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Re: Das erste Mal

Verfasst: So 25. Okt 2020, 17:32
von NikolaAusR
(dr)

Bin in Gedanken bei Dir
Nikola

Re: Das erste Mal

Verfasst: So 25. Okt 2020, 18:01
von Mara
Hallo Céline,

Das sind schmerzliche Nachrichten. Es ist sicherlich eine Gradwanderung in der Beziehung von beiden Seiten was Veränderungen vor allem deinerseits betrifft. Ich denke Leugnen der eigenen Gefühle ist auf Dauer sehr schwer und du warst an einem Punkt an dem du diesen wohl nachgeben musstest (mit allen Konsequenzen).

Ich hoffe du kommst da irgendwie gut durch.

Alles Liebe
Mara

Re: Das erste Mal

Verfasst: So 25. Okt 2020, 22:31
von Céline
Ich danke euch allen fürs lesen. Ich weiß momentan nicht mehr wie es weitergeht und muss irgendwie erstmals irgendwie einen klaren Gedanken bekommen.
Alles Gute Euch weiterhin
Céline

Re: Das erste Mal

Verfasst: Mo 26. Okt 2020, 12:11
von Céline
Ich melde mich hiermit noch einmal und vielleicht ist es das allerletzte Mal weil sich mein Zustand nach dem gestrigen Tag so unglaublich verschlechtert hat und aus mir ein Mensch voller Hass, Verzweiflung und unbändiger Wut geworden. Meine Liebe ist vollkommen erloschen und ist diesem Wut und Hasserfüllten Menschen gewichen. Meine Verzweiflung ist so groß und die Wahrscheinlichkeit den wichtigsten Schritt in meinem Leben nicht mehr erleben zu dürfen hat mir den kompletten Lebensmut genommen.
Zudem das ich alles Wichtige verlieren werde.
Aber deswegen ist es mir wichtig allen hier von Herzen zu danken für die vielen Worte die ich von Euch immer wieder bekam und für die Menschen die ich kennen lernen durfte. Ich wünsche Euch von Herzen alle Liebe und Gute für eure Zukunft.
Ich bitte euch aber nicht zu versuchen Kontakt zu mir zu suchen weil ich diese Zeit jetzt für mich alleine brauche und meine eigenen Entscheidungen treffen werde wie ich weiter mache.
Vielen Dank Euch Allen
Eure Céline

Re: Das erste Mal

Verfasst: Mo 26. Okt 2020, 15:56
von Kerstin
😭😭... Keine Ahnung was ich da noch sagen soll.

Re: Das erste Mal

Verfasst: Mo 26. Okt 2020, 18:48
von Aria
Ich weiss gerade nicht was ich sagen soll und habe einen dicken Kloss im Hals....

Re: Das erste Mal

Verfasst: Mo 26. Okt 2020, 19:24
von Momo58
Hey du, jede von uns hat schon viel Scheiß erlebt und war total depressiv. Ich hoffe nur, du machst jetzt keinen Mist. Ich habe nämlich keine Lust am Gedenktag für die Opfer von Transphobie eine Kerze für dich anzuzünden. Das Leben liegt vor dir, nicht hinter dir und niemand hat gesagt, dass es leicht ist. Das Leben besteht aus Höhen und Tiefen und unsere Aufgabe ist es, das Leben zu meistern und ich weiß, du kannst das. Ich finde es übrigens gut, dass du deine Gefühle so toll wahrnehmen kannst. Wut und Hass zeigen sich und wollen liebevoll umarmt und getröstet werden. Fühle dich von mir umarmt und getröstet.und nun sammle erst mal Kraft und kämpfe für dich weiter. Liebe Celine; ich bin gespannt, was du danach zu berichten hast.

Liebe Grüße
Manuela

Re: Das erste Mal

Verfasst: Mo 26. Okt 2020, 22:44
von Frieda
Unser Handeln erfolgt aufgrund einer bestimmten Ursache, die bereits in uns existiert❣️

Der in der Wut zum Ausdruck gebrachte Hass führt zu destruktiven Verhalten❣️

Das in der Wut zum Ausdruck gebrachte Mitgefühl führt zu positiver Veränderung❣️

Namaste 🙏

Re: Das erste Mal

Verfasst: Do 12. Nov 2020, 20:57
von Céline
Bitte nicht weiterlesen wenn ihr Probleme mit meinen Gedanken habt!!!

