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Re: Freundinnen und Freunde der großen und der kleinen Eisenbahn
Verfasst: Sa 29. Mai 2021, 16:36
von Christel_Inter
Mirjam hat geschrieben: Fr 28. Mai 2021, 12:45
Der nächste Containerbahnhof ist 30 Kilometer entfernt, das dürfte jetzt nicht mal soo weit sein, andere Regionen haben da noch weiter. Und auf diesen 30 Kilometern wird wieder alles auf der Straße gefahren.
Genau an dem Stichwort Container-Verkehr lässt sich superleicht ablesen, wie sehr die Bahn und ihre Verantwortungsträger ihre Aufgabe nicht wirklich ernst genommen haben.
Fahren wir nur mal auf der BAB7 zwischen Kassel und Hamburg. (auf der BAB1 dürfte es ähnnlich aussehen). Es sind Container-Rollbahnen. Die Abstände zwischen den Container-Terminals ist teilweise erschreckend groß.
Allein die Menge eines Schiffes, dass in Hamburg anlegt und be- und entladen werden muss (inzwischen über 8.000 TEU) - ein Containerzug kann aktuell um 90 TEU aufnehmen. Und Ham burg erreicht nicht nur ein Schiff dieser Art pro Woche... - Also selbst dieses vornehme Ladeystem mit einfachem Handling bringt die Bahn nicht auf Trab?
Beinahe schon lächerlich ist die hoch gelobte "neue Seidenstraße" per Schiene. Die Idee ist bestimmt gut, aber wenn da nur ein Zug pro Woche hin und her gefahren wird, wo liegt da ein Gewinn für die Güter-Schiene-Quote?
Quelle: http://www.christel-pruessner.de/__Schi ... 41__Cx.JPG
Re: Freundinnen und Freunde der großen und der kleinen Eisenbahn
Verfasst: Sa 29. Mai 2021, 18:27
von Christel_Inter
Sabrina Verena hat geschrieben: Sa 29. Mai 2021, 13:58
Ich wundere mich, weshalb es keine durchgehende Bahnverbindung von Hamburg nach Esberg gibt.
Selbst nach Tondern wird von deutscher Seite nicht gefahren, obwohl es ursprünglich der Zielbahnhof der Marschenbahn war.
Dabei ist gerade der westen Jütlands touristisch reizvoll.
Und wegen der Fähre Esberg- England eine kürzere Verbindung von Schleswig- Holstein aus nach England.
Ich kann Dir da nur beipflichten!
Grad im Gebiet der Nordfriesland - Dänemark zeigt sich mehrfach, wie wenig ernst es den Verkehrspolitiker und der Deutschen (Bundes-) Bahn war und ist, neben Weitsicht nun auch moderne Nachhaltigkeit in den Blick zu bekommen.
Hast Du eine Ahnung wie viele Gerichststunden
allein das absolut überflüssige Drama rund um den sogenannten Sylt-Shuttle gekostet hat und die DABG musste nicht nur klein beigeben, dazu auch noch diese alberne Lösung mit dem 628er-IC im Schlepp? - Dafür werden aber andernorts wegen zu schwacher Auslastung (die mehr Transport-Geld einbrachte, als allein dieser Personal- und Materialaufwand verschlang) Leistungen und Wege vernachlässigt und gestrichen.
Die Niebüll-Tondern-Esbjerg-Linie war schon früh nicht gewollt, und sie korreliert mit Strecke Flensburg - Leck- Niebüll.
Schau Dir nur mal die beiden Fahrplanjahre 1949 und 1970 an:
Quelle: http://www.christel-pruessner.de/__Schi ... 9_1970.jpg
Urprünglich fuhren die Züge nach dem Krieg sogar von Flensburg bis Süderlügum - eine Verlängerung bis Tondern wäre ein Leichtes gewesen.
Dann wird die Bahntochter "Autokraft" in Schwung gebracht und wird den Nutzern als schnelleres Verkehrsmittel unter die Nase gehalten. - Schon in den 1970er Jahren war das in der Sommersaison der Treppenwitz, wenn die Massen mit dem PKW nach Niebüll zur Autoverladung rollten und jetzt erst.
Und von wegen schneller - der Saison-Eilzug zeigte schon damals, welcher Fahrzeitgewinn sich auf dem Streckenabschnitt ergab.
Argumentiert wurde in den 1970er Jahren gerne mit der geringen Kapazität des Bahnhofs Niebüll; die Autozüge brauchten wahrlich viel Schiene im Bahnhof. Es war auch damals schon leichter große Bahnhöfe komplett neu zu planen (in unwegsameren Gelände - heute wäre Stuttgart das abschreckende Beispiel) und in Niebüll wird nur gebastelt. Dazu die einspurigen Abschnitte auf der Marschbahn. - Das lässt sich nur mit "ich will das einfach nicht, basta!" erklären.
