Re: Valeries Welt
Verfasst: Fr 10. Dez 2021, 15:29
Kapitel 5: Alleinsein, Körpergefühle und viele Fragen
Valerie war also wieder allein, was schnell dahingesagt ist, aber die volle Bedeutung des Wortes und ihrer Situation wird erst klar, wenn man sich überlegt, was vorher war, dass sie mehr als sieben Jahre mit ihrem Ex zusammengelebt hatte, und das waren wirklich keine schlechten Jahre gewesen, und manchmal hatte sie sich damals wirklich gefühlt wie im Paradies. Bis diesem Ex eines Tages klar wurde, aus welchem Grund auch immer, dass er mit einer Transperson nicht zusammenleben wollte oder konnte. Nun, sie blieb äußerlich cool. Irgendwelche tiefere Motivforschung bei Monsieur Elouard (so nannte sie ihn bei sich jetzt) zu betreiben, sollte nicht ihre Sache sein, wenn er sich jetzt gegen sie entschieden hatte, dann war das eben so, und sie verschwendete keine großen Gedanken an das warum, wieso und weshalb.
Wenn er es so haben wollte, dann vollzog man jetzt eben den Schnitt, das tat zwar weh, aber sie hatte ja auch ein Trostpflästerchen erhalten, mehrere tausend Quadratmeter Weinbaugebiet waren jetzt auf ihren Namen überschrieben.
Mit den Jahren und wachsender zeitlicher Distanz zu der Trennung schien ihr die Sache aber immer klarer zu werden: Thierry hatte sie deshalb verlassen, weil er ein Mann war. Und Männer wollen eben Frauen mit Titten, so einfach. Männer sind doch sowas von primitiv und simpel zu verstehen. Und wenn das so ist, warum hast du blöde Kuh deine Implantate bloß wieder rausnehmen lassen?
Kurzschlußreaktion? Hättest sie vielleicht lieber doch drin lassen sollen, die beiden Hübschen. So in etwa war ihr Gedankengang bzw. ihre Empfindungen odr Gedankenfetzen, wenn sie nachts mal wieder wachlag. Aber weiter kam sie nicht, nein dabei verharrte sie, das war wohl der Punkt, um den sich alles drehte: Ihr nicht mehr vorhandener Busen.
Es wurde hier schon mehrfach erwähnt, muss aber nochmals unterstrichen werden, Valerie war ein Mensch mit einem sehr starken Körpergefühl. Womit gemeint ist, dass sie stets sensibel und genau bei sich registrierte, wie ihr Auftritt, genauer ihr Körper, auf andere Menschen wirkte. Valerie wollte immer angeschaut werden, es war ihr wichtig, Blicke auf sich zu ziehen, sie wollte gefallen. So war das immer gewesen.
Im Grunde hat sich dieser Charakterzug nie geändert. Sie war jetzt in der Mitte ihrer Vierziger angekommen, es ist klar, der Schmelz der Jugend war endgültig dahin, aber mussten es deshalb gleich 10 oder zwölf Kilo oder drei Konfektionsgrößen mehr sein? Sie registrierte sehr genau, dass weniger Männer sie betrachteten, wenn sie sich innerhalb des städtischen Publikums bewegte. Wann hatte sich zum letzten Mal ein Mann nach ihr umgedreht? Und wenn einer ein Blick auf sie warf, dann meistens eher der Typ "Oldie".
Jetzt kommt eine weitere ihrer Eigenschaften hervor: Ihr Trotz. Wenn es schwierig wird, dann trotzt sie gerne. Wenn es denn so einfach war mit der Schönheit des Frauenkörpers, dann konnte man doch etwas dafür tun, oder etwa nicht? Praktisch und konsequent, wie sie war, ging Valerie gleich auf die Suche nach neuen Silikonprodukten. Sie wollte wieder einen Busen haben, und keinen kleinen. Es gibt in Narbonne einen Laden, der derartige Produkte verkauft, er ist etwas schmuddelig am Südrand der Stadt gelegen ist, ein klein wenig abgelegen von der südlichen Hauptachse, der Route Perpignan, mitten im Industriegebiet, zwischen Großmarkt, Autohäusern, Frittenbuden und ähnlichem. Sie betrat den Laden mit energischem Schritt.
Der Verkäufer, der sofort auf sie zukam, wirkte mindestens so unseriös wie das ganze Geschäft. Sie nannte ohne zu zögern ihr Begehren:
"Je cherche des seins silicone comme prothèses" (ich suche Silis als Prothesen)
"Pour vous-meme"? (für Sie selbst?) fragte der Typ zurück. Hatte sie da etwa ein Augenzwinken bei ihm gesehen? Nein, sie bildete es sich nur ein, sie war nervös.
