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Re: queer.de: Beatrix von Storch geht auf Tessa Ganserer los

Verfasst: So 20. Feb 2022, 15:54
von Jaddy
Anne-Mette hat geschrieben: So 20. Feb 2022, 12:39
Jasmine hat geschrieben: So 20. Feb 2022, 12:28 Man kann doch Frau Ganserer nicht angehen, weil sie sich nicht dem TSG Gesetz stellen will.
Ja - das ist eben die Frage (habe ich auch schon mehrmals gesagt/geschrieben).
NOCH ist das Gesetz gültig - und ist insbesondere von Amtsinhaberinnen und Amtsinhabern zu befolgen.
Es zwingt sie auch kein Mensch, sich dem TSG zu stellen; aber dann sind die Konsequenzen zu tragen.
Soweit ich das überblicke geht tatsächlich nicht um Rechtsbelange und deshalb um keinerlei rechtliche Konsequenzen. Und Gesetze können ausschliesslich nur rechtliche Konsequenzen haben.

Tessa Ganserer hat meines Wissens nirgendwo mit falschem Namen Rechtsgeschäfte getätigt. Sie hat nirgendwo etwas vorgespiegelt. Sie hat gegen kein Gesetz verstossen und sich vollkommen konform zu Parteiregelungen und Wahlgesetz verhalten. Es gibt also kein Gesetz, dass sie hätte einhalten müssen.

Natürlich steht in ihrem Registereintrag ein anderer Name und ein andere Gendermarker. Aber weder die Partei, noch die Wählys, noch die Bundestagsverwaltung oder ihre demokratischen Kollegys haben damit ein Problem. Kein rechtliches und kein menschliches.

Natürlich hat Storch "sachlich richtig" den eingetragenen Namen und Gendermarker erwähnt. Genauso "sachlich richtig" wäre, ständig vom "behinderten Herrn Schäuble" zu reden, vom "übergewichtigen Herrn Altmaier", der "kinderlosen Frau Merkel", dem "Schwarzen Herrn Diaby" oder der "Lesbe Alice Weidel".

Alles "sachlich richtig", aber menschlich genauso mieser Stil wie die Attacke von Storch gegen Tessa Ganserer.

Kein"¢e demokratische Abgeordnete"¢r würde das so machen. Alle kriegen offenbar die intellektuelle Leistung hin zu sagen "Liebe Tessa, wir wissen was in deinem Perso steht. Wir kennen deinen noch-Gendermarker. Wir akzeptieren deinen politischen Kampf gegen ein Gesetz, das BVerfG und die Mehrheit im Parlament für überholt halten, und wir respektieren dich als Mensch, als Frau und reden dich deshalb als Frau Tessa Ganserer an. Den praktischen und rechtlichen Kram kriegen wir schon rechtskonform geregelt".

Wenn Wolfgang Kubicki das mit seinem ansonsten manchmal erstaunlich absonderlichen Hirn hinkriegt, sollte das doch auch hier soweit verständlich sein.

In Wirklichkeit läuft es auf die Frage hinaus, wann eine Person das (Menschen)Recht hat, von anderen mit dem gewählten Namen und dem erklärten Geschlecht akzeptiert zu werden.

Oder noch einfacher formuliert: Wann ist eine Person "trans genug" um von den Mitmenschen akzeptiert zu werden.

Die einen sagen "nie" und pochen auf "Biologie" oder "Sozialisation". Die anderen fordern "komplette OPs" a'la TSG 1981 und die gnädigeren verlangen "wenigstens die Absolvierung des TSG in seiner [verfassungswidrigen, EU- & WHO- menschenrechtswidrigen] Restform".

Nicht um irgendwo rechtskonform zu werden, denn wie gesagt gab und gibt es keine rechtlichen Anforderungen und keine Rechtsverstösse, sondern um in den Augen anderer das Recht auf Namen und Anrede zu erwerben.

Re: queer.de: Beatrix von Storch geht auf Tessa Ganserer los

Verfasst: So 20. Feb 2022, 19:43
von Wendy
Hallo zusammen,

Jaddy hat folendes geschrieben:
Jaddy hat geschrieben: So 20. Feb 2022, 15:54
Tessa Ganserer hat meines Wissens nirgendwo mit falschem Namen Rechtsgeschäfte getätigt. Sie hat nirgendwo etwas vorgespiegelt. Sie hat gegen kein Gesetz verstossen und sich vollkommen konform zu Parteiregelungen und Wahlgesetz verhalten. Es gibt also kein Gesetz, dass sie hätte einhalten müssen.