Mein Literatur-Tipp "BAHN-Report" ein Fachzeitschrift, in der es nicht um Nieten und Dampf geht, sondern um den Schienenverkehr - erscheint alle zwei Monate -
https://bahn-report.de/ - da wirst Du von Dingen lesen, die einem die Haare zu Berge stehen lassen.
Re: Freundinnen und Freunde der großen und der kleinen Eisenbahn
Verfasst: Sa 29. Mai 2021, 20:15
von Christel_Inter
Michi, ich habe keine Ahnung, was mit Deutschland schon viel zu lange los ist. Es gibt geradezu eine pathologische Angst gegen die Ideen der Anderen. 1973 erlebten wir unseren Urlaub mit dem PKW am Ijsselmeer (NL) und auf dem Weg dorthin kreuzten wir auch die doppelspurige Strecke Leuwaarden - Zwolle. - Gesichert wurde die Querung mit einer automatischen Schrankenanlage. Die Wartezeit war erstaunlich kurz. - Und dann erscheint deheim im selben Jahr ein Pressebericht, mit dem mächtig gewaltig verkündet wird, dass die DB wieder mal was Modernes auf den Weg bringen will. Dafür habe man der Firma Siemens (wem denn auch sonst?) einen Forschungs- und Entwicklungsauftrag für automatische Schrankenananlgen an doppelgleisigen Straßen-Übergängen... und wie lange hat es dann noch gedauert... - Von diesen Beispielen gibt es viel zu viele!
Re: Freundinnen und Freunde der großen und der kleinen Eisenbahn
Verfasst: Sa 29. Mai 2021, 20:48
von Laura R
Das Problem liegt nicht bei der DB alleine, hier in Flensburg Weiche wollte eine recht große Spedition einen Gleisanschluss bauen. Die Bevölkerung hat das bedauerlicherweise erfolgreich verhindert, so dass das Vorhaben in kleinerer Form durchgeführt wurde. Die Strecke Flensburg - Lindholm ( Niebüll) ist immer wieder m Gespräch das sie reaktiviert werden soll, auch hier sind die Bürger größtenteils dagegen.
Der Abzweig zur Flensburger Hafenbahn auch stillgelegt, lieber lässt man Unmengen an LKW durch die Stadt fahren. Aus dem noch vorhandenen Bahndamm möchte die Stadt einen Radweg bauen. Man lässt eine komplette Bahnanlage einfach verrotten.
Diese Aufstellung könnte man um ein vielfaches weiterführen. Es ist scheinbar nicht gewollt.
Re: Freundinnen und Freunde der großen und der kleinen Eisenbahn
Verfasst: Sa 29. Mai 2021, 20:52
von Christel_Inter

- leider - leider, ich weiß! - -
es ist zum HEULEN?!
Re: Freundinnen und Freunde der großen und der kleinen Eisenbahn
Verfasst: Sa 29. Mai 2021, 21:32
von Michi
Hallo Cristel und Laura,
ich schaue öfter über Google Maps schaue (Satellitenansicht) nach alten Bahnstrecken, denn interessanterweise sieht man teilweise noch nach Jahrzehnten an den Geländemerkmalen, wie die ehemalige Streckenführung mal gewesen ist.
Besonders wenn ich dann hier im Osten schaue, ist sehr genau zu sehen, in welchem extremen Umfang in den letzten Jahren Bahnanlagen abgerissen wurden (oder wegen Nicht-mehr-Nutzung immer mehr überwuchern). Übrig bleiben im Wesentlichen nur noch die durchgehenden Hauptgleise. Alle Güterzuggleise und Ladebereiche sind weg. Im Westen lief der Abbau schon länger, und die Spuren sind etwas mehr verwischt.
Claudia kann uns dazu sicherlich noch viel mehr erzählen, ist sie doch seit der Wende mit der Kamera herumgezogen, und hat über die Jahre den Zustand dokumentiert.
Liebe Grüße
Michi
Re: Freundinnen und Freunde der großen und der kleinen Eisenbahn
Verfasst: Sa 29. Mai 2021, 22:30
von Inga
Hi,
Ich, bitte nicht nur Jammern ueber den Zustand. Ich denke Einfach ans manche Treffen von uns, wo kaum jemand mit der Bahn kommt, aber viele Autos vor der Tür stehen. Da haette ich gar nicht vermutet, dass es so viele Bahnfreund:innen* unter uns gibt.
