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Re: Bürger in Uniform

Verfasst: Fr 8. Apr 2016, 20:13
von rika
Inge, der kleine Erdball war leider noch nie friedlich und früher sogar mehr kriegerisch als heute. Nur schlugen sich die Menschen direkt den Schädel ein und heute sind es Drohnen oder "intelligente" Waffen.

Verstehe ich richtig, dass man Grenzen mit Uniformen schließen sollten und diese Frieden stiften? Das kann ich nicht nachvollziehen, da die meisten kriegsverursachenden Gewaltherrscher gerne in Uniformen auftraten.

Verstehe ich Dich, dass wir die Grenzen schließen sollten? Wer schließt, kommt auch nicht heraus, und wir als Exportweltmeister bleiben auf unseren Waren sitzen.

Ganz ehrlich, Deine Einstellung ist mir etwas fremd, besonders, da ich als TG-TV-CD oder was auch immer Toleranz wünsche. Und Du? :roll:

rika

Re: Bürger in Uniform

Verfasst: Fr 8. Apr 2016, 21:07
von julia21
Michaela P. hat geschrieben:Hallo liebes Forum,

Mir kam gerade die Frage hoch wieviele von euch "Bürger in Uniform" ward oder noch sind. Natürlich sind falls ja Details höchsten über Waffengattung (Heer,Luftwaffe, Marine) erlaubt, schließlich sind wir immer noch an unseren Fahneneid gebunden. Die Reihenfolge der Gattungen bedeutet keineswegs irgendeine Wertigkeit.
Die Michaela war bei der Marine, meine Neigung habe ich damals komplett ausblenden können, bis auf kleine Träumerreien während unendlich erscheinenden Seewachen.

Mit lieben Grüßen

Michaela
Ich war Unteroffizier bei einer Nachrichteneinheit und bin nicht mehr an irgendeinem Fahneneid gebunden, da der Staat dem ich gedient habe nicht mehr existiert. :wink:

Re: Bürger in Uniform

Verfasst: Sa 30. Jul 2016, 03:54
von exuserin-2016-12-21
ingedie2te hat geschrieben:
uta hat geschrieben:Hi ,ich durfte die Wendezeit bei der NVA verleben. Tägliche Vergatterung und geplanter Schusswaffen Einsatz 30Schuß Scharfe Mumpeln sollten ausgegeben werden,bei Angriffen auf Militärische Objekte. Gut das wir nicht in die Situation gekommen sind,Schießen zu müssen. Als ich einrückte,gab mir mein Opa noch mit auf den Weg,falls du schießen musst schieß in die Luft das kriegt eh keiner mit.

@ Inge deine Meinung teile ich nicht , es gibt keinen Grund eine Waffe gegen andere Menschen zu richten. Was haben die Russischen ,Französischen und Amerikanischen Soldaten getan das sie mein Opa im 2 WK erschossen hat ? Sie wurden genau wie mein Opa in einen sinnlosen Krieg geschickt sich gegenseitig abzuschlachten ! Wofür ?
Es gibt im Buch " Im Westen nichts neues " eine Stelle die verdeutlich sehr gut die Sinnlosigkeit der Waffengewalt und des Krieges.
Bei einem Sturmangriff springt ein Französischer Soldat in einen Bombentrichter in dem der deutsche Romanheld schon liegt. In seiner Todesangst ersticht der Deutsche den Franzosen mit seinem Bajonett. Nach 1-2 Tagen im Trichter aus dem er nicht rauskommt fängt er an die Papiere des Franzosen zu durchsuchen. Dabei findet er Familienfotos und Ausweise. Der Französische Soldat war Postmann und Familienvater, dabei erkennt der Deutsche wie Sinnlos das alles ist.
Ich denke wir müssen heute immer aufpassen,wer uns wohin schicken will und warum. Wozu der Nationalismus führt
hat man ja in Jugoslawien und jetzt in der Ukraine gesehen.
LG Uta