Natürlich steht in ihrem Registereintrag ein anderer Name und ein andere Gendermarker. Aber weder die Partei, noch die Wählys, noch die Bundestagsverwaltung oder ihre demokratischen Kollegys haben damit ein Problem. Kein rechtliches und kein menschliches.
Dazu möchte ich noch einen Punkt ergänzen, der zwar schon einmal in diesem Chat kurz angesprochen wurde, von einigen aber zu wenig beachtet wird:

Frau Ganserer wurde vorgeworfen, sie hätte sich einen Listenplatz über die Frauenqute erschlichen.
Dazu ist anzumerken, daß die paritätische Besetzung der Listenplätze keine gesetzliche Quote ist, sondern eine parteiinterne Regelung.
Damit lag die Eintscheidung, ob Frau Ganserer auch ohne formaljuristischen Eintrag im Personalausweis als Frau auf die Wahlliste gesetzt werden darf, bei den Parteigremien von Bündnis90/die Grünen.
Es wurde dabei gegen keine gesetzliche Regelung verstoßen, mit Wählertäuschung hat das ganze sowieso nichts zu tun.

Die Redaktion von "Emma" hat bei dieser parteiinternen Frage kein Mitentscheidungsrecht und schon gar nicht Frau von Storch oder die AfD.

Für einen Einspruch dagegen dürfte höchstens ein parteinternes Schiedsgericht der Grünen zuständig sein und nicht die Bundeswahlkommision.

Ansonsten würde ich mir wünschen, daß Frau Ganserer Ihre Arbeit im parlamentarischen Rat für Nachhaltigkeit und allgemein als Abgeordnete machen darf, ohne dabei durch persönliche Angriffe von rechts außen gestört zu werden!


LG

Wendy

Re: queer.de: Beatrix von Storch geht auf Tessa Ganserer los

Verfasst: So 20. Feb 2022, 20:05
von Michi
Wendy hat geschrieben: So 20. Feb 2022, 19:43 Dazu ist anzumerken, daß die paritätische Besetzung der Listenplätze keine gesetzliche Quote ist, sondern eine parteiinterne Regelung.
Genau, und das wurde auch bereits mehrfach hier im Forum geschrieben (u.a. von mir), ficht aber die Kritiker an Frau Ganser und der Vorgehensweise der Grünen scheinbar kein bisschen an. :(

Re: queer.de: Beatrix von Storch geht auf Tessa Ganserer los

Verfasst: So 20. Feb 2022, 22:43
von Karla
Wo Recht zu Unrecht wird...
In Bayern ist ein Mann mehrmals verhaftet worden: Er hat während der Corona-Regeln die Parkbank für die alte Oma freigekämpft!!!
(solange nur eine/r auf der Bank sitzt, kann NIX passieren!!!)
Das gilt auch für das TSG, von dem viele Teile bereits vom BVG kassiert wurden!!!

ICH bewundere Tessa und wünsche ihr weiterhin viel Kraft!!!

Den TERFs incl. Störchin muß frau klarmachen, DASS "FRAU" seit mehr als 10 Jahren (endlich) auch ohne OP,... geht!!!
-das Verfassungsgerichtsurteil hat in diesen mehr als 10 Jahren nicht zum Untergang Deutschlands geführt!!!
...mit oder ohne dgti-Ausweis DARF ich FRAU SEIN, danebenbenehmen im Damen-WC,... ist damit DENNOCH UNTER KEINEN UMSTÄNDEN gedeckt!!!
(Tarnung als Hausmeister, Servicetechniker,... wäre UM KLASSEN BESSER!!! - wenn eine/r SO WAS planen sollte)

Mal weiter gedacht: Es gibt cis-Heteros, Schwul, Lesbisch, Bi,.......

