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Re: Corona - wie sehr schränkt es euch im Alltag ein?

Verfasst: Di 20. Okt 2020, 12:50
von Marlene K.
Auch wenn alles ja nur "ein Sturm im Wasserglas ist" nach der Meinung einiger weniger Menschen hat deren Verhalten und nicht so sehr das Covid 19 Virus direkten Einfluss auf mein Leben.

Ichn denke, die Zahlen und die weltweiten Todesfälle sprechen eine deutliche Sprache.
Auch im direkten Umfeld meiner Wandergruppe gab es einen Fall von nachgewiesener Infektion. Ein älterer Mitwanderer hat sich angesteckt, als er in eine Nachbarwohnung ging und um drei Uhr morgens gebeten hat, die Musik doch endlich leiser zu drehen. Im Nachhinein sind dort mehrere Infektionen nachgewiesen worden. Aber vermutlich bildet er sich ja alles nur ein und die Infektion hat ja bei ihm auch nur einen moderaten Verlauf, also muss das ja auch auf alle anderen Menschen zutreffen.

Aber jetzt zu der Frage, wie all das meinen persönlichen Alltag verändert und mich einschränkt:
- Ich bin mir mit meinem Mitorganisator und Computerbehrerrscher Thomas einig geworden, dass wir die Verantwortung für eine gefahrlose Anreise mit dem öffentlichen Nahverkehr nicht mehr übernehmen können. Andere meinen entscheiden zu dürfen, welches Risiko die Mitreisenden zu tragen haben.
- Andere Menschen zwingen mich immer wieder zum Platzwechsel in den Zügen des Nahverkehrs, wenn ich das Risiko für mich und ältere und vorerkrankte Freunde klein halten will.
- Ich kenne alle Ausreden für das Nichttragen oder falsche Tragen des Mund Nasen Schutzes von verlaufendem Make Up über Schwitzen und schwieriger Luft holen.
- Ich wundere mich über vorgebliche ärztliche Atteste, die vom Tragen der Maske befreien und vom Abstand halten und dem Vermeiden von Körperkontakt. Meine Freund*Innen, die ein solches Attest in der Tat haben sind vorerkrankt und damit Risikopatient*Innen. Sie sind extrem vorschtig mit Abstand und Körperkontakt und gehen wegen der Leugner fast nicht mehr aus dem Haus. Ich mag diese Konsequenz für mich nicht ziehen, möchte aber trotzdem nicht ausprobieren, ob ich Risikopatientin wäre.
- Ich vermisse meine Sportgruppe, an der ich wegen der Begrenzungen nur noch alle zwei Wochen mit Anmeldung und nicht wie früher zwei Mal in der Woche teilnehmen kann.
- Ich vermisse das direkte politische engagierte Gespräch.
- Ich vermisse meine ehrenamtlich geleitete Kochgruppe in betreuten Wohngruppen und die engagierten und respektvollen Mitarbeiter dort.

Ich bin in den Zügen mittlerweile dazu übergegangen, den Menschen, die anderen den Schutz aus egoistischen Gründen verweigern dafür zu danken, dass sie helfen wollen, die mit unseren Steuergeldern ja teuer bereitgestellten Intensivbetten zu füllen und so nicht als Verschwendung erscheinen zu lassen. Die so erhaltenen Blicke vor dem Platzwechsel sind der einzige Genuss in dem Schlamassel, in dem wir ja alle gemeinsam stecken.

Bleibt alle bitte gesund, auch die, die es besser wissen als die Fachleute rund um die Welt

Marlene

Re: Corona - wie sehr schränkt es euch im Alltag ein?

Verfasst: Di 20. Okt 2020, 13:26
von evacampelli
Kerstin hat geschrieben: Do 15. Okt 2020, 22:09 19..... Was ist daraus geworden?
Nix.. Weder der Mitarbeiter noch seine Frau, welche auch infiziert war zeigten Symptome, noch wurde irgendwer angesteckt. Nicht einmal sein Kollege mit dem er den ganzen Tag zusammen arbeitet.

Ein Sturm im Wasserglas.

In NBG haben sie heute demonstriert. Dort stehen 4000 Arbeitsplätze in der M&E Industrie auf der Kippe. MAN, Leistritz, Siemens und noch ein paar.
An meinem Standort hier in München hat sich vergangene Woche ein Kollege krank gemeldet und ist inzwischen leider positiv getestet.
Er ist 35 jahre alt und der Verlauf ist schwerwiegend.

