ein wunderbarer und toller Mensch, bleib wie du bist!
Ich (dr) ganz toll.

GLG Lea Michele (he) (ki) (he)

Re: Das erste Mal

Verfasst: Sa 8. Jan 2022, 23:06
von Tatjana_59
Hallo liebe Céline,

Danke für deinen ausführlichen Bericht, er berührte mich sehr stark.
Danke für eine bestimmte Passage darin.
Ich wünsche dir von Herzen ein gutes Jahr 2022.

Herzlichst Tatjana (ki)

Re: Das erste Mal

Verfasst: So 9. Jan 2022, 06:52
von Dali
Hallo Celine.

Na toll, ich hätte fast losgeheult, als ich deinen Beitrag gelesen habe. (cry)
Ich kenne dich ja nur von deinen Post, aber ich glaube, du bist sooo ein toller Mensch, ... (flow)

ich wünsche dir von Herzen das Beste für 2022!!! (fwe3)

Ganz liebe Grüße (ki)

Dali

Re: Das erste Mal

Verfasst: So 9. Jan 2022, 07:44
von Engelchen
Liebe Céline,

du hast wieder so wunderbare Worte gefunden und ich bin Stolz mich in deinem Freundeskreis einreihen zu dürfen. (sym)
Ich war und bin immer an deiner Seite, auch in den schwersten Stunden - dafür steht das Wort Freundschaft. (pea)
Lebe einfach dein Leben und sei glücklich. :)p (fwe3)

Ganz liebe und von Herzen kommende Grüße (ki)

Deine Lisa

Re: Das erste Mal

Verfasst: Sa 29. Jan 2022, 10:41
von Céline
Da hab ich doch glatt meinen "Ersten Geburtstag " vergessen :lol:

