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Re: Transidentität und Selbstkategorisierung

Verfasst: Do 28. Aug 2014, 18:09
von Anni
Hallo ab )))(:

Nun hast Du es endlich geschafft , Marielle , mir und Anderen , die Lust zu nehmen mit Dir und Anderen überhaupt , über ein interessantes Thema zu
diskutieren l Klasse :((a

Zu Deiner ständig thematisierten Meinung , wer und was sich überhaupt als transsexuell bezeichnen darf oder noch besser , meint , sein zu dürfen und wie diese zu ticken haben :

Anne-Mette hat es auf den Punkt gebracht - sie hat ihre Transsexualität - ich meine und ich kenne einige Transsexuelle , die bei weitem anders ticken , als Du :!:

Grundsätzlich hat wohl jede/r seine individuellen Vorstellungen und Meinungen , was Transsexualität ist , wie sie sich äußert und Marielle hat einfach :shock: versucht , mal einen Konsens herbei zu führen - bzw. zur Diskussion gestellt , wie jede/r von uns Transsexualität selbst erfährt und erlebt .

Es bot die Möglichkeit Gemeinsamkeiten und Unterschiede heraus zu arbeiten , die zu vielleicht überraschenden Ergebnissen und letztendlich zu einer
vernünftigen Erklärung Anderen gegenüber hätte gut sein können .

Nun ja - hat wieder einmal nicht sein sollen . :cry:

Stichwort : Meinungsvielfalt und Meinungsfreiheit - steht denn bei Deinem ständig zitiertem ATME dazu auch was drin - dann lies doch bitte noch mal nach ... :wink:

in diesem Sinne

eine enttäuschte freche Anni

Re: Transidentität und Selbstkategorisierung

Verfasst: Do 28. Aug 2014, 23:28
von Anne-Mette
Moin,

wir sollten mal versuchen, irgendeine Linie zu finden - obwohl das sicherlich sehr schwer sein wird.
... aber was ist schon einfach? Ich sah mich in den letzten Tagen mit einigen schwierigen Fragen und Anforderungen konfrontiert, zu denen mir bisher noch keine Lösung eingefallen ist.
Aber für unsere Diskussion muss es ja auch keine Lösung geben...
Allerdings sehe ich eine große Gefahr, immer wieder dort zu landen, wo uns die Boulevard-Presse und viele (Spiel)Filme hinstellen: Trans*- und Inter*-Menschen wirken immer wieder etwas "tragisch". Keiner versteht sie so richtig, sie verstehen sich untereinander nicht so richtig und sie bleiben für weite Teile der Bevölkerung undurchsichtig, ja, "die können einem leid tun". (Davon möchte ich gerne weg).

"Queerfeuer" kommen - und in diesem Punkt gebe ich ab Recht, oftmals von "Leuten von uns".
Dazu zähle ich allerdings nicht Diskussionen und Meinungsverschiedenheiten, die in einigen Fällen als Pöbeleien abgetan werden, sondern die ewigen "Betroffenheits-Gefühls-Äußerungen".
Meine Güte: es gibt noch andere wichtige Themen (und auch Betroffene) auf der Welt!
Wenn eine Wortwahl oder eine Äußerung daneben ist oder nicht den richtigen Ton trifft, dann kann manfrau das sicherlich ausräumen, wenn Wert darauf gelegt wird.
Allerdings habe ich den Eindruck, dass einige Menschen stets eine Bestätigung dafür suchen, dass sie benachteiligt werden. Zur Not wird dann auch gerne mal eine Benachteiligung konstruiert oder so lange in einem Posting etwas gesucht, bis tatsächlich etwas gefunden wird.
Das hindert allerdings, tatkräftig am Leben teilzunehmen. Es lähmt...

Es wäre schön, wenn wir einen besseren und kreativeren Umgang wiedergewinnen.

Gruß
Anne-Mette

Re: Transidentität und Selbstkategorisierung

Verfasst: Fr 29. Aug 2014, 08:50
von Frida
Hallo zusammen,

auch mir geht dieses Betroffenheitsgehabe, oder wie Anne-Mette so schön schreibt, die ewigen Betroffenheits-Gefühls-Äußerungen, manchmal auf die Nerven,
weil sie der Sache nicht weiterhelfen und die Diskussion abwürgen. Ich finde diesen Thread sehr interessant und wichtig. Auch für mich persönlich, der ich noch ein relativer Neuling bin, trotz meines Alters, war es bisher sehr anregend und hilfreich für meine Suche mein Selbst etwas besser zu verstehen. Es hilft mir auch sehr mich meiner Umwelt besser mitteilen zu können und das ist mir sehr wichtig.
Ich bin allen Beteiligten sehr dankbar und hoffe, dass es weitergeht. Dafür sollten doch die persönlichen Empfindlichkeiten zurückgestellt und überwunden werden.
Ich beteilige mich gerne, wenn ich auch auf theoretischem Gebiet eher sehr laienhaft daherkomme, weil ich mich erst mehr mit meiner eigenen Vergangenheit und meiner Gefühlswelt auseinandersetzen muss und deshalb zwar schon einiges lesen konnte, aber noch nicht in die Tiefe eingedrungen bin.
Da ich meiner "Wahrheit" erst sehr spät auf die Spur gekommen bin, überwältigt mich oft noch immer diese Vielfalt an Meinungen und Theorien.
Wenn ich meine eigene Meinungsbildung und auch Selbstfindung des letzten Jahres allein betrachte, hat sich vieles rasant verändert und entwickelt.
Ich finde das sehr spannend und es gibt mir das Gefühl von Leben, wenn es auch nicht immer nur Honigschlecken ist, sondern auch harte Arbeit an mir selbst.

Ich habe mir vorgenommen, wenn ich denn mal alles klar habe mit mir, stolz auf mich zu sein, darauf was ich bin, egal wo ich mich einordne oder welchen Namen ich dem gebe. Dafür muss ich meine Ängstlichkeit ablegen, mich mutig meiner Umwelt zeigen und von mir erzählen, wenn es gewünscht wird.
Ich selbst kenne dieses Gefühl auch sehr gut, dieses Vom-Schicksal-Geschlagen-Gefühl...ach, ich Armer! Ja, das ist ein schöner dramatischer, tragischer Film, der dann abläuft, bei dem man sich so richtig schön in seinen Gefühlen suhlen kann. Aber das zieht mich schnell runter und lähmt mich (wie du es beschreibst Anne-Mette).
Nein, ich will nach vorne schauen und verändern....erstmal mich...und dann nach draußen gehen und versuchen ein Beispiel zu geben.

Es wäre schön, wenn es weitergeht, denn es muss!
Und nach Seneca sag ich mir: Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sonder weil wir es nicht wagen, ist es schwer!

Liebe Grüße, Dita

Re: Transidentität und Selbstkategorisierung

Verfasst: Mo 13. Okt 2014, 19:02
von Anne-Mette
Moin,

die Selbstkategorisierung sollte selbstverständlich sein, bezieht sich aber auf mein Selbst und vielleicht "meine kleine Welt".
Nun ist für mich die Frage, wie wir mit den unterschiedlichen Interpretationen "in der großen Welt" umgehen; denn die Geschlechtszuweisung durch mein Gegenüber und die Öffentlichkeit kann ich höchstens beeinflussen, wenn ich Kontakt aufnehmen und mich erklären kann.
In der Regel wird die Geschlechtszuweisung ungefragt und "dem äußeren Anschein nach" vorgenommen.
Das ist schon bei der Geburt so und viele spechen vom "Geburtsgeschlecht".

Gruß
Anne-Mette