Ich verbringe gerade meine Arbeitszeit damit die Kontakte zu Kollegen zu ermitteln, schicke die halbe Belegschaft nach Hause und zum testen.
Tatsächlich, ein echter Sturm im Wasserglas....

Ich drücke jedenfalls meinem Kollegen, seiner Familie und allen die Daumen die es betrifft, dass sie wieder vollständig gesund werden.

Zudem wünsche ich allen, die immer noch in dem Irrglauben leben das es sich um Firlefanz handelt, einen baldigen Zuwachs an Einsicht in die Realität.

Guten Tag noch
Eva

Re: Corona - wie sehr schränkt es euch im Alltag ein?

Verfasst: Di 20. Okt 2020, 13:37
von Kerstin
Kein Thema Eva das es schwere Krankheitsverläufe gibt und für deinen Kollegen tut es mir leid nur welche Realität gilt nun?

Re: Corona - wie sehr schränkt es euch im Alltag ein?

Verfasst: Di 20. Okt 2020, 13:49
von Marlene K.
evacampelli hat geschrieben: Di 20. Okt 2020, 13:26 ...
Ich drücke jedenfalls meinem Kollegen, seiner Familie und allen die Daumen die es betrifft, dass sie wieder vollständig gesund werden.

Zudem wünsche ich allen, die immer noch in dem Irrglauben leben das es sich um Firlefanz handelt, einen baldigen Zuwachs an Einsicht in die Realität.

Guten Tag noch
Eva
Liebe Eva,
ich hoffe, dass Du schnell genug reagieren Konntest und Deinem Kollegen baldige und vollständige Genesung.

Marlene

Re: Corona - wie sehr schränkt es euch im Alltag ein?

Verfasst: Di 20. Okt 2020, 13:53
von Marlene K.
Kerstin hat geschrieben: Di 20. Okt 2020, 13:37 Kein Thema Eva das es schwere Krankheitsverläufe gibt und für deinen Kollegen tut es mir leid nur welche Realität gilt nun?
Hallo Kerstin,
hier bleibt mir nur Dich zu fragen, wie zynisch ein Mensch werden kann.

Für Eva und dem Kollegen bleibt hier wohl keine Wahl, welche Realität gilt. Hier leidet mindestens ein Mensch ...und vermutlich auch Eva an der Sorge um die Kolleg*Innen.

Re: Corona - wie sehr schränkt es euch im Alltag ein?

Verfasst: Di 20. Okt 2020, 14:05
von evacampelli
Kerstin hat geschrieben: Di 20. Okt 2020, 13:37 nur welche Realität gilt nun?
Die Realität ist, dass Corona eine übertragbare Lungenerkrankung mit dem Risiko von Langzeitfolgen und Tod ist, die nicht bei jedem einen schweren Verlauf nimmt aber nehmen kann.

Im Detail ist die Realität auch hier beschrieben...

https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/N ... nternet092

Mich regt es einfach auf, wenn im Zusammenhang mit Corona verharmlosende Bilder verwendet werden.
Und wenn dann auch noch das Vorhandensein von mehreren Realitäten angedeutet wird, wird es für mich schwierig...
Als nächstes kommt dann noch die Lügenpresse ???

:((a

Re: Corona - wie sehr schränkt es euch im Alltag ein?

Verfasst: Di 20. Okt 2020, 16:04
von Jaddy
evacampelli hat geschrieben: Di 20. Okt 2020, 14:05Die Realität ist, dass Corona eine übertragbare Lungenerkrankung mit dem Risiko von Langzeitfolgen und Tod ist, die nicht bei jedem einen schweren Verlauf nimmt aber nehmen kann.
So ist das. Es scheint mir aber, dass recht viele Menschen den Begriff Präventionsparadox nicht wirklich verstanden haben.

Vor vier Tagen ging diese Karte durchs Netz und die ist tatsächlich echt (aber inzwischen leider überholt):
media_EkWWV6RXkAApZ1r.jpg
Na dann, werden einige sagen, siehste, ist ja nicht so schlimm, können wir ja das lassen mit Kontaktbeschränkungen und MNBs. Bei uns werden ja eh erstens weniger krank und zweitens nicht so schlimm wie anderswo. Lass ma Hochzeit feiern.

Ja wie jetzt! Sind wir in D quasi immun? Liegt's am Wasser oder am Graubrot? Nope. Es liegt an der über 80%igen Zustimmung und Beachtung der Schutzmassnahmen für sich und andere.