Dieser Beitrag ist vielleicht etwas zu offen aber das ist mittlerweile ein Teil meines Lebens und meines Selbstbewusstseins.
Gestern saß ich auf der Couch und mir gingen wieder einmal viele Gedanken durch den Kopf als mir ein Gedanke durch den Kopf schoss...
Ein Jahr...ein ganzes Jahr ist seit meiner OP vergangen.
Ein Jahr voller neuer Erfahrungen, Gefühle, Empfindungen und Emotionen.
Und trotz dieses ganzen Wahnsinns der stattfindet hab ich mir mein Recht genommen und meine mit Schmerz und Angst erkämpfte Weiblichkeit auszuleben, ja bis zum Exzess auszukosten. Und wenn ich mein altes Ich gegenüber stelle und seine Erfahrungen auf eine Waagschale lege dann ist eine Abwägung von beiden Leben sehr schwierig denn im Gegensatz zu vielleicht vielen anderen lebte er ein sehr ausgefülltes Leben bis zu seinem Punkt als der Schalter fiel. Sexuell gesehen war sein Leben sehr erfüllt und es wäre eine Lüge zu behaupten es wäre schrecklich gewesen. Aber dazu war ich zu sehr Mann und ich denke das mein überdurchschnittlicher Testosteronspiegel dafür gesorgt hat das ich ein "fast" ganzer Kerl war. Bis eben zu einem bestimmten Punkt als sich die Fragen mehrten und mein Leben in Frage stellen ließ.
Und ja...ich erlebte als Er ein ein tolles Leben aber......
Von meiner jetzigen Sicht betrachtet verschwindet das alte ich immer mehr im Nebel und Erstaunlicherweiße schwinden selbst Erinnerungen und Ereignisse als hätten sie nie wirklich stattgefunden. Wenn ich mit meiner Frau Bilder von unseren letzten Erlebnissen betrachte dann erscheint mir Er als so fremd und unbekannt und Fragezeichen tun sich auf ob diese Person wirklich ich war??? Es ist verrückt ein Bild von sich zu sehen, zu wissen das ist man selbst und doch sagt das Bewusstsein das bist du nicht. Das ist unmöglich.
Und dann ändert sich alles, angekommen. Angekommen in einer vollkommen anderen Welt, ein neues Bewusstsein. Neue Gefühle, neue Empfindungen.
Dein Körper verändert sich, schleichend. Sich selbst oft nicht bewusst und doch wird es von Anderen wahrgenommen. Und dabei haben die Hormone die ich seit 2016 nehme nicht unbedingt Einfluss darauf. Es ist das Ankommen, das Ankommen auf einer völlig anderen Ebene. Vielleicht ist es das loslassen des letzten dünnen Seiles das mich noch mit "Ihm" verbunden hat. Etwas das uns Beide , Franz und Céline noch verbunden,ja zusammen gehalten hat. Und so verschwand er täglich mehr am Horizont und löste sich wie Nebel auf. Es war ein langer Prozess des Abschieds und ich muss zugeben das mir dieser Abschied auch geschmerzt hat. Den Er hat alles dafür getan das ich heute das sein kann was ich mir schon als kleiner Junge gewünscht habe. Sicher hört sich das jetzt verrückt an aber ich betrachte Dinge heute ganz anders und ich denke das wir vieles noch gar nicht verstehen. Diese Erkenntnis habe ich durch viele Gespräche mit Menschen erlangt die einfach nicht der Masse entspechen.
Und jetzt? Ein Jahr später? Ich bin an einem Punkt angelangt an dem neben den ganzen Schwierigkeiten des momentanen Lebens ein Lächeln mein ständiger Begleiter ist. Ein wahres Lächeln, nicht mehr geheuchelt und vorgetäuscht. Mein Gesicht zeigt jetzt die wahren Emotionen meines Innersten. Und dieses ankommen ist begleitet von so wunderbaren Erfahrungen und Erlebnissen. Und es ist nicht nur dieses Ankommen sondern auch dieses ganz besondere aufgenommen werden. Von so vielen Menschen aufgenommen und mit ehrlichen Reaktionen und Emotionen behandelt zu werden. Da ist nicht mehr die Frage ob da einmal etwas männliches war. Menschen berrühren mich und geben mir Dinge zurück als wäre es das normalste auf der Welt. Ich habe soviele Schilderungen gelesen die Gegenteiliges berichten das ich oftmals nicht glauben kann das ich so viel Glück habe eine ganz andere Welt kennen lernen zu dürfen.
Eine Welt in der mich Gefühle so oft übermannen und mich nahezu in Extase versetzen. Wenn ich heute meine Gefühle schidern sollte was jetzt so viel anders ist wie vorher dann reichen Worte nicht aus um diese Explosionen im Kopf zu beschreiben. Gefühle die so extrem sind das ich ohnmächtig werde, Gefühle die mich zittern lassen. Atemlos und teilweise endlos scheinend. Ein Körper den ich ständig neu erkunde und ständig neue Gefühle empfinde und sich Stellen auftun die so reizbar sind das es Explosionen in meinem Kopf auslöst. Und letztlich Glücksgefühle die so surreal scheinen das ich mir die Frage stelle ob ich das alles wirklich verdient habe.
Die Frage wie das alles aus dem " Mann" von früher werden konnte. Ein Traum??? Nein ganz und gar nicht. Vielleicht war da mein ehrgeiziges Ziel das ich mir damals in diesem ersten Blick in den Spiegel als ich mich das allererste Mal erkannt habe gesteckt habe dafür verantwortlich. Das Ziel das mir immer wieder gesagt hat was ich erreichen möchte und fest daran geglaubt habe, trotz der Depressionen und Schwarzen Löchern die mich immer wieder verschluckt haben.
Und da sind diese Menschen aus meinem jetzigen Umfeld die mich so angenommen haben und bestätigt haben ohne jemals Zweifel zu hegen. Keine Scheu vor mir gehabt haben. Keine Angst mich zu berrühren.
Und da sind einige Männer gewesen die ich kennen lernen durfte.Sie haben mich ankommen lassen und mir das Gefühl gegeben ich zu sein.
Und da ist ein ganz besonderer... Mein Freund der mich jetzt schon seit einem Jahr begleitet. Ein ganzes Jahr in dem er mir soviel geschenkt hat das ich dieses Glück nicht fassen kann. Er, den ich anfangs abserviert habe und dann doch alles zuließ. Er der mich auf Händen trägt und mir soviel Halt gegeben hat. Kein Tag vergeht an dem er nicht mit mir in Kontakt ist. Er, ein Geschenk das mich aufleben lässt und mir mein Lächeln zurück gegeben hat.
Und so sehe ich mein Leben als kleines Wunder. Wunder an die man glauben muss damit sie sich erfüllen....und vielleicht gibt es ja noch viele andere Wunder.
Glaubt an sie so wie ich
Céline

