Gabi hat geschrieben: Sa 4. Jan 2020, 11:33
Ich finde immer, dass gerade das, öffentlich getragen, zum schlechten Image der CD/Transfrauen beiträgt.
Das mit dem "Image" ist so eine Sache: Man/n kann sich z. B. schnell unbeliebt machen, indem man Wahrheiten ausspricht, die für manche/n unangenehm sind - schon im Altertum pflegte man oft den Boten für den Inhalt der (schlechten) Nachricht zu bestrafen, obwohl er diese gar nicht zu verantworten hatte. Oder, wie es André Heller einst formulierte: "
Wer das Denken nicht schlagen kann, schlägt die Denkenden": Diese Weisheit hat nichts von ihrer Aktualität verloren, s, Ereignisse in Iran, Hongkong, Venezuela etc.
LSBTI-Menschen haben nicht mit einem schlechten "Image", sondern fehlender Akzeptanz geschlechtlicher Vielfalt, Geringschätzung und Diskriminierung in Teilen der Bevölkerung zu kämpfen - das gilt leider auch immer noch hierzulande, aber weitaus stärker anderswo auf der Welt. Das hat absolut nichts mit ihrem öffentlichen Auftreten zu tun - ich persönlich denke sogar, in modischer Hinsicht verhalten sich viele Trans-Frauen körperbewusster als ein großer Teil der hiesigen CIS-Frauen: begegnet man z. B. in der Berliner-U-Bahn Damen mit auffallend "schicker" Kleidung, handelt es sich fast immer um Frauen aus Osteuropa, weil man leicht an ihrer Sprache feststellen kann (im Regelfall russisch oder polnisch). Wie hier aber auch schon erklärt wurde, haben die meisten Transfrauen einen sehr beschwerlichen und mühsamen Weg bis zur Geschlechtsangleichung hinter sich und für sie kommt dem Attribut "weiblich" eine emphatische Bedeutung zu, während es für CIS-Frauen seit ihrer Geburt etwas völlig Selbstverständliches ist, das
frau nicht besonders zu betonen braucht. Ich fürchte, die allermeisten "Bio-Frauen" können sich daher nicht vorstellen, welch' hohen Stellenwert es für Transfrauen bedeutet, endlich
auch äußerlich ihrem "gefühlten" Geschlecht zu entsprechen. Es ist für mich absolut nachvollziehbar, dass diese hart und oft opferreich erkämpfte Transition nun auch mit betont weiblicher Kleidung - wozu durchaus enge kurze Röcke, die lange Beine "machen", zu zählen sind - betont wird.
Davon abgesehen sollte "frau" auch bedenken, dass (biologische) Frauen zwar statistisch eine höhere Lebenserwartung als Männer haben (wohl hormonell bedingt), der männliche Körper aber als "kleiner Ausgleich" weniger anfällig für altersbedingte "Verfallserscheinungen" ist: So neigen (biologische) Männer im Regelfall weder zu Cellulitis noch erschlaffendem Bindegewebe und die (dickere) männliche Haut leidet weniger unter Austrocknung und Faltenbildung. Der größte Feind des alternden männlichen Körpers ist häufig das Bauchfett (vizerales Fett), das nicht nur zum unschönen "Bierbauch" und einer "verhunzten" Taille führt, sondern - vor allem - auch gesundheitliche Risiken birgt. Dieses Fett umlagert die inneren Organe und kann daher - im Gegensatz zu dem weiblichen Unterhautfettgewebe - nicht abgesaugt werden. Man/n kann dem aber mit bestimmten Diäten (z. B. Amapur) und sog. Fatburnern (deren Einnahme man aber mit dem Arzt abklären sollte) und natürlich einer kalorienbewussten Lebensweise (Ernährung, Bewegung) buchstäblich zu Leibe rücken. Mit diesen Maßnahmen kann ein (biologisch) männlicher Körper auch in "reiferem" Alter - von Kopf bis Fuß - ansehnlich und straff bleiben; ich kenne mich da nicht aus, vermute aber, dass sich daran auch nach einer Geschlechtsangleichung nichts Grundsätzliches ändert. Damit wäre TS-frau sogar als "Oldie" noch voll "bikinitauglich" - wenn es denn nicht am "oben herum" mangeln würde...
Für einen sexy Mini reicht das aber allemal. Deshalb: Nur kein Neid, meine (Bio-)Damen!
(Aber wie ein Kollege einst sagte: "
Neid ist die ehrlichste Form der Anerkennung")
LG N.