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Re: Interessenvertretung

Verfasst: Mo 25. Mai 2015, 06:53
von ab08
nicole.f hat geschrieben:... um sich persönlich zu vernetzen!..

Hallo Nicole,

entschuldige bitte, dass ich mich noch mal zu Wort melde. --> Vorab: Eine gute Interessenvertretung ist wichtig! -
Zur Wirksamkeit/Effektivität ist aber auch die anderweitige Vernetzung äußerst wichtig.

Wir sollten in den klassischen Organisationen unserer Gesellschaft sichtbar sein. (Bei mir Berufsverband, große fachbezogene Vereinigung +...)
Wer also z.B. im Arbeitgeberverband, z.B. bei Verdi oder einer anderen Gewerkschaft aktiv ist und offen, d.h. öffentlich sichtbar(!), auftritt,
trägt sicher zur Änderung des Klimas/ Bewußtseins in der Bevölkerung bei.*) Auch und gerade so wird politischer Handlungsbedarf erkennbar.

Liebe Grüße
Andrea

*)Teilnahme an Schulfesten, einer berufsbezogenen Demonstration usw., oft verbunden mit Gesprächen mit der 'Prominenz', bringt bei mir heute sicher mehr, als häufige Besuche in der SHG. Aber natürlich bin ich beim CSD usw. dabei

Re: Interessenvertretung

Verfasst: Mo 25. Mai 2015, 11:47
von Lina
Super da haben wir es ja wieder - gerade nachdem ich gerade erklärt habe weshalb ich erst auch an ganz ANDEREN Ecken ansetzen möchte.

Angenommen, dass ich jetzt zu dieser Tagung oder irgend einer anderen Tagung in einigen Monaten renne, dort vielleicht irgendwelche intelligenten Sachen - vielleicht sogar für irgend ein Amt nominiert werde, das ich nie annehmen werde - weiß dann jemand dadurch beispielsweise ...

WER sind die potentiellen Ansprechpartner, auf Gemeinde-, Landes-, Bundes- und EU-Ebene? Wird jemand dadurch diese dauerhaft auf T-Themen ansprechen? (Falls so, würde es ja schon ständig passieren.)

Das ist ja eben eine der Sachen, die ich anleiern würde - mithilfe der Leute rausfinden, WER sind sie? WO sind sie? Was nützt es, dass ich auf irgend einer dämlichen Tagung rum renne, wenn wir vielleich innerhalb der nächsten wochen feststellen, dass vielleich 50% der Volksvertreter, die es sich lohnt anzusprechen, schon Teil der persönlichen Netzwerke von den hier Beteiligten. In vielen fällen muss man also nicht mal formale Kanäle nutzen, sondern einfach sagen "Hallo Jürgen, du bist doch der Freund von X mit dem ich seit Jahren yy. Du bist doch bestimmt offen für zzz-Themen. ... Ich und die Organisation..." - so in dem Dreh.
Wenn das oft genug passiert, dann hat es mindestens so viel Wirkung, wie wenn ein offizielles schreiben erst übers Sekretariat gefiltert wird.

Vor allem die EU Abgeordneten werden nicht weder auf Parties, in Cafes oder politischen Treffen überlaufen. Ich habe selber auf einer Hochzeitsparty mehrere Fotos von einem dänischen Regierungsmitglied gemacht - weil vor allem der Style seiner Freundin mir gefiel - bin Monate später gefragt worden, "Was macht denn Nicolai in dem Hochzeitsfotobuch?" Wer?" fragte ich. "Unser Ex-Bürgermeister und jetztiger Europa-Minister!! Kennst du den nicht?" So nahe kommt man wirklich öfter als es den Meisten klar ist.

Netzwerke sind SEHR wichtig. Nicht nur "masturbatorische" Konstellationen, wo Aktivisten andere Aktivisten kennen, sondern vor allem Netzwerke, wo die Ansprechpartner auch vertreten sind.

