FallenMycraft hat geschrieben: Di 16. Apr 2019, 10:25
toffte
gut; immer in Verbindung mit einem Hauptwort ("tofften Seger", "toffte Olle", "tofftet Wetter"); "ne toffte Sache" - etwas, das einem Spaß und Freude brin [..]
Quelle: ruhrgebietssprache.de
LG Daniela
Kenne ich noch aus den 1960er-Jahren.
https://www.juedische-allgemeine.de/kul ... dir-dufte/
toffte -»Tow-«, das laut Avé"Lallemants Jüdisch"deutschem Wörterbuch (1862) -»gut-«, -»schön-«, -»lieblich-«, -»glücklich-«, -»groß-« und -»fröhlich-« bedeutete, wurde in der jiddischen Alltagssprache tow oder tauw ausgesprochen. Weinberg nennt in Die Reste des Jüdischdeutschen (1969) die Redensart -»tauw in der achiele, lau in der maloche-« (gut beim Essen, aber nicht beim Arbeiten) und verweist zugleich auf die ebenfalls üblichen Formen -»toff-« und -»toffte-«.
Ein -»toffer kaune-« war ein guter Kunde, -»toffte massematten-« bezeichneten gute Geschäfte. Hans Peter Althaus erklärt in Chuzpe, Schmus & Tacheles (2004) -»das Nebeneinander von Formen wie toff und toffte in der Alltagssprache deutscher Juden durch den Bezug auf zwei verschiedene Formen des Hebräisch"Aramäischen-«, nämlich hebräisch -»tow-« und aramäisch -»tÃ¥bta-« (Gutes).
taff Auf diese Formenvielfalt trifft man auch im Rotwelschen und in deutschen Mundarten. Klaus Siewerts Textbücher Und wenn sie nicht machulle sind (1992) und Es war einmal ein kurantes anim (1993) kennen sowohl die Versionen -»toffte-« und -»tofte-«, wie in den Beispielen -»Da hatten wir ganz toffte geschickert-« (= da hatten wir ganz schön einen getrunken) beziehungsweise -»sie ist eine tofte töle und hat jovle schumme zömkes-« (= sie ist eine hübsche Frau mit schönen drallen Beinen).
Die Erkenntnis des Berliner Volksmunds -»knorke ist dreimal so dufte wie schnefte-« beleuchtet die Kurzlebigkeit solcher Modewörter. -»Dufte-« gilt heute eher als -»uncool-« oder -»kontrageil-« und wurde längst unter anderem durch -»taff-« ersetzt. Womit wir wieder beim Ausgangspunkt sind. Denn -»taff-« ist nicht, wie manche glauben, dem englischen Adjektiv -»tough-« (= zäh) nachgebildet, sondern belebt eher das alte jiddische -»toff-« wieder.
Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.
(Psalm 139,14)