-> JEDER Mensch, dem ich IRGENDWO BEGEGNE, könnte Interesse an mir als Sexualpartner haben!!!
(war mir mit KNAPP Ü20 nicht so klar, daß Kerle auf mich stehen könnten,.... ...geb zu, da war ich naiv: die Diskussion hier im Forum war heftig!!!)
GENAUSO darf ich NEIN sagen!!!
(wenn ich sicher genug bin, daß ich heile aus der Situation rauskomme....)
- sonst gilt der Spruch unserer Großmütter: lieber 10 Minuten vergewaltigt als ein Leben lang tot!!!)
...versuchen, DAS "irgendwie" zu verarbeiten!

"frau" ist im WC nicht vor "Kerstin Ott" sicher...!!! - Nein!!! KEINE UNTERSTELLUNG - war nur ein Beispiel dafür, daß eine Frau, die sich als hetero definiert hat, in 'ner lesbischen Beziehung gelandet ist.....
(DIE BEIDEN HABEN MEINE ABSOLUTE SYMPATHIE!!!)

ICH habe Zeit gebraucht, aber habe den "175er" endlich aus dem Kopf gekriegt!!!
Mit "Ein bißchen BI schadet nie" konnte ich einige homo-/transphobe Kerle ins Leere laufen lassen!

...nach knapp 2 Jahren HET,... und der Lebenserfahrung auch darüber hinaus, haben prinzipiell ALLE (Mann, Frau, ob cis- oder trans) grundsätzlich bei mir 'ne Chance!
(zu den Jungs aufs Klo trau ich mich trotzdem nich mehr!)

LG Elly

Re: queer.de: Beatrix von Storch geht auf Tessa Ganserer los

Verfasst: So 20. Feb 2022, 22:48
von Marielle
Namd zusammen, Hallo Michi,
MichiWell hat geschrieben: So 20. Feb 2022, 20:05das ..... , ficht aber die Kritiker an Frau Ganser und der Vorgehensweise der Grünen scheinbar kein bisschen an
Das ist wirklich irritierend. Menschen, die jahrelang darauf bestanden haben, dass das Wort der betroffenen Person zählen muss, kommen plötzlich auf die Idee, dass die Papierfassung, d.h. die althergebrachte Fremdbestimmung, über diesem Wort steht. Dies, obwohl eine Gruppierung (B90/Grüne) der (ehemaligen?) eigenen Forderung exakt nachgekommen ist.

Es kotzt mich an, dass es die Strolch mit ihrer widerwärtigen Einlassung zu schaffen scheint, die Forderung nach Selbstbestimmung sogar innerhalb der Community zu diskreditieren. Aus den Reaktionen aus dem Bundestag kann man den Eindruck gewinnen, dass die CDU/CSU in Teilen weiter ist, als es manche Betroffene sind.

Offenbar haben manche hier vergessen oder verdrängt, wofür zu streiten ist.

Habt es gut, macht es besser

Marielle

Re: queer.de: Beatrix von Storch geht auf Tessa Ganserer los

Verfasst: Mo 21. Feb 2022, 00:37
von kochy25
Patricia_cgn hat geschrieben: Fr 18. Feb 2022, 14:15 ich bitte hiermit offiziell darum kochy25 aufgrund transphober Aussagen aus dem Forum zu entfernen.
Die Aussage darüber dass er transfinanziell sei wird sehr oft von transphoben Menschen getroffen. Er spricht mit dieser Aussage allen transidenten Menschen das Recht ab behandelt zu werden, es sei denn sie können es selbst finanzieren.

Patricia
Per Definition ist eine Phobie etwas mit Angst. Ich kann dir versichern das dem nicht so ist - sonst wäre ich wohl auch nicht in diesem Forum. Ich vermute das du meinen Beitrag - der im Anblick des Themas aus meiner Sicht absolut sachlich geschrieben wurde auf der emotionalen Ebene und dann auch noch falsch verstanden hast.
Ich kann deine Aufregung verstehen - aber wenn du 1-3 Mal tief durch atmest, dich entspannst und dir klar machst das ich weder dich persönlich noch wen anders hier noch Ganserer persönlich angegriffen habe gelingt es dir vielleicht zu einer sachlichen Debatte zurück zu finden.

Vielleicht habe ich mich auch etwas ungeschickt ausgedrückt - mag auch sein. Falls du dich persönlich angegriffen gefühlt hast - lag das nicht in meiner Absicht - entschuldige Bitte!