Re: Das erste Mal

Verfasst: So 30. Jan 2022, 14:07
von ChristinaF
Liebe Céline,
einfach wunderbar beschrieben. So schön kann das Leben für uns sein. Ich wünsche dir noch ganz vieeeeele weiter so wundervolle Jahre voller Harmonie und Geborgenheit.
Liebe Grüße
Christina

Re: Das erste Mal

Verfasst: Sa 5. Feb 2022, 00:04
von Céline
Der Augenblick rückt näher......

Ich habe den Tod meines Vaters komplett verdrängt. Der Schmerz sitzt noch so unglaublich tief und es vergeht fast kein Tag an dem ich auf dem Weg von der Arbeit nach Hause noch denke ich muss noch kurz bei ihm vorbei fahren. Oder Abends zuhause wenn ich zum Hörer greifen will und ihn anrufen. Ich vermisse seine Stimme.....
Jetzt kommt der Frühling und damit die Zeit in seinem geliebten Garten. Sein Garten war sein Lebenswerk und er hat dort alles selbst gemacht. Sein schon fast luxuriöses Gartenhaus, seine Schreinerwerkstatt, Einfach alles. Mein Vater war unglaublich handwerklich talentiert und er hat mir so vieles beigebracht. Leider habe ich mit ihm viel zu wenig Zeit verbracht, Zeit die ich heute vermisse. Aus Sturheit, eine Eigenschaft die wir beide extrem haben. Von uns konnte keiner Nachgeben. Aber vielleicht ist es etwas was mein Vater mir " vererbt" hat und mich zu dem gemacht hat was ich heute bin. Er war wie ich oft in sich gekehrt,ruhig, nachdenklich und tat Dinge von denen er überzeugt war. Vielleicht ein Grund warum ich eine Kämpferin ohne Angst geworden bin. Und darauf bin ich stolz, da ich entschlossen und stur meine Ansichten und Ziele verfolge.
Aber ich werde diese Zeit in der wir unter seinem Walnussbaum oder vor seiner Werkstatt gesessen sind und geredet haben oder nur schweigend den Vögeln zugesehen haben vermissen. Es waren diese Momente die ich nie vergessen werde. Mein Vater genoss sein Kellerbier während ich immer Wasser trank. Ich werde ihn vermissen, meinen Vater mit seinen Hosenträgern, seiner Mütze, seine Schürze wenn er in seiner Werkstatt stand.
Und da war noch etwas... Er lächelte nicht sehr oft. Ich erfuhr erst vor gar nicht allzu langer Zeit als wir wieder einmal miteinander sprachen Geschichten seines Lebens,seiner Kindheit,seiner Jugend. Mein Vater wuchs im Krieg auf. Geprägt von Bombennächten, Toten die aus zerbombten Häusern geborgen wurden. Körperlicher Gewalt in der Schule und in seiner späteren Lehrzeit. Und sein größter Traum......
Er wollte immer nach Amerika auswandern. Ein Traum der nie wahr wurde. Mir wird so oft bewusst warum so vieles so war wie es war. Dinge die wir Kinder nicht verstanden, ja nicht verstehen konnten. Wie auch? Wir wuchsen auf in einer so unglaublich unbeschwerten Kindheit. Ohne viel Fernsehen. Spielzeug war rar und wir erfanden so viele Spiele selbst und ich verbrachte die meiste Zeit mit meinen Freundinnen. Bis ich in die Schule kam.
