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Re: Als hätte man einen Schalter umgelegt...Erkenntnis.

Verfasst: Mi 12. Sep 2018, 12:32
von Michelle_Engelhardt
Hallo Kim,

das Ganze hört sich ausgesprochen kurios an und ich habe ähnliches auch noch nie von jemandem gehört, wobei ich sehr viele Mädels kenne die Hormone nehmen. Sorry, aber dafür habe ich echt keine Erklärung.

Liebe Grüße
Michelle

Re: Als hätte man einen Schalter umgelegt...Erkenntnis.

Verfasst: Mi 12. Sep 2018, 13:22
von Tatjana_59
Hallo Kim,

Erstmal freut es mich dass du zur Ruhe kommst, du eine innere Ruhe in dir findest.
Ob als Mann oder Frau ist da erstmal unwichtig denke ich.
Ich denke du bist auch durch die Hormone in einer weiteren Selbstfindungsphase.
Wichtig ist daß es dir gut geht.

Ansonsten schließe ich mich den Worten von Michelle an.
Ich habe das auch noch von keinem Mädel gehört die sich für Hormone entschlossen habe. Auch ich kenne doch einige viele.
Wenn ich es mit mir selbst vergleiche kommt alles deinen Worten gleich. Nur dass ich froh war endlich den Wandel egal wie klein er Anfangs war zu sehen, zu spüren und zu zeigen, in aller Öffentlichkeit. Ich hab mir zunehmed Mühe mit schminken, Kleidung usw, so authentisch wie möglich zu sein.
Dir Hormone unterstützten mich zusätzlich.
Ich war ja schon Jahre vor Hormone ausschließlich als Frau draußen. Aber ab Hormone gab es einen richtig großen Schub in jede mir wichtige Richtung.

LG Tatjana

Re: Als hätte man einen Schalter umgelegt...Erkenntnis.

Verfasst: Mi 12. Sep 2018, 13:33
von sbsr
Zu Hormonen kann ich mangels Erfahrung nichts beitragen, aber vorstellen kann ich mir das schon. Je mehr feminin ich in meinen Alltag einbaue, umso weniger wird das Verlangen danach.
Zwei Tage mit girly Schuhwerk zur Arbeit, schon ist die Zeit bis zum nächsten Stammtisch erträglicher.

Übertragen könnte man vielleicht sagen, dass Du Dich hormonell in die richtige Richtung bewegst und deshalb eine Selbstverständlichkeit eintritt, durch die der Druck nachlässt unbedingt fraulich aufzutreten. Vergleichbar mit Bio Mädels, die sind halt einfach Frau und müssen das nicht mit Äußerlichkeiten zur Schau stellen.

Schwer zu erklären, ich hoffe Ihr versteht was ich meine.

Re: Als hätte man einen Schalter umgelegt...Erkenntnis.

Verfasst: Mi 12. Sep 2018, 15:42
von Kim
Huhu

So ..bin gerade bei der Arbeit angekommen "Spätschicht "😩😩
Ich weiß ja auch nicht so genau, wie ich es beschreiben soll.
Die Worte von Svenja kommen meiner Gefühlswelt schon sehr nahe.
Wenn ich vorm Spiegel stehe, sehe ich einen zufriedenen Menschen.
Ich sehe "meiner"Meinung nach, schon etwas weichere Gesichtszüge , die Haut wird weicher, die Haare werden länger,und bei meiner Brust tut sich auch so einiges 😇😊
Mit anderen Worten. .ich gefalle mir, so wie ich bin .
Vielleicht hab ich in meinem innersten schon so viel Weiblichkeit, das ich das Gefühl habe es nicht auch noch mit Kleidung und Makeup auszudrücken.
Bei Menschen die mich nicht näher kennen werde ich ja sowieso oftmals als Frau gedeutet.

Vielleicht ist es ja wirklich eine Selbstfindungsphase.

Danke für eure antworten

Glg Kim

Re: Als hätte man einen Schalter umgelegt...Erkenntnis.

Verfasst: Mi 12. Sep 2018, 15:59
von Joe95
Kim hat geschrieben: Mi 12. Sep 2018, 12:06...
Was mir aber auffällt, ich habe im Moment überhaupt kein verlangen "Kim" zu sein .
Wenn ich sonst jede Minute daran gedacht habe ,nach außen hin möglichst feminin zu wirken .
Bin ich total zufrieden. .so wie ich mich jetzt fühle ....