Zurück zum Thema - welches zugegeben sehr komplex ist.
Eine "Quotenregelung" ausschließlich mit dem Ziel eine bestimmte Eigenschaft (in diesem Fall das weibliche Geschlecht) zu fördern unabhängig einer wie auch immer gearteten Qualifikation halte ich schon generell für schwierig - ganz egal wo und in welchem Bereich das ist. Man stelle sich einen gutgehenden Betrieb vor: viele Angestellte, sichere Jobs, schwarze Zahlen. Aufgrund einer gesetzlichen Quotenregelung werden Schlüsselpositionen nun nicht durch die geeignetsten Personen besetzt sondern durch wen welche dem aktuell förderwürdigen Geschlecht entspricht welche nicht (wie zum Beispiel die Frau baerbock) die nötige Qualifikation besitzt (und welche sogar ihren Lebenslauf gepimpt hat) und nun die gesamte Firma den Bach runter geht - nur aufgrund einer Quote.
Natürlich kann den Job auch eine Frau machen - das will ich damit jetzt nicht sagen. Aber wenn - dann soll sie das auch gefälligst können und nicht nur "gut aussehen".

Ich bin kfz Meister. Im Handwerk gab es immer wieder Mal den "Mädels Tag" wo Frauen in typische Männer Berufe reinschnuppern sollten. Eine dieser Kandidatinnen war nach 10 Minuten mit der Sache durch - weil sie sich die Finger schmutzig machen sollte (achsmanschette erneuern) und ist von sich aus wieder gefahren. Sowas passiert halt wenn man regulierend in etwas eingreift.
2 Jahre davor war eine da - die hätte ich gerne als Lehrling genommen. Sie hatte das "gewisse etwas" was man für den Job braucht und hätte durchaus gute Chancen gehabt.

Ich schweife ab - wir waren bei der Quote. In diesem Fall kommt die quote nun jemand "zu gute" der nicht direkt gewählt wurde. Diese Person erfüllt aber nun nicht die für diese Quote notwendige Qualifikation - zumindest nicht im Sinne des Erfinders - vollständig. Für mich persönlich ist das wurscht - ob das da nun eine sie, ein er oder was auch immer ist.wegen mir kann Ganserer heute im Kleid, morgen im Dirndl und übermorgen im Hosenanzug dort auftauchen. Was mir persönlich wichtig ist, das alle (und damit meine ich alle die da im Bundestag Politiker spielen) einen guten Job machen und nicht nur Kohle kassieren.
Ob Ganserer die für den politischen Posten geeigneten Kenntnisse hat - das vermag ich derzeit nicht zu beurteilen. Ich kritisiere aber die Art und Weise wie diese Person an diesen Posten gekommen ist.

Dagegen finde ich es gut das jemand mit einem "crossdresser, Transsexuellen" oder wie auch immer Hintergrund dort einzieht um (vielleicht) den Weg für ein einfacheres leben (Stichwort Transsexuellen Gesetzgebung) ebnen könnte. Für mich persönlich stellt sie so wie sie dort zur Zeit Auftritt eine sie da.
Die von der AFD - die kannte ich bis zu dem Zeitpunkt nicht einmal. Vom ersten Eindruck her ist mir diese Person maximal unsympathisch (Bauchgefühl). Mehr kann ich da aber ebenso wenig zu sagen - weil ich sie eben nicht kenne (ebensowenig wie Ganserer übrigens) .

Ich habe mir auf Twitter das Profil von Ganserer angesehen. Besonders viel Erkenntnisse habe ich allerdings dort auch nicht bekommen (also was ihren Job als Abgeordnete angeht). Ich lasse mich aber gerne positiv überraschen - also abwarten.


Einen schönen Abend noch.


Gruß Marco.

Re: queer.de: Beatrix von Storch geht auf Tessa Ganserer los

Verfasst: Mo 21. Feb 2022, 02:38
von Lana
kochy25 hat geschrieben: Mo 21. Feb 2022, 00:37 In diesem Fall kommt die quote nun jemand "zu gute" der nicht direkt gewählt wurde. Diese Person erfüllt aber nun nicht die für diese Quote notwendige Qualifikation - zumindest nicht im Sinne des Erfinders - vollständig.
Lieber Marco,

das ist falsch - und wurde hier auch schon mehrfach erklärt. Schau einfach noch mal bei den Grünen nach, wer sich als Frau "qualifiziert". Im Sinne des Erfinders (der Partei von Ganserer) erfüllt sie die Anforderungen vollständig.