Re: Interessenvertretung

Verfasst: Mo 25. Mai 2015, 12:24
von Marielle
Hallo zusammen,

Warum denn so garstig Lina? Nicole und andere haben doch auch Recht, wenn sie sagen wie wichtig und richtig es ist, dass sich die bestehenden Gruppen vernetzen, miteinander reden und Output produzieren. Es gibt natürlich auch andere Ansätze, die die Vernetzung und die Arbeit von Gruppen auf Tagungen aber doch nicht ausschliessen. Wahrscheinlich entsteht aber tatsächliche eine Art von Konkurrenzsituation, weil sich weniger Menschen engagieren, als Möglichkeiten dazu vorhanden sind. Man kann eben nicht auf allen Festen tanzen. Letztlich muss und soll jede/r selbst entscheiden, wie und wo er/sie sich engagiert. Garstigkeit haben die verdient, die mit Popcorn auf dem Sofa hocken und den anderen bei der Arbeit zusehen; zusehen, wie andere miteinander streiten, damit sich etwas bewegt.


Ich selbst bin für die Arbeit in Verbänden und zur Erstellung von Grundsatzpapieren nicht wirklich zu gebrauchen. Ich kenne diese (unvermeidliche und wichtige) Arbeit aus meinem Berufsleben und weiss daher, dass das nicht meine große Stärke ist. Ich kann Sachverhalte diskutieren und analysieren, Probleme erkennen und sichtbar machen und explizite Problemlösungen erarbeiten und umsetzen. Mein Ansatz wäre daher, ähnlich wie deiner, auf persönliche Ansprache ausgerichtet. Natürlich spreche ich auch jetzt schon mit 'passenden' Leuten, wenn die mir zufällig über den Weg laufen, habe aber das Gefühl, dass das nur begrenzt wirkt (ich selbst lass mir ja auch nicht auf jeder Party was einflüstern) und denke daher eher an Kampagnen, die sich jeweils einen bestimmten Aspekt vornehmen.

Im Moment treibt mich z.B. die Frage um, warum das Land Berlin seit Jahren das einzige ist, dass eine engagierte, mit Preisen ausgezeichnete Staatsanwaltschaft hat, die den Ernst x-phober Straftaten erkannt hat und warum sich die dort z.B mit x-phoben Beleidigungen befassten Staatsanwält_innen selbst auf die Socken machen müssen, um ihr Engagement bekannt zu machen. Um es überspitzt zu sagen: Warum diese Leute, mit ihrer superguten Idee, um unsere Unterstützung betteln müssen und ob das Modell nicht deswegen keine weitere Verbreitung gefunden hat.

Das fände ich einen wichtigen und klar fassbaren Punkt, den man in Form einer Kampagne bearbeiten könnte; aus einem Team heraus und mit Unterstützung der bestehenden Gruppen. Obendrein hätte dieser Punkt den Vorteil, dass es absolut nicht nötig ist, sich über spezielle eigene Zugehörigkeiten zu streiten bzw. sich darüber zu verständigen, weil es fraglos alle betrifft, die in irgendeiner Form von 'der Norm' abweichen.

Ich schreib zu dem 'Staatsanwalt-Aspekt' später noch ein paar kurze Infos, vielleicht finden sich Menschen, die das auch für eine gute Idee halten.

Habt's gut

Marielle

Re: Interessenvertretung

Verfasst: Mo 25. Mai 2015, 13:50
von Frida
Hallo,

ja, ich bin jemand, die auf dem Sofa sitzt und euch zuschaut, aber ohne Popcorn.

Ich verfolge diesen Thread, und thematisch ähnliche, sehr gern und aufmerksam, weil es mich interessiert. Das ist oft bei manchen Artikeln nicht gerade einfach für mich, besonders wenn sie lang und in einer, wie ich finde, komplizierten Sprache geschrieben sind. Manchmal fällt es mir auch schwer zu erkennen, worum es eigentlich geht oder was man mir damit sagen will. Wenn ich dann überlege, was mir dazu einfallen könnte, würg ich mich dann oft schon selber ab, indem ich mir gar nicht zutraue zu einem Sachverhalt etwas konstruktives beitragen zu können.
Ich denke dabei, das es eh keinen interessieren würde oder auch, dass ich mich vielleicht blamieren könnte, weil ich mal wieder nichts richtig verstanden habe.