Liebe Grüße
Inga
Re: Freundinnen und Freunde der großen und der kleinen Eisenbahn
Verfasst: Sa 29. Mai 2021, 23:16
von Plisseedreher70
Das Foto mit den beiden Dampfloks entstand vor 52 Jahren, Strecke Rottweil-Schömberg.
Zwei Jahre später fuhr hier der letzte Zug.
Das Foto mit den zwei Krokodilen entstand vor zwei Jahren und hinten kann man das vergammelte Viadukt erkennen.
Jetzt will man die Strecke wieder reaktivieren, aber da wird mit Sicherheit nicht's draus, da zum Teil neu bebaut.
Fotos bitte vertraulich behandeln, nur das Dampffoto stammt von mir, das andere von einem Freund!
Gruß PLISSI
Re: Freundinnen und Freunde der großen und der kleinen Eisenbahn
Verfasst: Sa 29. Mai 2021, 23:27
von Michi
Inga hat geschrieben: Sa 29. Mai 2021, 22:30
Ich denke Einfach ans manche Treffen von uns, wo kaum jemand mit der Bahn kommt, aber viele Autos vor der Tür stehen.
Hallo Inga,
das ist wohl oft genug der Tatsache geschuldet, dass (wie in meinem Falle) eine Entfernung von 50-60 Kilometern per Bahn zur Weltreise wird, weil Strecken und Taktung so ungünstig ausfallen, dass man 2-3 Stunden unterwegs ist, und nachts dann gar nicht mehr nach hause kommt. Ich kann und will nicht jedes Mal 1 Tag Urlaub nehmen und im Hotel übernachten müssen, nur um an einem Gruppentreffen in Chemnitz oder Leipzig teilnehmen zu können.
Liebe Grüße
Michi
Re: Freundinnen und Freunde der großen und der kleinen Eisenbahn
Verfasst: So 30. Mai 2021, 07:28
von SusiS
Die Bahn hat es fertiggebracht das der Zirkus Krone, der beim Umzug von einem Auftrittsort zum nächsten nicht mehr die Bahn benutzt (Hab gelesen, das er 2 Ganzzüge benötigte). Weil Be- oder Entladen der Ganzzüge vielfach nicht mehr sinnvoll möglich ist - dadurch die Tour sehr eingeschränkt war.
Re: Freundinnen und Freunde der großen und der kleinen Eisenbahn
Verfasst: So 30. Mai 2021, 14:06
von Sabrina Verena
MichiWell hat geschrieben: Sa 29. Mai 2021, 21:32
Hallo Cristel und Laura,
ich schaue öfter über Google Maps schaue (Satellitenansicht) nach alten Bahnstrecken, denn interessanterweise sieht man teilweise noch nach Jahrzehnten an den Geländemerkmalen, wie die ehemalige Streckenführung mal gewesen ist.
Besonders wenn ich dann hier im Osten schaue, ist sehr genau zu sehen, in welchem extremen Umfang in den letzten Jahren Bahnanlagen abgerissen wurden (oder wegen Nicht-mehr-Nutzung immer mehr überwuchern). Übrig bleiben im Wesentlichen nur noch die durchgehenden Hauptgleise. Alle Güterzuggleise und Ladebereiche sind weg. Im Westen lief der Abbau schon länger, und die Spuren sind etwas mehr verwischt.
Claudia kann uns dazu sicherlich noch viel mehr erzählen, ist sie doch seit der Wende mit der Kamera herumgezogen, und hat über die Jahre den Zustand dokumentiert.
Liebe Grüße
Michi
Hallo!
Das mit den Satelittenbildern mach ich auch gern. Auch die historischen Bilder bei Google Earth mit Aktuellen vergleichen.
Da kann man Einges erfahren.
Zum Beispiel, dass sich in Altona zwei Drehscheiben- Abdrücke überschneiden.
Ein Kriegsfotto (auch bei Google Earth) zeigt, dass der Lockschuppen vor den Krieg nach Westen hin lag.Die Abdrücke des Schuppens zeigen aber nach Osten.
Also wurde der alte Lockschuppen im Krieg zerstört und durch ein Neuen ersetzt.
Vom Zug aus, kann man das nicht erkennen, obwohl man direkt daran vorbei fährt.
Aber auch in Verbindung mit dem Eiderlauf sind sehr Eindurcksvoll noch heute die alten Eiderläufe an den Feldzuschnitten zu erkennen.
Auch die Läufe der "Nordereider" kann man teilweise noch erkennen.
Diese auch vom Zug aus.
Übrigens auch alte Karten schaue ich mir gern an.
LG Verena
Re: Freundinnen und Freunde der großen und der kleinen Eisenbahn
Verfasst: So 30. Mai 2021, 14:08
von Sabrina Verena
Plisseedreher70 hat geschrieben: Sa 29. Mai 2021, 23:16
Das Foto mit den beiden Dampfloks entstand vor 52 Jahren, Strecke Rottweil-Schömberg.