Gibt es eine Erklärung dafür? ?
...
Ich weiß nicht ob es eine Erklärung dafür ist, bestimmt nicht wenn es wirklich mit den Hormonen zusammen hängt, aber was du da beschreibst kommt mir bekannt vor.
Bei mir gab es wirklich den einen Moment, in dem ich erkannte eine Frau zu sein.
Davor war ich ständig auf der Suche nach einer Möglichkeit, doch ein bisschen weiblich zu wirken.
Ständig war da das bedürfnis noch femininer zu erscheinen, ich hab mir überlegt was ich alles machen muss.
Dann war plötzlich alles anders.
Ich bin weiblich.
Ich muss es niemandem beweisen. Es ist mir egal ob andere eine Frau in mir sehen, ich spüre sie ja ganz deutlich.

Übertragen auf dich würde das bedeuten:
Warum sollst du dir Mühe geben als Kim zu erscheinen? Du BIST Kim.
Du brauchst nicht mehr feminin wirken, du BIST es!
Dazu noch eine recht hübsche Kim, also kein Wunder dass du zufrieden bist.

Re: Als hätte man einen Schalter umgelegt...Erkenntnis.

Verfasst: Mi 12. Sep 2018, 16:08
von Kim
Hi Joe

Das hast du wunderschön und passend beschrieben 😙

Re: Als hätte man einen Schalter umgelegt...Erkenntnis.

Verfasst: Mi 12. Sep 2018, 16:13
von Joe95
Danke... (ki)

Re: Als hätte man einen Schalter umgelegt...Erkenntnis.

Verfasst: Mi 12. Sep 2018, 17:31
von Michi
Hallo Kim,

ich habe ähnliches bei mir beobachtet, doch mir ist klar, dass man das selbstverständlich nur begrenzt vergleichen kann.

Als ich nach dem Auszug meines Kindes plötzlich die Möglichkeit hatte, mich jeder Zeit in die schönen Klamotten zu stürzen, ließ der auf mir lastende Druck spürbar nach, und ich habe nicht mehr jede Gelegenheit genutzt. Das Dressen ging natürlich nicht auf Null zurück, doch ich habe mehr darauf geachtet, ob ich in Stimmung bin, und konnte auch entspannt "nö, heute nicht" sagen.


Liebe Grüße
Michi

Re: Als hätte man einen Schalter umgelegt...Erkenntnis.

Verfasst: Mi 12. Sep 2018, 21:02
von Aria
Sorry Kim, aber irgendwas kriege ich da nicht so ganz auf die Kette!

Du bist über ein Gespräch beim Hausarzt zum Gyn gekommen, der dir eine Unterversorgung mit weibl. Hormonen bescheinigte.
Daraufhin hast du welche erhalten, die du jetzt gute 2 Monate nimmst. Mittlerweile bist du seelisch wieder ausgeglichener, verspürst aber nicht mehr wirklich den Drang Kim, Frau sein zu wollen.
Kann es sein, dass das kommt, weil du den 3. vor dem 1. Schritt gemacht hast? Du zwar ausgeglichener bist, weil du sozusagen in eine Art "sicheren (Hormon)Hafen" geschippert bist, aber Kim zum
glücklich sein nicht wirklich brauchst. Verstehe mich nicht falsch aber da würde ich wahrscheinlich auch an mir zweifeln.

Es hat doch seinen Grund, warum man zuerst mal die Therapie macht, um sich mit sich auseinander zu setzen, und sich seiner sicher zu sein, dass man mit dieser Identität nicht glücklich wird.
Erst wenn man einen psychologischen Prozess mittels Therapie durchlaufen hat und für sich erkannt hat, dass die Transition die einzige Option zum glücklich sein ist, ist der Weg für eine HET frei.
Alles andere macht für mich keinen Sinn! Ich denke dabei an mich. Es hat gebraucht, bis ich wirklich für mich vom Mann sein abgeschlossen hatte und der Weg frei für Aria war. Denn meiner Meinung
nach, muss man erstmal mit allem Alten abschliessen, um was neues zu beginnen. Das gilt im speziellen für welche wie uns, die 40 Jahre als Mann lebten aber nun merken, dass das eine jahrzehntelange
Illusion war. Das brauch Zeit und geht nicht mal eben so, durch Hormonzugabe und dann ist alles gut.

Re: Als hätte man einen Schalter umgelegt...Erkenntnis.

Verfasst: Mi 12. Sep 2018, 22:08
von Kim
Liebe Aria
Vielleicht hab ich mich falsch ausgedrückt
Mein verlangen als Frau zu leben ist nach wie vor da.
Nur brauche ich im Moment keine Äußerlichkeiten, um zu zeigen wie es in mir aussieht.
Ich beschäftigte mich ja nicht erst seit gestern mit dem Thema, über die ganzen Jahre wird das Bild dann immer deutlicher.

Therapie ist ja eine feine Sache, nur bekommt man bei uns keine.
Wartezeiten von 2 Jahren sind normal ...soll ich die auch noch abwarten ?
Von meiner Ärztin 3 Seiten mit Therapeuten bekommen. .
Ich habe bis nach Hamburg telefoniert ..nichts!