Ich finde diesen Thread "Interessenvertretung" total spannend. Er hatte so enthusiastisch begonnen und ist nun etwas ins Stocken gekommen, wie ich meine.
Liegt es daran, dass es noch Verständigungsschwierigkeiten gibt oder weil die Richtung noch nicht ganz klar ist? Waren es die langen, aber auch guten Beiträge von Nicole, die andere Aspekte hineinbrachte, die ich auch sehr wichtig finde?
Vielleicht braucht es einfach nur etwas Zeit, auch wegen der Feiertage.

Für mich ist dieses Thema noch (relativ) sehr neu. Weil mir viele Zusammenhänge noch nicht ganz klar sind, bin ich noch unsicher und muss immer wieder neu sortieren. Meine Entwicklung ist auf einem Stand, wo es mir als das Wichtigste erscheint, dass ich, wie Nicole schreibt, sichtbar werde. Das ist gut für mich, für andere und für die "Sache". Noch getrau ich mich nicht richtig"¦ich bin kein Held, sondern manchmal recht feige.

Aber ich will, ja ich muss es tun, weil ich mich weiter Entfalten will. Zur Zeit sind es die persönlichen Probleme, die mich am meisten beschäftigen, meine sehr in Bewegung geratene Gefühlswelt, meine direkte Mit- und Umwelt, besonders das Zusammenleben mit meiner Frau und Fragen der persönlichen Zukunft, wohin will ich, muss ich.
Ich stelle mir vor, und das möchte ich gerne, dass ich das, was ich wirklich bin, nach außen zeige, und dass ich dabei so authentisch wie möglich bin. Diese Vorstellung macht mir grad noch Angst, aber ich verspüre auch eine große Sehnsucht danach es zu leben.

Ich weiß noch nicht, wie ich mich für die gemeinsame Sache noch einbringen kann, aber ich denke, dass das in mir wachsen wird"¦der Funken ist da.

Liebe Grüße, Dita "¦.und bitte weitermachen!

Re: Interessenvertretung

Verfasst: Mo 25. Mai 2015, 15:19
von Anke
Hallo,

vielen Dank an Dita für deinen Beitrag. Seit Samstag bin ich einigermaßen sprachlos und weiß nicht mehr so recht, ob ich hier noch etwas beitragen kann und soll. Bis dahin war ich auch wie Dita schreibt "enthusiastisch", jetzt fühle ich mich eher ratlos.

Liebe Grüße

Anke

Re: Interessenvertretung

Verfasst: Mo 25. Mai 2015, 15:25
von Vivian Cologne
Hallo Anke,

woher rührt deine Ratlosigkeit? Ich bin ja eigentlich eine Schnellleserin, aber ich komme kaum noch mit in diesem Thread. Vielleicht erging es dir ähnlich. Oder habe ich etwas überlesen? Hier im Forum prallen oft Meinungen und Formulierungen aufeinander, ohne dass es so gemeint war.

Vivian

Re: Interessenvertretung

Verfasst: Mo 25. Mai 2015, 15:45
von nicole.f
Liebe Lina,
ich lese große Frustration aus Deinen Beiträgen und das tut mir sehr leid.

So wie Du habe ich Veranstaltungen wie solche Tagungen bisher allerdings nicht erlebt. Das waren keine Selbstbemitleidungen oder Selbstbeweihräucherungen - weit entfernt. Dort werden, soweit ich sie bisher kennenlernen durfte, von wirklich guten Menschen gute Vorträge oder Workshops gehalten, die aufklären, erklären und eben auch Allianzen bilden. Wenn man nicht weiß, wofür jemand steht nutzt es gar nichts, wie Du es selbst schreibst, wenn man sie/ihn trifft. Insofern halte ich Besuche bei solchen Veranstaltungen für wertvoll. Außerdem erfährt man dann dort auch ganz direkt, wer wen kennt, mit wem bereits über was gesprochen hat, wer wo mit mischt, wo was entschieden wird, wo und wie man Einfluss nehmen kann etc. Diese Art von Tagungen sind extrem wichtige Vernetzungsknoten. Im Prinzip sagst es doch selbst, diese teils eher zufälligen Bekanntschaften sind oft die wertvollsten. Warum diskreditierst Du dann die HITT Tagung so?