Uns geht's vergleichsweise gut, weil wir die Dinger aufhaben und Abstand halten und weniger Leute treffen. Denn überall da, wo Leute das nicht machen, schiessen die Zahlen genau so hoch wie im Ausland und schwupps sind die lokalen Kipppunkte erreicht. Noch so ein Begriff, der etlichen wohl nicht klar ist. Kipppunkt eins, wo nichts mehr nachverfolgt und keine Folgeinfektionen verhindert werden können (Berlin) und Kipppunkt zwei, wo die benötigten deutschen Intensivbetten schon vorhanden sind, aber leider am anderen Ende der Republik - ey, ich wohn an der Küste; Grüße nach Bertesgarden und ins Dreiländereck - oder schon die Pflegekräfte krank drin liegen.

Anyway: Dieses Virus ist Realität und zuverlässig wie ein Uhrwerk. Es verschwindet weder durch nicht dran glauben, noch aus Trotz. Über einzelne Maßnahmen muss sicherlich diskutiert werden, vor allem wenn an der einen Stelle alles dicht gemacht wird und an der anderen Stelle wegen "ja wir wissen auch nicht wie sonst" Risiken bestehen bleiben.

Übrigens: 5G ist böse! Gruppen, Gedränge, Gespräche in Geschlossenen, schlecht Gelüfteten Räumen.

Aber HALA(L) hilft! Hygiene, Abstand, Lüften, Alltagsmasken. Für das letzte L fällt mir sicher noch was ein :)

Re: Corona - wie sehr schränkt es euch im Alltag ein?

Verfasst: Di 20. Okt 2020, 16:29
von Fen
L wie ... Langmut (veraltet für Geduld)

Re: Corona - wie sehr schränkt es euch im Alltag ein?

Verfasst: Mi 21. Okt 2020, 07:22
von Kerstin
evacampelli hat geschrieben: Di 20. Okt 2020, 14:05 .....
Als nächstes kommt dann noch die Lügenpresse ???

:((a
:((a
Schwätzer/in
Probierst mal damit.
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/N ... cationFile

Wobei ich bezweifle das dies in dein Weltbild passt.

Re: Corona - wie sehr schränkt es euch im Alltag ein?

Verfasst: Mi 21. Okt 2020, 07:59
von Jenina
Ohne Kommentar:
Kassenärzte kritisieren "Angsterzeugung" in Coronakrise

05.20 Uhr: Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat den Ton im Zusammenhang mit der Verschärfung von Corona-Maßnahmen kritisiert. "Wir glauben, dass etwas mehr Ruhe und Sachlichkeit und etwas weniger Bedrohlichkeit vielleicht helfen könnten, die nächsten eineinhalb Jahre auch noch zu überstehen", sagte der stellvertretende KBV-Vorsitzende und Allgemeinmediziner Stephan Hofmeister der Deutschen Presse-Agentur. Drohungen und Angsterzeugung seien immer ein schlechter Ratgeber und nicht nachhaltig.

Nach Einschätzung der Kassenärzte wird es noch bis Ende 2022 dauern, bis regelmäßig und wirksam geimpft werden kann. "Und unter diesem Aspekt muss man sich die Maßnahmen, die jetzt propagiert werden, anschauen. Sind das Maßnahmen, die durchhaltefähig sind?" Das Virus sei nicht in Wellen da, sondern immer und wie andere Viren auch saisonal häufiger. Man werde jetzt im Herbst einen Höhepunkt erleben und im nächsten Frühjahr wieder, so wie bei anderen Viren auch.

"Dinge wie die AHA-Regel sollten selbstverständlich und positiv besetzt sein. Es sollte klar sein, dass man selbst, wenn man nicht so sehr an die Masken glaubt, diese aber aus Rücksicht gegenüber Dritten und Schwächeren trotzdem trägt", sagte Hofmeister. "Das ist etwas anderes, als zu drohen, dass Weihnachten ganz furchtbar wird, weil wir alle im Lockdown sein werden. Und da denken wir als KBV, dass wir vielleicht eine Besinnung brauchen und keinen Wettbewerb, wer kann's noch schärfer."


aus Spiegel Online von heute.

Jenina

Re: Corona - wie sehr schränkt es euch im Alltag ein?

Verfasst: Mi 21. Okt 2020, 08:08
von evacampelli
Kerstin hat geschrieben: Mi 21. Okt 2020, 07:22
evacampelli hat geschrieben: Di 20. Okt 2020, 14:05 .....
Als nächstes kommt dann noch die Lügenpresse ???