Zwei Jahre später fuhr hier der letzte Zug.
Das Foto mit den zwei Krokodilen entstand vor zwei Jahren und hinten kann man das vergammelte Viadukt erkennen.
Jetzt will man die Strecke wieder reaktivieren, aber da wird mit Sicherheit nicht's draus, da zum Teil neu bebaut.
Fotos bitte vertraulich behandeln, nur das Dampffoto stammt von mir, das andere von einem Freund!
Gruß PLISSI
Die beiden Krokodile fehlen mir noch.
Aber ich arbeite daran.
Schön, die mal direkt vergleichen zu können.
LG Verena
Re: Freundinnen und Freunde der großen und der kleinen Eisenbahn
Verfasst: So 30. Mai 2021, 16:35
von scheue_Sarah
Zu weg rationalisierten Drehscheiben habe ich auch noch ein Bild:
Ringlokschuppen.jpg
Das Bahnhofsgebäude steht noch, die Strecke wird noch genutzt:
LasVegasBahnhof.jpg
Re: Freundinnen und Freunde der großen und der kleinen Eisenbahn
Verfasst: So 30. Mai 2021, 17:28
von Michi79
Hier wird leider viel zu offt über die DB geschimpft. Sicher wurden da in der Vergangenheit Fehler gemacht aber die DB ist auf einem guten weg der halt Geld kostet was die DB nich hat. Ich bin ja SBB verwöhnt aber wenn ich mir mal Renfe oder FDC anschaue ist die DB noch richtig gut.
Quelle: https://i.ibb.co/rGQf17J/IMG-20210106-111557.jpg
Re: Freundinnen und Freunde der großen und der kleinen Eisenbahn
Verfasst: So 30. Mai 2021, 17:41
von Christel_Inter
Inga hat geschrieben: Sa 29. Mai 2021, 22:30
Ich, bitte nicht nur Jammern ueber den Zustand. Ich denke Einfach ans manche Treffen von uns, wo kaum jemand mit der Bahn kommt, aber viele Autos vor der Tür stehen.
Inga, der Tritt kann schnell ins Leere gehen. -
ich winke hier mal eben mit meiner BC50! - Und dennoch muss ich oft genug statt des Zuges einen PKW benutzen. - Hätte ich kürzlich an dem dann doch abgesagten IM.eV-Treffen in Duderstadt teilnehmen wollen... Alle zwei Stunden fährt von unserem nächsten (6km) Bahnhof ein Zug nach Schwerin/Rostock und Hamburg, der Bahnhof liegt in der freien Wildnis und -ist von uns nicht mit dem Bus erreichbar. - Und dann weiter nach Duderstadt - schau Dir mal solch eine Verbindung an.
In einem Dorf bei Soltau leben Freunde von uns... mindestens 3 Stunden Fahrzeit mit dem Zug - davon mehr als eine Stunde Umsteigezeit - mit dem PKW ("querfeldein" und ohne Autobahn) 2Stunden.
noch ein Beispiel: ich bin 1x im Jahr zu einer FachTagung in Bad Tabarz. In all den Jahren bin ich die Tour noch nie mit dem PKW gefahren. Bis vor zwei Jahren in Begleitung meiner nun schwer behinderten Partnerin. Jetzt mache ich diese Tour zum wiederholten Mal allein, weil bei Umsteigezeiten von mindestens 15 Minuten es eine Superanstrengung ist, zwei Koffer und die behinderte Person im Schlepp die zeitlich künstlich verlängerte Tour zu bewältigen. Ohne dieses Handycap komme mit 6:45h bei 3-4x Umsteigen ans Ziel, mit dem PKW sind es von Haustür zu Haustür mit Pausen 5.00h Fahrzeit. -
Bei den Zugfahrten muss ich auch noch die Taxen von Haustür zum Bahnhof berechnen...
Es gibt noch viel zu tun, um den öffentlichen Personenverkehr wirklich vergleichbar zu gestalten.
Bislang ist es nur zwischen den Großstädten attraktiv.
Für mich war es während meiner Arbeitsjahre schon paradox, dass der Zug von Hannover Hbf nach Göttingen in 30 Minuten sein Ziel erreicht und ich für den 25km-Weg vom selben Bahnhof zum Arbeitsplatz günstigenfalls 45Min und nach der HVZ 90 Minuten benötigte... (mit dem PKW 25 Minuten) - wir sollen / und wollen flexibel sein, aber es fehlt dafür die richtige Infrastruktur.
Quelle: http://www.christel-pruessner.de/__Schi ... abarz1.gif