Was leider nach wie vor eher selten oder gar nicht der Fall ist, dass institutionelle Besucher_innen dabei sind. Aus den Regierungen, Stadtparlamenten, Behörden etc. sind nur in den wenigsten Fällen Vertreter_innen dabei, leider. Das ist aber kein Problem der Veranstaltung - willkommen wären sie sicherlich. Es liegt, denke ich, eher daran, dass bei vielen einfach noch keinerlei Problembewusstsein zu Trans* existiert. Wir veranstalten hier in Siegen diese Woche (Mittwoch Abend, ab 19:00Uhr im andersROOM Siegen!) einen Informationsabend rund um das Thema Transphobie in der Öffentlichkeit. Wir haben dazu versucht, Vertreter_innen aus unterschiedlichen Bereichen für ein Podium zu bekommen. Behörden hatten alle "zufällig" an dem Abend keine Zeit, Arbeitnehmervertreter_innen (DGB, Verdi) haben das Thema schlicht noch gar nicht auf dem Programm und meinten sich daher nicht äußern zu können. Einzig die Polizei Siegen-Wittgenstein wird vertreten sind. So passiert es dann leider.

Wir, also der Trans*Aktivismus im Allgemeinen, stehen noch ganz am Anfang. Die Ansprechpartner, die Du suchst, gibt es in dieser Form noch nicht und daher kann sie Dir keiner auf einem Silbertablett servieren. Unsere Problematiken sind divers und ziehen sich durch so viele Gebiete des öffentlichen Lebens, dass man nicht eine Hand voll Adressaten einfach so mal aufschreiben kann. Die Probleme beginnen mit dem Föderalismus in Deutschland - toll Sache, aber damit zerteilen sich auch die Zuständigkeiten. Da gibt es für bestimmte Probleme nicht einen Ansprechpartner, sondern möglicherweise 16. Für andere Problem gibt es zeitlich begrenzt Zuständige. Es gibt immer wieder Kommissionen mit bestimmten Aufgaben, die nach der Erledigung wieder verschwinden. Und nach Neuwahlen sieht vieles sowieso wieder ganz anders aus. Auf kommunaler Ebene wird es ganz kompliziert.

Im Gesundheitswesen wird es noch schwerer, Einfluss zu nehmen. Dort gibt es die AWMF, die aber nicht demokratisch arbeitet, d.h. da hat man von außen kaum Einflussmöglichkeiten. Hier kann nur ständiger Lobbyismus helfen, Druck aufzubauen. Die Ansprechpartner wechseln, je nach Problemgebiet. Für Trans* ist es vor allem die DGfS, die die Leitlinienkommission leitet, die wiederum die neue S3 Leitlinie für Trans* entwickeln soll. Nach großem Kampf sind zumindest einige Trans* Vertreter_innen endlich dabei! Wer daran teilnimmt, kann man bei der DGfS nachlesen.

Unser Aktivismus steht, denke ich, noch ganz am Anfang. Da gibt es keine zentralen Figuren - aber es gibt Menschen, die sich mit großartiger Arbeit für uns einsetzen; ich möchte jetzt hier keine Einzelnen nennen. Sie tun dies in dem Wissen, dass die Basis, die sie trägt, klein ist, weil eben so wenige diese Basis bilden. Es gibt zwei Alternativen. Erstens die kleine Basis in Kauf nehmen und mit dem Wissen und Risiko, Aspekte nicht oder womöglich falsch zu vertreten doch etwas zu tun oder zweitens, trotz des Wissens um Probleme und Missstände nichts zu tun, in der Befürchtung, etwas vielleicht einmal ohne Rückhalt zu vertreten. Vor diese Wahl gestellt, nehme ich auf jeden Fall die erste Möglichkeit und hoffe, dass sich im Laufe der Zeit immer mehr melden und Impulse für eine breiter getragene Richtung geben.