Man begab sich in den hinteren Teil des kleinen Lädchens, man ging vorbei an scheinbar Hunderten von Penissen aus Plastik in allen Größen und Farben, an aufblasbaren Gummipuppen und anderen Pornoprodukten für den männlichen Hausgebrauch. Valerie blieb cool. Die Abteilung für Damenprodukte war kleiner.
"Hier hätte ich einige Prothesen in B oder C, welche Größe wünschen Sie?" zeigte der Verkäufer.
"Pour le porter dans ma soutien-gorge, et moi, j"™ai la cent-quinze comme pointure, et le B ou le C " antwortete Valerie, was eilfertig bestätigt wurde: jawoll, sicher, klar sie brauche eine 115er Größe mit B oder C Körbchen, ob sie das gleich anprobieren wolle? Sie nickte lächelnd und verschwand mit den Silis in der Ankleidekabine.
Wer sich über die genannten Größen wundert muss wissen, dass in Frankreich immer die Zahl 15 zur Unterbrustweite hinzugefügt wird, wenn es um BH-Größen geht, eine 115C ist also für Valerie genau richtig mit ihrer Ubru 100, in Deutschland hätte sie 100 C, in Frankreich sind es 115C, warum das so ist, kann niemand erklären, aber es ist wirklich so.
Valerie verließ das Schmuddelgeschäft mit einem Paar selbsthaftender Silis der französischen Größe 115 und zusätzlich einem Paar normaler Silis (also ohne Klebefläche), aber mit stärker ausgeprägten Nippeln, dazu hatte sie einen passenden BH mit angenähten Innentaschen gekauft, in den die Brüste reinzuschieben waren, wie praktisch. Sie wollte jetzt mal ein wenig experimentieren mit ihren neuen Schätzchen. Etwas mehr als 200 Euro hatte sie liegenlassen in dem Laden, aber ihre Laune war deutlich besser beim Rausgehen als vorher beim Eintreten.
Wenn die Welt Frauen mit Busen wollte, an ihr sollte es nicht liegen, sie hatte jetzt etwas zum Vorzeigen.
Soviel für heute. Kommentare werden gerne zur Kenntnis genommen. Dieses Kapitel 5 soll zum WE am 11. Dez. erscheinen, das nächste Kapitel 6 dann eine Woche später am 18, dann ist erst mal Weihnachtspause.
Lieben Gruß, Valerie
Valerie war also wieder allein, was schnell dahingesagt ist, aber die volle Bedeutung des Wortes und ihrer Situation wird erst klar, wenn man sich überlegt, was vorher war, dass sie mehr als sieben Jahre mit ihrem Ex zusammengelebt hatte, und das waren wirklich keine schlechten Jahre gewesen, und manchmal hatte sie sich damals wirklich gefühlt wie im Paradies. Bis diesem Ex eines Tages klar wurde, aus welchem Grund auch immer, dass er mit einer Transperson nicht zusammenleben wollte oder konnte. Nun, sie blieb äußerlich cool. Irgendwelche tiefere Motivforschung bei Monsieur Elouard (so nannte sie ihn bei sich jetzt) zu betreiben, sollte nicht ihre Sache sein, wenn er sich jetzt gegen sie entschieden hatte, dann war das eben so, und sie verschwendete keine großen Gedanken an das warum, wieso und weshalb.
Wenn er es so haben wollte, dann vollzog man jetzt eben den Schnitt, das tat zwar weh, aber sie hatte ja auch ein Trostpflästerchen erhalten, mehrere tausend Quadratmeter Weinbaugebiet waren jetzt auf ihren Namen überschrieben.
Mit den Jahren und wachsender zeitlicher Distanz zu der Trennung schien ihr die Sache aber immer klarer zu werden: Thierry hatte sie deshalb verlassen, weil er ein Mann war. Und Männer wollen eben Frauen mit Titten, so einfach. Männer sind doch sowas von primitiv und simpel zu verstehen. Und wenn das so ist, warum hast du blöde Kuh deine Implantate bloß wieder rausnehmen lassen?
Kurzschlußreaktion? Hättest sie vielleicht lieber doch drin lassen sollen, die beiden Hübschen. So in etwa war ihr Gedankengang bzw. ihre Empfindungen odr Gedankenfetzen, wenn sie nachts mal wieder wachlag. Aber weiter kam sie nicht, nein dabei verharrte sie, das war wohl der Punkt, um den sich alles drehte: Ihr nicht mehr vorhandener Busen.
