Teil 2 Kap. 59 "¦. Erica
Die nächsten Tage und Wochen brachten viel Arbeit und verliefen für Valerie sehr kurzweilig. Das bedeutet auch, ihr Privatleben fand wieder in ruhige Bahnen zurück und ihre emotionsgeladenen "Beziehungskisten" (gemeint sind ihre Beziehungen zu Männern), die gerade in jüngster Vergangenheit gelegentlich zu Turbulenzen und Irritationen geführt hatten, wurden erst mal in den Hintergrund gerückt.
Klare Sache: Das Geschäft ging vor, auch bei Valerie, zumal sie jetzt selbständig war und niemand hatte, der ihr etwas schenkte. Der Schornstein musste rauchen und der Rubel musste rollen, das war auch bei ihr nicht anders. Nennt es Euros oder D- Mark oder Französische Francs. Sie musste ihre kleinen Kreuzerchen verdienen, wie wir alle. Wieviel Wahrheit liegt in dem Satz: "The Yankee Dollar makes the world go round"? Sehr viel Wahrheit, fragt mal Valerie, sie wird es euch erklären.
Valerie fand also zur coolness zurück.
Und immerhin: Zweierlei war ihr in den letzten Wochen klar geworden: Erstens wollte sie in Zukunft vorsichtiger zu Werke gehen, falls das Thema "Sex mit Männern" jemals wieder aktuell würde bei ihr. Diese Sache mit Erwin, dem Bayern, war ihr letzte Woche zum Schluß echt aus den Händen geglitten, eine riesengroße Dummheit war es gewesen, den armen Kerl dermaßen anzuflirten und dann im Lauf des Abends regelrecht verrückt und geil zu machen, und dann auch noch die Krönung: Sie hatte ihn zu Sex im Freien aufgefordert. Und das mitten in der Stadt, in der Öffentlichkeit! Schon verrückt.
Zumal sie, wenn sie es recht bedachte, gar nicht so richtig wußte, warum die Sache sich so heftig entwickelt hatte. Eigentlich hatte sie im Moment überhaupt keine Gefühle mehr für Erwin. Aber war da überhaupt jemals etwas gewesen außer ein wenig Sympathie? Sicher nicht.
Umso dümmer von ihr, die Sache so weit zu treiben, dass sie eigentlich nicht mehr zu stoppen war"¦ Ufff"¦ Sie erschrak, als sie an die Nacht im Polizeigewahrsam dachte. immerhin war ja schlußendlich alles noch einmal gut gegangen, dank einer netten Untersuchungsrichterin und dank Thierry, dem Maitre. Aber klar: Sie war haarscharf an einer Katastrophe vorbeigeschrammt"¦.
Das andere Thema, das sie beschäftigte, war ihre Beziehung zu Thierry. Sie kannten sich ja nun schon eine ganze Weile, und sympathisch waren sie sich beide eigentlich immer gewesen. Aber war da vielleicht mehr? Eines war ebenfalls klar: Als sie ihn kürzlich angerufen hatte, um den Bierfest-Abend nachträglich aufzuklären und sich bei ihm zu entschuldigen, hatte er ganz super und zuvorkommend reagiert und war ihr in Allem sofort entgegengekommen. Obwohl es je eigentlich so gewesen war, dass sie es war, die ihn an diesem Abend versetzt hatte, als sie mit den Jungen losgezogen war, hörte sie nicht die Andeutung eines Vorwurf von seiner Seite.
Und außerdem spürte die sonst so coole Valerie vor diesem Anruf so etwas wie Herzklopfen und fast so was wie Schmetterlinge im Bauch. Eigentlich waren das neue und ziemlich unbekannte Emotionen für Valerie, sie konnte ihre Beziehung zu Thierry im Moment nicht so richtig einordnen.
Dafür stand Arbeit an. Es gab es einige Anfragen von Kunden, die ihr Haus verkaufen oder vermieten wollten und sich dafür professionelle Hilfe von ihrem Büro erhofften. Also genau das, was ein Immo-büro für seine Kunden tun kann, war jetzt gefragt.