LGL

Re: queer.de: Beatrix von Storch geht auf Tessa Ganserer los

Verfasst: Mo 21. Feb 2022, 03:22
von Karla
@kochy: Das Mädel hatte ihre Chance, sich bei Dir die Finger dreckig zu machen! Das ist auch gut so!
(meine Tochter war 3 oder 4, da haben wir ein Auto ausgeschlachtet: Sie hat nen Kotflügel abgeschraubt, der größer als sie selbst war!)

Tessa: DEN MUT muß eine erst mal aufbringen, sich im bayrischen Landtag von einem Tag auf den anderen zu outen!

...und dann nicht den bequemen (wenn auch nicht ganz billigen) Weg über das olle TSG zu gehen!

Nyke Slawik hat den anderen Weg gewählt - auch für jeden nachzuvollziehen: Deshalb hat sich die v. Strolch gehütet, da DEN OFFENEN RECHTSBRUCH zu begehen!!!
Ab dem Outing/Coming Out ist die neue Geschlechtsidentität zu respektieren: Verfassungsgericht, s.auch dgti-Ergänzungsausweis.
...selbst bei suboptimalem Passing!!!

Außer am braun-rechten Rand hat die v. Strolch nur Contra gekriegt: UND DAS IST AUCH GUT SO!!!

Rosa Winkel ist seit 1945 in Deutschland abgeschafft, Schwulenparagraf 175 seit 1994 (auch wenn er noch nicht aus allen Köpfen raus ist), fürs TSG wirds auch Zeit!
(vielleicht muß frau es ein bißchen ad absurdum führen, v. Strolch hilft ungewollt vielleicht sogar dabei!)

LG Elly

Re: queer.de: Beatrix von Storch geht auf Tessa Ganserer los

Verfasst: Mo 21. Feb 2022, 08:39
von Anne-Mette
Moin,
Marielle hat geschrieben: So 20. Feb 2022, 22:48 Das ist wirklich irritierend. Menschen, die jahrelang darauf bestanden haben, dass das Wort der betroffenen Person zählen muss, kommen plötzlich auf die Idee, dass die Papierfassung, d.h. die althergebrachte Fremdbestimmung, über diesem Wort steht.
Bei allem Respekt, aber das ist zu kurz gefasst - und falls es in meine Richtung geht, dann bin ich nicht "plötzlich auf die Idee der Papererfassung und der althergebrachten Fremdbestimmung" gekommen.
Ich werde nun nicht diejenigen verteidigen, die "auf der anderen Seite stehen".
ABER - und ich wiederhole mich: ich lege bei der Wahl zum Bundestag andere Maßstäbe an als bei "privaten Zwischenlösungen" (z.B. mit dgti-Ausweis).
Die Vorgehensweise von Tessa mag ihren Zweck der Provokation erfüllt haben; aber insgesamt ist er "der Sache" sicherlich nicht dienlich.
Neben der Scharmützeln im Bundestag gibt es auch noch "das reale Leben"...

Gegen das Kotzen hätte ich vielleicht die eine oder andere Teesorte )))(: (nurse)

Gruß
Anne-Mette

Re: queer.de: Beatrix von Storch geht auf Tessa Ganserer los

Verfasst: Mo 21. Feb 2022, 08:41
von Anne-Mette
Elizabeth hat geschrieben: Mo 21. Feb 2022, 03:22 (meine Tochter war 3 oder 4, da haben wir ein Auto ausgeschlachtet: Sie hat nen Kotflügel abgeschraubt, der größer als sie selbst war!)
War Tessa auch dabei???

