Re: Malvine - mein Leben
Verfasst: Do 16. Mai 2024, 23:05
Hallo ihr Lieben,
nachdem ich hier schon länger nix mehr gepostet habe, gibt es mal wieder etwas persönlicheres von mir.
Die letzten Wochen waren so stark verplant, dass für Malvine nur ganz wenig Zeit blieb. Es reichte lediglich für ein paar kleine Kleideranproben in den eigenen vier Wänden. Meine Social-Media-Accounts habe ich die letzte Zeit auch nur mit Bildern von vergangenen Ausflügen gefüttert - wobei es schon angenehm ist, in Erinnerungen zu schwelgen und Bilder zu finden, die ich bisher noch nicht veröffentlicht habe. Es lassen sich immer wieder ein paar Bilder mit dem gewissen etwas finden...
Aber eigentlich wollte ich euch von einer tollen Begegnung von dieser Woche erzählen.
Als Handwerksmeister mit Zusatzqualifikation durch die Berufsgenossenschaft arbeite ich zusätzlich bei der örtlichen Handwerkskammer in der Überbetrieblichen Lehrlingsausbildung. Ich betreue dort Kurse für sicheres Arbeiten an Holzbearbeitungsmaschinen und lerne viele unterschiedliche junge und ältere Lehrlinge kennen...unter anderem auch immer wieder junge Frauen, die sich für eine Ausbildung im Handwerk entschieden haben.
Diese Woche bin ich wieder mit Lehrlingen in der Werkstatt - 9 Jungs und 3 Mädels. Auf der Teilnehmerliste fand ich einen männlichen Vornamen, den ich bisher nur aus einer US-Crime-Serie kenne. Heute Früh fragte ich den jungen Mann, was denn seine Eltern dazu bewegt hat, ihm diesen Namen zu geben - hätte ja sein können, das diese Serie eine Inspiration gewesen sein ist.
Die Antwort war genau so interessant wie der Namen...."den hab ich mir selbst ausgesucht...." und hat mich dazu bewegt nachzufragen, wie es dazu gekommen ist. Seine Antwort war genau so einmalig wie der Namen - ihr könnte es euch vielleicht schon denken - "...ich war im falschen Körper..."
Ich hab mich für die Antwort bedankt und dann erst einmal mit der Arbeit angefangen. In der Mittagspause hat es sich dann ergeben, dass ich mit ihm ein paar Worte wechseln konnte. Auf meine Frage nach dem Stand seiner Transition bekam ich bereitwillig Antworten. Auch für ihn ist das Selbstbestimmungsgesetz eine Erleichterung auf seinem weiteren Weg. Sobald wie möglich wird er die PÄ/NÄ auf dem Amt beantragen - was ich interessant finde, denn bei uns wird er bereits mit männlichem Namen geführt.
1,5 Jahre Hormontherapie haben schon eine deutliche Wirkung gezeigt, männliche Stimme, Bart- und Haarwuchs, lassen ihn mich als jungen Mann wahrnehmen. Derzeit "kämpft" er mit der Krankenkasse für eine Brustentfernung und auf meine Frage nach dem Ziel der körperlichen Veränderungen, kam eine klare Aussage, dass er keine "unnatürliche Bockwurst" im Schritt haben möchte und wohl eher auf Silikonprothesen setzen will....was für ihn aber derzeit noch nicht das große Thema ist. Ich habe mich dann erst einmal bei ihm für seine offen Art bedankt und zumindest signalisiert, dass ich sehr gut nachvollziehen kann, wie es ihm geht. Während des Gesprächs habe ich mir schon überlegt, ob ich etwas von mir erzählen soll oder nicht, es aber einfach gelassen. Es ist eine absolut falsche Konstellation zwischen Ausbilder und Azubi diese Art von Gespräch zu führen.
Dennoch habe ich mich gefreut, wieder einen einzigartigen Menschen kennen zu lernen und ihn ein winziges Stück auf seinem Leben begleiten zu können und für sein beruflichen Weg zu stärken.
Für Ende nächster Woche habe ich mir vorgenommen, wieder einen Malvine-Tag zu erleben. Ich bin gespannt, ob ich es trotz vollem Terminkalender hinbekomme - wenn nicht, dann ist spätestens am Watzenhof wieder Malvine pur zu erleben.