:((a
:((a
Schwätzer/in
Probierst mal damit.
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/N ... cationFile

Wobei ich bezweifle das dies in dein Weltbild passt.
Ich sortiere Fakten nicht nach meinem Weltbild.
Aber ich beschimpfen ja auch niemand persönlich ....

.

Re: Corona - wie sehr schränkt es euch im Alltag ein?

Verfasst: Mi 21. Okt 2020, 10:10
von Marlene K.
Jenina hat geschrieben: Mi 21. Okt 2020, 07:59 ...
"Dinge wie die AHA-Regel sollten selbstverständlich und positiv besetzt sein. Es sollte klar sein, dass man selbst, wenn man nicht so sehr an die Masken glaubt, diese aber aus Rücksicht gegenüber Dritten und Schwächeren trotzdem trägt", sagte Hofmeister. "Das ist etwas anderes, als zu drohen, dass Weihnachten ganz furchtbar wird, weil wir alle im Lockdown sein werden. Und da denken wir als KBV, dass wir vielleicht eine Besinnung brauchen und keinen Wettbewerb, wer kann's noch schärfer."[/i]

aus Spiegel Online von heute.

Jenina
Genau dass dies nicht selbstverständlich ist erschwert mein Leben ganz persönlich.

Wenn sich ein deutlich mit Grippesymptomen erkrankter Mensch in einer gut besetzten S Bahn neben mich setzt und auf meine Bitte doch die Maske, die er unter dem Kinn trug, aufzusetzen antwortete: "Das kann ich nicht, dafür bin ich zu krank." merke ich, wie viel manche Menschen von ihren Mitbürger*Innen halten.

Andere, die sich weigern die Maske anzuziehen, legen mir nahe, dass ich ja zuhause bleiben könne, wenn ich solche Angst habe.

Wenn ich Menschen leise anspreche und diese mich aggressiv und laut als "Scheiß Schwuchtel" beschimpfen sehe ich genau diese Selbstverständlichkeit nicht.

Dies hat für mich nichts mit unterschiedlichen Wertungen zu tun sondern alles mit gegenseitigem Respekt.

Wir würden es nicht nötig haben höheren Respekt vor der Erkrankung einzufordern und neue Kontaktvermeidungen zu diskutieren, wenn nicht einzelne Egoisten die Bemühungen der großen Mehrheit in Frage stellen würden und diese große Mehrheit ihre Angst verlieren würde die oft sehr lauten und aggressiven Realitätsverweigerer gemeinsam in die Schranken zu weisen.

Meist bekomme ich von einer großen Zahl von Mitreisenden mitgeteilt, dass ich ja im Recht sei und mein Ton angemessen gewesen wäre... nachdem der Aggressor ausgestiegen ist...

Re: Corona - wie sehr schränkt es euch im Alltag ein?

Verfasst: Mi 21. Okt 2020, 11:53
von Dolores59
Passt auch zum Thema:

Heute i Supermarkt habe ich festgestellt, dass wieder Toilettenpapier gehortet wird. Die Regale waren fast leer.

Auch eine Art von Einschränkung: Die freie Wahl des Toilettenpapiers ist zeitweise nicht möglich. :wink:

LG
Dolores (Lady Jag)
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Re: Corona - wie sehr schränkt es euch im Alltag ein?

Verfasst: Do 22. Okt 2020, 16:29
von Anne-Mette
Moin,

ich weiß nicht, wo es sonst passt und wollte kein extra Thema aufmachen.
Bei Spiegel-Online entdeckte ich eine Kolumne mit dem Titel "Schwinden mit der Verödung auch meine Emotionen?"

Im Text:
"Bei banalen Serienszenen schießen mir Tränen in die Augen".

Ich bin einigermaßen beruhigt, weil es wohl auch andere Menschen gibt, denen es so geht.
Vor einger Zeit triggerte mich noch, wenn es sich um "Liebes-Szenen" handelte, inzwischen reicht schon ein einfaches "Ich hab' Dich lieb" (he) wie neulich in einem Film.

Ach ja, ich habe wieder abgelenkt. Den Artikel finden wir hier: https://www.spiegel.de/psychologie/soci ... 273d963de6

Herzliche Grüße
Anne-Mette

Re: Corona - wie sehr schränkt es euch im Alltag ein?

Verfasst: Do 22. Okt 2020, 16:54
von Michaela Smile
...oh ja geht mir auch so. mir reicht auch schon ein Lied das mich antriggert. z.B. läuft grade Udo Lindenberg - wir ziehn in den Frieden im Radio, und ich hab total feuchte Augen...