Es wurde hier schon mehrfach erwähnt, muss aber nochmals unterstrichen werden, Valerie war ein Mensch mit einem sehr starken Körpergefühl. Womit gemeint ist, dass sie stets sensibel und genau bei sich registrierte, wie ihr Auftritt, genauer ihr Körper, auf andere Menschen wirkte. Valerie wollte immer angeschaut werden, es war ihr wichtig, Blicke auf sich zu ziehen, sie wollte gefallen. So war das immer gewesen.
Im Grunde hat sich dieser Charakterzug nie geändert. Sie war jetzt in der Mitte ihrer Vierziger angekommen, es ist klar, der Schmelz der Jugend war endgültig dahin, aber mussten es deshalb gleich 10 oder zwölf Kilo oder drei Konfektionsgrößen mehr sein? Sie registrierte sehr genau, dass weniger Männer sie betrachteten, wenn sie sich innerhalb des städtischen Publikums bewegte. Wann hatte sich zum letzten Mal ein Mann nach ihr umgedreht? Und wenn einer ein Blick auf sie warf, dann meistens eher der Typ "Oldie".
Jetzt kommt eine weitere ihrer Eigenschaften hervor: Ihr Trotz. Wenn es schwierig wird, dann trotzt sie gerne. Wenn es denn so einfach war mit der Schönheit des Frauenkörpers, dann konnte man doch etwas dafür tun, oder etwa nicht? Praktisch und konsequent, wie sie war, ging Valerie gleich auf die Suche nach neuen Silikonprodukten. Sie wollte wieder einen Busen haben, und keinen kleinen. Es gibt in Narbonne einen Laden, der derartige Produkte verkauft, er ist etwas schmuddelig am Südrand der Stadt gelegen ist, ein klein wenig abgelegen von der südlichen Hauptachse, der Route Perpignan, mitten im Industriegebiet, zwischen Großmarkt, Autohäusern, Frittenbuden und ähnlichem. Sie betrat den Laden mit energischem Schritt.
Der Verkäufer, der sofort auf sie zukam, wirkte mindestens so unseriös wie das ganze Geschäft. Sie nannte ohne zu zögern ihr Begehren:
"Je cherche des seins silicone comme prothèses" (ich suche Silis als Prothesen)
"Pour vous-meme"? (für Sie selbst?) fragte der Typ zurück. Hatte sie da etwa ein Augenzwinken bei ihm gesehen? Nein, sie bildete es sich nur ein, sie war nervös.
Man begab sich in den hinteren Teil des kleinen Lädchens, man ging vorbei an scheinbar Hunderten von Penissen aus Plastik in allen Größen und Farben, an aufblasbaren Gummipuppen und anderen Pornoprodukten für den männlichen Hausgebrauch. Valerie blieb cool. Die Abteilung für Damenprodukte war kleiner.
"Hier hätte ich einige Prothesen in B oder C, welche Größe wünschen Sie?" zeigte der Verkäufer.
"Pour le porter dans ma soutien-gorge, et moi, j"™ai la cent-quinze comme pointure, et le B ou le C " antwortete Valerie, was eilfertig bestätigt wurde: jawoll, sicher, klar sie brauche eine 115er Größe mit B oder C Körbchen, ob sie das gleich anprobieren wolle? Sie nickte lächelnd und verschwand mit den Silis in der Ankleidekabine.
Wer sich über die genannten Größen wundert muss wissen, dass in Frankreich immer die Zahl 15 zur Unterbrustweite hinzugefügt wird, wenn es um BH-Größen geht, eine 115C ist also für Valerie genau richtig mit ihrer Ubru 100, in Deutschland hätte sie 100 C, in Frankreich sind es 115C, warum das so ist, kann niemand erklären, aber es ist wirklich so.
Valerie verließ das Schmuddelgeschäft mit einem Paar selbsthaftender Silis der französischen Größe 115 und zusätzlich einem Paar normaler Silis (also ohne Klebefläche), aber mit stärker ausgeprägten Nippeln, dazu hatte sie einen passenden BH mit angenähten Innentaschen gekauft, in den die Brüste reinzuschieben waren, wie praktisch. Sie wollte jetzt mal ein wenig experimentieren mit ihren neuen Schätzchen. Etwas mehr als 200 Euro hatte sie liegenlassen in dem Laden, aber ihre Laune war deutlich besser beim Rausgehen als vorher beim Eintreten.
Wenn die Welt Frauen mit Busen wollte, an ihr sollte es nicht liegen, sie hatte jetzt etwas zum Vorzeigen.
Soviel für heute. Kommentare werden gerne zur Kenntnis genommen. Dieses Kapitel 5 soll zum WE am 11. Dez. erscheinen, das nächste Kapitel 6 dann eine Woche später am 18, dann ist erst mal Weihnachtspause.
Lieben Gruß, Valerie