Liebe Lina, versuche es doch einfach mal? Gehe mal dahin und sprich mit ein paar Leuten. Vermutlich wird Erik Meyer dort sein, ein sehr aktiver Mensch. Wenn ich nicht irre, hat auch Arn Sauer von TrIQ zugesagt - ihn schätze ich wirklich *sehr* und er ist seit Jahren unermüdlich auf unterschiedlichen Eben für unsere Sache tätig. Vielleicht ist auch Annette Güldenring dort, sie kommt ja schließlich aus der Gegend. Annette ist auch schon seit den 1980ern für Trans* aktiv. Unterhalte Dich dort mal mit ihnen, wenn Du kannst. Sie werden noch viel besser als ich es könnte erklären können, wo die Probleme liegen.

Liebe Grüße
nicole

Re: Interessenvertretung

Verfasst: Mo 25. Mai 2015, 15:57
von Marlen
Hey Mädels, nicht den Kopf hängen lassen!

Wir haben jetzt eine ganze Menge Input bekommen!
Nicole, die ja seit einiger Zeit ausgesporchen aktiv ist, hat uns einen Bericht(e) zur Lage gegeben und eine Übersicht, was sich alles schon in diversen Gruppen tut - vielen Dank dafür.
Es ergeben sich jetz aus meiner Sicht zwei Optionen:
1. Jede schließt sich in ihrer Region einer Initiative an, um eine weitere Aufsplitterung durch eine neue (Forums-) Gruppe zu vermeiden.
2. Es gründet sich trotzdem eine (Forums-) Gruppe, um die Wünsche, Ideen, Anregungen von hier zu bündeln und in den gesamtdeutschen Diskurs einzubringen.

Der Vorschlag eine Delegierte zum Waldschlösschen zu entsenden wurde ja bereits gemacht. (und wenn es dann zwei oder drei sind schadet es auch nicht, sofern noch Plätze frei sind).

Trotz der Waldschlösschen Erklärung vom letzten Jahr und der demonstrativen Einigkeit, glaube ich nicht, daß - bei all den vielen individuellen Strömungen innerhalb der Community - die Gründung eines bundesweiten (Dach-) Verbands so ganz reibungslos über die Bühne geht. (Korrigiert mich, wenn ich hier falsch liege.)
Deswegen, finde ich, sollten wir hier weitermachen. Wir haben ja schließlich auch was mitzuteilen.

LG
Marlen

Re: Interessenvertretung

Verfasst: Mo 25. Mai 2015, 16:04
von Anke
Hallo Vivian und natürlich auch alle anderen,

Ja, ich komme auch nicht mehr mit. Ich kann auch kaum beurteilen, ob nach den Beiträgen von Nicole noch jemand interessiert ist, die Initiative von Cybill weiter zu unterstützen.

Bei mir ist angekommen: macht was in eurer Region/Bundesland; legt euch ansonsten wieder hin, das Waldschlösschen wird es schon richten und wer nicht teilgenommen hat, dem stehen kritische Anmerkungen nicht zu.

Was soll ich dazu noch schreiben? Dass ich auch ohne Gebrauchsanweisung bereits versuche in meiner Region etwas zu tun. Oder dass eine kritische Äußerung zum Waldschlösschen etwas anderes ist, als das Vorhaben als solches in Frage zu stellen. Oder dass das, was hier versucht wird, eine gute Ergänzung und Unterstützung ist.

Erstmal habe ich nichts mehr geschrieben, weil ich befürchte nochmal so einen Post zu ernten, statt die Diskussion wieder in Gang zu bringen.

Ich finde die zuvor besprochenen Ideen und Vorschläge immer noch gut und richtig. Ich würde mich freuen, wenn wir daran wieder anknüpfen könnten.

Liebe Grüße

Anke

Re: Interessenvertretung

Verfasst: Mo 25. Mai 2015, 16:08
von nicole.f
Liebe Anke,
es tut mir sehr leid, wenn das so ankam :( Das war mitnichten meine Absicht.

Bevor gar nichts passiert, ist jede Aktion natürlich äußerst begrüßenswert!
Doch bevor man einfach so los läuft, ist ein Blick nach rechts und links doch vielleicht sinnvoll?

Liebe Grüße
nicole

Re: Interessenvertretung

Verfasst: Mo 25. Mai 2015, 17:22
von Anni
Hallo Mädels )))(:

... nun ja , es ist eine große Aufgabe die uns bevor steht und da kommt dann halt 'ne Menge zusammen :wink:

Da darf " gekleckert " und muß " geklotzt " werden - Beides hat seine Berechtigung und Notwendigkeit .