Liebe Grüße
Malvine
nachdem ich hier schon länger nix mehr gepostet habe, gibt es mal wieder etwas persönlicheres von mir.
Die letzten Wochen waren so stark verplant, dass für Malvine nur ganz wenig Zeit blieb. Es reichte lediglich für ein paar kleine Kleideranproben in den eigenen vier Wänden. Meine Social-Media-Accounts habe ich die letzte Zeit auch nur mit Bildern von vergangenen Ausflügen gefüttert - wobei es schon angenehm ist, in Erinnerungen zu schwelgen und Bilder zu finden, die ich bisher noch nicht veröffentlicht habe. Es lassen sich immer wieder ein paar Bilder mit dem gewissen etwas finden...
Aber eigentlich wollte ich euch von einer tollen Begegnung von dieser Woche erzählen.
Als Handwerksmeister mit Zusatzqualifikation durch die Berufsgenossenschaft arbeite ich zusätzlich bei der örtlichen Handwerkskammer in der Überbetrieblichen Lehrlingsausbildung. Ich betreue dort Kurse für sicheres Arbeiten an Holzbearbeitungsmaschinen und lerne viele unterschiedliche junge und ältere Lehrlinge kennen...unter anderem auch immer wieder junge Frauen, die sich für eine Ausbildung im Handwerk entschieden haben.
Diese Woche bin ich wieder mit Lehrlingen in der Werkstatt - 9 Jungs und 3 Mädels. Auf der Teilnehmerliste fand ich einen männlichen Vornamen, den ich bisher nur aus einer US-Crime-Serie kenne. Heute Früh fragte ich den jungen Mann, was denn seine Eltern dazu bewegt hat, ihm diesen Namen zu geben - hätte ja sein können, das diese Serie eine Inspiration gewesen sein ist.
Die Antwort war genau so interessant wie der Namen...."den hab ich mir selbst ausgesucht...." und hat mich dazu bewegt nachzufragen, wie es dazu gekommen ist. Seine Antwort war genau so einmalig wie der Namen - ihr könnte es euch vielleicht schon denken - "...ich war im falschen Körper..."
Ich hab mich für die Antwort bedankt und dann erst einmal mit der Arbeit angefangen. In der Mittagspause hat es sich dann ergeben, dass ich mit ihm ein paar Worte wechseln konnte. Auf meine Frage nach dem Stand seiner Transition bekam ich bereitwillig Antworten. Auch für ihn ist das Selbstbestimmungsgesetz eine Erleichterung auf seinem weiteren Weg. Sobald wie möglich wird er die PÄ/NÄ auf dem Amt beantragen - was ich interessant finde, denn bei uns wird er bereits mit männlichem Namen geführt.
1,5 Jahre Hormontherapie haben schon eine deutliche Wirkung gezeigt, männliche Stimme, Bart- und Haarwuchs, lassen ihn mich als jungen Mann wahrnehmen. Derzeit "kämpft" er mit der Krankenkasse für eine Brustentfernung und auf meine Frage nach dem Ziel der körperlichen Veränderungen, kam eine klare Aussage, dass er keine "unnatürliche Bockwurst" im Schritt haben möchte und wohl eher auf Silikonprothesen setzen will....was für ihn aber derzeit noch nicht das große Thema ist. Ich habe mich dann erst einmal bei ihm für seine offen Art bedankt und zumindest signalisiert, dass ich sehr gut nachvollziehen kann, wie es ihm geht. Während des Gesprächs habe ich mir schon überlegt, ob ich etwas von mir erzählen soll oder nicht, es aber einfach gelassen. Es ist eine absolut falsche Konstellation zwischen Ausbilder und Azubi diese Art von Gespräch zu führen.
Dennoch habe ich mich gefreut, wieder einen einzigartigen Menschen kennen zu lernen und ihn ein winziges Stück auf seinem Leben begleiten zu können und für sein beruflichen Weg zu stärken.
Für Ende nächster Woche habe ich mir vorgenommen, wieder einen Malvine-Tag zu erleben. Ich bin gespannt, ob ich es trotz vollem Terminkalender hinbekomme - wenn nicht, dann ist spätestens am Watzenhof wieder Malvine pur zu erleben.
Liebe Grüße
Malvine