Hallo Uta ,
ich gebe dir recht das du mir nicht zustimmen willst und kannst!
Zuviele Menschen drücken die Augenzu und wollen das ganze Elend nicht sehen.
Schau doch mal was gerade los ist hier auf unserem kleinen Erdball!! Gib mir eine Lösung ??
Oder wir machen die Grenzen auf und alle sollen machen was sie wollen .OK ,dann ,aber bitte dann nichts tun !!! Bitte!!!!
Beispiel Syrien :schoen keiner tut was und was ist??
Guten Morgen (so) ,

ich möchte jetzt nicht provozieren ,aber dieses Themea hat ja auch mit der aktuellen Situation zu tun.
Also weiter wegschauen.
Diese Statistik die ich jetzt beim Voting beim durchschauen gesehen habe beruhigt mich wieder.
(ap)

Re: Bürger in Uniform

Verfasst: Sa 30. Jul 2016, 05:28
von Franka
Und was willst du uns jetzt damit sagen?
Wir stellen 5000 schwerbewaffnete Bundeswehrsoldaten an jeder Ecke auf und können uns dadurch sicherer fühlen?
Es gab auch schon Piloten, die mit ihrer Maschine und allen Passagieren in den Tod flogen. Dagegen kann man wohl wenig unternehmen, genauso wenig, wie gegen die Anschläge einiger psychisch angeschlagener Einzeltäter. Ich würde mich kein bisschen sicherer fühlen, wenn jetzt überall schwerbewaffnete Aufpasser rumstehen. Wer garantiert mir denn, dass da nicht auch mal einer nicht gut drauf ist und ebenfalls Amok läuft?

Re: Bürger in Uniform

Verfasst: Sa 30. Jul 2016, 08:18
von Simone 65
Es gibt ein Spruch,, Stell Dir vor es ist Krieg und keiner geht hin " ( nur ein Traum, währe so schön)

Re: Bürger in Uniform

Verfasst: Sa 30. Jul 2016, 08:50
von Charlotta
1969, Ende des "Prayer Frühlings" war ich ungeoutet schwul beim österreichischen Bundesheer, nach der Grundausbildung wurde ich wegen des elektronischen Backgrounds zur Wartung und Reparatur der Fliegerabwehrradars eingesetzt und weitgehend in Ruhe gelassen, kein schlechter Job, bleiben wollte ich nicht und zog Auswanderung nach Afrika vor, da das gesunde Durcheinander mehr persönliche Freiheiten versprach.

Re: Bürger in Uniform

Verfasst: Sa 30. Jul 2016, 12:53
von Lina
Franka hat geschrieben:Und was willst du uns jetzt damit sagen?
Wir stellen 5000 schwerbewaffnete Bundeswehrsoldaten an jeder Ecke auf und können uns dadurch sicherer fühlen?
Es gab auch schon Piloten, die mit ihrer Maschine und allen Passagieren in den Tod flogen. Dagegen kann man wohl wenig unternehmen, genauso wenig, wie gegen die Anschläge einiger psychisch angeschlagener Einzeltäter. Ich würde mich kein bisschen sicherer fühlen, wenn jetzt überall schwerbewaffnete Aufpasser rumstehen. Wer garantiert mir denn, dass da nicht auch mal einer nicht gut drauf ist und ebenfalls Amok läuft?
Gerade das hat ja auch irgend ein Politiker gestern angesprochen - nein, einfach Leute mit Schusswaffen dum rumstehen zu haben bringt nicht mehr Sicheheit. Es gibt natürlich Plätze, wo ein direkter Angriff mit Selbstmordbombern und mit Schusswaffen wahrscheinlicher ist und wo ein schnelles Eingreifen das verhindern kann - mit etwas Glück. Aber irgendwelche Soldaten, die nicht speziell für so was ausgebildet sind, wären total fehl am Platz.