Den administrativen Freifahrtschein werden wir von der Politik und Gesellschaft nicht im Alleingang bekommen .

Aber wir sollten uns darüber im Klaren sein , das ein Resignieren ( wie hier zu fühlen ist ) nicht in Frage kommt , nur weil uns der Arbeitsberg zu groß erscheint und es zu viele Meinungen darüber gibt : wo fangen wir an , was ist das Wichtigste ( für jede/n nämlich was Anderes :!: ) .

Dita hat was Prägnantes geschrieben
dita hat geschrieben:
Ich stelle mir vor, und das möchte ich gerne, dass ich das, was ich wirklich bin, nach außen zeige, und dass ich dabei so authentisch wie möglich bin. Diese Vorstellung macht mir grad noch Angst, aber ich verspüre auch eine große Sehnsucht danach es zu leben.
Ich denke DAS ist die größte gemeinsame Schnittmenge , die wir haben , den Wunsch , das ein Jeder / Jede so leben kann , wie er/sie es möchte :!:

Ob nun CD , DWT , Trans+ mit OP , Trans* ohne OP , TZF , Queer , Gender ... wie auch immer - alle wollen IHR Leben leben - dafür müssen wir was tun .

Und da beißt sich die Katze in den Schwanz ... zum Einen erreichen wir das nur durch " Sichtbar werden " , zum anderen fehlt es den meisten am Mut
eben dieses zu sein - sichtbar (smili)

Was können wir also tun , um die Vielen an die Hand zu nehmen , Ihnen den Mut und das Selbstvertrauen zu geben , sichtbar zu werden und ihr Recht auf eigene Lebensweise zu erstreiten ?

LG von frecher Anni

Re: Interessenvertretung

Verfasst: Mo 25. Mai 2015, 19:14
von Cybill
Ok Mädels,

ich habe erwartet, dass es Kontroversen gibt. Aber abstrahieren wir das Ganze mal - ganz ähnlich, wie es Anni hier getan hat - das Grundsatzproblem ist es, dass die politische und behördliche Kaste keinen Ansprechpartner für unsere - bunten - Anliegen hat.

Da ist es wurst, ob jetrans* im Waldschlösschen war, geht oder irgendwann mal da sein wird. Tatsache ist heute, dass wir durch keine der bisher gegründeten Organisationen eine Vertretung erfahren.

Warum das so ist möchte ich nicht beurteilen. Das Spiel "Demokratie in der BRD" funktioniert aber nur über solche Strukturen.

Also... (Trommelwirbel) nochmal mein Apell:
Wir nehmen den kleinsten gemeinsammen Nenner und benennen eine/n Vertreter/in. Mir ist es Wurst, wer/in oder was das macht, Hauptsache, es gibt einen Ansprechpartner für die "Großkopferten". Es geht um nicht mehr und nicht weniger - und ganz ehrlich - es wird langsam Zeit, dass wir das mal auf die Reihe kriegen!

Ganz ehrlich, manchmal erinnert mich die ganze Chose an "Das Leben des Brian": die Volksfront von Judäa - die Judäische Volksfront usw...

Mit trans* Grüßen

-Cybill

Re: Interessenvertretung

Verfasst: Mo 25. Mai 2015, 20:48
von conny
hallo,

ich melde mich auch noch mal zu wort. leider ist nach sovielen beiträgen noch keine keine klar erkennbare linie sichtbar geworden.
Cybill hat geschrieben: Wir nehmen den kleinsten gemeinsammen Nenner und benennen eine/n Vertreter/in.
was soll der aber sein? klar, es ist m.e. das verlangen nach toleranz/akzeptanz in der gesellschaft oder, weniger hochtrabend, in unserem jeweiligen umfeld. sind aber dafür die politiker die richtigen ansprechpartner? sollen die ein gesetz verabschieden, das partner, arbeitskollegen, nachbarn usw. verpflichtet, uns "lieb" zu haben?