Etwas was ich nicht wollte... das sich soviele Menschen Sorgen und Gedanken um mich machen. Das war nicht meine Absicht wenn ich hier in meinem Tagebuch meine Ängste Sorgen und dunklen Gedanken niedergeschrieben habe.
Ich habe mich mittlerweile aus vielen Dingen und von Menschen zurück gezogen da ich mich eigentlich nur noch verkriechen möchte. Das schlimmste was mir noch passieren konnte war diese aufgzwungene Gefangenschaft die gefühlt nie mehr enden wird und genau deshalb auch Scenarien in meinem Kopf entstehen in denen ich ein Ende bestimme.
Kann es noch schlimmer werdem als alles was schon passiert? Meine Frau verlässt mich, mein Vater ist schwer krank, Langjährige Freunde machen mir Vorwürfe und distanzieren sich, mein Geruchssinn und Geschmack ist wieder durch wuchernde Schleimhäute verschwunden und vielleicht verliere ich noch viel mehr....
Aber das was mir noch zusätzlich eine unglaubliche Angst bereitet das meine OP im Januar abgesagt wird. Noch nie war ich so sicher wie jetzt diesen Schritt zu wollen aber was wenn?
Es wäre mein Todesstoß in meiner sowieso Hoffnungslosen und Traurigen Realität. Es vergeht kein Tag an dem ich dieses Scenario des Abschieds nicht genau durchlebe und plane. Und ich tue das im vollsten Bewusstsein und genau deshalb erwarte ich keinen Trost und Zuspruch.Und definitiv keine Hilfe ...
Seit einem Jahr erlebe ich ständige Angstzustände und Hoffnungslosigkeit und das einzige was mir noch geholfen hat wurde mir genommen. Aber das sind ja hin nehmbare Kollateralschäden.
Und so schreibe ich , Brief um Brief und Dinge die gesagt werden sollen denn ich bestimme was gesagt wird. Dinge geschehen einfach und gehören zum Leben dazu und so bestimme ich einen Teil selbst weil es mein Recht ist.
Ich sehe die Welt mittlerweile mit anderen Augen und Dinge wie schöne Kleidung, Schuhe, Accessoires sind nur noch nebensächlich obwohl ich ich wenn ich noch selten Style geradezu selbstverliebt in Spiegel sehe und kurze Momente des Glücks erlebe für das was ich erreicht habe aber eigentlich hab ich genau das erreicht was ich als Ziel hatte. Ich wollte als Frau gehen...
Und doch sind es nur noch Tränen und Hoffnungslosigkeit gepaart mit ständiger Angst vor der Zukunft die mich nach jeder Alptraumgeplagten Nacht erwarten..Nacht für Nacht und das seit vielen Monaten schon. Aber meine Rettungsanker habe ich verloren und die Kraft neue zu suchen fehlt vollständig.
Und jeden Abend im Bett schaue ich mit Tränen in den Augen meinen Herzensmensch an und weiß das der letzte Tag bald kommen wird. Der Tag an dem ich ins Leere schaue und alleine in die Dunkelheit gehe. Und doch gibt es kein zurück mehr da sie nicht mehr kann und eine Trennung braucht um nicht komplett zu zerbrechen. Und so trennen sich Zwei Menschen die eine so unglaublich große Traurigkeit im Herzen tragen die in Worte nicht fassbar ist.
Und genau deswegen hasse ich das was ich bin und frage mich so oft warum ich nicht normal sein kann.
Ein Mann den sie sich so sehr gewünscht hat....


Aber etwas unglaublich Schönes geschiet gerade nachdem ich meine Medikation selbst geändert habe. Ich habe ständig Brustschmerzen und meine Brüste wachsen zusehens was ich nicht mehr erwartet hätte.
Und ja ich bin jetzt vermehrt in Therapeutischer Begleitung da meine Therapeutin Bescheid weiß.

Céline

Re: Das erste Mal

Verfasst: Fr 13. Nov 2020, 20:25
von Kerstin
Schön von dir zu lesen Céline
Céline hat geschrieben: Do 12. Nov 2020, 20:57 Bitte nicht weiterlesen wenn ihr Probleme mit meinen Gedanken habt!!!
........