Re: Bürger in Uniform

Verfasst: Sa 30. Jul 2016, 13:41
von Doreen
Hallo zusammen,

ich bin schon als junger Mann im erstem Lehrjahr zur Freiwilligen Feuerwehr gegangen und habe mich für sieben Jahre verpflichtet um nicht zum Bund zu müssen. Inzwischen wurde ich gemustert und unterlag der Wehrüberwachung, einziehen konnte man mich auch mit Wehrtauglichkeitsgrad 1 somit nicht.
Nach ca. fünfjähriger Zugehörigkeit bei der Freiwilligen Feuerwehr und beruflichem Erfolg, erhielt ich die Chance ins Ausland gutes Geld zu verdienen, ich schloss einen zweijährigen Vertag mit einer deutschen Firma in Liybien ab. Nach ca. 18 Monaten bekam ich per Kurier der Deutschen Botschaft in Tripoli vom Kreiswehrersatzamt meiner deutschen Heimat, die Aufforderung mich unverzüglich ins Hoheitsgebiet der BRD zu begeben. Unter strengsten Strafandrohungen und Repräsalien die ich zu erwarten hätte musste ich unverzüglich dasLand verlassen und mich umgehend melden.
Im Kreiswehrersatzamt angekommen wurde ich wie ein Fahnenflüchtiger behandelt, ich hätte mich unerlaubt de rWehrüberwachung entzogen und sei dem Geltungsbereich der BRD entwichen.
Kurzum, ich wurde noch einmal nach den Jahren und meinem spätem Alter gemustert und war für die Einberufung in eine Hammerstei-Kaserne vorgesehen, in welche ich kurz darauf mich einfinden sollte.

Naja, das Ergebnis der Nachmusterung ergab dass ich inzwischen auf dem rechtem Auge nur noch eine Sehkraft von 30 % hatte, ich wurde mit dem Untauglichkeitsgrad 5 schliesslich ausgemustert und es ging einen Monat später wider zurück nach Tripolis.

Ich denke, auch ich habe Dienst in Uniform geleistet und zwar an Jahren länger als viele Wehrpflichtige, zwar war nur einmal die Woche Übung, aber die vielen Schulungen und Lehrgänge sowie auch die vereinzelten Einsätze habe ich mindestens genausoviel Zeit investiert.

Der Unterschied zwischen einem kämfenden, schiessendem und zerstörendem Soldaten im Kriegsfall wäre es meine Aufgabe gewesen Menschleben, Tierleben und Sachwerte zu retten, Brände zu löschen und Bausubstanzen zu erhalten.

Ist das verkehrt, gibts da Unterschiede?

LG Doreen

Re: Bürger in Uniform

Verfasst: Sa 30. Jul 2016, 13:57
von Svetlana L
Doreen hat geschrieben:Ist das verkehrt, gibts da Unterschiede?
Nö, in meinen Augen nicht. Ein*e jede*r stelle sich da hin, wo er*sie am besten für die Gemeinschaft tätig sein kann. Eine Gesellschaft braucht schließlich nicht nur Soldat*innen.

Bei mir waren es vier Jahre Feldjäger, zuletzt als StUffz und Streifenführer. Freiwillig natürlich, denn Berlin war ja bei der Wehrpflicht außen vor. Ich habe immer gesagt, dass das der Ausgleich für die vielen Männer ist, die nach Berlin kamen, um der Wehrpflicht zu entgehen. Und so wenige Berliner waren wir damals gar nicht beim Bund; auf dem Uffz-Lehrgang in Sonthofen hatten wir sogar eine dreiköpfige Fahrgemeinschaft.

Re: Bürger in Uniform

Verfasst: Sa 30. Jul 2016, 14:24
von Simone 65
Wäre ich an die innerdeutsche Grenze versetzt , ich hätte Schiessen müssen. Hätte ich geschossen? Ich weiss nicht. Ich glaube ja. Mit meinen heurigen Wissen , weiss ich es wäre falsch. Ich war damals 18 Jahre alt , ich wusste es nicht besser.. Simone

Re: Bürger in Uniform

Verfasst: Sa 30. Jul 2016, 14:33
von Doreen
War ja bei allen im Grunde so, wer wollte schon Befehlsverweigerer sein? Wurde ja auch bestraft.

LG Doreen

Re: Bürger in Uniform

Verfasst: Sa 30. Jul 2016, 16:29
von Magdalena
Hallo,

Simone beschreibt die Situation, in der ich mich befand. Deutschland ein geteiltes Land. Dazu die Propaganda der DDR-Führung. Befehle wurden ausgeführt, und nicht erst ausdiskutiert. Heute bin ich froh nicht in die Situation des Anwendens der Schusswaffe gekommen zu sein. Sicher wäre ich daran zerbrochen, wenn ich einem Menschen das Leben und sein Recht in Freiheit zu leben genommen hätte. Die Freiheit in der ich heute lebe.