Um mir klar zu werden daß ich eigentlich eine Frau bin ..dafür brauche ich keinen Therapeuten...das habe ich selber rausbekommen :()b
Ich bin ein gefestigter Mensch, der genau weiß was er tut, und nicht nach Lust und Laune Hormone einwirft.


Der seelische Druck wurde für mich einfach zu groß , um noch länger zu warten.

In der Hoffnung ein paar Unklarheiten beseitigt zu haben, wünsche ich dir einen wunderschönen Abend.

Glg Kim

Re: Als hätte man einen Schalter umgelegt...Erkenntnis.

Verfasst: Do 13. Sep 2018, 01:24
von Johanna Dornal
Hallo liebe Kim, genau diese Reaktion kenne ich. Das Ursprungsproblem meiner Frau: "Ich bin doch nicht lesbisch" Das, was ich als Reaktion immer erwartet hatte. Da war sie.
Aber in endlosen Gesprächen konnte ich sie dann doch überzeugen, daß alles nichts mit irgendeiner sexuellen Orientierung zu tun hat. Ich habe einfach in einer ruhigen Minute in einem entspannten Rahmen von meinem unendlichen Leidensdruck gesprochen, und davon gesprochen, daß ich so einfach nicht mehr weiterleben kann. Und ich habe mich zumindest in meiner Freizeit zu Hause konsequent weiblich angezogen, um so klarzumachen, daß ich als Frau leben will, und es mir verdammt ernst ist. Mittlerweile hat sie sich an den Anblick gewöhnt, und ich denke auch, daß es für sie nicht mehr ganz so schwer ist, wenn ich doch mit der HET beginne. Weil es einfach anders nicht mehr geht. Wenn wir als Transmenschen an einem bestimmten Punkt sind, dann geht es eben nicht mehr anders. Also ist die Metapher mit dem Schalterumlegen ganz gut getroffen. Kim, Dir, und uns allen, wünsche ich, daß wir die richtigen Entscheidungen treffen. Wichtig ist nur eines: Laßt uns endlich glücklich leben.

Re: Als hätte man einen Schalter umgelegt...Erkenntnis.

Verfasst: Do 13. Sep 2018, 20:56
von Aria
Kim hat geschrieben: Mi 12. Sep 2018, 22:08 Liebe Aria
Vielleicht hab ich mich falsch ausgedrückt
Mein verlangen als Frau zu leben ist nach wie vor da.
Nur brauche ich im Moment keine Äußerlichkeiten, um zu zeigen wie es in mir aussieht.
Ich beschäftigte mich ja nicht erst seit gestern mit dem Thema, über die ganzen Jahre wird das Bild dann immer deutlicher.

Therapie ist ja eine feine Sache, nur bekommt man bei uns keine.
Wartezeiten von 2 Jahren sind normal ...soll ich die auch noch abwarten ?
Von meiner Ärztin 3 Seiten mit Therapeuten bekommen. .
Ich habe bis nach Hamburg telefoniert ..nichts!

Um mir klar zu werden daß ich eigentlich eine Frau bin ..dafür brauche ich keinen Therapeuten...das habe ich selber rausbekommen :()b
Ich bin ein gefestigter Mensch, der genau weiß was er tut, und nicht nach Lust und Laune Hormone einwirft.


Der seelische Druck wurde für mich einfach zu groß , um noch länger zu warten.

In der Hoffnung ein paar Unklarheiten beseitigt zu haben, wünsche ich dir einen wunderschönen Abend.

Glg Kim
Ja, oder ich habe nicht auf Anhieb verstanden, was du damit sagen willst.
Dass du keine Äusserlichkeiten brauchst, um dir deine Weiblichkeit vor Augen zu halten, kann ich gut verstehen.
Irgendwann ist einfach der Punkt gekommen, wo sich das Innere so sehr manifestiert hat, das man dazu nicht noch unbedingt Rock, hohe Schuhe usw. benötigt.
Dieser Punkt war bei mir aber erst nach den Therapiestunden erreicht. Klar, wusste ich schon vorher, dass da was nicht stimmt. Aber eine konkrete Richtung hatte ich noch nicht.
Ausserdem kämpften Engel (Gefühl) und Teufel (Ratio) noch stark gegeneinander und liessen keinen klaren Weg erkennen.
Dein Weg ist nicht verkehrt. Wenn du sagst, dass du das auch alles ohne Psy hinkriegst, dann war dein Verlauf einfach noch viel stärker vom Leidensdruck geprägt als bei mir.
Klar, Therapie ist gut aber 2 Jahre warten (finde ich schon unverschämt) ist schon der Knaller. Da kann man echt verzweifeln. Dass durch die fehlende Therapie, deine Gefühlslagen
ein wenig durcheinander geraten, ist daher mehr als verständlich. Ich fand den Hergang bei mir halt optimal. Erkennen, dass was nicht stimmt. Therapie machen und die Erkenntnis erlangen,
was nicht stimmt. Zu mir selbst finden merken, wie sich mein Innerstes manifestiert und zum Schluss die HET als Sahnehäubchen ganz obendrauf. Perfekt!
Deswegen sagte ich auch, bei dir kam irgendwie Schritt 3, dann 2, dann 1 und dann gehts wieder mit 4 weiter.