Céline
Warum sollte ich? Es sind offene ehrliche Worte und somit besonders wertvoll.

Mein Dank dafür.

LG Kerstin

Re: Das letzte Mal

Verfasst: Mo 16. Nov 2020, 18:37
von Céline
Mein Ort an den ich flüchten konnte und mir alles von der Seele schreiben, meine Sorgen Ängste und Gefühle. Doch dieser Ort hat für mich aufgehört zu existieren. Ich bin noch tiefer abgestürzt und habe einen meiner letzten Rettungsanker verloren, das Forum. Ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen und hatte ständig panische Verzweiflungsanfälle. Es vergeht keine Stunde in der ich nicht weinend zusammen breche und mir so sehr wünsche endlich zu sterben.
Ich bin an einem Punkt angelangt von dem ich nicht mehr zurück möchte. Ich möchte einfach gehen...weg so weit wie es nur geht.
Kein Augenblick an dem ich nicht überlege es zu tun. Beim Fahren im Auto, das Scenario immerwährend im Kopf.Gas geben , Gurt öffnen und den nächsten Baum oder Pfeiler. Immer und immer wieder auf meinen vielen Fahrten aber doch überwiegt die Angst zu überleben und nichts mehr selbst entscheiden zu können...
Und zuhause? Ich plane ständig ..alles liegt bereit im Bad und im Schlafzimmer.
Doch der letzte Wunsch noch das Rosenöl meines Fesselseiles riechen zu können, den Duft von geliebten Rosen bleibt mir verwehrt da ich nichts mehr riechen kann. Und so bleibt mir nur die Erinnerung an die wunderschönen Düfte die ich so sehr liebte wenn ich durch meinen Rosengarten gehe. Und da stehen noch die letzten Dahlien vor mir, meine allerletzten. Dahlien die ich so sehr liebte. Und so weiß ich welche Gedanken meine letzten sein werden. Gedanken die ich bestimme zu welchen Zeitpunkt ich sie im Kopf sehe und die Augen schließe....für immer
Und so drücke ich Euch alle denn ich werde mich sehr wahrscheinlich nie wieder melden denn einigen Wunder durfte ich erleben..
Den Wunderschönsten und besten Menschen mein Leben lang begleiten, vollständig als Frau angekommen zu sein,die Zärtlichkeit eines Wunderbaren Mannes erleben der mir zeigte was ich für eine wunderbare schöne Frau bin und für eine Zeitlang eine so unglaublich glückliche Frau sein durfte.
Aber Wunder bekommt mann nicht oft im Leben, ich hatte das Glück und kann deshalb mit einem glücklichen Lächeln einschlafen.
Und einer Person hier im Forum möchte ich noch besonders Danken das sie immer für mich dagewesen wäre und ist... Danke Dir
Und ich alleine Entscheide über meine Zukunft, aktzeptiert das bitte!!!
Und sehr wahrscheinlich genau hier Endet

Eure Céline Franziska Zoe
Meine letzten geliebten Dahlien

Re: Das erste Mal

Verfasst: Mo 16. Nov 2020, 19:24
von Helga
Liebe Céline,
es ist natürlich deine Entscheidung.
Aber bei allem was du tust, bedenke, ob du nicht auch Entscheidungen für andere Leute triffst, die vermutlich andere Pläne hatten.
Ich hoffe das folgende klingt nicht zu sarkastisch:
Wenn du dein Auto als Suizidwerkzeug nutzt besteht die große Gefahr dass auch andere zu schaden kommen. Mütter oder Väter die auf dem Heimweg zu ihren Familien waren, schwangere Frauen, Kinder etc. Stürzt du dich in den Fluss, könnte jemand versuchen dich zu retten und dabei ertrinken. Wirfst du dich vor den Zug traumatisierst du einen Lokführer und eine unbekannte Zahl von Personen, die zufällig Zeugen werden (womöglich Kinder), hunderte von Passagieren werden dich verfluchen weil sie zu spät an ihr Ziel kommen. Schlitz du dir zuhause die Pulsadern auf, wird dich jemand finden und den Krankenwagen rufen. Der Krankenwagen kann jemand anderem nicht helfen. Überlebt du, muss unser derzeit am Rande der Kapazitäten arbeitendes Gesundheitssystem für dich ein eigentlich für Corona Fälle dringend gebrauchtes Intensivbett freimachen.
Ein Suizid ist niemals eine so persönliche Angelegenheit wie es scheint!