Ich habe bestimmt schon viel geschrieben aber es sind jetzt so viele Momentaufnahmen meines Lebens die wie Lichtblitze im Kopf erscheinen. Augenblicke als wir Wachholderbeeren im Wald zum räuchern sammelten und wir dann im Keller das eingelegte Fleisch in diese Tiefschwarze Räucherkammer die mir immer unheimlich war und ich den Geruch noch heute in der Nase habe hineinhingen.
Im Nebenraum dann die Schublade mit Sägespäne aus der Werkstatt füllten und anzündeten.
Die abendlichen Spaziergänge mit den Gartennachbarn.
Oder wenn ich nachts im Garten schlafen durfte. Alleine mit unserem Dackel Trixi. Und niemand hat Verdacht geschöpft das ich ja eigentlich heimlich die dort aufbewahrten Kleider anzog. Diese unbeschwerten Momente in meinem Leben in dem man sich über so vieles nicht bewusst war. Nicht einmal das ich immer ein Geheimnis hatte, immer schon. Und niemand hatte es jemals entdeckt. Und ich fragte meinen Vater oft ob er den wirklich nie etwas gemerkt hat. Er hatte es einfach nicht und doch belastete ihn das zum Schluss weil er oft gefragt hat was er den falsch gemacht hatt das ich so bin. Er konnte es nicht verstehen. Wie sollte er auch, aufgewachsen in einer Zeit in der Andersein nicht existierte. Ich sagte ihm nie das ich mich operieren ließ und das ich einen neuen Namen hatte. Ich war für ihn einfach sein Sohn Franz und ich hatte immer einen Spitznamen, Lustigerweiße "Spitz". Ich bin stolz einen solchen wunderbaren Vater gehabt zu haben trotz der vielen Probleme.
Und jetzt?? Die Tage werden länger, die Vögel beginnen zu singen und der Garten meines Vaters erwacht langsam aus seinem Winterschlaf. Die Obstbäume beginnen zu ergrünen, die Goldfische werden aktiv, die Erdkröten werden bald kommen und quacken. Die Stare werden in ihre Nistkästen zurück kehren. Das Gras wird anfangen grün zu werden.
Und doch wird es still und einsam werden. Der Kamin wird nicht rauchen , die Hobelmaschine wird nicht pfeifen. Seit über 50 Jahren herschte dort Leben...jetzt wird es still. Und ich habe Angst jetzt dort hinzugehen, in jedem Winkel meinen Vater zu sehen und genau zu wissen das er in jedem Detail weiterlebt. Sein Lebenswerk.....

Céline

Re: Das erste Mal

Verfasst: Sa 5. Feb 2022, 08:32
von Frieda
Der Ozean des Leidens ist immens, aber wenn du dich umdrehst, kannst du das Land sehen. Der Samen des Leidens in dir mag stark sein, aber warte nicht, bis du kein Leiden mehr hast, bevor du dir erlaubst glücklich zu sein.
Wenn ein Baum im Garten krank ist, muss man ihn pflegen. Aber übersehe nicht all die gesunden Bäume. Auch wenn du Schmerzen im Herzen hast, kannst du die vielen Wunder des Lebens genießen - den schönen Sonnenuntergang, das Lächeln eines Kindes, die vielen Blumen und Bäume. Leiden ist nicht genug. Bitte lass dich nicht von deinen Leiden einsperren - Thich Nhat Hanh

Deine Wunde ist wahrscheinlich nicht deine Schuld, doch deine Heilung ist deine Verantwortung - Buddha

Namaste 🙏