Dritter Teil, Kapitel 1
Liebe Leser!
Wir haben Valerie und ihre Welt verlassen, da lebte sie fest mit Thierry zusammen, sie war damals etwa gerade mal 35 Jahre alt, und sie war teil-operiert, so sagt man das wohl, denn sie hatte sich (früher schon, das war damals noch in Deutschland in dieser Schönheitsklinik in Böblingen), damals hatte sie sich Silikonkissen in jede Brust implantieren lassen, aber von einer weitergehenden geschlechts-angleichenden OP hatte sie noch abgesehen, davor schreckte sie einfach zurück, und Thierry, ihr späterer Partner, bestärkte sie in dieser Meinung.
Ihr erinnert euch? Thierry, das war jener charmante und gutaussehende Südfranzose, Tangotänzer, aus einer alten französischen Familie abstammend, ja und genug Geld hatte er auch, denn er besaß Weingüter, und sie lebten auf seinem Schloss Seriège, das liegt im Tal der Aude dort unten in Südfrankreich in der Nähe der Grenze zu Spanien, und bei schönem Wetter kann man von dort aus, wenn man nach Süden blickt, die Gebirgskette der Pyrenäen sehen, und mittendrin den höchsten Gipfel dort, den Mont Canigou, der ist schneebedeckt oft bis in den April hinein.
Valerie lebte also im Glück, ihr Leben schien dauerhaft geordnet, denn sie lebte jetzt endlich ihr Leben als Frau, das sie immer angestrebt hatte, an der Seite des Mannes, den sie liebte. Und wenn sie nicht gestorben sind, leben die beiden immer noch dort unten im angenehmen mittelmeerischen Klima unter Olivenbäumen und Palmen?
Nein, ich muss euch leider enttäuschen. Es begann schon ein paar Jahre, nachdem sie bei Thierry eingezogen war. Irgendwann hatte sie bemerkt, dass mit ihren Brüsten irgendetwas nicht stimmte. Ihre Implantate waren zwar schön anzusehen, aber beim Abtasten meinte sie irgendwelche Knötchen zu spüren, die dort nicht hingehören. Dann kam der veritable Schock, die Nachricht, die sich schnell im Internet verbreitete: Die französischen Herstellerfirma der Silikonkissen hatte zugegeben, dass es längerfristig zu Beschädigungen kommen könnte: Minderwertiges Silikonmaterial, ein Skandal.
Valerie zögerte nicht lange und ließ sich ihre Implantate wieder entfernen. Sie ließ die Sache als Privatpatientin im Krebszentrum von Perpignan erledigen, weil ihr Arzt dort als Belegarzt arbeitete. Die Operation verlief gut und problemlos, und die Kissen waren auch unbeschädigt, aber, was soll man sagen, sie hatte nun zwei echt lange Narben dort vorne auf der Brust und, um es etwas drastischer aus der "männlichen Sicht" auszudrücken, die Titten waren auch weg, verschwunden, perdu, eine Sache, die auch ihn nicht völlig unbeeindruckt ließ. Sie bemerkte es relativ schnell, Thierry schien sie weniger zu begehren, offenbar fand er sie plötzlich unattraktiv, und sie hatten auch nicht mehr regelmäßigen Sex, nur noch selten und dann auch nur dann, wenn sie sich besonders anstrengte, um ihm "etwas zu bieten".
Eine ungute Situation für sie. Was sollte sie tun? Natürlich trug sie später wieder ihre alten Silikonbrüste im BH, wie sie es in der ganzen Zeit vorher schon getan hatte, als sie Thierry noch nicht gekannt hatte. Sie hatte auch schon damals Sex mit Männern gehabt, und der war auch nicht so ganz schlecht gewesen. Für sie hatte sich nicht allzu viel geändert, für ihren Partner allerdings schon.
Soviel erst mal für heute. Wem es gefallen hat, der darf es ruhig sagen. Kapitel 2 folgt demnächst in diesem Theater.
Valerie