Re: queer.de: Beatrix von Storch geht auf Tessa Ganserer los

Verfasst: Mo 21. Feb 2022, 09:23
von Patricia
kochy25 hat geschrieben: Fr 18. Feb 2022, 13:37 ich bin Transfinanziell: das heißt ich bin ein Reicher Typ - geboren im Körper einer Armen Sau - das interessiert aber auch keinen und ich bekomme jetzt trotzdem nicht Geld von anderen zur erfüllung meines Geburtsrechts.... Falls jemand das Ändern möchte - meine Paypal Adresse steht wohlwollenden Spendern jederzeit offen.
Warum soll also das eine gehen - das Andere aber nicht?
Marco, es mag sein, dass ich mich persönlich angegriffen fühle, denn ob du es glauben magst oder nicht, mir geht es in erster Linie um die zitierte Aussage
Ich habe so eine Aussage oder sehr ähnliche Aussagen bereits zu oft von Menschen gelesen die erwiesenermaßen transfeindlich sind.
Es mag vielleicht auch an meinen mangelnden Deutschkenntnissen oder was auch immer liegen. Aber ich interpretiere diese Aussage so: du bist trans? Spinner!!! Du bist und bleibst ein Mann!
Ich denke ich werde nicht die einzige sein, die es so oder ähnlich versteht.
Vorzugsweise fallen solche Aussagen von Männern .. Oder zumindest habe ich die bisher von Männern gelesen ..

Was die Frauenquote angeht so bin ich aber Meinung. Zu oft in meinem Arbeitsleben habe ich erlebt, das Männer Frauen nicht ernst nehmen und für geistig unterlegen halten. Zu oft werden Frauen werden auf ihre primären und sekundären Geschlechtsorgane reduziert. Und zu ist wird den Frauen hinterhergeworfen sie sollten sich endlich Mal richtig durchbumsen lassen damit sie endlich wieder zufrieden sind.
Ob du es glaubst oder nicht, auch mir ist aufgefallen, dass ich von manchen meiner ehemaligen sog. Freunde plötzlich viel schlechter behandelt wurde.

Dein Beispiel mit dem Mädel das nach 10 min wieder nach Hause gefahren ist, sagt dass leider nichts aus. Mein Sohn wäre da auch nach Hause gefahren. Dabei ist er definitiv nicht trans und ziemlich ein Kerl. Der Beruf des Mechatronikers war nichts für ihn (er hat ein Praktikum gemacht)
Dafür hat er sich für einen anderen, meiner Meinung nach sehr männlich geprägten Weg entschieden. Er ist zur Bundeswehr gegangen und mittlerweile Gefahr es ihm dort relativ gut.
Die Wahl der Berufe wird oft durch unsere Sozialisation bestimmt.

LG
Patricia

Re: queer.de: Beatrix von Storch geht auf Tessa Ganserer los

Verfasst: Mo 21. Feb 2022, 10:51
von Jaddy
kochy25 hat geschrieben: Mo 21. Feb 2022, 00:37 Ich schweife ab - wir waren bei der Quote. In diesem Fall kommt die quote nun jemand "zu gute" der nicht direkt gewählt wurde. Diese Person erfüllt aber nun nicht die für diese Quote notwendige Qualifikation - zumindest nicht im Sinne des Erfinders - vollständig. Für mich persönlich ist das wurscht - ob das da nun eine sie, ein er oder was auch immer ist.wegen mir kann Ganserer heute im Kleid, morgen im Dirndl und übermorgen im Hosenanzug dort auftauchen. Was mir persönlich wichtig ist, das alle (und damit meine ich alle die da im Bundestag Politiker spielen) einen guten Job machen und nicht nur Kohle kassieren.
Ob Ganserer die für den politischen Posten geeigneten Kenntnisse hat - das vermag ich derzeit nicht zu beurteilen. Ich kritisiere aber die Art und Weise wie diese Person an diesen Posten gekommen ist.
Sorry, Marco, aber für eine Meinung scheinst du reichlich zu wenig Ahnung von den beteiligten Leuten, den Vorgängen, den Regeln und dem Wissenstand rund um trans und Gender zu haben.

Tessa Ganserer wurde gewählt. Und zwar mit 58% der Delegiert"¢innenstimmen auf Platz 13 der bayrischen Landesliste der Grünen für die Bundestagswahl. Das ist eine rein parteiinterne Entscheidung.

Sie erfüllt die parteiinternen Kriterien, nämilch a) Frauenstatut(1) und b) Satzung(2) der Partei. Bei anderen Parteien mag das anders sein und du magst eine andere Präferenz haben, aber regelgerecht ist es und zweifellos und buchstäblich im Sinne der Erfinder"¢innen.