Viele Grüße Magdalena

Re: Bürger in Uniform

Verfasst: Di 23. Aug 2016, 08:41
von Dwt-Lilo-SL
Guten Morgen Mädels, Bürgerinnen
auch ich habe meine Zeit beim B U N D verbracht 1988 - 1992
Davon auch 3 Monate >USA
50 Monate bei der Luftwaffe Flarak-Dienst HAWK zuletzt als Stuffz
Habe damals zum XX ten Mal meine Wäsche wider angeschafft, (mehrmals weg geschmissen vorher).
Und auf der Heimreise bzw. zur Dienststelle im Auto getragen (Rock, Schuhe ober- u Unterbekleidung.
bei knapp 5 Stunden Fahrt ein schönes Erlebnis(NRW - SH knapp 595 km )
Im Dienst alles ausgeblendet weil Zwei-Mann Zimmer
glg jetzt wider im Norden
von Lilo

Re: Bürger in Uniform

Verfasst: Di 23. Aug 2016, 08:48
von Anne-Mette
Moin,

auch wenn Du nicht mehr "Bürger in Uniform" bist: schön, Lilo, dass Du wieder öfter "reinschaust" )))(:

Schönen Tag und herzliche Grüße
Anne-Mette

Re: Bürger in Uniform

Verfasst: Sa 15. Okt 2016, 12:14
von Angelika
Angelika hat geschrieben:Ich bekam natürlich auch als ich so um die 17 Jahre alt war meine Einladung zur Musterung und wurde dann erstmal wegen Ausbildung zurückgestellt. Da damals mit 27 die letzte Möglichkeit war, doch noch eingezogen zu werden, kam kurz davor aus heiterem Himmel ein Stellungsbefehl als Panzergrenadier.
In dieser Zeit war ich schon voll in meiner Frauenrolle und konnte mir ein Leben als Mann schon garnicht mehr vorstellen. In mir brach Panik aus. Ich zum Bund, unvorstellbar! Also was tun?
Ich habe sicherheitshalber erstmal meine Verweigerung eingereicht und einen Nachmusterungstermin beantragt.
Der kam dann auch sehr schnell. Das war in den 70 er Jahren, da hatte ich schon längst mein sogenanntes Comiing Out hinter mir. Ich bin dann auch im für mich damals üblichen Outfit, zwar in Hose, aber ansonsten voll als Frau gestylt dahingegangen.
Habe dann da gesessen und gewartet. Zwischendurch kam dann auch öfter jemand, der mich aufforderte mich doch schon mal auszuziehen. Stehe sexuell nicht auf Männer, dennoch war meine Antwort bzw. Frage: mit leicht süßlichen Tonfall. Wie, vor all den Männern?
Die Antwort von demjenigen war dann nur ein kurzes: komischer Vogel. Nun denn damit konnte ich durchaus Leben.
Natürlich habe ich mich da nicht vor den Anderen ausgezogen. Dann endlich im Untersuchumgszimmer habe ich erstmal verlangt mit einem Phsychologen zu sprechen, was dann auch geschah und ich ihm meine Situation erklären konnte. Offensichtlich hat hat er das wohl verstanden und ich habe noch bevor ich gehen konnte, erfahren, dass ich Ersatzreserve 4 bin und somit ausgemustert wäre. Das wars. Ich habe auch nie mehr was von denen gehört und war darüber glücklich und zufrieden.
Hätten die mich damals trotzdem eingezogen, wäre ich auch in Frauenkleider, auch im Rock, mit dem sogenannten Sammeltransport so dahin gefahren.
Ich wollte mich unter keinen Umständen kleinkriegen lassen. Ein Leben ohne Frauenkleider war für mich damals undenkbar. Das wäre sicherlich nicht einfach geworden und ich hatte selbst überhaupt keine Vorstellung, wie das alles überhaupt hätte gehen sollen, aber ich war zu allem bereit.
So, das war meine Erfahrung mit der Bundeswehr. Nicht besonders viel, aber mir hat das schon gereicht.