Re: Eine Türe öffnet sich

Verfasst: Do 4. Feb 2021, 15:07
von Céline
Rückblick:
10:49....Ich nehme die kleine geschmacklose Tablette. Fange an mich auszuziehen und stehe vor dem Spiegel. Sollte ich träumen? Passiert das jetzt wirklich??? Ich sehe mich an und tausende Gedanken machen sich in meinem Kopf breit. Ich sehe hinunter und sehe ihn lange an, 52 Jahre hat er mich in dieser Form begleitet und in genau 41 Minuten werde ich die Augen schließen und 7 Stunden schlafen...7 Stunden die mein Leben gravierend ändern werden. Ich die Frau die mittlerweile eine gewisse Hassliebe zu ihm entwickelt hat und ich weiß ich werde ihn mit seinen Vorzügen vermissen.
Dann noch einmal hinsetzen und in aller Ruhe das allerletzte Mal als Mann Wasser lassen. Dieser Augenblick war unglaublich sentimental, erschreckend und doch mit Erleichterung verbunden. Aufstehen,reinigen, Hände waschen und desinfizieren und mein Baumwollhemd und Strümpfe angezogen,
Ich legte mich ins Bett deckte mich vor Kälte zitternd zu und wartete auf das Klopfen an der Türe. Ich wurde hinausgeschoben und mein letzter Weg als "Er" hat begonnen. Eine für mich scheinbar unendlicher Weg lag vor mir, durch Gänge, den Aufzug wo ich noch versuchte Scherze zu machen und Schließlich vor der großen Schiebetür endend. Darin wurde ich bereits erwartet und nach kurzen warten musste ich über eine breite Schleuße rutschen und sah die Liege mit zwei Fußteilen und Fixierriemen für die Beine. Ich wurde unglaublich freundlich von einer OP Schwester empfangen die mich richtig platzierte und in den Vorraum schob.
Und da war sie... die kalte Breite Stahltüre hinter der mein neues Leben beginnen sollte.
Angst??? Ja die hatte ich definitiv und zwar die größte meines Lebens. Und ja ich zitterte und weinte fürchterlich und das anwesende Team war so unglaublich einfühlsam und geradezu zärtlich zu mir das ich langsam ruhiger wurde.
Alle Schläuche, Kabel, Elektroden wurden verlegt und die Ärzte kamen zu mir und sprachen unglaublich einfühlsam mit mir und versuchten mir alle Ängste zu nehmen und ich sollte versprechen mir einen schönen Traum zu überlegen und daran zu denken. Ich sagte zwar noch das klappt doch nicht aber ich versuchte es...
11:26 ... langsam bekam ich die ersten Medikamente gespritzt.... 60ml....dann die nächste ganz langsam, 160ml... mein Arm wird kalt und mein Traum ???
Ja der war in meinem Kopf... ein letzter langer Spaziergang mit meiner geliebten Frau an einem Strand in unserem so geliebten Schottland ... ein Traum der nie mehr Wirklichkeit werden wird durch diese kalte Türe.
Ein Stopp...ein Halt??? Bis zur letzten Sekunde in der ich immer müder wurde lag es auf meiner Zunge bereit. Doch ich machte meinen letzten Spaziergang im Arm meiner Frau....
11:30.....ich kam hinter die Türe

Re: Das erste Mal

Verfasst: Do 4. Feb 2021, 15:25
von NikolaAusR
Hallo liebe Céline,

herzlich willkommen auf der anderen Seite deines Lebens... (flow)

Dass ihr eure Ehe nicht retten konntet, tut mir in der Seele weh und für Dich unendlich leid.

Es ist schön, wieder von Dir zu lesen.
Ich (dr) Dich.

Alles Liebe
Nikola

PS
Hat Dr. Schöll die Skalpelle geschwungen?

Re: Das erste Mal

Verfasst: Do 4. Feb 2021, 18:45
von Aria
Huhu Céline, schön von dir wieder was zu lesen 😊
Alles Gute weiterhin 🙂