Zweitens lebt Tessa Ganserer seit 2009 privat offen trans, was auch mehrfach in Medienbeiträgen inklusive Porträtartikeln und Interviews thematisiert wurde. Seit 2019 nach ihrem Coming Out vor dem gesamten bayrischen Landtag auch in ihrem Job als Abgeordnete als trans Frau. Auch das wurde vom bayrischen Landtag problemlos akzeptiert. Ein paar Überblicksinfos: https://de.wikipedia.org/wiki/Tessa_Ganserer

Als trans Frau erfüllt sie zweifellos die "Qualifikation", wegen ihres Geschlechts an vielen Stellen negativ diskriminiert zu werden. Sogar mehrfach. Als (erkennbar) trans Frau ist es sowohl in "männlichen" Zirkeln schwierig, wie in vielen "weiblichen". Die Quotierung ist genau dazu gedacht, benachteiligten Personen eine Stimme in den Kreisen nicht-diskiminierter zu verschaffen. Die "Bevorzugung" durch Quote ist bewusst. Keine andere Partei im BT hat einen so hohe Frauenanteil, in keiner anderen BT-Fraktion sind geoutete trans Personen. Die einzig andere Partei, die da einigermassen rankommt ist die Linke.

Im Bundestag ist Tessa ordentliches Mitglied im "Ausschuss für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz" und stellvertretendes im Gesundheitsausschuss und im "Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft". Alles nachzulesen in https://www.bundestag.de/abgeordnete/bi ... ssa-860336

Ihre erste Rede im BT hat sie am 17.2. gehalten, wenige Stunden nach Storchs Attacke, und zwar anlässlich der Einsetzung eines Parlamentarischen Beirates für nachhaltige Entwicklung. Davon hat sie nämlich Ahnung: Sie hat Försterin gelernt - hallo Hände schmutzig machen - und Forstwirtschaft studiert.

Es ist also keineswegs so, dass hier irgendwer unter falscher Flagge segelt oder sich unberechtigte Vorteile erschlichen hätte. Da wären schon Wahlkommissionen und andere vor gewesen. Deine Kritik daran ist sachlich haltlos.

Was ich bei dir zwischen den Zeilen lese sind die bekannten Ressentiments gegen trans Personen, die sich in den Augen einiger ~hm~ "nicht genug anstrengen". Nicht "die OPs machen lassen". Nicht dem TSG zu Kreuze kriechen, das bekanntermassen überholt und ziemlich sicher verfassungwidrig ist und mehreren Resolutionen von EU, WHO und UN bezüglich Rechte von trans Personen widerspricht, und das eine Mehrheit des Bundestags baldmöglichst abschaffen will. Nicht nur des jetzigen, sogar des vorigen Bundestags.

Also was berechtigt irgendwen, mit oder ohne Ahnung von der Sache, eine Person wie Tessa Ganserer zu "kritisieren", angesichts ihrer Biografie und ihrer Nervenstärke, die vollkommen regelgerecht und von allen demokratischen Kolleg"¢innen als Frau akzeptiert ihre Arbeit tut und sich diesen Spiessrutenlauf mit dem alten Namen antut, um das menschenrechtswidrige Gesetz endlich abzuschaffen?

Woher nimmst du, Marco, dir das Recht zu entscheiden, wer "trans genug" ist? Wie begründest du deine Kriterien, anderen ihre Identität abzusprechen? Wieso traust du dich überhaupt eine Meinung zu haben und zu äussern, ohne dich wenigstens mal über Ganserer, Storch und den ganzen Mist bzgl TSG, trans Diskriminierung, Quoten, TERFs und queerfeindlichen Faschisten zu informieren?

Mit Fragen hätte ich kein Problem, hättest du sie gestellt. Ich hätte sie dir gerne wie oben beantwortet. Aber "Kritik", ob Tessa Ganserer ausreichend Frau für einen Frauenplatz ihrer Partei ist? Nope. Die steht dir nicht zu, bevor du nicht viel mehr Ahnung vom Thema hast.