in ergänzung zu meinem beitrag vom 18. Mai 20:11

so wie ich als nicht betroffene die transsexuellen verstehe, verlangen diese eine reform des tsg, also los! formuliert eure änderungswünsche mit hilfe dieses forums und teilt sie in abstimmung mit den (regionalen) interessengruppen den bundestagsabgeordneten eures wahlkreises mit. aber achtet auf die eindeutigkeit und klare verständlichkeit dieser änderungswünsche. also wäre hier ein dach(verband) nützlich.

bzgl. der toleranz/akzeptanz haben wir, wie ich schon schrieb, ca. 80 mio. ansprechpartner, die man natürlich nicht alle einzeln ansprechen kann. hier ist aufklärung angesagt, z.b. durch angebote an schulen in den entsprechenden unterrichtseinheiten, an die diversity manager in den unternehmen oder z.b. in den diversen vereinen, verbänden in denen manche von uns aktiv sind. man muss das thema ja nicht unbedingt selbst präsentieren, wenn das ein outing problem darstellt. hier sind die vielen regionalen gruppen gefordert, die offenbar vielfach verbesserungen fordern aber gern im eigenen saft schmoren. csd oder wgt teilnahmen sind zwar schön, bringen aber nichts!

man kann auch journalisten ansprechen, die sich bereits dem transthema gewidmet haben (was auch mal ein lob an diese wert sein sollte, verbunden mit dem wunsch, weiter am thema zu bleiben).

auch hier wäre ein "dach" zur entwicklung von geeigneten massnahmen und handlungsempfehlungen nützlich.

lg
conny

Re: Interessenvertretung

Verfasst: Mo 25. Mai 2015, 21:54
von Marielle
Guten Abend zusammen,

ich bilde mir ein, eine gewisse Mitschuld an der hier entstandenen Kontroverse zu haben. Und ich gebe zu, dass ich es mir so gewünscht habe; allerdings ohne vorher genau zu wissen, was daraus wird. Ich hatte es mir jedenfalls anders vorgestellt, als es nun geworden ist. Keinem Beitrag kann man ehrlich widersprechen. Alle haben an der einen oder anderen Stelle Recht. Jedes Engagement ist richtig, genauso wie keines perfekt ist. Sicher bin ich nur in einem: Nichts zu tun, ist der falscheste aller möglichen Wege. Ich weiss wirklich nicht, ob eine neue Organisation der einzige oder der beste Weg ist, aber im Moment scheint es mir der gangbarste Weg zu sein. Erst unterwegs werden wir sehen, was wir davon haben; wenn wir es aber nicht tun, werden wir es nie herausfinden.

Wenn es so kommen soll, brauchen wir mindestens sieben Menschen, mindestens ein Ziel, etwas Geld und viel Engagement.

Unter den Bedingungen, dass sich hier insgesamt sieben oder mehr Mitstreiter_innen finden, dass diese sich darüber einig sind, dass es nur um Rechte für alle gehen kann, dass alle, unabhängig von Alter, Erfahrung, Selbstidentifikation und verfügbaren Ressourcen, mitwirken können und diese Menschen langfristig bereit sind, dafür ihre eigenen Ressourcen (Zeit, Fähigkeiten, Kontakte, Geld usw. ) einzusetzen, dass sie keine Kooperationen mit bestehenden Organisationen im Grundsatz ausschliessen, dass sie zu offenen, kontroversen Debatten bereit sind und dass sie sich darüber im Klaren sind, dass vieles gestaltet werden kann und muss:

1. Marielle
..
..
..
..
..
..

( 'dafür' entscheiden, kopieren, ergänzen, einfügen )


Zum Schluss noch etwas persönliches: Ich habe (aus zwei völlig verschiedenen Gründen) Respekt vor dem, was da jetzt kommen könnte, aber ich bin auch neugierig auf das, was ich daraus lernen kann. Sich einbringen? Fuck yeah!

Marielle

Re: Interessenvertretung

Verfasst: Mo 25. Mai 2015, 23:31
von Marlen
Dann machen wir die Liste eben nochmal auf (ki)

1. Marielle
2. Marlen
..
..
..
..
..

( 'dafür' entscheiden, kopieren, ergänzen, einfügen )

Immer besser es rührt sich was, als nur zu diskutieren!
LG
Marlen