Re: Als hätte man einen Schalter umgelegt...Erkenntnis.

Verfasst: Do 27. Sep 2018, 20:22
von Kim
Hallo ihr Lieben

Mal wieder ein kurzes Update von mir.

Ich war letzte Woche beim Frauenarzt zur Blutabnahme.
Die ersten Ergebnisse habe ich jetzt bekommen.
Alle Blutwerte sind in Ordnung, auch die Leberwerte.
Mit den Hormonwerten dauert es noch ein wenig.
Ich bin total erleichtert das ich die Hormone so gut vertrage.
Seit 2 Monaten nehme ich jetzt Estrifam 2mg.
Jetzt erkenne mich selbst nicht mehr wieder.

Noch vor 2 Monaten war ich ein Nervenbündel das mit sich und der Welt nicht mehr zurecht kam, und nur noch nach außen hin funktionierte.
In meinem Kopf tobte jedoch ein Kampf.

So langsam komme ich mit mir und meinem Körper in Einklang, finde zur mir selbst, und Akzeptiere mich so wie ich nunmal bin.

Letzte Woche sagte meine Frau zu mir, so ausgeglichen und entspannt hat sie mich schon seit ewiger Zeit nicht erlebt.

Es kann ruhig so bleiben, ich habe keine Lust mehr auf die Jahrzehnte langen Seelenqualen.

Ich möchte einfach nur leben und jeden Tag genießen.

Ich möchte noch ein Bild von mir zeigen, keine Ahnung ob man es mir ansieht.

Aber es geht mir einfach nur gut, ein Gefühl das ich schon ewig nicht mehr kannte.

Glg Kim

Re: Als hätte man einen Schalter umgelegt...Erkenntnis.

Verfasst: Do 27. Sep 2018, 20:36
von Aria
Ganz toll schaust du aus! Und ja, man sieht dir deine Ausgeglichenheit wirklich an ;)

Re: Als hätte man einen Schalter umgelegt...Erkenntnis.

Verfasst: Do 27. Sep 2018, 21:20
von Michelle_Engelhardt
Kim hat geschrieben: Do 27. Sep 2018, 20:22 Hallo ihr Lieben

Mal wieder ein kurzes Update von mir.

Ich war letzte Woche beim Frauenarzt zur Blutabnahme.
Die ersten Ergebnisse habe ich jetzt bekommen.
Alle Blutwerte sind in Ordnung, auch die Leberwerte.
Mit den Hormonwerten dauert es noch ein wenig.
Ich bin total erleichtert das ich die Hormone so gut vertrage.
Seit 2 Monaten nehme ich jetzt Estrifam 2mg.
Jetzt erkenne mich selbst nicht mehr wieder.

Noch vor 2 Monaten war ich ein Nervenbündel das mit sich und der Welt nicht mehr zurecht kam, und nur noch nach außen hin funktionierte.
In meinem Kopf tobte jedoch ein Kampf.

So langsam komme ich mit mir und meinem Körper in Einklang, finde zur mir selbst, und Akzeptiere mich so wie ich nunmal bin.

Letzte Woche sagte meine Frau zu mir, so ausgeglichen und entspannt hat sie mich schon seit ewiger Zeit nicht erlebt.

Es kann ruhig so bleiben, ich habe keine Lust mehr auf die Jahrzehnte langen Seelenqualen.

Ich möchte einfach nur leben und jeden Tag genießen.

Ich möchte noch ein Bild von mir zeigen, keine Ahnung ob man es mir ansieht.

Aber es geht mir einfach nur gut, ein Gefühl das ich schon ewig nicht mehr kannte.

Glg Kim
Huhu Kim,

erstmal...Du siehst toll aus und danke für das Update (ki) Was Du über die Hormone und deren Wirkung schreibst, war bei mir haargenau so, als ich 2013 damit begann. Überhaupt hatte ich immer den Eindruck, das ein Großteil der Veränderungen hauptsächlich im Kopf stattfinden....in den Empfindungen und auch im Herzen.

Liebe Grüße
Michelle