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(1) "Die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in der Politik ist ein politisches Ziel von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Die Mindestquotierung von Ämtern und Mandaten ist eines der Mittel, um dieses Ziel zu erreichen. Von dem Begriff "Frauen" werden alle erfasst, sie sich selbst so definieren. Ebenso wie die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen ist die Anerkennung geschlechtlicher Vielfalt ein Ziel von BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN: Trans*, inter und nicht-binäre Menschen sollen in unserer Partei gleichberechtigte Teilhabe erhalten. Alle Gremien und Versammlungen sind dazu angehalten, dieses Ziel zu achten und zu stärken."

(2) "Ein wesentliches Ziel ist die Verwirklichung der Rechte und Interessen von Frauen. Frauen sind Personen, die sich als solche definieren. Frauen und alle Mitglieder bei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN wissen, dass sich eine Veränderung durch das bloße Hoffen auf gute Vorsätze nicht erreichen lässt. Veränderungen müssen auf vielen Ebenen ansetzen. Ein Ansatz ist das Grüne Frauenstatut mit der darin verankerten Quotierung der Ämter und Mandate. Wir unterscheiden für Gremienbesetzungen, Redelisten und Wahllisten generell in Frauenplätze (für alle, die sich als Frauen definieren) und offene Plätze, die allen Menschen unabhängig von ihrer Geschlechtsidentität offenstehen, also auch trans*-, inter- und non-binären Personen. Diese Maßnahmen sind ein Weg, die Interessen von Frauen zu verwirklichen und gleichzeitig die geschlechtliche Vielfalt abzubilden. Das Ziel von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN ist, dass alle Mitglieder in allen Lebensbereichen über ihre Interessen selbst bestimmen."

Re: queer.de: Beatrix von Storch geht auf Tessa Ganserer los

Verfasst: Mo 21. Feb 2022, 11:13
von Claudia_G
Hallo Jaddy,

Danke erstmal für deinen unermüdlichen Einsatz und die vielen vielen sehr dezidierten Versuche, die Tatsachen darzustellen und der komischerweise in letzter Zeit zunehmenden Anzahl (meiner Meinung nach) doch sehr fragwürdigen, nennen wirs mal "Ansichten" hier entgegenzutreten.
Leider nur mit mäßigen Erfolg (positiv gedacht :roll: )

Nun zum Eigentlichen:
Jaddy hat geschrieben: Mo 21. Feb 2022, 10:51 Wieso traust du dich überhaupt eine Meinung zu haben und zu äussern, ohne dich wenigstens mal über Ganserer, Storch und den ganzen Mist bzgl TSG, trans Diskriminierung, Quoten, TERFs und queerfeindlichen Faschisten zu informieren?
Deine Frage findet ihre Antwort in GG Art 5, der es jedem Deutschen erlaubt, den allergrößten Unfug zu äußern, solange er es als "seine Meinung" deklariert und es nicht "den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre" (GG Art 5 satz 2) zuwider läuft.
Von daher kann jeder einfach mal so über alles fabulieren und jedwede sachbezogene, auf Tatsachen beruhende Erwiderung ignorieren - was ja hier in "eindrucksvoller" Weise bewiesen wird.

Re: queer.de: Beatrix von Storch geht auf Tessa Ganserer los

Verfasst: Mo 21. Feb 2022, 11:37
von Sabrina Verena
Das Problem ist, dass Frau von Storch mit diesem Denken bei Travesta- Nutzern Zuspruch bekommt.
Und zwar von Personen die sich als Postoperative Transfrauen darstellen.
Frau Storch hat nur ausgesprochen was viele denken.
Auch sollten wir unseren eigenen Sprachgebrauch berücksichtigen.
Die willkürliche Benutzung von Begriffen, wie TS, TV usw. trägt auch ein Stück mit dazubei, Desinformation und Irritation zu verursachen und somit ein fruchtbares Feld für die von transfeindlichen Kräften gewolltte Verunsicherung zu schüren.
Das Wegdiskuttieren von Geschlecht ist auch kein Hilfsmittel dem entgegen zu wirken.
LG Verena

Re: queer.de: Beatrix von Storch geht auf Tessa Ganserer los

Verfasst: Mo 21. Feb 2022, 15:22
von Jaddy
Interview mit und Kommentar von Anastasia Biefang zum Thema: https://politik.watson.de/deutschland/i ... rfahrungen