Genau das Richtige für Valerie, also stürzte sie sich in die Arbeit, hatte den ganzen Tag über den Telefonhörer am Ohr, machte Besuche bei ihren Kunden und versuchte, dort einen vertrauenserweckenden Eindruck zu hinterlassen., Sie saß bis spät am Abend an ihrem Schreibtisch und verfasste Angebote oder schrieb Rechnungen, oder sie ging die Abrechnugnen ihrer Mitarbeiterinnen durch. Das Geschäft brummte. Allerdings: Gelegentlich brummte auch Valeries Kopf, wenn sie abends das Büro abschloss und heimfuhr in ihre Wohnung.
Heute wollte sie noch Erica in Deutschland anrufen. Mal wieder ein bisschen plaudern, ausspannen, über die alten Zeiten reden, damals in Deutschland, mit einer ganz alten Freundin. Sie hatte Glück. Erica war zuhause und nahm gleich den Hörer ab.
"Valerie aus Frankreich".
"Huhu, ja aber hallo ! Das ist aber fein! Bist du das, der französische Außenposten?
Ja klar, aber eigentlich wollte sie nicht über das Geschäft reden mit Erica. Im Gegenteil, nur smalltalk, plaudern, aus-chillen, was Leichtes... Valerie lenkte das Gespräch auf die alten Zeiten. Es gab neue Kollegen in der Abteilung, aber die meisten der "Alten" waren noch da.
"Und wie geht es eigentlich bei euch zuhause? Ich meine mit Michael"?
"Gut geht"™s, ich kann mich nicht beklagen."
Eine kleine Pause entstand, dann fuhr Erica fort:
"Du kennst ihn ja, er ist unersättlich. Es vergeht fast kein Abend, dass er mich nicht will"¦."
Valerie und Erica sind Busenfreundinnen, die nahezu alles voneinander wissen. Und Michael war zwar Ericas Mann, aber gleichzeitig auch Valeries Chef.
Und dass er Valerie auch schon bestiegen hatte, war Erica schon lange klar, und eigentlich war es ihr nicht einmal unrecht, dass sich Michael einen Appetit auch außerhalb von seiner Ehe stillte. Valerie erzählte ihr also ein paar Details des Abends, den sie zusammen mit Michael im Hotel verbracht hatte. Vor allem die Sache mit dem deepthroaten.
"Wollte er das von dir"? fragte Erica
"Ja, doch" antwortete Valerie.
"Eigentlich habe ich das inzwischen ganz gut raus. Ich überstrecke den Hals, wie soll ich dir das erklären"?
Sie suchte nach Worten.
"Musst du nicht" antwortete Erica
"Ich mache es genauso""¦ Er will es natürlich auch von mir. Aber wir haben ein Übereinkommen getroffen, ich darf mir dann auch etwas wünschen von ihm. Und du kennst mich, ich habe teure Wünsche"¦ Also kann ich ihm so im Zaum halten, auf diese Weise"¦"
"Gute Idee" sagte Valerie
Es gab wieder eine Pause.
"Versprich mir, mich nicht auszulachen" sagte Valerie dann noch.
"Versprochen" kam es aus dem Hörer.
"Ich habe ein paar Mal mit Chiquita Bananen geübt, und du glaubst nicht, mit so einer Banane habe ich eine ganz nette Routine rausgekriegt, also ich kann sie richtig schlucken, und genauso mache ich es, wenn er mich im Hals ficken will."
Erica war beeindruckt.
"Er hat mir nicht davon erzählt" sagte sie dann.
"Das soll er auch nicht", sagte Valerie. Das geht die Männer nichts an. Das sind Sachen, die nur wir Mädels unter uns besprechen."
"Klar, da hast du recht" antwortete Erica.
Fortsetzung voraussichtlich zum Ende der kommenden Woche 35
Lieben Gruß, Valerie.
